Mit Großh. Badischem

gnädigstem Privilegium

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Nro. s. Samstag, den 23 . Jenner, 1819.

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Aufruf an die Wahlmanner.

( Aus dem Freiburger Wochenblatt.)

Die Wahlmänner des Vaterlandes sind bereits ge­wählt, und die Stimme des Volkes, die nun wieder gehört wird, hat den ersten Ton zu der großen herr­lichen Harmonie gegeben, die — vom Throne aus an­geregt , unser Vaterland erfreuet. Gespannt sind die Erwartungen, begeistert alle Grmüther -— und aller Augen auf die Auserwählten gerichtet, die an die Seite deS Landesfürsten treten, um mit ihm gemein­schaftlich das Wohl des Volkes zu berathen, eine fe­stere Stüze der landesväterlichen Absichten, und eine sichere Bürgschaft des edeln Bestrebens Ludwigs unsers theuersten Regenten zu seyn.

Daher, ehe ihr zur Auszeichnung der Würdigsten unter Euch schreitet, ein deutsches Wort an Euch, ihr Wahlmänner des Badener Vaterlandes! — Euch zeichnet die öffentliche Meinung aus vor Vielen — Euch übergiebt das Volk das vom Throne wieder er­langte Recht, — den Bürger « und Volksrath um den Fürsten zu sammeln, auf Euch ruht das Ver­trauen Aller, und die väterlichen Blicke des Regenten fchauen auf Euch mit Zuversicht und Verlangen! —

Beherziget vor Allem!

Das Recht der Landstände ist ausgeflossen auS dem dem heiligen Quell „oberste Staatsgewalt — oder

Souverainität." Nicht dem Fürsten gegenüber — nicht gegen den Vater des Vaterlandes treten die Landstände, sie treten um ihn her, bilden die heilige Schaar um seine heilige unverletzliche Person, und sind des Volkes Vertreter — waS dem Volke Noch thut, will der Fürst aus dem Munde seines Volkes in seinen Abgeordneten vernehmen, von ihnen will er die Quellen, von wannen die Hülfe komme, sich zei­gen lassen; von ihnen die Mittel kennen lernen, die ein biederes Vosk in sich trägt zu Schutz und Recht. — Ihr würdet daher die reinen väterlichen Absichten eueres Fürsten verkennen und mißverstehn; Zhr würdet mit Einemmale alle das Gute, das uns erwartet, in sei­nem Keime ersticken und daS Vertrauen des Volkes, das Euch sandte, täuschen, wenn ihr Euch von der Idee leiten ließet, als müßten die Landstände eine Gegenparthie gegen die Fürsten bilden, und als wären sie berufen, die Rechte des Volkes zu ertrotzen. —

O Ihr Männer, vom Volke auserlesen, jene Edeln zu erkiesen, die des Volkes Meinung richtig und ver­ständig deuten — und berufen sind, ein sichtbares Band um Fürst und Volk zu schlingen, erwäget reif Eure Wahl — und einiget Euch über Männer, die Willen und Kraft haben, den Fürsten im Kreise des Volke- fest zu halten —• und ihm ein unzerstörbares Denkmal in dem Herzen jedes seiner Unterthanen zu errichten.

Nicht der wortreiche Raisoneur, der öffentliche Tadler der bestehenden und oft von der Noth gebo-