84 Erſte Ordnung: Hochthiere: zweite Familie: Altweltsaffen(Menſchenaffem. gingen öfters aufrecht und geberdeten ſich ganz wie andere Menſchen. Bewunderungswürdig wäre ein Weibchen geweſen. Es habe ſich geſchämt, wenn es unbekannte Menſchen betrachtet hätten, und nicht nur das Geſicht, ſondern auch ſeine Blöße mit den Händen bedeckt; es habe geſeufzt, Thränen vergofſen und alle menſchlichen Handlungen ſo ausgeübt, daß ihm nur die Sprache gefehlt habe, um wie ein Menſch zu ſein. Die Javaner behaupten, daß die Affen wohl reden könnten, wenn ſie nur wollten, es jedoch nicht thäten, weil ſie fürchteten, arbeiten zu müſſen. Daß die Waldmenſchen aus der Vermiſchung von Affen und indianiſchen Weibern entſtänden, ſei ganz ſicher. Schouten bereichert dieſe Erzählung durch einige Entführung eſchichten, in denen Wald⸗ menſchen der angreifende, malaiiſche Mädchen aber der leidende Theil ſind. Es verſteht ſich faſt von ſelbſt, daß die Orang⸗Utans nach allen dieſen Erzählungen aufrecht auf den Hinterfüßen gehen, obwohl hinzugefügt wird,„daß ſie auch auf allen vier Beinen laufen könnten.“ Eigentlich ſind die Reiſebeſchreiber an den Uebertreibungen, welche ſie auftiſchen, unſchuldig; denn ſie geben bloß die Erzählungen der Eingeborenen wieder. Dieſe wußten ſich natürlich die Theilnahme der Europäer für unſere Affen zu Nutze zu machen, weil ſie ihnen ſolche verkaufen wollten und deshalb ihre Waare nach Kräften prieſen,— nicht mehr und nicht minder, als es Thierſchauſteller bei uns zu Lande heutigen Tages auch noch thun. Dank den trefflichen Forſchungen Wallace's ſind wir über das Freileben des Orang⸗Utan genauer unterrichtet als über das jedes anderen Menſchenaffen. Der genannte Reifende hatte die beſte Gelegenheit, das Thier kennen zu lernen und die Berichte der Eingeborenen mit ſeinen eigenen Beobachtungen zu vergleichen. Zur Ehre feiner Vorgänger, von denen mehrere, namentlich Owen, Keſſel und Brooke bemüht waren, ihre Schilderungen von Fabeln und Irrthümern zu reinigen, muß ich ſagen, daß unſer Gewährsmann, obgleich er nur eigene Beobachtungen wiedergibt, die Angaben jener in allem weſentlichen beſtätigt. „Man weiß“, ſagt er,„daß der Orang⸗Utan Sumatra und Borneo bewohnt, und hat guten Grund zu glauben, daß er auf dieſe beiden großen Infeln beſchränkt iſt. Jedoch ſcheint er auf der erſteren viel ſeltener zu ſein als auf der letzteren. Hier hat er eine weite Verbreitung. Er bewohnt ausgedehnte Gegenden der Südweſt⸗, Südoſt⸗, Nordoſt⸗ und Nordweſtküſten, hält ſich aber ausſchließlich in niedrig gelegenen und ſumpfigen Wäldern auf. In Sadong findet man ihn bloß in flachen, waſſerreichen, mit hohem Urwalde bedeckten Gegenden. Ueber die Sümpfe erheben ſich viele vereinzelt ſtehende Berge, welche zum Theil von Dajaks bewohnt werden und mit Frucht⸗ bäumen bebaut worden find. Sie bilden für den Meias einen Anziehungspunkt; denn er befucht ſie ihrer Früchte halber, obwohl er ſich des Nachts ſtets in den Sumpfwald zurückzieht. In allen Gegenden, wo der Boden ſich etwas erhebt und trocken iſt, wohnt der Orang⸗Utan nicht. So kommt r beiſpielsweiſe in den tieferen Thälern des Sadonggebietes häufig vor, fehlt dagegen jenfeits der Grenze, innerhalb welcher Ebbe und Flut bemerkbar find. Der untere Theil des Saravakthales unn iſt ſumpfig, jedoch nicht überall mit hohem Walde bedeckt, ſondern meiſt von der Ripapalme beſtanden, und nahe der Stadt Saravak wird das Land trocken und hügelig und iſt in Beſitz genommen von kleinen Strecken Urwald mit Dſchungeln. Eine große Fläche ununterbrochenen und gleichmäßig hohen Urwaldes iſt für das Wohlbefinden unſeres Affen Bedingung. Solche Wälder bilden für ihn ein offenes Land, in welchem er ſich nach jeder Richtung hin bewegen kann, mit derſelben Leichtigkeit wie der Indianer durch die Steppe und der Araber durch die Wüſte zieht. Er geht von einem Baumwipfel zum anderen, ohne jemals auf den Boden hinabzufteigen. Die e ſur Aune Ig Wabl bir Aierteen, Alver Brardeun Wreb Thicres oh. Menſchen nicht aber für die eigenthüämliche ſcheinlich finden ſich außerdem Wehe Bls unnh rige 085 88 8. Wfeegen Weanr ee Frn hte in größerer Mannigfaltigkeit, ſnpfizen Gder bir 85 5 55 Anpflanzungen dienen, ſo daß inmitten der 9 Hochlandes gedeihen können.
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