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last des Königs ein. Der Herzog de Loulv, Präsident des Conseil, welcher herbeigerufen wurde, nahm seine Entlastung, worauf der Kö­nig den Herzog von Saldanha mit der Bildung eines neuen Ministeriums beauftragte.

Vermischte Nachrichten.

— Karlsruhe , 21. Mai. SeineKönigl. Hoheit der Großherzog hat geruht, den außerordentlichen Profestor der Pathologie Or. v. Dusch und

den außerordentlich Professor der pathologi­schen Anatomie vr. Julius Arnold in Hei­ delberg zu ordentlichen Professoren zu ernennen; mit höchster Entschließung vom gleichen Tag den Assessor Leopold Schmidt bei Großh. Verwaltungshof zum Regierungsrath, den Revidenten Bißwanger bei dem Gr. Verwaltungshof und

den Revidenten D u f n e r bei dem Bezirks­amt Freiburg zu Revisoren zu ernennen;

den Registrator Meyer bei Großh. Verwal­tungshof in den Ruhestand zu versetzen;

dem Diakonus Albert Schwarz von Müll­ heim das Diakonat und die damit verbundene Lehr- und Borstandsstelle an der höhern Bür­gerschule in Gernsbach , dem derzeitigen Dienstverweser Julius Bo­la ck in Müllheim das Diakonat und die damit verbundene Lehr- und Vorstandsstelle an der höhern Bürgerschule in Müllheim zu verleihen.

(Karlsr. Z.)

— In Stadt Bühl soll ein Jude an einem dem Trunk ergebenen Bauer bedeutende Betrü­gereien verübt haben. Ein in die Sache ver­wickelter Anwalt in Baden wurde gefänglich eingezogen, ist aber wieder frei. Der Jude soll nach Straßburg geflüchtet sein. —

— Baden , 14. Mai. (F.J) Gestern früh sollte ein zur Zuchthausstrafe Verurtbeilter in das Strasgefängniß abgeliefert werden, er fand es aber für gut, in letzter Nacht mit Hilfe ei­nes Besenstiels, wie man erzählt, am Fenster­gesims ein Loch durchzustoßen und mit Hilfe von zusammengebundener Leinwand, Kleidern u. s. w. sich herabzulasten und zu entfliehen. Das Ge- sängniß hat aber bereits wieder Ersatz erhalten, denn heute Morgen wurde ein hiesiger Anwalt auf Antrag des Oberstaatsanwaltes verhaftet und ins Gefängniß gebracht. Als Grund wird Urkundenfälschung angegeben.

— Mannheim , 18. Mai. (B.Bl.) Vor einigen Tagen entfernten sich zwei Knaben, Schüler des Realgymnasiums, 12—13 Jahre alt, von hier, nachdem sie an verschiedenen Or­ten Geld oder Geldeswerth entliehen hatten. Ihre Eltern ließen gleich den Telegraphen nach allen möglichen Richtungen spielen; bis heute aber wurden die Flüchtlinge nicht ausfindig ge­macht. — Auf der Rheinbrücke fiel gestern Nachmittag ein Fuhrmann von einem mit Erd­ölfässern beladenen Wagen, und wurden ihm von dem einen Hinterrad des schweren Fuhr­werks die Beine in furchtbarer Weise zerquetscht. Der Schwerverwundetc, desten Aufkommen be­zweifelt wird, wurde in's Spital geschafft.

— Freiburg , 18. Mai. Bezüglich des Falles Asal wird der Brsg. Ztg. aus sicherer Quelle mitgetheilt, daß die Unterstellung eines Verbrechens durchaus unrichtig und von einem solchen keine Rede sei. Ob eine andere Vermu- thung, nach welcher Asal heimlich ausgewandert sei, richtiger ist, dürfte sich in Bälde zeigen.

— B ö tz i n g e n, 16. Mai. (Hochberg. B.) Ein gräßliches Unglück hat sich gestern hier er­eignet. Das 4jährige Knäbchen des Andreas Vogtsberger von Oberschaffhausen, welches mit anderen Kindern in dem Garten spielte, gerieth dem am Rande des Gartens befindlichen ganz offenen Wasserrad einer Mühle zu nahe und wurde in der Weise erfaßt, daß der Kopf förm­lich vom Rumpfe abgeschnitten wurde. Ein eigenthümlicher Zufall und ein Beweis, mit welcher unverzeihlichen Nachlässigkeit derartige gefahrvolle Orte fortwährend zugänglich gelasten werden, ist, daß der Vater dieses verunglückten Kindes an dem nämlichen Rad, als Kind spie­lend, den Finger einer Hand verloren hat.

— Das von Hrn. Leo Baumgartner in Lör­ rach errichtete Kinderspital in Neustetten (zu­nächst Lörrach ) ist nun eröffnet, und werden in dasselbe Kinder jeden Alters aufgenommen. Die Verpflegungskosten sollen nach dem Wunsche des Stifters 12 kr., 16 kr. und 20 kr. für den Tag betragen, je nach den Vermögensverhält­nissen der Elten . Für ganz arme Kinder sind einige Freibetten reservirt.

— In Villing en hat am 15. d. M. eine Versammlung von Vertretern badischer und württembergischer Arbeiterbildungsvereine statt­gefunden. Ist schon diese Vereinigung freudig zu begrüßen, so noch mehr der Beschluß, dem Treiben der Socialdemokraten gegenüber die deutsche Politik in den Vereinen zur Anerkenn­ung und Unterstützung zu bringen, da an Bei­spielen gezeigt wurde, wie die Organe des nord­deutschen Bundes den Deutschen , auch den Süd­deutschen, im Ausland, selbst in Rußland , zu ihrem Rechte verhelfen. Die Negierung hat für die Vereine 1200 fl. zur Verfügung gestellt, um unter gewissen Bedingungen strebsame Mitglie­der nach London zur Industrieausstellung zu schicken. Als Vorort wurde Karlsruhe gewählt, da Pforzheim eine Wiederwahl ausschlug.

— In Ziegelhausen bei Heidelberg wurde an einer Wittwe, welche einen kleinen Handel treibt, vor einigen Tagen ein frecher Betrug von nicht unbedeutendem Betrag verübt. Ein Bursche ließ nämlich bei derselben eine den 25-Thalerscheinen nachgebildete werthlose Vignette wechseln. Die geprellte Frau gab ihm den vollen Betrag von 43 fl. 45 kr. (H.Z.)

— Ein gräßliches Unglück wird aus Nagy- Bun (Siebenbürgen ) gemeldet. Den 14. d. M. war dort um 3 Uhr Nachmittags ein schreck­licher Wolkenbruch, welcher 80 Häuser fort­schwemmte. Sechszig Menschenleben find zu be­klagen; viele Personen werden noch vermißt.

— In Luzern sind die Lokomotiven für die Rigi-Bahn bereits eingetroffen.

das Staunen vor Freude. „Wenn ein Reisen­der," sagt Humboldt, „der kürzlich Europa ver­lassen hat, zum erstenmale die Wälder des süd­lichen Amerikas betritt, so zeigt sich ihm die Natur in einer überraschenden Gestaltung. Seine Umgebungen sind nur wenig geeignet, ihn an die durch berühmte Schriftsteller von den Ge­staden des Missistppi, von Florida und andern gemäßigten Gegenden der neuen Welt entworfe­nen Schilderungen zu erinnern. Er fühlt es bei jedem Schritte, daß er sich nicht an der Grenze, sondern im Mittelpunkte des heißen Erdstrichs befindet, nicht auf einem der Antillen -Eilande, sondern auf einem ausgedehnten Festlande, wo alles riesenhaft erscheint, die Berge, die Flüsse und der Pflanzenwuchs. Wenn er für land­schaftliche Schönheiten empfänglich ist, so hat er Mühe, die sich ihm aufdrängenden Gefühle zu verdeutlichen. Er weiß nicht, was ihn mehr an­zieht und seine Verwunderung am meisten rege macht, ob die stille Ruhe der Einsamkeit, oder die Schönheit der einzelnen von einander ab­stechenden Formen, oder jene Kraft und Frische des vegetabilischen Lebens, wodurch sich das Klima

der Tropenländer auszeichnet. Man möchte sa­gen, der mit Pflanzen überladene Boden liefert nicht Raum genug für ihre Entwicklung. Ueber- all sind die Baumstämme von einem dichten grünen Teppich umhüllt; wer mit Sorgfalt die Orchispflanzen, die Piper und Pothos, welche ein einziger Heuschreckenbaum oder ein amerika - Feigenbaum nährt, verpflanzen wollte, der könnte damit ein großes Stück Land überdecken. Durch diese seltsamen Gruppirungen erweitern die Wälder, wie die Flanken der Berge und Felsen das Gebiet der organischen Natur. Die näm­lichen Lianen, die auf der Erde kriechen, erklim­men auch die Wipfel der Bäume und dehnen ihre Ranken bei hundert Fuß hoch von einem zum andern hinüber."

(Fortsetzung folgt.)

„Da da" — sagte ein kleiner Junge, während er in Großmutters Schublade kramte und alles durcheinander warf; — „jetzt ist Großpapa in den Himmel und hat seine Brille vergessen. Willst Du sie ihm mitnehmen, Großmama?

Offenburg «nd die Schwarzwaldbah«.

(Schluß.)

Es wird uns wohl erspart werden hier auf­zuzählen, welch eine reiche und ausgiebige Ein­nahmsquelle für eine Stadt solche großartige Etablissements sind, deren Consum an Waaren und Lebensmitteln im Verlauf von Jahren Millionen erreicht, und ich mache auch nur deßhalb hierauf aufmerksam um lebhaft das Ge­fühl über die ganze Größe des materiellen Ver­lustes hervorzurufen, wenn der Fall einträte, , daß sie uns entgehen würde. Dies Unglück zu umgehen liegt wohl jetzt noch ganz in der Hand der Stadt Offenburg selbst; große Ereig­nisse und große Ziele erfordern gewöhnlich auch große Opfer, die zu bringen, wenn nöthig, die Stadt unbedingt bereit sein muß, und greifen sie noch so tief in den viel beanspruchten Stadt­beutel. Es gibt Perioden, rasch eintretende Momente, die, richtig erkannt, mit sicherem Blicke in die Zukunft, richtig erfaßt und fest in die Hand genommen, entscheidend sind für Jahrhunderte des Wohls oder Wehes ganzer Provinzen wie einzelner Städte. Wohl der Stadt, wenn sie Männer von Einsicht und größerem Blick an ihrer Spitze hat, die stets die Hände am Pulse des industriellen, ökono­mischen Lebens haben und Momente, Ereig­nisse, wie die der Eröffnung der Kinzigthal- Schwarzwaldbahn, kundig erfassen und aus­nützen bis auf die Hefe, alles zu Nutzen und größerer Ehre der Stadt.

Wir sind hier in der glücklichen Lage die Interessen von Offenburg in umsichtigen Händen zu wissen, und zweifeln keinen Augenblick daran, daß die technische Staatsbehörde in Karlsruhe einer Abordnung der Gemeinde jede Auskunft über den künftigen Bahnbetrieb und die damit in Verbindung stehende Errichtung größerer Werkstätten rc. gerne geben wird, und es wird nur an der Stadt Offenburg liegen, alles und sei selbst es mit großen Opfern aufzubieten, um die ganze reiche Quelle des Segens und des Wohl­standes, den solche große Einrichtungen bringen, für sich zu gewinnen, für Jahrhunderte feinen Einwohnern (denn der gute Spiesbürger tritt demnächst ab) ein schönes Beispiel und Ange­binde munizipaler Einsicht und Tüchtigkeit hin­terlassen zu haben.

Darum offenes Ohr und klaren Blick für deine Zukunft, du liebliches Thor des Waldes; alles aufgeboten, um, was größere oder kleinere Centralstellen - des Handels und der Gewerbe unbedingt verlangen, auch in dir zu sammeln und zu vereinigen! Hiezu rechnen yiir vor allem tüchtige Schulen und Lehranstalten für dich und deine weitere Umgebung, und behalten uns vor, hierauf später zurückzukommen, wie wir überhaupt von Zeit zu Zeit gedenken, deine Verhältnisse etwas näher zu betrachten, wenn nur die Spalten dieses Blattes freundlichst offen stehen.*)

*) Soll immer geschehen. Die Redaction.

k ä t h s e 1.

Fünf siebtel nimm von hinten, So hast du feinen Plan —

Du wirst die Regel finden — Mit der ist's abgethan!

Vier siebtel nimm von vornen Und kehr' auch diese um —

's war kurz des größten Helden So kleines Fürstenthum!

Was sag' ich viel vom Ganzen? Der Gärtner kennt's so gut — Es legen's ab die Pflanzen —

's ist eine eig'ne Brut!

Auflösung der Aufgabe in Nr. 118:

1. Duer O

2. Arra S

Daute. 3. Nante S Taffo.

4. Tul A

5. EichstädT

Richtig gelöst von K. B., A. Sch. und E. v. Sch. in 0.