M i s e e l l e n

Ein Mittel allerWelt Beutel zu füllen.

Zn unfern Tagen, wo so allgemein über die Selten­heit des Geldes geklagt wird, müssen geldarme Leute es mit doppeltem Dank erkennen, wenn man ihnen rin Mittel anzeigt, wie sie ihre Münzen rekrutiren können. Ich will sie mit dem ächten Geheimniß be­kannt machen, Geld zu fangen — mit dem sichersten Weg, leere Taschen zu füllen, und sie immer voll zu behalten. Zwei einfache Regeln genau befolgt, machen die ganze Kunst aus.

Erstlich: Wähle Rechtschaffenheit und Thätigkeit zu deinen beständigen Geführtem

Zweitens: Gieb einen Pfennig weniger aus, als dein reiner Gewinn beträgt.

Dann wird dein eingeschrumpfter Beutel anfangen zu schwellen, und nie wieder über Auszehrung klagen. Kein Gläubiger wird dich drängen, kein Mangel drü­cken, kein Hunger nagen, keine Blöße erstarren. Der ganze Himmel wird"heller über dir leuchte», und Freude in jedem Winkel deines Herzens aufkeimen. So be­folge nun diese Regeln und werde glücklich! Banne die bleichen Gespinnster der Sorgen ans deiner Seele, und lebe unabhängig. Dann wirst du ein Mann seyn, und wenn ein reicher sich naht, dein Angesicht nicht verbergen, noch den Schmerzen haben, klein zu scheinen, wenn die Söhne des Glücks zu deiner Rechten prangen: denn Unabhängigkeit, bei geringer oder großer Habe, ist immer Reichthum, und stellt dich in gleiche Reihe mit dem stolzesten Ritter vom goldnen Vließ. O, so sey denn weise! und laß Thätigkeit am Morgen mit dir gehen, und dich begleiten bis die Abendglocke zur Ruhe läutet. Laß Rechtschaffenheit seyn, wie den Athem deiner Seele, und vergiß nie, einen Pfennig übrig zu haben, wenn alle deine Ausgaben berechnet und bezahlt sind. Dann wirst du de» Gipfel irrd'scher Glückseligkeit erreichen, und Unabhängigkeit wird dein Schild und Harnisch, dein Helm und deine Krone seyn: dann wird deine Seele aufrecht gehen, und sich nicht vor demjenigen bücken, der Schäze besitzt; dann wirst du keinen Schlag «insteckeu, weil die Hand, die ihn droht, einen diamantnen Ring trägt, (a. Frankl. Kal.)

Türkische Justiz.

Folgende Anekdote dient zum Beweis, daß es dem Türkischen Reiche nicht an Männern fehlt, die Ver­stand und Scharfsinn besitzen, und die jeder Nation Ehre machen würden, wenn ihr Geist eine bessere Bildung erhalten hätte. Dem Großvezier wurde ernst eine Wucher-Sache vorgelegt. Ern Türke hatte einem Andern eine Summe von 6000 Rth. geborgt, und zwar auf Zinßen, die selbst in diesem Lande ungeheuer waren, wo sich doch die gesezlichen Interessen oft auf 20 pCt. belaufen. Der Schuldner benuzte das Geld >o Jahre lang, wo er es dem Ausleiher wieder zurück bezahlte, aber keine Interessen geben wollte, weil sie ungesezlich wären. Der Großvezier erkannte seine Sache für gerecht, befahl ihm aber, dem Türken, dessen Schuldner er gewesen war, eine gleiche Summe, und zwar auch ohne Interessen auf >o Jahre zu leihen.

Russische Synodal-Bekanntmachung.

Nach dem vom heil. Synod so eben bekannt ge­machten Verzeichnisse, welches aber nur die Bekenner der Griechisch - Russischen Kirche enthält, sind im ganzen russischen Reiche im Laufe des Jahres 1819 geboren: 796,426 Knaben und 725,708 Mädchen, überhaupt 1,522,1 34 9 90,686 mehr als im Jahre 1818. Die Geburten der Knaben und Mädchen verhalten sich wie 100 zu 91. Gestorben sind: 467,668 männlichen, und 45 ,,441 weiblichen Geschlechts, in allem 9,9,109; überhaupt 44,102 mehr als im Jahre , 3 , 8 . Hier­unter starben vor dem Alter von 5 Jahren 2)8,697 Knaben. Unter den Gestorbenen des männlichen Ge­schlechts (das Alter deS weiblichen ist nicht angegeben) hatten »8,74, ein Alter von mehr als 80 Jahren er­reicht; 8726 von mehr alS 90; 1094 von mehr alS 100; 324 von mehr alS >o 5 ; 179 von mehr als 110; 98 von mehr alS n 5 ; 56 von mehr als 120; 2Z von mehr alS , 25 ; >3 von mehr als , 3 o, und 2 das hohe Alter von >40 bis , 5 o Jahren. Es ist hierbei merk­würdig , daß, wenn mack die ersten 10 Jahre der Kind­heit ausnimmt, die größte Sterblichkeit in das Alter von l>o b,is 65 Jahren fällt; in diesem Alter starben nemlich 07,746 Männer; also der übte oder 27t? Theil