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hohe Zölle/ während in Norddeutschlands Interesse niedere Zölle Md. — Auf dem Marsche sind 18 Kanoniere und ein Hauptmann erfroren; 30 andere Soldaten sind durch die Kälte in einen solchen Zustand versetzt/ daß man für ihr Leben besorgt ist.
Schweiz . Die Maaßregel der badischen Regierung/ den Flüchtigen das badische Skaatsbürgerrechk zu nehme»/ hat Wirkung gethan. Rindeschwender hat schon einen Ausweisungsbefehl erhalten. Ueberhaupt scheint die Androhung von militärischen Maaßregeln , wonach die Oesterreicher in Veltlin und Graubündien eindringen und Zürich besetzen/ die Preußen von Baden aus in die westliche Schweiz dringen sollen / nicht ohne Wirkung zu sein / da man nicht mehr auf die Hülfe Frankreichs pochen kann. — Die Engländer lassen nun ihren Zorn wegen der mißglückten Plane am Bosporus an den Griechen aus: sie wollen durchaus mit Rußland anknüpfen; sie haben den Hasen von Athen blokirt und verlangen viel/ viel Geld von den armen Grieche»/ die am Ende in ihrer Verzweiflung mit Bohnen zahlen müssen.
Frankreich . Der 24. Februar soll das Signal zu einer Revolution geben; man macht jetzt.schon Vorstudien in Paris ; so wurde General Lamoriciöre gezwungen/ die Republik hoch leben zu lassen, um nur mit heiler Haut und dem Leben davon zu kommen. Zusammenrottungen in Paris - ganze Bataillone Linie machen die Runde durch die Stadt. — In Lyon und überhaupt dem, südlichen Frankreich ist aber diesmal der Herd der Empörung , und es werden diese Gegenden mit neuen Truppen verstärkt. Dagegen hat die Bergparthei in der Kammer den Beschluß gefaßt/ ihre Ungezogenheit abzulegen und für jede Grobheit und Ungebühr- lichkeit eine Strafe zu erlegen; wenn das allgemein eingeführt gewesen wäre und noch bliebe/ so wäre nicht nur eine reiche Finanz quell e, sondern ein überfließender Finanzstrom eröffnet.
Eine merkwürdige Verurtheilung.
Eines Tages/ und zwar kurz nach seiner Vermählung' mit Katharina, schickte Peter der Große seinen Günstling Billebois nach Skrelannitz, wo sich die Kaiserin befand/ mit einer Depesche/ von deren Inhalt nur sie allein Kennmiß erhalten sollte. Villebois war ein eifriger Verehrer des Bacchus/ und da cs gerade sehr kalt war/ so trank er unterwegs sehr viel. Oie Kaiserin lag aus einem Sopha/ als er ankam. Der schnelle Ucbergang von der Kälte in die Wärme machte Billebvis schnell berauscht; er vergaß den Zweck seiner Sendung/ den Ort/ wo er sich befand/ den Rang der Dame/ weicherer gegenüber stand-, und wagte dieselbe zu küssen. Erstaunt über diese unerhörte Frechheit/ rief die Kaiserin sogleich um Hülse. Villebois wurde sofort ergriffen und in ein Gesängniß gebracht, in welchem er ruhig einschlief, als habe er sich weder etwas vorzuwersen, noch etwa» zu fürchten. Der Kaiser erfuhr bald > was geschehen war, eilte herbei, um seine Gemahlin zu trösten, und entschuldigte die unglaubliche Unvorsichtigkeit seines Günftlings mit dessen Trunkenheit. Oie Kaiserin verlangte eine schnelle und schreckliche Bestrafung. Peter, der seine Strastaune eben nicht halte, überließ der Kaiserin die Bestimmung der Züchtigung, und sie entschied für hundert Knutenhiebe. Der Kaiser gab seine Einwilligung. Er ließ Villebois holen und fragte ihn, wie er sich seines Auftrages entledigt habe. Villebois, der noch immer halb betrunken war, antwortete, er habe den Befehl, welchen er erhalten, ausgeführt, wisse aber nicht, wo, wann und wie; er erinnere sich nur des Einen, daß er im Traume eine so schöne Göttin gesehen, daß er dem Zauber nicht zu widerstehen vermocht habe, auf seine Kniee gesunken
sei, um sie anzubeten, und das Glück gehabt habe, ihr eine» Kuß zu rauben, für den er gern sein Leben hingeben wolle.
Der Kaiser lächelte; das strenge Gesicht der Kaiserin erhielt
! plötzlich einen sanfter» Ausdruck und sie betrachtete den
j Schuldigen mit einem gewissen Mitleiden, das den Kaiser
in einige Verlegenheit zu setzen begann, weßhalb er in seinem rauhesten Tone sprach: --Das Urtheil, das Sie gesprochen haben, muß vollzogen werden. - Es thut mir leid, mein lieber Villebois, aber an dem russischen Hose werden Träume von der Art des Ihrigen mit huiidert Knutenhieben bestrast.- — --Wie, Sire!-- — --Die Kaiserin hat es beschlossen, und Du mußt Dich fügen Entblöße also Deine Schultern, denn von der Kaiserin sollst Du die Züchtigung erhalten.-- Bille- boiS war ganz betäubt von dem, was er hörte, und schickte sich schweigend an, dem Befehle seines Gebieters zu gehorchen. Man ließ das Gefolge der Kaiserin, so wie alle Damen derselben, eintreten. Katharina, welche das von ihr gefällte i Urtheil selbst vollziehen sollte, ergriff die Knute, schwang sie hundertmal hinter einander, aber ohne ein einziges Mal - Villebois damit zu berühren, und übergab das Instrument der Züchtigung darauf einem Mundschenk mit den Worten: j -- Oer Capitän darf blos dem Scheine nach bestraft werden, da er nur im Traume gesündigt bat.-- Der Kaiser genehmigte lächelnd diesen Ausspruch, und die Kaiserin verheirathete später Villebois mit der jungen Tochter eines Bojaren.
Willst Du Dir ein Liebchen wählen.
Das die Freude» mit Dir theilt?!
Laß nur dann den Kummer zählen,
Der auch häusig bei Dir weilt.
Will es diesen helfen tragen Mit zufriedener Geduld,
! Dann laß es in frohen Tagen
j Völlig fühlen Deine Huld.
! Denn nur dazu ist erkoren
j Mein ja mir so liebes Herz;
; Nur dazu ist es geboren,
! Daß es theile Freud' und Schmerz,
l Doppeltöne, diese klingen
! In der schönsten Harmonie:
Doppelherzen, diese fingen, i Heben sich und sinken nie.
' Doppeltöne klingen lieblich,
! Klingen lieblich in das Ohr:
! Doppelherzen sind jetzt üblich;
- Diese schlage ich auch vor.
> Drum, willst Du ein Liebchen wählen,
j Wähle nur ein sanftes Herz,
i Willst im Ton die Stufe zählen,
I Zähle dann die große Terz.
1 Diese Töne werden klingen
I In der ichönsten Harmonie.
! Doppelherzen diese fingen.
Heben sich und finke» nie. —
| Doppeltöne klingen lieblich,
. Klingen lieblich in das Ohr;
i Doppelherzen sind jetzt üblich,
! Diese schlage ich auch vor.
i Altenheim. H . ...
Berichtigung. Im Wochenblatt Nro. 11 ist vom j Fruchtmarkt am 5. Febr. der Mittelpreis per Malter Waizcn > irrthümlicherweise zu 7 fl. 34 kr. angegeben: er beträgt aber 9 fl. 28 kr.
Verantwortlicher Herausgeber- I. Otteni. Druck und Verlag der I. Otreni'schen Buchdruckerei