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Das Unglücksjahr 1842.

Wenige Jahre lassen sich in der Weltgeschichte auffinden, die sich in der Häufung von großen Unglücksfällen auf so betrübende Weise ausgezeichnet haben, wie das letzt zurück­gelegte. Wir geben hier eine gedrängte Uebersicht der be- deutendsien Unglücksereigniffe desselben in chronologischer Ordnung:

Januar. Brand von Drontheim in Norwegen . Es brannten 300 Häuser nieder. — Schreckliche Niederlage der Engländer durch die Afghanen.

Februar. Untergang des Dampfboots Mohikan bei Neu-Orleans; durch das Springen des Kessels verursacht.

März. Auf der Insel Java wird durch den Ausbruch eines Vulkans eine ganze Landschaft mit 400,000Kaffeebäumen verschüttet.

April. Das neue Dampfschiff Medora (Dienst zwi­schen Baltimore und Norfolk ) wird durch das Zerplatzen des Kessels mit 150 Personen in die Lust gesprengt. — Brand in Posega (Croatien); 200Häuser. — Brand von Povidz (Provinz Posen ); 64 Gebäude brennen ab. — Brand von Pozeg (bei Agram); 200Häuser brennen ab. — Brand der preußischen Stadt Büren (Regbzk. Minden ); 37 Gebäude.

Mai (der furchtbarste Monat unter allen). Brand von Steyer in Oestreich; 273Häuser brennen ab.— Brand von Hamburg . Es wurden ein Raub der Flammen: 75 Straßen, 1749 Häuser, 1508Süle, 188Buden, 474Ke!ler; im Ganzen 4219 Feuerstellen, 102 Speicher und 9 Stallungen; die Zahl Derjenigen, die dadurch um ihre Wohnungen gekommen sind, beträgt 19,099 Seelen. — Großes Erdbeben auf der Insel St. Domingo . Die Stadt Cap-Hayti stürzt theils jn Trümmer, theils wird sie von einer Feuersbrunst in Asche gelegt; 7000 Menschen büßen ihr Leben dabei ein. — Unglück auf der Versailler Eisenbahn. Der Zug besteht aus 20 Wagen mit etwa 800 Passagieren. Zwischen Ela mark und Meudon bricht die Achse der ersten Lvcomotive; die zweite stößt darauf; die Waggons werden aus den Schienen geschleudert, fangen Feuer; 80 Menschen werden getödtet, theils zerschmettert, theils verbrannt; 150 sind mehr oder weniger verwundet. — Brand in den Nova Ußolky'schen Salzwerken (in Rußland ); 600 Häuser, 15 Magazine und 80,000 Faden Brennholz werden in Asche verwandelt. — Brand von Niedereisenhausen ; 46 Gebäude zerstört. — Brand in Hirschberg in Böhmen ; 100 Häuser. — Brand von Berga (im Weimar 'schen); 100 Häuser. — Brand in Jrsremow (Rußland ); 110 Häuser.

Juni. Einsturz der Decke des Reithauses in Schlei ; während einer Theatervorstellung; 21 Todte und gegen 100 Ver­wundete. — Brand von Roltdorf (Hannover ); das ganze Dorf pon 62 Häusern brennt nieder. — Brand von Wasser- bielitz (bei Trier ); 80 Häuser. — Brand in Frimar (bei Gotha ); 86Häuser. — Großer Sturm in den französischen Departements der Loire , Savne und Rhone ; 130 Häuser und ganze Wälder werden niedergerissen und mehrere Menschen getödtet. — Brand von Tourreron (Depart. des Ardennes); 250 Häuser. — Brand von Steinbach (bei Gießen ); 23 Wohn-, 112 Nebengebäude und 48 Scheunen, 284 Per­sonen wurden obdachlos. — Brand im Bad Salzbrunn (in Schlesien); 31 Gebäude. — Brand in Masmünster (im Elsaß ); 60Gebäude.

Juli. Waldbrand bei Langhard (bei Coblenz); 200 Morgen Waldung werden in Asche gelegt. — Tod des Herzogs von Orleans; herbeigeführt durch einen Sprung aus dem Wagen, während die Pferde durchgingen; aus dem Wege zwischen Paris und Neuilly . — Brand von Lugos (in Ungarn ); 300 Häuser. — Brand von Beretzk (in Un­ garn ); 700 Gebäude. — Brand von Szeet-Katolna (in Ungarn ); 180 Häuser. — Brand in Knittel seid («steper- mark); 116Gebäude. — Brand des Städtchens Markdorf (im Badischen ); über 100 Gebäude. — Brand in Lorch am

Rhein; 28 Häuser — Brand in Villach (Kärnthen); 24 Häuser.

August. Brand von Kamen; (in Sachsen ); 300 Häuser. — Untergang des afrikanischen Sträflingsschiffes »Waterloo--; gegen 200 Menschen verlieren ihr Leben. — Brand von Möckern (bei Magdeburg ); 200 Häuser. — Waldbrand bei Bensbcrg; 100 Morgen Waldung. — Brand von Rinschheim (im Badischen ); 115 Gebäude.— Brand in Seeburg (beiMagdeburg); 52Häuser.— Nieder­lage der Russen durch die Tscherkessen.

September. Brand von Osch atz (Sachsen ); 153 Häuser. — Großer Waldbrand im Sächsisch-Böhmischen Waldgebirge. — Große Ueberschwemmung in der Gegend von Havre. — Brand von Perm (Sibirien ); die ganze Stadt brannte ab. — Brand von Kasan ; 1309 Häuser, 9 Kirchen und 1 Kloster. — Schiffbruch des Russischen Linienschiffs --Jngermanland-- von 74 Kanonen; 403 Personen verloren dabei das Leben. — Brand von Liverpool .

, Oktober. Furchtbare Stürme in den spanischen Küstenländern, namentlich in der Provinz Valencia . — Die Stadt Ceuta (in Afrika ) wurde von Stürmen und Wolkenbrüchen fast ganz zerstört. — Ausbruch der großen Rinderseuche in Egypten. — Ueberschwemmung der Stadt Smyrna in Kleinasien ; 400 Menschen verloren das Leben. — Orkan und Wvlkenbruch auf der Insel Madeira , wodurch der größte Theil ihrer kostbaren Rebpfianzungen zu Grunde gerichtet ward.

November. Blutiges Gefecht in den Straßen von Barcellona.

December. Zwölfstündiges Bombardement von Bar­cellona. Den Einwohnern wird eine Contribution von zwölf Millionen Realen auferlegt. Das Kriegsgericht läßt 14 In­surgenten erschießen rc. — Am 1. Weihnochtsfeiertage: Zujammensturz der Galleriegelände in der Kirche zu Galway (Irland ); bei 50 Menschen wurden erschlagen, viele verwundet.

Heber die Art, das Fleisch z« verkaufen.

Bekannt stnb die Klagen der Fleischkäufer über die ihnen von den Metzgern aufgedrungenen Zugaben von Bein und schlechten Stücken, und werden, aller polizeilichen Borschristen ungeachtet, nicht enden, so lange bei uns überhaupt die bisherig« Art des Verkaufes im Gange bleibt, nach welcher auch die schlechteren Theile eines Stückes Vieh zum gleichen Preise, wie die besseren verkauft werden müssen, da die Taxation der Fleisch­preise darauf gebaut ist. Gewöhnlich sind es dann auch noch die ärmeren und kleinere Stücke kaufenden Kunden der Metzger, welche das minder gute Stück erhalte», aber dem Pfund nach eben so theuer zahlen müssen, als der reiche Wirth oder Privat­mann sein großes, schönes Stück erhält, da der Metzger auf diesen mehr Rücksicht nimmt. Zn England herrscht ein anderer Gebrauch im Fleischhandel. Director v. Weckherlin in Hohen­ heim sagt in seiner kürzlich erschienenen gekrönten Preisschrist: Ueber englische Laudwirthschaft und deren Anwendung auf andere lanbwirthschastliche Verhältnisse, in dem Abschnitte über Rindviehzucht Folgendes: „Als vorherrschender Zweck bei der Rindviehzucht Englands wird die Mästung angegeben, d. h. die Erzeugung von möglich vielem Fleisch und Fett in möglich kurzer Zeit, mit verhältnißmäßig möglich wenigem Futter und das Fleisch von möglich guter Qualität. Ein besonderer Werth wird auf die Eigenschaft der Thiere, sich in der kürzesten Zeit zu entwickeln und auszubilden, gelegt, und diese auch durch kräftigste Nahrung unterstützt. Bei allen englischen Raffen ist diese Eigenschaft, natürlich in etwas verschiedenem Grade, zu bemerken, und es bringt dieselbe auch besonders da, wo Fleisch- productivn so wichtig ist, großen ökonomischen Nutzen. Auch jene Rücksicht, welche die Engländer auj die Qualität des Fleisches nehmen, ist von besonderer Wichtigkeit bei Beurtheilung des Ganzen der englischen Viehzucht und deren Betriebsweise. Es wird nämlich in England der Fleischverkauf und Einkauf so betrieben: der Fleischer zerlegt das Fleisch in die verschiedenen