MT TAUBERRBISCHOFSHEIM. LAUDA. 111

Nur der Chor ist gewölbt, das hohe, an den Wänden gelegentlich der Renovation von 1756 durch Pilaster mit Rococo Kapitellen gegliederte Schiff flach gedeckt.

Die annere Aulsgtattung(Altüre, Kanzel, Orgel und Gestühl) ist einheitlich in Rococoformen durchgeführt und rührt wohl von der Restauration i. J. 1756 her. Der Hochaltaraufbau mag etwas älter sein. Besonders geschickt und flott die beiden schrãg gestellten Seitenaltäre mit guten Schnitzereien.

Die ehemaligen, gelegentlich des Umbaues entdeckten und in Sehr verdorbenem Zu- stande befindlichen Wandmalereien aus dem Anfang des XVII. Ihs. jetzt verschwunden.

Aussen an den Kapellenwänden sind folgende Crabosteine angebracht:

Rechts vom Portal: Grabstein des Conrad Ochs(r 1584), Platte mit ganzer Figur in Flachrelief und Umschrift. Haltung der Figur und Modellirung steit.

Darüber eine Gedenktafel mit einer Darstellung der vor dem Gekreuzigten knieenden Familie des genannten Conrad 0 chs; Doppebhwappen(Ochs und Beih darüber.

Grabstein der Ehefrau(NJame unleserlich) desselben( 1590), Gegenstück 2u dem des Gatten, in gleicher Grösse und handwerksmässiger Ausführung, aber mit Flach- bogen statt Rundbogen als oberer Begrenzung des Innenfeldes.

Grabstein einer Jungfrau(εi585). Inschrift zerstört; nur die Jahreszahl lesbar; wahrscheinlich eine Tochter des Ehepaars Ochs, da der Stein mit denen der Eltern völlig in Bezug auf Grösse und Kunstlosigkeit übereinstimmt.

Ovale Gedenkplatte des Michel Mühling(1690) mit barocker Umrahmung, Engelsköpfen, Fruchtbündeln u. dergl. m. Darüber ein flüchtig gearbeitetes Relief der Auferstehung.

An der Friedhofsmauer ein minderwerthiges Munleifia, Stittung der Elisabeth Scheurrin vom Jahre 1606.

Die manierirten steinernen Stationsbilden in barocken Nischen, ringsum an der

Kirchhofsmauer vertheilt, sind anscheinend Arbeiten des vorigen Jahrhunderts.

Den Eingang in den gelegentlich der grossen Pest i. J. 1542 angelegten Fri e d- hof bildet ein Renaissance-Vurlal. Es besteht aus einem grossen Thorbogen und einer Fussgängerpforte daneben und stammt offenbar aus der Zeit der Erbauung der jetzigen Kapelle. Gute, einfache Formen.

Links daneben ein barocker Bildetoch, rechts ein ebensolcher, etwas einfacher, von 1602, beide, wie das Portal, mit Oelfarbe dick bestrichen.

Schöner, gothischer Bildstock vom Jahre 1515(s. Fig. 31) vor dem Bahn- durchlass zur Tauberbrücke. Die Figuren in den beiden, durch Eisengitter verschlossenen Nischen sind erneuert.(Vor diesem Bildstock soll die Frau des Ritters von Riedern niedergefallen sein und von den aufrührerischen Bauern das Leben ihres Gemahls erfleht haben.)

Auf der Brücke ein renovirter Bilds to ck von 1644(Stiftung des Metzgers Joh. Mayer) mit der Schmerzensmutter, ohne Kunstwerth. Ausserdem daselbst ein barocker, überlebensgrosser S. Mepomulſh(weisser Sandstein) von 17 32(errichtet durch den Vater des letzten Centgrafen K. S. Häfner) und ein restaurirtes Kunlelfiæ

von 1593 mit Steinmetzzeichen 12 und dem nebenstehenden städtischen Schilde:

Grabsteine

Kruzifix

Portal

Bildstõcke