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tr nur will! Da« -Lite die Berliner constituirende Versammlung wissen sollen/ die S Monate beisammen war/ bi« sie mit dem Entwürfe einer Versassung begann; da« die Oesterreicher in Kremsier , die Ach noch länger admühren, und endlich ichmachvoll übereilt wurden.' Hoffentlich werden die Herren in. der Paulskirche / statt ganze Sitzungen mit Pnorl- »LtSfragen, ob da« Wahlgesetz oder die zweite Lesung der Reich-Verfassung zuerst vorgenommen werden solle/ zuzubringen, rasch zur Vollendung der Letzter» Hand anlegen/ damit ste nicht auch etwa mit einer ocrropirten Reichs- Versassung von Seiten der heiligen Allianz überrumpelt werdenl — Sonst können wir wenig Beruhigen- des von Oesterreich berichten; selbst in Wien ist man nicht befriedigt durch den Dchlachrdericht von Kapolna; denn daß Fürst Windischgrätz 15 Stunden lang im Sattel saß- ist noch kein Beweis von Vernichtung des Feindes, und viel mehr weiß das «rmeebulletin nicht! Dagegen verbreitet sich da« Gerücht/ daß die Ungarn in einer großen Schlacht jenseits der Theiß gesiegt hätten. Aus eine solche Nachricht wartet man bereit- in Preußnch-Polen und Galizien - um wieder loSzubrechen. Die Russen scheinen Wind davon zu haben und nähern sich immer maffenhasier den Grenzen. Ueberhaupt spuckt e« in ganz Oesterreich ; in Prag wurde eine weitverzweigte Verschwörung der Zechen entdeck»; in Siebenbürgen sind die Ungarn wieder Meister; die Weigerungen gegen TruppenauSdedungen dauern fort. — Der Fürst Windischgrätz ha» schon Zähre lang mit dem Kaiser einen Prozeß geführt um Herausgabe der Wallenstein'schen Güter/ die er als Abkomme des Feldmarschalls Wallenstein von weiblicher Seite beanspruch»/ und denselben jetzt gewonnen; dies wirft einen fatalen Schein auf die Unabhängigkeit der Gerichte; überhaupt aber ist es heutzutage nicht rathsam. einen Prozeß mit Windischgrätz / Radetzky oder Zellachich zu haben!
Preußen . Zn Berlin gruppiren sich die einzelnen Parteien der zweiten Kammer um ihr« Führer; v. Vincke wird als Führer der Rechten bezeichnet; Unruh/ Haupt der BewegungSpartei; bei der Präsidentenwahl haben die Vincke» einen Sieg über die Unruhigen gewonnen; Grabow und AuerSwald/ beide von der Rechtem wurden gewählt/ obwohl nur mit 5 Summen Mehrheit; Grabow war schon Präsiden» der aufgelösten verfassunggebenden Versammlung. Dem Kriegsminister will man sein Auftreten in der Kammer als unschicklich verweisen; er war mit einem Schleppsäbel, der sich ziemlich laut vernehmen ließ/ in der Kammer erschienen. Auch die Rechte wird dem Ministerium zu schaffen machen.
Bayern . Der Volkswitz bezeichnet die seit Zahr und Tag sich ablöfenden Ministerien auf eigene Weise; da« Ministerium Abel ist da« Ministerium de« Glauben«; da« unrhälige Min. Maurer-ZuRhein ist das der Hoffnung; da« Min. Beecks, dessen Ehe» Lola'S Verehrer war/ Min. der Liede; da« Min. Wcllerstein da« der Reue und da« jetzige da« der Verzweiflung. — König Ludwig will sich in St. Gall-n nieder- lassen.
Hannover . Zn der Hauptstadt sind ernstliche Unruhen auSgrbrochen; es ist die« eine Schilde,Hebung des Pöbels zu Gunsten der abgetretenen Minister. — Der an diesem Hose befindliche russische Gesandte ist in Begleitung eine« von Petersburg kommenden Gesandten nach Frankfurt adgereis», angeblich um dem Reichsverweser eine Erklärung Uber den Einmarsch russischer lruxpen in Siebenbürgen zu uberbringen Mag die Sendung einen Grund baden- welchen sie «olle- die Thatsache, daß Rußland mit der deutschen Lentralgewait in Verkehr tritt- ist allein an sich von großer Wichti.ikeit. *
Württemberg , Di« zweite Kammer hat dem Volke dt« Augen aufgeiban über die empörende Verschwendung von Pensionen- besonder- beim Militär; die ganze Summe- welche zahrlich in diesen Abgrund gewogen wurde, beträgt 624,000 st.; 12 pensionirte Generale! — ein noch kerngesunder General bezieh» bereit« schon 60,000 ss. Pension.
AuSlaud. Spanien wird mit 10,000 Mann zu Gunsten de« Papste- interveniren.
Frankreich . Zn der Nationalversammlung kam e« zu heftigen Erörterungen über die beabsichtigte Zntervention zu Gunsten de« Papstes; Ledru-Rollin erklärte, daß jeder Kanonenschuß gegen die Republik Rom ein Schuß in die Ehre der Nation und sogar zum Nachtbeile der Religion selbst wäre. Lamartine sprach sich ebenfalls gegen irgend eine Zntervention in Italien aus. Da« Ministerium hat erklärt, et werde sich hierin auf das (Friedens-) Manifest des Herrn Lamartine stützen.
Italien . Rom bat sich in die Arme der Diktatur Ma zim'S geworfen; die Oesterreicher sollen in ToScana eingerückt sein: Karl Albert bat sich der lombardischen Sache gänzlich entschlagen; in Ztalien gestalten sich die Dinge immer gefährlicher für den Weltfrieden.
Dänemark . Hier muß die KriegSIust im Volke nicht , sehr lebhaft sein; man bierer für einen Sinsteher 1000 bis ? 1900 Thaler.
Frankfurt a. M., 4. März 1849. (Eingesandt.) Eine Anzahl Mitglieder der linken Seite der deutschen National- j Versammlung hat sich jetzt, wo die zweite Lesung und defi- ' nitive Feststellung der Verfassung bevorsteht, zur Herausgabe einer Parlaments-Correspondenz vereinigt, welche das tägliche Leben und Streben der Nationalversammlung und ihrer i Parteien für sich und im Zusammenhänge mit deutschen und europäischen Verhältnissen, von dem politischen Standpunkte der Verfasser aus- dem lesenden Publikum vorführen soll. Wir beginnen mit der Frankfurter Tagessrage: der sogenann i ten Eoalition, welche zu maaßlose» Verlaumdungen gegen : die Linke verarbeitet wird, obgleich sie zur Zeit gar nicht vorhanden ist. — Der Gährungsstoff der OberhauptS- ! und österreichischen Frage hat es dahin gebracht, daß die Nationalversammlung aus drei großen Parteien besteht, welche ! man kurzweg Preußen, Oesterreicher und Deutsche nennen ! kann. Keine von ihnen bildet die Mehrheit, und aus diesem ! Grunde blieb die erste Lesung des Abschnitts vom Reichs i Oberhaupt fruchtlos, da nur der Titel eines weder erblichen : noch wählbaren Kaisers zum Beschluß erhoben wurde. Mit ! einem Titel kann nicht regiert werden. Deßhalb muß bei i der zweiten Lesung der Verfassung eine bestimmte Reichsre- j gierung geschaffen werden, wenn Deutschland überhaupt eine j solche haben soll. Was wollen und bezwecken nun jene drei j Parteien? Beharrt jede aus ihrem Kopse, so erklärt die Nationalversammlung ihren Bankerott und überliefert vor > läufig ihren wohlbekannten natürlichen Gegnern das ihr an vcrtraute Gut der Nationalsouveränitär. Wer nicht den Regierungen den Scheingrund der Ocrroyirung in die Hände ’ geben will, kann eine Wiederholung der Vorgänge bei der ersten Lesung nicht wünschen. Dieß hieße die Idee der Na- tionalvertretung selbst vernichten. Es bedarf demnach des j wechselseitigen Entgegenkommens, der weisen patriotischen Hintansetzung von augenblicklich nicht durchführbaren Grundsätzen. Zn letzterer Beziehung ist die Linke mit einem aner- kennenswerthen Beispiele vorangegangen. Durch die Märzrevolution sind zwar nicht die Einzelstaaten, chphl aber ist Deutschland als Gesammkheit herrenlos geworden. Grundsätzlich also kann die Linke nur wollen, daß das Parlament Reichsoberhaupt sei und bleibe und einen vollziehenden höchsten Beamten zu ihrem Organe mache. Dennoch stimmte sie in der ersten Lesung noch für Wählbarkeit und bis zu 6 Zähren mit, nachdem die republikanische Spitze verworfen war, und die Mehrheit das Oberhaupt bereits aus den Boden der regierenden Fürstlichkeit hinübergespielt hatte. Eine Partei, welche aus Vaterlandsliebe solcher Entsagung fähig ist, als Feindin der Einheit Deutschlands schildern, ist sicherlich eben so ungerecht als widersinnig. Die zweite größere Partei in Betreff der großen Zwillingsfrage (Oberhaupt und Oester reich ), nämlich die österreichischen, bayerischen und andere