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m fort. Wahrend Abdallah sich in Cabul auf. hielt, ward er zu dem christlichen Glauben bekehrt/ »indem er eine Bibel, die vermuchlich einem ar. meniMschen Christen, der damals mCabul wohn- te, gehörte, durchlas. In den Mohamedanischen Staaten steht Todesstrafe darauf, wenn ein Mann von Stande ein Christ wird. Abdallah suchte einige Zeit lang seine Religionsveränderung zu verbergen; als er es aber nicht länger für mög. lich hielt, beschloß er, zu einer der christlichen Gemeinden am kaspischen Meere zu Süchten. Er verließ daher verkleidet Cabul, und hatte schon die große Stadt Bochara in der Tartarey erreicht, als er seinen Freund Sa bat daselbst auf der Straße antraf, und sogleich von ihm erkannt wurde. Sa bat hatte von seiner Dekehrung und Flucht gehört, und war äußerst erbittert auf ihn. Abdallah kannte seine Gefahr und warf sich zu SabatS Füßen. — Allein — sagte Sa bat, indem er selbst diese Begebenheit erzählt — ich hatte kein Mtleiden mit ihm. Ich ließ ihn durch meine Diener greifen, und überlieferte ihn dem Könige Monad Schach von Bochara. Er ward zum Tode verurtheilt, und ein Herold verkünde, te die Zeit feiner Hinrichtung in den Straßen von Bochara. Eine unzähltche Menschenmenge und die vornehmsten Männer der Stadl waren zugegen; ich kam auch dahin, und stand nahe bei Ab dal- Iah. Als der Scharfrichter, das Schwert in der Hand, hinter ihm stand, bot man ihm daö Le- ben an, wenn er Christus abschwören wollte. Nein, sagte er — als fey es ein unannehmbarer Vorschlag — ich kann nicht Christus abschwören. Die eine seiner Hände wurde über dem Handge- lenke abgehauen. Er stand stest; sein Arm hing an seiner Seite, doch ohne große Bewegung. Auf verlangen des Königs bot sich ein Arzt dazu an, die Wunde zu heilen, wenn er sich zum JSlam bekehren wollte. Er erwiederte nichts, sondern schauete unverwandt gen Himmel gleich dem er. sten Märtyrer Stephanus, und Thränen ent. strömten seinem Auge. Nicht mit Zorn sab er auf mich; er blickte mich an, doch mit dem sanf. j ten Ausdruck der Vergebung. Nun wurde seine j andre Hand abacbauen, aber — fährt Sabar in seinem unvollkommenen Englischen fort — er änderte keine Miene, und al§ er sein Haupt beug, te, um den tödtlichen Streich zu empfangen, schien ganz Bochara auözuruftn: Was ist das für ein
neues Ding? — Sabar Ham die Hoffnung ge- nährt, Abdallah werde zurückireten, als mau ihm daü Leben anbot, aber da er sah, daß sein Freund getobter sey, überließ er sich dem Kum, mer und der Reue. Er zog von Ort zu Ort, suchte Ruhe, und fand sie nicht. Endlich beschloß er, Indien zu besuchen. Er kam nach Madras. Gleich nach seiner Ankunft wurde er von der englischen Regierung zum Mufti oder Dolmet- scher des mahomedanischen Gesetzes ernannt, da feine große Gelehrsamkeit und seine ansehnliche» Posten in seiner Heymath ihn zu diesem Amte sehr geschickt machten. Doch nun nahete sich die Zeit seiner eignen Bekehrung. Als er sich in dem nördlichen CircarS in Visagapatnam in AmtSge- schäften anfhielt, brachte ihm der Zufall ein neues Testament Arabisch in die Hände. Er laS eS mit tiefem Nachdenken, den Koran dabei aufgt- schlagcn; er verglich bcyde mit Sorgfalt und Ge- dult, und endlich fiel, arach seinem Ausdrucke, die Wahrheit der Worte gleich einem Lichtstrom in seine Seele. Bald darauf zog er nach Madras, eine Reise von 300 Meilen, um die christliche Taufe nachzusuchen, und wurde nach öffentlicher Ablegung seines Giaubenöbekemtniffet in seinem 27. Jahre von Dotter Krcö in der dortigen englischen Kirche getauft. Alö seine Familie in Arabien vernahm, er habe A b d a l l a h'S Beyspiel befolgt und sey ein Christ geworden, sandte sie seinen Bruder nach Indien — eine zwey- monatliche Reise — um ihn zu ermorden. AlS Sabar in seinem Hause in Visagapatnam saß, kam sein Bruder als Fakir oder indischer Bettel- mönch verkleidet, mit einem Dolche unter dem Mantel, zu ihm. Er stürzte auf Sa bat ein, und verwundere ihn. Aber S a b a t fiel ihm in den Arm, und seine Diener kamen ihm zu Hülfe. Nun erkannte er seinen Bruder. Der Meuchelmörder wäre ein Opfer der öffentlichen Gerechtigkeit geworden; aber Sabar legte eine Fürbitte für ihn ein, und sandte ihn mit Geld und Geschenken nach dem Hause seiner Mutter in Arabien . — Nachher zog Sabat auf eine Einladung nach Bengalen, wo er nun an einer persischen Bibel-Ucbersctzung arbeitet. Seine Haupt- Idee ist aber, das Evaugelinm unter seinen Landsleuten auszubreiten, zu welchem Ende er eine Schrift linier dem Namen, glückliche Neuigkeit für Arabieu, herauSgegebcn hat, die eine bered-