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Verhandlungen der Crften Kammer. Dreizehnte öffentliche Sişung vom 24. Mai 1902. 131 ſterium, noch vom Staatsminiſterium. Bezüglich| feit lange übliH und erlaubt, die Güter auf Der
einiger Pofitionen fönne er jegt{Hon fagen, dağ er feine Buftimmung gur Ausführung nicht geben werde, bei anderen fei ein Vedürfniğ für ire Auf- nahme anguerfennen, er müffe fih aber vorbehalten, den Zeitpunkt für die Befriedigung desſelben zu beſtimmen und namentlich zu prüfen, ob nicht die Ausführungen billiger und einfacher zu machen ſeien. Mit vollem Rechte habe Herr Geheimerath Dr. Engler hervorgehoben, daß die jetzige Zeit in wirthſchaftlicher Beziehung ernſt genug ſei, um alle Pläne und Vorſchläge zu weiteren großen Ausgaben bei der Eiſenbahnverwaltung auf das Sorgfältigſte zu prüfen.
Was die von Herrn Geheimerath Dr. Engler be— rührte Frage einer ſüddeutſchen Tarifgemein— ſchaft anlage, ſo habe man es bei der Stuttgarter Konferenz allerſeits als wünſchenswerth und noth— wendig bezeichnet, zu einer Tarifgemeinſchaft zu kommen. In dieſer Beziehung habe er den beſten Willen in Bayern und Württemberg ſowohl als auch in Elſaß-Lothringen gefunden; letzteres und die Anweſenheit eines Vertreters des Reichseiſen— bahnamts bei der Konferenz bürgten dafür, daß die Verhandlungen keineswegs eine Spitze gegen Preußen gehabt hätten, ſondern nur zur Hebung des Verkehrs und Verbilligung des Betriebs führen ſollten.
Herr Geheimerath Dr. Engler habe dann auch Beſorgniſſe vor preußiſchen Eiſenbahn-Expan— ſionsgelüſten geäußert und auf Sachſen hinge— wieſen, dem gegenüber Preußen nach ſeiner(Engler's) Meinung nicht ganz bundesfreundlich verfahren ſei. Als Miniſter und Bundesrathsmitglied halte er ſich für verpflichtet zu erklären, daß Preußen ſeiner Anſicht nach ein Vorwurf nicht treffe. Er be— ziehe ſich zunächſt auf die Aeußerungen ſeines ſächſiſchen Herrn Kollegen, der auf ähnliche, aber ſchärfere Angriffe im ſächſiſchen Landtage amtlich erklärt habe, es ſei ein inkorrektes Verfahren der preußiſchen Eiſenbahnverwaltung gegenüber der ſächſiſchen nicht vorgekommen. Das Entſtehen der Behauptung einer unreellen Handlungsweiſe ſei an ſich erklärlich; denn Sachſen ſei— rein geographiſch
betrachtet Preußen gegenüber in ungünſtiger Lage. Es ſei unter den Eiſenbahnverwaltungen
eigenen Bahn zu behalten, wenn ein Umweg von nicht mehr als etwa 20 Proz. gemacht werden müſſe und kein höherer Frachtausfall als 40 Proz. dadurch eintrete. Von dieſer Uebung könne Preußen Sachſen gegenüber allerdings in weitem Umfang Gebrauch machen und thue dies auch. Es ſei dies aber durchaus„lauterer“ Wettbewerb, den Preußen auch uns gegenüber und wir ihm gegen— über in gleichem Maße anwendeten. In Württem— berg ſei zuweilen auch ſchon behauptet worden, daß wir in Baden nicht gang fair ihm gegenüber ver— führen, was aber gang unrichtig fei, da wir immer an den anerkannten Inſtradirungsgrundſätzen auf's Genaueſte feſthielten.
Hierauf wurde die allgemeine Diskuſſion ge— ſchloſſen. In der Spezialdiskuſſion meldete ſich Niemand zum Worte. Der Antrag der Kom— miſſion wurde zur namentlichen Abſtimmung ge— bracht und mit allen gegen eine Stimme ange— nommen.
Namens der Kommiſſion für Eiſenbahnen und Straßen berichtete ſodann Graf v. Andlaw über die Petition derOrte Krozingen, Breiſach , Hauſen u.a, die Erbauung einer Eiſenbahn Kro- zingen Breiſach betreffend.
Beilage Nr. 202(ungedruckt).
Die Gegend, von welcher der Bericht Handle, fei ringsum von Schienenwegen eingeſchloſſen, aber von keinem durchquert. Die in Rede ſtehende Bahn ſolle zunächſt dazu dienen, den Bewohnern der be— treffenden Gegend den Abſatz ihrer landwirthſchaft— lichen Produkte zu erleichtern; es ſolle durch eine direkte Bahnverbindung dem unvortheilhaften Zwiſchenhandel geſteuert werden. Die Bahn wäre ſodann auch für den Obſt- und Weinbau von Vor— theil, denn Käufer ſuchten lieber in Orten mit Bahn— ſtation ihren Bedarf zu decken, als in ſolchen, wo noch ein Transport per Achſe bis zur Bahn hinzu— komme. Ferner zu berückſichtigen wäre die Stein— ausfuhr aus den Steinbrüchen des Tunibergs und der Holztransport aus dem Münſterthal. Schließ⸗ lich dürfe der Perſonenverkehr aus den Orten Kro— zingen, Biengen , Hauſen, Grezhauſen , Oberrim— ſingen, Gündlingen und Breiſach nicht überſehen werden. In der fraglichen Gegend ſei Waſſerkraft
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