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Richter der katholischen Welt, verurtheilte die Staatsgrnndgesetze als verwerflich, und demge­mäß mußten alle treuen Katholiken schon aus kirchlichen Gründen dieser Verfassung ihre An­erkennung verweigern. Kostbar!

Wie«, 23. August. (FI.) Den neuesten An­ordnungen zufolge wird eine zweite Begegnung der Kaiser von Deutschland und Oesterreich am 7. oder 8. September im Beisein Beust's, An- drassy's und Bismarck's in Salzburg statt­finden.

Paris , 21. August. Heute wurden die Föde­ralisten , welche im Kampfe zwischen Versailles und Paris verwundet worden waren, von den Hospitälern, wo sie geheilt wurden, nach der Polizeipräfektur gebracht. Viele derselben halten die Köpfe in Tücher gewickelt, andere trugen die Arme in Binden, einige gingen an Krücken und ein Theil (die noch nicht Hergestellken) fuhr auf Wagen. Kürassiere und Infanterie bildeten die Escorte. Sie sollen später nach Versailles ge­bracht werden. — Die Versailler Verurrheilten werden in zwei Kategorien eingelheilt werden: die eine (diejenige, deren Vergehen rein politi­scher Natur ist) wird nach Neu-Caledonien, die andere (die ehemaligen Sträflinge und die, welche wegen gewöhnlicher Verbrechen verurtheilt wurden) noch Cayenne gebracht.

Paris , 22. August. Das Siccle sagt: In Südfrankreich laufen bereits mit Tausenden von Unterschriften bedeckte Bitteingaben an die Na­tionalversammlung folgenden Inhalts um: Die Unterzeichneten, das Mandat der Nationaloer- iammlung als erloschen betrachtend, verlangen ihre Auflösung". Unter den Unterschriften fin­den sich die Namen von Maires, Adjunkten und Munizipalräthen.

Spanien Die Correspondencia vom 19. d schreibt: „Der Aufstand der Neger, die sich an den Unruhen der Aufständischen auf Kuba be­theiligt, scheint sich zu bestätigen. Der Führer des Aufstandes ist der Neger Polycarp Rou- ston. Man sagt, die weißen Aufständischen seien von einem großen Schrecken erfaßt, denn die Neger tödten jeden, dessen sie habhaft werden können. Selbst Frauen werden nicht geschont. Eine andere Nachricht, welche die Epoca erhielt, zeigt an, daß Cepedes wie alle anderen Mit­glieder des Aufstandes Schritte beim General- Hauptmann gethan hätten, sich zu unterwerfen. Die einzige Bedingung wäre, ihnen die Erlaub- niß zu geben, die Insel zu verlassen.

Odessa . 20. August. (Pr.) In zahlreichen Städten fand man Zettel an den Mauern an­geklebt, welche die Vernichtung aller russischen Städte durch Feuer verkündigen. Die weit­gehendsten Maßregeln sind von Seite der Be­hörden wie der Einwohner ergriffen worden. Man nimmt diese Brandbriefe sehr ernst.

Mexiko . El Monitor republicano de Mexico schreibl: Ein großes Ereigniß ist gestern aus dem Felde der Diplomatie vor sich gegangen: der spanische Bevollmächtigte wurde durch den Präsidenten Juarez empfangen. Die Zeremonie war feierlich. Juarez erwartete im Saale der

hielt eine Untersuchung, verurtheilte sie und ließ alle sechs öffentlich hinrichten. Dies rief zwar eine Em­pörung hervor, und die Aufrührer griffen zweimal seine Hauptstadt, Griqua Town, an, in der Absicht ihn avzusetzen; allein er schlug tapfer beide Angriffe zurück, und seit jenem Tage zog während seiner langen dreißigjährigen Regierung keine einzige Plündernngs- Erpeoition mehr von fernem Gebiete aus. Da er die verderblichen Wirkungen der Einführung von starken geistigen Getränken unter seinem Volke wahr-

f nommen hatte, so verordnete er mit charakteristr- >er Energie, daß jedem Boer oder.Griqua, der ranntwein in's Land hireinbräcktc, sein ganzer Vorrath weggenommen und ausgegoffen werden sollte. Die weiter ostwärts wohnenden Grrqua-Häuptlinge waren außer Stande, dieses Gesetz so gründlich durch- zusühren wre er; und daraus erklärt es sich, daß die Bocrs in dieser Gegend die Griquas so leicht be­wegen konnten, ihnen ihre Ländereien abzutreten.

Viele Hunderte von Griquas sowohl als Bet- schuanen sind durch den Unterricht englischer Missio­näre zu Christen gemacht und theilweise civilisirt worden. Ich erkannte jedoch sofort, daß die Schilde­rungen von dem Erfolge des Evangeliums unter denselben mit zu lebhaften Farben gemacht worden waren. Ich erwartete einen höhern Grad von christ­licher Einfalt und Reinheit, als bei ihnen und bei uns eristirt. Ich suchte keine tiefere Einsicht als Andere, Lug und Trug zu entdecken, aber ich erwar-

Gesandten die spanische Gesandtschaft. Der Be­vollmächtigte näherte sich dem Präsidenten und las ihm mit gerührter Stimme eine sehr wohl- ausgedachte Rede vor, in welcher er im Namen des spanischen Volkes die großartige und feier­liche Versöhnung (sie) der zwei Völker besiegelte.

Telegraphische Nachrichten.

Straßburg , 23. August. Die Straßb. Ztg. macht darauf aufmerksam, daß diejenigen Be­wohner des Elsasses, welche die französische Na­tionalität gewählt haben, ohne das Land wirk­lich zu verlassen, als Fremde anzusehen und nur geduldet sind.

Frankfurt , 24. Aug. Der Frankfurter Presse wiro von Berlin geschrieben: Ein Tag für die Wiederaufnahme der in Frankfurt stattgehabten Verhandlungen zwischen den französischen und deutschen Bevollmächtigten ist noch nicht bestimmt, es ist überhaupt noch nicht sicher, ob die Fort­setzung der Verhandlungen in Frankfurt ftatt- haben wird, da man glaubt, an einem andern Orte schneller zum Ziel zu kommen.

Paris , 23. August. In den Kriegsgerichts- sttzungen fährt Kommandant Gaveau fort, die Angeklagten zu verhören. Das Urtheil wird wahrscheinlich nicht vor Samstag gefällt wer­den. Im Gerichtssaal läuft eine gedruckte Ver- theidigungsschrift Ferre's um, welche die Regie­rung angreift und die Kommune vertheidigt. — Temps tadelt die radikalen Blätter, die Bitt­schriften um Auflösung der Nationalversamm­lung vorzubereiten suchen.

vermischte Rachrichte».

— B aden, 23. Äug. (B.L.) In der Nacht vom 21. auf den 22. d. wurde in der hiesigen russtchen Kapelle ein Einbruch beabsichtigt, aber glücklicher Weise dadurch vereitelt, daß der Pope ein Geräusch vernahm und den Aufseher weckte, welcher mit einem Gewehre sich an die Kirche begab. Die Diebe ergriffen die Flucht, und er konnte nur eines einzigen, dem er mit Erschie­ßen drohte habhaft werden. Es soll ein Eng­länder und vielleicht einer der Genossenschaft sein, welche neulich in der katholischen Kirche den Diebstahl begangen haben; man hofft, durch die­sen Fang über den früheren Aufklärung zu er­halten. —

— Berlin , 21. Aug. Der deutsche Fischerei- Verein hat ein Circular an die Vereinsmitglie­der gerichtet. Ein demselben beigefügtes Corre- spondenzblatt enthält eine Denkschrift an den Fürsten Bismarck in Betreff der deutschen See­fischerei mit der Bitte, daß zur Hebung dersel­ben eine entsprechende Summe gewährt werden möge; ferner eine Denkschrift in Betreff der Salmfischerei, einen Bericht der Commission für Krebsfischerei und Krebszucht, einen Beitrag über die Seefischerei an den Küsten Norwegens im Jahre 1869, einen Bericht über die Regu­lirung der Auster- und Miesmuschelfischerei; Mittheilungen über die Fischzuchtanftalt zu Hüningen.

, tete einen Charakter, wie ihn nach unserer Ansicht die ersten Jünger hatten — und ich ward enttäuscht. (Fortsetzung folgt.)

« ä t h f e l.

Wer kennt das Weib,

Wer nennt das Weib,

DaS braun? magre runzliche Weib,

Das alt doch hat viel sützern Leib,

Als da es ist gewesen

Ein jung' rund' glattes Wesen?

Wer kennt das Weib,

Wer nennt das Weib,

Das alt den Stock zu lassen mußt'.

An dem es jung sich halten mußt'.

Das alt hat Küchentugend,

Hielt Schenke in der Jugend?

Wer kennt das Weib,

Wer nennt das Weib,

Dem jung kein Mädchen-Name behagl,

Alt ließ sich's taufen als christliche Magd V Ihr aber, schöne Damen,

Verschmähtet, glaub' ich, den Namen.

— Thun. Unterm 20. August wird dem Berner Bund gemeldet: „Letzten Sonntag hat sich beim Besteigen des Stockhorns ein schwerer Unglücksfall zugetragen. Samstag Abend um 7 Uhr machten sich die beiden in Thun in Kondition stehenden Pharmaceuten Franz Ver- vier aus Gmünden (Mittelfranken , Bayern ) und F. Schwab (Großh. Baden, Renchen ) auf den Weg, um die höchste Spitze des genannten Stockes zu erklimmen. Trotz vorher erhaltener Warnung unterließen sie es, einen Führer mit sich zu nehmen, und mußten ihre Kühnheit mit dem Leben bezahlen: Sonntag Morgens traf in Thun telegraphisch die Kunde ein, daß Beide als Leichen aufgefunden worben seien. Diese Nachricht hat sich leider bestätigt. Beide Ver­unglückten befinden sich erst Anfangs der 20er Jahre. Möge diese tragische Begebenheit eine neue Warnnng für die mit den Wegen nicht bekannten Touristen sein, die Gebirge nie ohne Führer zu betreten."

— Laibach, 18. Aug. Ein Hirtenbrief des Görzer Erzbischofs verkündigt das Unfehlbar- keits-Dogma.

Aus der Gesellschaft für Verbreitung der Volks­bildung.

Gegenüber den wüthenden Ausfällen gegen Deutschland , wodurch französische Blätter leider noch immer die Aufmerksamkeit ihrer Leser von den eigentlichen Ausgaben ihrer nationalen Wiedergeburt ablenken, ist es eine erfreuliche Erscheinung, wie edlere Elemente des französische» Volkes auf dem Gebiete der Bildung dem uns» rigen bereits wieder die Hand zu reichen be­ginnen. Ein schöner Beweis dafür ist der uns so eben zugehende Bericht der „ligue de l’ensei- gnement“, welche ihren Sitz in Paris hat. Nach einer aus Quellen geschöpften Darstellung von Einrichtungen, welche das freiwillige Bildungs­wesen in Deutschland bereits hervorgerufen hat, folgt eine vortreffliche Uebersetzung des im April d. I. von der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung ausgegangenen Aufrufs nebst den Namen der Unterzeichner. Der Verfasier deS französischen Berichts (Jean Mac6) knüpft an diesen Aufruf folgende Schlußbetrachtung:

„Auch wir können wohl mit den Männern, welche in diesem Augenblicke jene deutsche Ge­sellschaft organistren. mit Recht sagen: Der wiedergewonnene Friede muß uns zur ernsten Selbstprüfung bereit finden und zu energischer Wiederaufnahme der Culturarbeiten, welche der Krieg gewaltsam und wider unsern Willen unterbrochen hat." Und wenn wir sehen, daß Männer, die sicherlich zu den wohlberufenen Richtern ihres Landes gehören, mit lauter Stimme erklären, daß der Unterricht der Mas­sen in Deutschland ungenügend ist. daß die in den Volksschulen gegebene Unterweisung nur einen Werth als Vorbereitung besitzt und daß das freie Fortbildungswesen, d. h. die Weiter­bildung der der Volksschule Entwachsenen, bei ihnen eine Frage des allgemeinen Wohles ist, was haben alsdann wir uns zu bekennen, wir Franzosen ?

„Mag man sich anderwärts verfluchen. Das letzteWort desBerichts soll einWill- komm ensgruß an die in Deutschland gegründete Gesellschaft sein, und möchte ihr Beispiel ein scharfer Sta­chel für unsern franz. Verein werden, welcher jetzt an die Wiederaufnahme seiner Auf­gabe geht. Denken wir, daß es gilt unsere Stellung mit Anstand aufrecht zu erhalten in der großen Verbindung, welche sich vorbereitet im Schoße aller gesitteten Länder, unter allen Menschen, welche de» Kampf ausgenommen ha­ben gegen den gemeinsamen Feind des Men­schengeschlechts, die Unwissenheit."

Wir haben diesem ehrenden Zeugnisse nichts . hinzuzufügen als den Wunsch, daß jeder aufge­klärte und bemittelte Mann, besonders die Her­ren Arbeitgeber eS für Ehrensache anseben mö­gen der bereits festbegrllndeten Gesellschaft (Vor­sitzender: Schulze - DNtzsch. D. R. M. — Secretär Dr. Franz Leiving, Berlin Niederstr.

2 ) als Mitglied beizntkftrn, damit ihre Wirk­samkeit nicht durch ihn M jetzt unzulänglichen Geldmittel behindert werde.