_ Mannheim , 21. März. Heute fand ^Versteigerung der Nachen der alten Schiff­brücke, welche über ein Jahr im hiesigen Rhein - hafen gelagert waren, in einzelnen Abtheilungen «att, nachoem der Verkaufsversuch im Ganzen «t Heidelberg zu keinem Ergebniß geführt hatte. Es waren mehrere Käufer von den Rheinstädten und selbst für die Niederrheinische Schiffahrts­gesellschaft zu Amsterdam eingetroffen und alle ausgebotenen Loose wurden verkauft; die Summe d«s Erlöses betrug 7000 bis 8000 Gulden, womit Käufer und Verkäufer zufrieden sein konnten. Erstere werden die Joche zu Anlande­brücken für die Dampfschifffahrt verwenden. Der Verkehr mit Ludwigshafen wird an der Stelle der alten Brücke durch eine von Kauf­mann Lederle in Ludwigshafen eingerichtete Dampffähre vermittel werden.

— Berlin . Die Marineverwaltung hat dem Norddeutschen Bundesrathe einen Bericht über den Stand der Bundes-Kriegsmarine vor­gelegt. Danach zählte die Marine zu Anfang des' Jahres 1870 an Kriegsschiffen: die drei Panzerfregatten „König Wilhelm", „Kronprinz" und „Prinz Friedrich Karl "; bie beiden Panzer­fahrzeuge „Arminius " und „Prinz Adalbert "; die fünf gedeckten Korvetten, „Elisabeth", „Hertha", Vineta", „Arcona" und „Gazelle"; die vier Glattdeckkorvetten „Augusta", „Victoria", „Me­ dusa " und „Nymphe"; den Aviso „Preußischer Adler"; die Macht „Grille", nebst 22 Kanonen­booten. Diese 38 Schiffe und Fahrzeuge mit zusammen 320 Kanonen sind Dampfschiffe. An Segelschiffen zählte die Flotte drei Fregatten — „Gefion", „Thetis " und „Niobe" —, welche Heils als Artillerie-, theils als Uebungsschiffe dienen; sodann vier Briggs — „Musquito", ^Nover", „Undine" und „Hela". Die sieben Segelschiffe führen zusammen 160 Kanonen. Nach dem gesetzlich festgestellten Bauplan bleiben bis zum Jahre 1877 noch zu bauen: 11 größere und kleine Panzerschiffe, 7 Avisos und 3 Trans­portschiffe. Davon sind schon im Bau begriffen: auf der Werft von Wilhelmshaven die Panzer- fregette „Großer Kurfürst" mit dreijähriger

Bekanntmachungen.

Gant-Edict.

W o l f a ch. Nro. 1521. Gegen den Kübler Valentin Wigand von Wolfach haben wir Gant erkannt, und es wird nunmehr zum Richtigstellungs- und Vorzugsverfahren Tag- .fahrt anberaumt auf

Donnerstag den 7. April 1870, Vormittags 9 Uhr.

Es werden alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Gantmasse machen wollen, aufgeforöert, solche in der angesetzten Tagfahrt, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, -schriftlich oder mündlich, anzumelden, und zugleich ihre et­waigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, sowie ihre Beweisurkunden vorzu- legen oder den Beweis durch andere Beweis- mtttel anzutreten.

In derselben Tagfahrt wird ein Massepfleger und ein Gläubigerausschuß ernannt und ein Borg- oder Nachlaßvergleich versucht werden, und es werden in Bezug aus Borgvergleiche und Ernennung des Massepflegers und Gläubiger­ausschusses die Nichterscheinenden als der Mehr­heit der Erschienenen beitretend angesehen werden. __ Die im Auslande wohnenden Gläubiger haben längstens bis zu jener Tagfahrt einen dahier wohnenden Gewalthaber für den Empfang aller Einhändigungen zu bestellen, welche nach den Gesetzen der Partei selbst geschehen sollen, wid­rigenfalls alle weiteren Verfügungen und Er­kenntnisse mit der gleichen Wirkung, wie wenn sie der Partei eröffnet wären, nur an dem Sitzungsortedes Gerichts angeschlagen, beziehungs­weise denjenigen im Auslande wohnenden Gläu­bigern, deren Aufenthaltsort bekannt ist, durch die Post zugesendet würden.

Wolfach , den 21. März 1870.

Großh. Amtsgericht.

Feyerlin. 936.

Bauzeit und Umbau des Avisos „Loreley "; auf der Werft von Kiel-Ellerbeck die Panzer­fregatte „Friedrich der Große " mit ebenfalls dräjähriger Bauzeit; auf der Werft von Danzig die Panzerkorvette „Hansa" und di« Korvette „Ariadne ", beide bis Ende 1870 fertig zu stellen, sowie die Aviso's „Albatros" und „Nautilus". Außerdem werden in Kiel zwei Dampfboote für den Hafendienst bei Wilhelmshaven und bei Kiel gebaut. Die Herstellung der Maschinen für sämmtliche in Bau begriffene Schiffe ist inländischen Fabriken übertragen. Dagegen muß die Beschaffung der Panzerplatten in England erfolgen, weil inländische Fabriken dieselben noch nicht herzustellen vermögen.

Mannheimer Haupt-Frühjahrsmarkt.

Das Gesammt-Comits für Leitung der hie­sigen Frühjahrs - Märkte, das in den letzten Wochen mit unermüdlichem Eifer und seltenem Geschick an seiner Aufgabe arbeitete und näch­ster Tage, bis zum Ablauf der Märkte, wohl permanent sein wird, stellte nun, wie wir ver­nehmen, das Maimarkt-Programm fest, nachdem vorher verschiedene Angelegenheiten besprochen wurden, welche den Märzmarkt betreffen. Dazu gehört vor Allem die Herrichtung der zur Ab­haltung der Märkte erforderlichen Räumlich­keiten , insbesondere das Innere der großen Markthalle auf der Wiese vor dem Heidelberger Thor, der Turnhalle und Barracken. Den Pferdehändlern werden nach allen Seiten hin Erleichterungen gewährt und die ausgesetzten 16 Prämien für die vorzüglichen auf den Markt gebrachten Reit- und Wagenpferde im Werth von fl. 1600 dürfte schon einen Anlaß bieten, dieselben herbeizuziehen, abgesehen davon, daß ihnen an keinem anderen Platze in unserer Ge­gend eine so günstige Gelegenheit zum Verkauf geboten wird, wie hier. Der zum ersten Preis gehörende „Landauer" sowie der „Victoria- Wagen" wurden in Stuttgart bei Münch und das Coupe hier bei Schütz bestellt. Die 47 Pferde, welche in der ersten Ziehung der Ver-

Gengenbach. Nro. 1613. Salmenwirth Lorenz B e i s e r dahier wird als Bezirksagent der Colonia bestätigt.

Gengenbach , den 21. März 1870.

Großh. Bezirksamt.

Rieder. 939.

Bekanntmachung.

942.2.1. Das Betreten 'und das Fröschen in den Waldungen der Gemarkung Appenweier iit wegen vorgekommenen Wald- und Jagdfreveln bei Strafe verboten.

Appenweier , den 23. März 1870.

Das Bürgermeisteramt.

W i e d e m e r.

Rinden-Markt

in

Offenburg .

806.3.3. Aus den Forstbezirken Gengenbach , Zell a. H., Wolfach , Renchen und Offenburg werden am

Montag den 4. April d. I., Vormittags 10 Uhr, im Rathhaussaale in Offenburg ca. 12,000 Centner Eichen- unds ca. 70 Klafter Fichtengerbrinde öffentlich versteigert.

Diejenigen Kausliebhaber, welchen kein Markt- verzeichniß zugeschickt wurde, wollen sich an die Unterzeichnete Stelle wenden.

Gengenbach , den 20. März 1870.

Großh. Bezirksforstei.

Mezel.

Steigerungs-Ankündigung.

923. In Folge richterlicher Verfügung wer­den aus der Gantmasse des Karl Kimmig, Gerber von Oberkirch, die nachverzeichneten Lie­genschaften am

Mittwoch den 6. April 1870, Nachmittags 2 Uhr,

loosung erforderlich sind, werdenauf dem Markte angekaust.

Der Nachfolger des Pferde-Markts, der Rindviehe-, Farren- und Maschinen-Markt nämlich, welcher am 2. und 3. Mai stattfindet, wird seinen Vorgänger an Großartigkeit gleich noch übertreffen. Uebrigens hat Jedes seine Eigenthümlichkeiten. Jeder steht einzig und allein da in seiner Art. Unsere Rindviehmärkte der Vorjahre gaben schon hinreichend Zeugniß wie sehr Mannheim auch für diesen Zweig des Erwerbslebens der geeignetste Platz ist. Und wenn der hiesige landwirthschaftliche Verein auf diesem Markt 12 bis 15 Farren kauft und wieder.versteigert, so geschieht es nur um Ge­meinden und Privaten Gelegenheit zu geben, sich mit guten Zuchtthieren zu versehen. Und dieses erfordert immer Opfer. Was den Ma­schinen-Markt betrifft, so wurden im vorigen Jahre, dem Jahre seiner Geburt, außerordent­lich gute Geschäfte gemacht, nicht nur auf dem Markte selbst, sondern hauptsächlich in Folge nachträglich gemachter Bestellungen. Die bereits eingelaufenen Anmeldungen erfordern eine Er­weiterung des Ausstellungs-Terrains. — Impo­sant und anziehend werden dieses Jahr die Wettrennen sein: An der Spitze des badischen Renn-Vereins steht der Prinz Wilhelm von Baden , welcher zwei Preise gestiftet hat. Auch der Großherzog wird, wie im vorigen Jahre, einen Ehrenpreis in Silber von hohem Werthe geben, desgleichen die Stadt Mannheim 500 fl. baar und 300 fl. in Silbergeschirr. Baden 100 Friedrichsd'or u. s. w. Der Absatz der Loose geht rasch vor sich, was wohl zu erwarten war, da ja doch der ganze Ertrag der Rein-Ein­nahmen zum Ankauf von Verloosungs - Gegen­ständer verwendet wird. Hoffen wir auf gün­stige Witterung dann hat das große Ganze gewiß auch einen günstigen Verlauf — und was ebenfalls dazu gehört, einen günstigen Erfolg.

im Rathhause in Oberkirch öffentlich versteigert, wobei der endgültige Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird.

Beschreibung der Liegenschaften:

a) 47 Ruthen Hofraithe mit darauf erbautem dreistöckigem Wohnhaus mit Rothgerberei- einrichtung und Hofplatz mit Gruben, einers. Xaver Braun, anders. Gemeinde­weg ;

b) 32 Ruthen Hofraithe mit darauf erbauter Scheuer und Stallung mit Gerbereiein­richtung und Lohmühle mit Hofplatz, am Mühlbach gelegen, neben obenbeschrie­benem Wohnhaus einerseits, neben unter o. beschriebenem Garten und Xav. Braun anderseits, oben Ziriak Geldreich und An­ton Engelhardt.

<0 516/t - Ruthen Hausgarten, einers. Xaver Braun, anders. Anton Engelhardt, hinten der Komport.

zus. angeschlagen zu . . 7050 fl.

wegen einer auf dem Hause ruhenden Woh­nungslast.

Oberkirch , den 4. März 1870.

Der Großh. Vollstreckungsbeamte: _C. Krieg.__

Liegenschafts- und Fahrnißversteigerung.

924.2.2. Aus Antrag der Hirschwirth Philipp Dahm's Erben von Stadt Kehl werden

Donnerstag den 7. April d. I. auf dem Rathhause dahier, der Untheilbarkeit wegen, öffentlich versteigert:

I. folgende Liegenschaften, und zwar Vor­mittags 10 Uhr:

a) In der Gemarkung Stadt Kehl :

1 .

L.-B.-Nr. 94:

Ein einstöckiges Wohnhaus mit Zugehörde an der Querstraße Iit. v. und dem Hause des Vergolders Jung, taxirt zu . . 2500 fl.

L.-B.-Nr. 164:'

52,3 Ruthen, mit einer einstöckigen