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als Christen waren sie schuldig, dies Opfer zu bringen, um ihre Nebenmenschen durch ihr erbauliches Exempel vor dem Bösen zu bewahren.
Das Schlimmste habe ich nun noch zurückgelaffen, warum jeder Menschenfreund dem Branntwein jetzt so feind ist: Er kann den Menschen sogar um seinen Verstand bringen! Wahrhaft Schauder erregend sind die Verwüstungen, welche der Branntwein in dieser Beziehung anrichter. Unter 780 Wahnsinnigen in den Irrenhäusern in Amerika waren beinahe 400, also über die Hälfte, welche der Branntwein in dieses schreckliche Elend gestürzt hatte. Von 280 Wahnsinnigen im Zrrenhause zu Dublin war gleichfalls die Hälfte durch Unmäßigkeit dahin gekommen. Wäre kein Branntwein in der Welt gewesen, so wäre alles dieses Unglück verhütet und eben so viele Familien wären nicht mir dem größten Kummer beladen worden.
Ein Bauer. Aber durch den hiesigen Branntwein kann doch Keiner den Verstand verlieren.
Der Pfarrer. So gehe doch in jede Irrenanstalt, und du wirst erschrecken, denn immer der 7te ist durch Branntwein dahin gekommen. — Außerdem sitzen noch Viele im Tollhause, in Ketten und Banden geschmiedet, welche auch durch das Saufen ihren Verstand verloren haben. Und wie Viele laufen noch halbwahnsinnig, als Blödsinnige umher, viele werden wenigstens doch stumpfsinnig und dumm durch den Branntwein.
Ein Bauer. Drei von unfern Säufern haben sich ja auch schon halb um ihren Verstand gesoffen; der eine steht schon unter einem Curakor, die anderen beiden hatten ihn auch groß nökhig. Ihre Nerven zittern, ihre Augen sind blöde, und aller Witz ist dahin.
(Fortsetzung folgt.)
JR i ä t e I I t n.
Aus Speyer wird unterm 2». v. M. gemeldet, daß der Gcmeinderath daselbst beschlossen hat, nach dem Vorgänge anderer Städte, Anordnungen zu treffen, daß den Armen während der gegenwärtigen Tbeuerung der vierpsündige Laib Brod um >2 Kr. geliefert werde.
Ein Bericht aus Diilenburg im Nassau'schen vom 25 . v. M. sagt: Erfreulich ist es, wenn in dieser schweren Zeit edle Menschenfreunde Hülfe nach Kräften bieten; ste glänzen wie Sterne an einem trüben Himmel, zu denen das Auge stch mit Wohlgefallen erhebt. Wir erwähnen hier des Tabacksfabrikanten Joh. Daniel Haas aus Dillenburg als eines solchen Menschenfreundes. Um den hohen Preis des Brodes für die ärmere Klasse in der Stadt sowohl, wie auf dem Lande herabzudrücken, kaufte derselbe bisher große Quantitäten Früchte aus, die er verbacken und das Brod dann zu niedriger» Preisen nicht nur ohne allen eigenen Nutzen, sonder» mit offenbaren Opfern unter die ärmere Klasse zum großer» Tbeile verborgen ließ.
Viel Aufsehen in der Gartcnwelt macht jetzt die Pawlownia iinperialis, nach Beschreibung und Abbildung ein wahrer Prachrbaum, der ans Japan in den botanischen Garten zu Paris eingcsührt wurde, und im vorjährigen Frühling daselbst zum ersten Male mit zahlreichen, wohlriechenden und große» Blumen blühte; die Blätter werden >8 Zoll lang und >5 Zoll breit. Es gewährt diese baumartige Prachtvflanze mit ihren großen, bläu- lickt-lila Blumen eine» imponirenden Anblick. Da sie, den in Frankreich gemachten Erfahrungen nach, den Winter im Freien aushält, so ist selbige, auch ihres raschen Wuchses wegen, als eine neue Zierde ganz besonders empfehlenswerth.
(Radicalmiticl zur Vertilgung der Blattläuse.) Der ungenannte Einsender dieses Mittels ist schon oft in Jahren von anhaltend heißer und trockener Witterung mit diesem giftigen und eckelhafken Insekte an seinen Bäume», besonders in der Baumschule, heimgcsucht worden; von vielen angestellten Versuchen, sowohl auf trockenem, als nassem Wege, hat ihm keiner
bessere und sichere Hülfe dagegen geleistet, als deo gewöhnliche, etwas kalkhaltige Straßenstaub. Er ließ Morgens früh oder Abends spät die mit Blattläusen behafteten Bäume mit diesem Straßenstaub, besonders auf der Rückseite der Blätter und an frisch getriebenen Schossen, wo sie sich am liebsten aushalien, von unten aus bestreuen und wiederholte dasselbe alle drei bis vier Tage, so lange, bis sie gänzlich vertilgt waren. Dieses Mittel kann das Insekt durchaus nicht ertrage» und wird dadurch vertilgt. Kommt nun zufälliger Weise ein Regen dazu, so werde» die Bäume von diesem unrathe vollends ganz gesäubert; auch hat dieses Bestreuen durchaus keinen nachtheiligen Einfluß auf die Vegetation der Bäume.
(Mittel gegen die Selbstentzündung des Heues.) Ein leichtes und wohlfeiles Mittel, naß cingeführies Heu vor der Selbstentzündung zu schützen, wird in England schon lange angewender. Man stopft einen großen Sack so fest mir Heu voll, als man kann, und bindet ihn oben zu. Diesen Sack setzt man aufrecht auf den Boden und legt den Heuschober rund um ihn her an. So wie der letzte so hoch geworden ist, als der Sack, so zieht man diesen in die Höhe und fährt fort mit dem Baue des Heuschobers, und wenn dieser vollendet ist, so nimmt man den Sack heraus, da dann in der Mitte eine cylindrische Höhlung bleibt, welche den Luftumlauf i>» Innern des Heuschobers unterhält und so die Entzündung verhindert.
Das Straßburger „Elsaß " vom 20. Juni enthält von einem ausgezeichneten Landwirthe, Herrn Schakcenmavn von Buchsweiler, folgende sehr beachtens- und befolgenswerthe Miktheilung: Im Augenblick der Heuernte glaube ich die Aufmerksamkeit der AckerSleuie auf ein zuverlässiges Mittel lenken zu müssen, um die Gährung des eingescheuntcn HcueS genugsam zu mildern, damit es nicht verderbe, was häusig geschieht, wenn dieses Fuircr in großer Menge ausgeschichter wird, wenn es nicht gehörig getrocknet ist, oder wenn cs nach regnerischer Witterung Feuchtigkeit eingcsogen. Seit langen Jahren habe ich große Massen von Heu einzuernten und cinzuscheunen gehabt, ohne daß ich je schimmeliches oder brandiges Heu auf meinen Schobern erhielt, indem ich stets im Augenblicke der Abladung ein Fünfrelskilogr. VAo Pfund) salzsaures Kali oder Küchcnsal; auf too Kilogramme (200 Pfund) Heu ausstreuen ließ. Die wenig kostspielige Anwendung einer dem Vieh nützlichen Substanz lfür 2 ! ,4 kr. Salz auf den metrischen Centner Futter) ist mir immer vollkommen gelungen und ich habe nie die geringste Entartung an Fürrer- massen, die ich einscheunrc, bemerkt. Ich sehe die Anwendung des auf das Futter bei der Einscheunung geworfenen Salzes nicht als eine Ausgabe an, indem dieselbe durch das stärkere Gewicht, welches das Heu bewahrt und welches nothwendiger- weise eine allzu heftige Gährung vermindert, mehr als vergütet wird. Auch ist das Salz der Gesundheit der Thierc zuträglich und dies ist ein Grund mehr, vor einer so geringen Ausgabe nicht zurückzuweichen, um die vollkommene Erhaltung des Furters zu sichern.
(Ein ehemaliger deutscher Frodntanz in Langenberg.) Eine Frohnarbeit ist bekanntlich eine Dienstarbeit, zu der man durch Geburt und Stand verpflichtet ist. Die Frohnarbeitcn sind die letzten lieberreste der Leibeigenschaft. Folgende Frohne wae- gewiß originell: Ein alter Graf, der vermuthlich ein m^nterec Mann war und an einem lustigen Bauerntanz Vergnügen fand, halte sich in dem Städtchen Langenbcrg statt der Arbeit von seinen Bauern einen Tan; zur Frohne ausbcdungen. Es mußten dort eine gewisse Anzahl Bauern alle Jahre am Tag nach Psingsten aus freie», Markte zur Frohne tanzen.
(Beispiel außerordentlicher Fruchtbarkeit, das zur Nachahmung der Bauart auffordcrn dürfte.) Auf dem zur freiherrlich von Cotta'schcn Herrschaft Plettenberg gehörigen, unmittelbar hinter dem Lochengebirge liegenden Gut Oberhausen wurde ein im vorigen Jahre mit Reps bestellt gewesener Acker von >!^ Morgen sogleich nach geschehener Einheimsung des Rcpserzeugnisscs am g. Juli zum Zwecke der Fulkergewinnung mit Roggen eingesäci, am 10. September ein großer Wagen dürres Futter mit wen,-,-