104 Verhandlungen der zweyten Kammer. aufgehoben werden; waͤhr ſeye es aber, daß der in ſeinem Urſprung blos privatrechtliche Unterſchied zwiſchen Orts⸗ und Schutzbuͤrgern auch auf einige ſtaatsrechtliche Verhaͤt⸗ niſſe, z. B, bey Waͤhlbarkeit zu Gemeindsaͤmtern, Einfluß gehadt habe;— wenn man ſpaͤter an dergleichen Stellen des Geſetzentwurfs komme, ſo möge alsdanun von der Zu⸗ táfjigteit foter Unterihiede weiter geſprochen werden. Uebrigens ſeye es gewiß eine ſehr irrige Vorſtellung, wenn man es als moͤglich annehme, daß im Lauf der Zeiten der Kreis der zum ausſchließenden Genuß de Allmenden be⸗ rechtigten Ortsbuͤrger immer enger gezogen, und ſich auf eine kleine Anzahl von Gemeinds Oligarchen beſchraͤnken koͤnne, die Ortshuͤrger machten bey weitem die groͤßte Maſſe, in den meiſten Gemeinden wohl der Gemeinds⸗ glieder aus, und unter diefen fey cine planmaͤßige Selbſt⸗ verminderung durch Ausſſlerben nicht denkbar.
Wint er v. Karlsruhe : Der 8weck, warum uͤber— haupt Gemeinden beſtuͤnden, ſey in dem r. d. des erſten Entwurfs der Gemeindeverfaſſung angegeben, nemlich, thoils zu Befoͤrderung ves allgemeinen Staatswohls durch erleichter⸗ ten Vollzug der Geſetze, theils zu beſſerer Erteichung einzel⸗ ner Lebenszwecke durch Geſammtwirkung, innerhalb eines beſtimmten Staatsgebiets. Das Vermoͤgen, das cine Ge⸗ meinde beſitze, ſey nur Mittel zum Zweck, weil dieſer in den meiſten Faͤllen ſich ohne dieſes nicht erreichen laſſe. Es ließen ſich aber nicht nur eben ſo gut Gemeinden, ohne Gemeindeigenthum denken, als ſich ein Staat denken laſſe, ohne Domanen, ſondern es ſehen auch wirklich viele Ge⸗ meinden im Großhetzogthum vorhanden, ohne Gemeinde⸗ vermoͤgen. Der Beſitz oon Eigenthum liege daper nidt im Pea griff der Gemeinde, ba, wo aber die Gemeinden Eigen⸗ ihum haͤtten, erſchienen ſie als Privat perſonen, und es muͤſſe ſolches hinſichtlich dritter Verſonen ſo heilig gehalten werden, wie jedes andere Eigenthum, mwas aber die Ber
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