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Amtliches Verklündiguntzsbtatt für Iren Kreis Ojfenlmrg,

sowie für die

Bezirksämter and Amtsgerichte Offenvur g und Gengenbach .

Erscheint täglich mit Ausnahme Montags , und kostet vierteljährlich in Offenburg 1 st., für den Lcrndpostbezirk 1 st. 2 kr., für die übrigen Postb«irke 1 fl. 7 kr.

EinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr.

Nro. 184. Offenhurg, Dienstag den 8. August 1871. '

Heute vor einem Jahr.

(Montag 8. August.)

Das „Journal officiel " hat über die Schlacht bei Warth und das Treffen bei Saarbrücken folgenden von den Ministern Unterzeichneten Be­richt: Mac Mahon hat eine Schlacht verlo­ren. Froffard, war an der Saar genöthigt sich zurückzuziehen. Dieser Rückzug hat in guter Ordnung stattgefunden. Alles kann sich wieder sammeln. Napoleon tclcgr. aus Metz 3 Vr Uhr Morgens: Meine Verbindung mit Mac Mahon war unterbrochen. Ich habe keine Nachrichten von ihm gehabt, bis mir gestern General Laigle meldete, daß Mac Mahon gegen sehr beträcht­liche Streitkräste eine Schlacht verlören habe. An der Saar begann der Kampf gegen 1 Uhr und schien nicht sehr ernstlich, als nach und nach die feindlichen Massen beträchtlich wuchsen, ohne indessen das 2. Korps zum Weichen zu bringen. Erst zwischen 6 und 7 Uhr Abends, als die feindlichen Massen immer dichter wurden, zogen sich das 2. Korps und die es unterstützenden Regimenter auf die Höhen zurück.

In der Depesche Napoleons heißt es ferner: Der Feind scheine etwas auf französischem Bo­den versuchen zu wollen; dies würde Frankreich große strategische Vorlheile bringen.

Das Journal officiel meldet ferner aus Metz : „Um uns hier zu halten, ist es nöthig, daß Pa­ ris und Frankreich in Bezug auf die großen Anstrengungen des Patriotismus übereinstimme. Hier verliert man weder das kalte Blut, noch das Vertrauen, aber die Probe war ernsthaft. Mac Mahon zog sich nach der Schlacht von Reichshofen zurück und verfolgt die Straße auf Nancy . Das Korps Froffard hat stark gelit­ten. Man ergreift energische Vertheidigungs- maßregcln. Der Chef des Generalstabs (Le- boeuf) ist bei den Vorposten. Der Ministerrath hat sich in Permanenz erklärt. Rouher und Schneider sind in die Tuilerien berufen. Das französische Heer sammelt sich bei Metz ."

Morgens früh kommt die Kaiserin in Paris an und erläßt einen Aufruf.

Die Baiern nehmen Niederbronn geaen fran­ zösische Artillerie.

Die württembergische Artillerie nimmt bei

Missionsreise« und Forschungen

in

Sud-A^ika

von vr. David Llvingstone.

(Fortsetzung.)

Drittes Kapitel.

So war die Wüste beschaffen, zu deren Durchrcis- ung wir uns anschickten, — ehemals eine Region des Schreckens für die Betschuanen wegen der Menge Schlangen, welche daselbst hausten und von verschie­denen Mäusearten lebten, und wegen des furchtbaren Durstes, welchen diese Leute oft erdulden mußten, wenn ihre Wassergefäße nicht groß genug waren für die Entfernungen, die man zurücklegen mußte, bevor man Quellen erreichte.

Unmittelbar vor der Ankunft meiner Reisegctähr- jgi war ein Häuflein Leute aus der Gegend des «ees in Kolobeng eingetroffen und hatten sich mir als Abgesandte ihres Häuptlings Letschulatcbc vor- geflellt, der niich zum Besuche jenes Landes einladen tletz. Sie machten uns so glänzende Schilderungen von der Menge Elfenbein, das sich dort fände, sz. B. IvUten Viehhürden dort aus Elephantenzähnen von ungeheurer Größe gefertigt sein u. dergl. in.), daß vte Führer der Bakueua mindestens ebenso begierig Haren „ach dem Sec vorzudringcn, als wir selbst

Reichshofen viele Vorräthe und 4 Geschütze. Hagenau und Saargcmünd werden besetzt, eben­so Forbach nach kurzem Gefecht.

Durch Regierungserlaß werden die Kammern bereits auf den 9. August nach Paris einberu­fen; ferner alle kräftigen Bürger zwischen 30 und 40 Jahren zur Nationalgarde eingezogen.

Marschall Leboeuf tritt von feiner Stelle als Chef des Generalstabs zurück. Marschall Baz- zaine wird Oberbefehlshaber.

Kirchenstaat . Kardinal Antonelli richtet ein Schreiben an den Nuntius in Brüssel : das De­kret des Konzils vom 18. Juli (über die päpst­liche Unfehlbarkeit) sei für die ganze katholische Welt verbindlich, ohne daß cs erforderlich sei, dasselbe nochmals bekannt zu machen.

(Dienstag. 9. August.)

Baiern . Das Ministerium theilt den Erz­bischöfen und Bischöfen mit, daß die Beschlüsse des Konzils, gemäß der Verfaffung, dem klncetum reZium (der königlichen Genehmigung) imter- liegen, und daher weder verkündigt noch voll­zogen werden dürfen.

Eröffnung des gesetzgebenden Körpers. Ol- livier hält eine Lobrede auf das Heer, und kün­digt große Rüstungen an. Latour du Moutin nebst mehreren anderen beantragt, daß General Trochu an die Spitze des Ministeriums gestellt werde. Jules Favre verlangt: daß allen Bür­gern Waffen gegeben und die Nationalgarde auf Grundlage des Gesetzes von 1831 wieder herge­stellt werde; ferner daß der Kaiser vom Heer zurückkehre; und zweitens, daß die Kammer die Leitung der Regierung übernehme. Granier aus Caffagnac sagt: wenn er in der Regierung wäre, würde die Linke noch am nämlichen Abend vor ein Kriegsgericht gestellt werden. — Große Aufregung und Tumult. Die Sitzung wird unterbrochen. — Clement Duvernois beantragt: Der gesetzgebende Körper, bereit ein Ministerium zu unterstützen, welches fähig ist das Land zu vertheidigen, geht zur Tagesordnung über. Ol- livier widersetzt sich dem Antrag Namens der Regierung, doch wird derselbe mit großer Mehr­heit angenommen. Ollivier kündigt den Rück­tritt des Ministeriums an, als Folge der An­nahme des Antrags von Duvernois.

es wünschten. Dies war ein Glück, da wir wußten, daß der Weg, auf welchem die Fremden hergekcm- men waren,' nicht mit Wagen paffirt werden konnte.

Die Herren Oswell und Murray kamen Ende Mai, und wir alle brachen am 1. Juni 1849 wohl­behalten nacd der unbekannten Region auf. Wir zogen nordwärts, zunächst durch eine Reihe mit Bäumen bedeckter Hügel nach Schokuane, dem frü Hern Wohnsitze der Dakuena, und gelangten bat auf die große Straße zu den Bamaugwatos, welche zumeist rm Bett eines ehemaligen Flusses oder Wadh hinführt, dessen Lauf früher die Richtung von Nor­den nach Süden gehabt haben niußte. Das umlie­gende Land ist vollkommen flach, aber mit lichtem Wald und Busch bewachsen und hat Ueberfluß an Gras; die Bäume sind im Allgemeinen eine Acacien- art, Monato genannt, welche schon weiter südlich auftritt und bis nach Angola hin allgemein vor­kommt. Eine große Raupe, Nato genannt, nährt sich Nachts von dem Laub dieser Bäunie, steigt aber bei Tage herab und verkriecht sich an der Wurzel in den Sand, um den durchdringenden Sonnenstrah­len auszuweichen. Die Eingeborenen graben ihr nach, und rösten und verzehren sie wegen ihres vege­tabilischen Geschmacks mit großem Appetit. Wenn diese Raupe sich verpuppen will, vergräbt sie sich in den Boden, und wird selbst dann noch aufgesucht und verzehrt. Läßt man sie ungestört, so entwickelt sich ans ihr ein sehr schöner Schmetterling. Ich

Saint Avald (zwischen Saarbrücken u. Metz ) von den Deutschen besetzt.

Die Festung Lützelstkin (La Petite Pierre) wird von den Deutschen besetzt.

Das Fort Lichtenberg (nordwestlich von Ha­ genau ) wird in Brand geschossen.

An verschiedenen Orten gegen 1400 Franzo­sen gefangen.

Politische Rundschau.

Offenburg , 7. August. In Betreff des neu­lich auch von uns erwähnten Artikels eines Berliner Blattes über angebliche Betrügereien deutscher Armeelieferanten freuen wir uns be­richten zu können, daß nach Angabe der deut­ schen Militärbehörde kein Wort daran wahr sei. — Anläßlich einer Verhandlung über das Con- firmalionsalter, das in v bereinstimmung mit der Schulentlassung auf das 14. Lebensjahr fest­gesetzt wird, lieber aber aus das 15. verschoben würde, ist Hr. Mez aufs neue in der Versamm­lung der Generalsynode zu Karlsruhe mit schlim­men Ahnungen und Weissagungen ausgetreten: er meint, unser gottloses Geschlecht rolle dem Abgrund des Verderbens entgegen. Dagegen hebt Hr. Pfarrer Schellenberg von Mannheim den neyen Aufschwung des deutschen Volkes her­vor, den geistigen und sittlichen Fortschritt der Neuzeit; Hr. Kirchenrath Hitzig von Heidelberg meint, wir könnten schon noch eine gute Zeit rollen bis zu dem gewaltigen Generalsturz. — Aus Molsheim im Elsaß wird ein kleiner Auf­lauf gemeldt bei Gelegenheit der Festnahme ei­nes Burschen in französischer Militärkleidung, der nun in Rastatt über sein Vergnügen Nach­denken kann. — Tie Straßburger Zeitung be­spricht die Thatsache , daß Mühlhausen und an­dere Orte des obern Elsaßes sich so schwach oder gar nicht an den Gemeindewahlen betheiligten, während das viel mehr französische Metz mehr Verstand für sein Interesse gezeigt habe; die deutsche Regierung müsse nun die mit so gerin­ger Stimmenzahl Gewählten bestätigen oder ei­gene Cowmiffäre mit der Verwaltung dieser Gemeinden beauftragen; wem gereiche das zum Nachtheil, diesen Gemeinden oder der Regierung?

wandte oft mit gutem Erfolge die Verwandlung die­ser Raupe als Gleichniß an. um den Eingeborenen eine Vorstellung von unserer eigenen großen Ver­wandlung und Auferstehung beizubrmgen. .

Der Boden ist sandig, und es sin den sich hier und da Spuren, daß an Stellen, welche jetzt gar kein Wasser mehr haben, früher Brunnen und Viehsta­tionen vorhanden waren.

Boatlanama, unsre nächste Station, ist ein lieb­licher Ort in der sonst dürren Gegend. Die Brun­nen. aus denen wir das Waffer für unser Zugvieh schöpfen mußten, sind tief, waren aber reichlich voll. In ihrer Nähe fanden sich einige Bakalahari-Dörfer, sowie eine große Anzahl Paüahs, Springböcke. Perl­hühner und kleine Affen. ,

Hierauf kam Lopepe. ern Ort, welcher abermals einen Beweis von der allmäligen Austrocknung die­ses Landes liefert. Als ich ihn das erste Mal be­rührte, war Lopepe ein großer Tümpel, .aus welchem ein Fluß in südlicher Richtung herausströmte; jetzt konnten wir nur mit Mühe unser Vieh dadurch tränken, daß wir einen schon vorhandenen Brunnen noch tiefer ausgrnben.

(Forksctzung folgt.)

U ä t h f 1 1.

Das erste Paar freut sich am Flug;

Das zweite Paar sieut sich am Pflug;

Das Ganze ist des ersten Finch.