110

Bürger Anton Nerlinger zum Pfleger bestellt; was an, mit bekannt gemacht wird.

Offenburg , den 24 . Juni , 837 .

Großherzcgliches Oberamt.

Kern.

Bürgermeisteramts - Bekanntmachungen.

Nro. 984. Im Betreff der Conftription pro 1838 werden die hiesigen Einwohner auf die Anschläge am Ge, meindehaus und de« drei Stadt, Enden, welche höchst wichtige Verkündigungen und gesetzliche Vorschriften ent, halten, andurch aufmerksam gemacht.

Offenburg , am 6. Juli 1837.

Bürgermeister, Amt.

I. A. d. B.

H 0 l z l i n. vdt. Kornmayer.

Der ledige Michael Schwendenmann von hier hat an Mattin Gißler von Rammersweier 3 Haufen Rebplatz im Heldenrecht, neben Michael Sälinger und Sophie Holzer, um 101 fl. 20 kr. verkauft; was behufs der Loosung der hiesigen Bürgerschaft andurch bekannt gemacht wich. Offenburg , am 13. Juli 1837.

Bürgermeister, Amt.

I. A. d. B.

Hölz lin. vdt. Kornmayer.

In Gemäßheit Gemeinderathsbeschlusses vom 9. dieses, Nro. 17, ist das Verbot des Fußweges auf der neuen Wässerungsanlage im alten Kinzigbett, unterhalb dem großen Deiche — über die hiesigen Gemeindswiesen — aufgelöst; deßhalb kann solcher nunmehr ungehindert be« gangen werden. Hiebei wird jedoch bemerkt, daß, wer sich beigehen laßt, die Gemeindswiesen anderweitig zu be, gehen, unnachsichrlich um 30 kr.^ zur Strafe gezogen werten soll. Was andurch ausgekündigt wird.

Elgersweier, am 12. Juli 1837.

Bürgermeister,Amt.

Mannle.

Privat-Bekanntmachungen.

(Empfehlung.) August Tritschler, neuangehender Gürtler in Offenburg , empfiehlt sich einem verehelichen Publikum in allen seinem Fach einschlagenden Arbeiten, unter Zusicherung schneller u. billiger Bedienung. Rament, lich verfertigt er Kirchenarbeit — Kelche, Monstranzen rc., in Silber oder Kupfer, vergoldet oder versilbert; sodann alle mögliche Bijouteriewaaren, Sevignönadeln, Schnallen, Stecknadeln, Hemdknöpfchen, Löffel, Uhrketten aller Art und Ringe, neusilberne Pfeifenbeschläge rc. Ich versilbere und vergolde nach Pariser Farbe und Haltbarkeit, garnire Wagen in weiß oder gelb, Pferdgeschirre in Messing oder weiß, gieße alle nur vorkommende Arbeiten, als: Maschinen, guß, Hahnenguß für Schlosser; auch biete ich messingene Leuchter aller Att und Stoßmörser an, und stelle alte vergoldete oder bronzitte Waaren, als Pendulen, Lustres,

Girandolen, Commodenbeschläge, wie neu her; auch em» pfehle ich mich für alle nur vorkommende Reparatur in Bijouterie und Messing zu den billigsten Preisen, nehme Gold und Silber gegen Neue Arbeiten an, ebenso kaufe ich dieses wie auch Messing zu dem immer möglichen Preis.

Meine Wohnung ist im Hause des Hrn. Fr. Rahner, das linke Eckhaus von der Spital, in die Rittergaffe.

(Gartenverkauf.) Ein Garten im innern Stadt« graben, nahe beim Kähner, ist zu verkaufen. Näheres bei Ausgeber dieses Blattes.

(Logisvermiethung.) In der Steingasse Ro. 197 ist der obere Stock sammt Zugehörde zu vermiethen, und kann sogleich bezogen werden. Ausgeber dieses Blattes nennt den Vermiether.

Empfindungen beim Anblick der schönen Natur.

Wenn forschend ich mit meinem Auge dringe Jn's große Reich der segnenden Natur,

Welch hoher Schauplatz wunderbarer Dinge Erscheint mir da in »oller Freudenspur!

Da seh' ich gleich in ihrem reichen Schooße

Manch Kräutlein blüh'», das Herz und Gaumen rührt,

Und vor mir lacht die schöne Purpurrose,

Die oft bei Schmausen schon mein Kleid geziert.

Und wenn ich meinen Blick auf's Saatfeld richte, Schaut: wie die gold'ne Aehr' am Halme schwankt,

Und reichlich mit dem Segen ihrer Früchte Dem Landmann lohnt und seiner Mühe dankt:

Sie, die das Brod, das Millionen suchen,

Und Mehl zu edlen Leckerbissen schenkt,

Zu Torten, Waffeln, Nudel» , Apfelkuchen, und and'rem Labsal, das die Kunst erdenkt!

Und über des GestldeS gvld'nen Saaten Horcht, wie die fette Lerche uns entzückt!

Horcht, wie die Wachtel schlägt, die oft als Braten Selbst der Palläste stolze Tafeln schmückt!

Und in der beiden liebliche Gesänge Mischt süßen Wehmuthston aus nied'rer Er»'

Der Kiebitz, der der Leckerbissen Menge Mit seine» delikaten Eiern mehrt.

Dort aber, wo des Zephyrs sanfter Flügel Der süßen Bergamotte Laub bewegt,

Schaut! wie das Lämmlein spielt am Deilchenhügel,

Das man oft fein gekocht zur Tafel trägt!

Und wie dort an dem grün belaubten Zaune In hoher Pracht der welsche Hahn spaziert,

Der, weit vor einem trockenen Kapaune,

Den Tisch mit zartem Fleische ausstasfirt.

Wie heiter lacht, Natur, dein blauer Himmel!

Wie lieblich liegt vor mir das grüne Tbal!

Wie herrlich glänzt der See, wo ein Gewimmel Bon Karpfen schwimmt, im hellen Sonnenstrahl!

Wie freundlich rauscht da« Bächlein, wo Forellen, Zartsteischig, wohnen, die man gern genießt!

Wie prächtig wallt der Strom, in dessen Wellen Der mürbe Lachs den fetten Aal begrüßt!

Und dort der grüne Wald mit sanfter Kühle,

Wo im Gesträuch manch saftig Wildpret irrt,

Das bei der frechen Wilderer Gewühle Ach, leider! täglich immer selt'ner wird;

1