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der das heilige Asyl verließe, um von Neuem der Schande nachzulausen, könnte nie medr auf Gnade und Mitleid rechnen. Dies weiß man. Die öffentliche Meinung Kraft tausendmal härter, als dag Gesetz.
M i s c e l l e n.
Da« Dorf Treudiz bei Lützen ist in folgender Beziehung -in merkwürdiger Ort. Seit 1660 ist da« bastge Pfarramt immer vom Vater auf den Sohn übergegange» und zwar in ununterbrochener Reihenfolge; mithin stad 189 Jahre hindurch stet« Prediger eine« Namens und eine« Stamme « in Treuditz gewesen. Die Familie heißt Barthold, Der jetzige Pfarrer ist Barthold V. Hier haben wir ein durch Wahl erbliche« Pfarramt.
Bei «ns werden die Tulpen nur al« Frühlingsblumen gezogen; in der Türkei , der Heimath der Tulpen, wo sie, noch schöner prangend, wild wachsen, werden fie mehr ihrer Zwiebeln wegen geschätzt, welche die Türken, gekocht und gebraten, sehr gern essen.
Brodtare für die erste Hälfte des Monats August
im KezirKaamt Acheru.
Der Wafferweck zu 2 kr. u*/a Loch, zu l kr. 5®A Loch Meißbrod: 1 S 3 Loch 6 kr., 17 Loch 3 kr.
Halbweißbrod in runder Form aus >/ 3 Gries- und 2 / 3 Voll mebl: 4 ff 12-/2 kr.
Schwarzbrot» in runder Form aus *4 Voll-, % ffernenschwar» und l /\ Kornmehl: 4 ff 9-2 kr.
Kirchenbuchs - Auszüge
der katholischen Pfarrgemeinde Offenburg vom Monat Juli 1849.
Geboren:
Den 2. Juli. Karoline Louiie Elisabeth; Vater: Heinrich Christoph Anton Barth, Großd. ENewdahn-Cassier dahier.
Den 4. — Johann Heinrich; Daker : Jakob OMMArbeiter am hiesigen Sisenbohnhofe.
Den 9. — Marie Antonie Leopoldine; Barer: der hiesige Bürger und Schuster Anton Berenz.
Den 10. — Heinrich Ulrich; Baker: der hiesige Bürger und Kutscher Ulrich Dörslinger.
Den 11.— TbeodorIoieph; Baker: der hiesige Bürger und Fischer Joseph Burg .
Den 13. — Barbara ÄafoTmä; Mutter: Barbara Kleinbrodt. *^Den 20. — Karoiina Magdalena; Bater: der hiesige Bürger < und Weber Melchior veiß.
Den 22. — Maria Magdalena; Bater: der hiesige Bürger und Tagwerker Albert Bianzano.
Den 23. — «nna Susann«; Bater: Franz Joseph Weber, ^ Bahnwark an der Großh- Wsenbabu dahier.
Gestorben:
Den 1. Juli. Daniel Gerrach, 23 Jahre alt, von Queichheim in der Rheinpfalz , Soldat bei den Freischoaren.
Den 2. — Georg Wilhelm, 5 Wochen alt; Mutter: Theresia Mißbach. .
Den 3. — Walburga Geck, ged. Oberwuller, 64 Jahre alt, * Ehefrau des hiesigen Bürgers und Bäckermeisters Wendelin Geck.
Den 11. — Michael Walz, 79 Jahre 10 Monate alt, ver- hcirarheter Bürger und Buchbinder dahier.
Den 13. — Johanna Barbara, 2 Jahre 8 Monate alr;
Baker: der verstorbene hiesige Bürger u. Bäcker Georg Äili.
Den 20. — Johann Heinrich, i Jahr 12 Tage Baker:
der hiesige Bürger und Taglöhner Johann Golzer.
Den 23. — Georg Kern, 46 Jahre 2 Monate 22 Tage alt, verheiratheter hiesiger Bürger und Schustermeister. Offenburg , den 1. August 1849.
Großh. kathol. Stadtpfarramt.
Bekanntmachung.
Offenburg . (Fahndung.) Nro. 21466. Mi gewisser A. Sonst , angeblich aus Karlsruhe , hat sich iTHrend der Revvluttvnsperiode längere Zeit dahier als Stadt- und Bezirks -Jnftruckvr der Bürgerwehr aufgehalten und sich mindestens durch Vollzug der ihm vom sog. Civil - Commissär erkheilten Aufträge der Theilnahme am Hochverrathe schuldig gemacht. Wir ersuchen die Behörden, denselben im Betrerungsfalle zu arreriren und anher einzuliesern.
Derselbe ist ein Mann mittlerer Größe, etwa 50 Jahre alt, trug — wenn wir nicht irren — Uniform der Karls ruher Bürgerwehr mit der Felddienst-Auszeichnung und einen Schleifsäbel — machte sich durch ein wichtigthuendes Benehmen bemerklich, — welch' letztere Eigenschaft er inzwischen vielleicht abgelegt hat. ■
Offenburg , den 3. August 1849.
Großherzogliches Oberamt.
Klein. vor. Jamm.
Bitte an Menschenfreunde.
In der Nacht vom 12. auf den 13. brach zu Mudau , Amts Buchen, in einem Wohnhaus« Feuer au «, da«, genährt durch heftigen Nordwind, so schnell um sich griff, »aß binnen einer Stund« 66 Wohnhäuser, viele Scheunen und andere Gebäude in Asche lagen. Nur Wenige- konnte gerettet werden. Dabei ist ein Menschenleben zu beklagen und an dem Auskommen eine« andern zweifelt man. Am Morgen des 13. Juli standen gegen 800 Menschen obdachlos unter Gotte« freiem Himmel, Viele so, wie sie eben vom Bette aufgesprungen waren. Viele konnte man auch auf den Gräbern res Kirchhofes liegen sehen, die den Tvdteu zuriefen: Kommt, kommt und holet un« ab aus diesem Jammer- thaie! O Gott, erbarme dich unser! Der Anblick war herzzerreißend. Da« Jammergeschrei und Elend hat keine Gränzen. Zwei Dritttheile unseres Ortes find abgebrannt, die noch übrig gebliebenen Wohnhäuser find so mit Mensche« überfüllt, daß wohl über den nächsten Winter -/z fich sonst wo ein Obdach wird suchen muffen: denn an ein Wieveraufbauen ist bei der schon ziemlich vorgerückten Jahreszeit, und da eben Alle« mangelt, nicht zu denken. In dieser traurigen Lage wagt e« die Unterzeichnete Unterstützung»-Commisircn im Namen der unglücklichen Einwohner Mukäu's, stch an die edlen Herzen ihrer Mitbrüder z» wende», und eine miive Gabe von ihnen zu erflehen. Wir wissen wohl, daß auch ste hart getroffen wurden vom Schicksale, deßhaib verlangen wir nicht viel, di« geringste Gabe werden wir mit dem herzlichsten Danke annehmen. O helfet un« nur ein wenig in unserer Noth, e« wird euch Alle« wieder vergolten werben von Dem, der einst sagen wird: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder gethan habt, daß habt ihr mir gethan."
Zugleich ersuchen wir die verehrlichen Redaktionen der verschiedenen «lättec, doch dieser Bitte ihre Spalten öffnen zu wollen, die milden Gaben in Emvfang zu nehmen und rann hierher einzusenden.
Mudau im Odenwald , den 22. Juli 1849.
Die Unterstützung«- Commisfion:
Wois, P-arrer.
Ruck, Caplan.
Grimm. Bürgermeister.
Knapp, Gemeinderath.
Di- Redaction diese« Blattes erbietet fich zur Empfangnahme und Ablieferung milder Geldbeiträge.
Verantwortlicher Herausgeber: I. vtieni. — Druck und Verlag der I. Oneni'schen Buchdruckerei.