Verhandlungen der zweiten Kammer. Siebenundſechszigſte offentliche Sitzung am 26. Juli 1837,
gutachtung uͤber dieſe Straßenzuͤge, und ſpricht ſich als Reſultat für die Straße durchs Muͤnſterthal uͤber Staufen aus. Der darauf gefaßte Kammerbeſchluß ging dahin:
„ſaͤmmtliche uͤber dieſen Gegenſtand eingekommene Pe⸗ titionen, nebſt Abſchrift des Berichts, dem Großherzogl. Staatsminiſterium zur genauen Pruͤfung und Eroͤrte⸗ rung der Sache zu uͤberweiſen.“
Der Zuſtand der Dinge blieb bis jetzt ganz unverändert, und es ſcheint auch hier die naͤhere Beſchlußfaſſung von dem zu erwartenden Geſetzentwurf über die Claſſification ſaͤmmt⸗ licher Straßen des Landes in eigentliche Chauſſeen, Pro⸗ vinz⸗ und Bezirksſtraßen, nebſt deren Richtung, mit Aus⸗ mittlung der Koſtenbeſtreitung, abzuhaͤngen, wodurch gar manche— fuͤr ſaͤmmtliche Landesgegenden ſo ſehr wich⸗ tige Frage vornherein entſchieden werden würde, und nicht jeden Landtag derſelbe Gegenſtand durch Petitionen in Yn- regung zu bringen waͤre. 3
Um nun hiebei auch dieſer— ſchon ſo oft beſprochenen Straße zu gedenken, und damit die Sache zur Erledigung zu bringen, geht der Antrag der Commiſſion dahin:
„conform mit dem fruͤhern Beſchluß, auch dießmal wieder die Petitionen, nebſt Abſchrift dieſes Berichts, dem Großherzogl. Staatsminiſterium zur genauen Pruͤ⸗ fung und Erörterung dieſer Straßenangelegenheit zu uͤberweiſen.“
Dazu kommt nun noch die ſpaͤter eingereichte Petition der Gemeinden Todtnau , Schlechtenau, Brandenberg , Afterſteg, Muggenbrunn und Todtnauberg , welche die Rich⸗ tung des Straßenzugs uͤber Todtnau nach dem Steppweg auf dem Schmelzplatz gegen Oberried beabſichtigt.
Auch dieſe Petition eignet ſich zur Ueberweiſung nach
dem geſtellten Antrag.
109
Beilage Nr. 6 zum Protokoll der 67. oͤffentlichen Sitzung vom 26. Juli 1837.
Bericht
der Petitions⸗Commiſſion
Erſtattet von dem Abg. Gerbel. Meine Herren!
Die Petentin hat darüber eine Vorſtellung bei Großh. Miniſterium des Innern eingereicht, und beabſichtigt durch die hier uͤbergebene Petition, welcher eine Abſchrift dieſer Vorſtellung angeſchloſſen iſt, die Unterſtuͤtzung dieſer ihrer Bitte bei hoher Regierung.
Fuͤr das Geſuch der Errichtung eines Hafens bei Meers⸗ burg, zum Zweck der Herſtellung der Dampfſchifffahrt, ſind allerdings ſehr gewichtige Gruͤnde angekuͤhrt. Ohne den Hafen iſt namlich die Verbindung mittelſt Dampfſchifffahrt zwiſchen Meersburg und den übrigen Gegenden des Bos denſees nicht herzuſtellen, da das Dampfſchiff bei Meers⸗ burg nicht einmal anlanden kann, vielweniger bei einigem Sturm einen Schutz findet, und die Segelſchiffe nur mit großer Gefahr und ſehr unſicher auf dem Bodenſee gehen. Die Herſtellung eines Verbindungswegs auf dem See mit—⸗ telſt der Dampfſchiffe von und nach Meersburg gewährt aber nicht nur dieſer Stadt den größten Vortheil, ſondern iſt auch fuͤr die dortige ganze Gegend von allgemeiner Wichtigkeit. Es wird dadurch der Handel und die Gez werbthaͤtigkeit beſonders belebt.—
Die Poſtverbindung wird bedeutend an Schnelligkeit ges winnen, und eine Verbindungsſtraße, welche von Ulm uͤber Ravensburg nady Meersburg zieht, wuͤrde uͤber Conſtanz nach der Schweiz und nach Südfrankreich her⸗ geſtellt werden.
Ohne dieſe Einrichtung waͤre aber, abgeſehen von die⸗ ſen ſehr erheblichen allgemeinen Vortheilen, Meersburg gleichſam von der ganzen übrigen Welt abgeſchnitten, und
koͤnnte der Verarmung nur ſchwer entgehen.