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Impressen
zur Liquidation der Kosten für die durch dm Maianfstand nöthig gewordene militärische Hülfe (nach dem im Regier. Blatt Nro. V enthaltenen Formular) sind in der Buchdruckerei von I. Otteni in Offenburg zu haben.
[1] Ottenburg. (WohnungS-Verwiethuag.) Messerschmied Rudolph Rerlinger in der Ritterstraße hat den obern Stock seines Hauses — sogleich beziehbar — zu vermicthen.
slj Offenburg . (Dungserkaus.) Vorzüglicher Dünger ist auf der Zuckerfabrik billig zu haben.
Offenburg . (Wohnungsvermicthung.) Glasermeister Huber hat den obern Stock seine« Hause« in der Aeffelgaffe mit drei Zimmern und Küche, nebst einem Mansardzimmer, Platz im Keller und Platz auf dem Speicher, auf den 24. Mai zu vermiethen.
Offenburg . (Feldverkaus.) Unterzeichneter will drei Haufen Platz im obern Tannweg, einers. Johann Broß aus Zell, anders, unbekannt, unten der Weg, au« freier Hand verkaufen. Jakob Lien er t.
Zur Tagesgeschichte.
Badisches. So wäre denn der gefürchtete 24. Februar ruhig und ohne Revolution vorüber gegangen, und ein abermaliger Beweis gegeben von dem Lügengeiste einerseits und der Leichtgläubigkeit andererseits. — An den Truppenmärschen nach dem Oberlande war ja ebenfalls kein wahres Wort, denn der Activstand der Preußischen Armee am Oberrhein hat sich um keinen Mann vermehrt und ist auch keine Ortsveränderung vorgekommen.
Am Schluffe des vorigen Jahres wurden sämmtliche Lehrer des Oberamkes H.von Neuem auf bic Ver
fassung beeidigt; es waren deren 70 von den verschiedenen Confessionen beisammen, von denen mancher kurz vorher den Heckerbart hinwegrasirt hatte. Diese Versammlung ist denkwürdig bür» die Anrede, welche der Amlevorstand an selbe hielt, und die wir hier wörtlich aus der Karlsruher Zeitung wiedergeben:
-Ich wende mich besonders an Sie, meine Herren vom Schulfach. Ich muß Ihnen da« Zeugniß geben, daß Sie gründlich gewühlt und Nichts, gar Nichts versäumt haben, um den Boden zu untergraben, auf dem wir stehen. Sie haben in dieser Beziehung keinen Eifer und keine Mühe ge- sparr! Die Früchte hievon liegen offen zu Tage. Das Geschlecht, welches Sie herang'ebildet haben, ist gründlich verderbt, das gegenwärtige Geschlecht liegt trost- und hoffnungslos, fast unheilbar, darnieder. Es hat alles Gefühl für das Recht und gegen das Unrecht, es hat alle Liebe zu seiner verordneten Obrigkeit, es hat allen Sinn für göttliche und menschliche Ordnung, es har alle Anhänglichkeit an die Kirche und an den Glauben der Väter verloren, und wir haben keine Aussicht, daß es besser werde! Das ist zum großen Theile Ihr Werk, weil Sie die Schulen zu Werkstätten der Wühlerei gemacht haben, weil Sie, statt die Ihnen anvertrauien Schüler zu Christen und gehorsamen Staatsbürgern, vielmehr zu Revolutionären , zu unglücklichen Menschen erzogen und dressirk haben, die mit Gott und Seiner Ordnung unzufrieden und zerfallen sind. Dennoch ist Ihnen das künftige Geschlecht noch anverkraut! Ist noch ein Funken von christlichem Gefühl in Ihnen, so können Sie nicht auch diese Kinder zu Grund richten, können Sie nicht zu Zöglingen der Wühlerei bilden, nachdem
K bisherigen Bestrebungen unser armes Vaterland und an den Rand des Unterganges gebracht haben! Und
wenn dennoch Wühlereigeiäste Ihnen wieder beikommeir sollten, so denken Sie an den Eid, den Sie heute geschworen, und an den Gott, zu dem Sie so eben Ihre Hände emporgehoben haben, mit dem Gelöbniß, treue Unterthanen unseres Großherzogs sein zu wollen. Leben Sie wohl!- Wie weit entfernt die Hoffnung Derjenigen ist, die einen ernstlichen Zusammenstoß Oesterreichs und Preußens verkünden wollen, gibt der Gegenbesuch, den die österreichischen Ofsiciere den preußischen in Konstanz erstattet haben, einen Beweis. Cs gibt diese erfreuliche Erscheinung nicht nur Bürgschaft des Friedens, sondern auch die eines schönen und edlen militärischen Geistes, der beide Heere beseelt. — Se. K. Hoheit der Großherzog haben der in Karlsruhe neugegründeten Diakonissen-Anstalt (eine Anstalt für Frauen und Jungfrauen, welche sich der Armen- und Krankenpflege widmen) 500 fl. zugewendet. Die übrigen Mitglieder des Großh. Hauses fügten dieser Gabe noch 400 fl. hinzu. — Staatsrath Äekk hat unter den Ausdrücken seines Dankes die in Mannheim und Pforzheim auf ihn gefallene Deputirten- Wahl nicht angenommen, indeni er die Vertretung seines früher« Wahlbezirkes Meersburg anzunehmen vorzog. — Der außerordentliche Commiffär der französischen Regierung für den Niederrhein , Herr Romieu, ist von Straßburg in Karlsruhe angekommen; er scheint also mit der auf den 24. Februar angekündigten Revolution nicht mehr viel zu schaffen zu haben. — Der allgemein geachtete Generallieu- tenanl von Gayling soll zum Commandanren der Bundes festung Rastatt ernannt sein.
klebrige Brocken von dem Gastmahle, welches die Wähler zu Lörrach ihrem neuen Deputirten gegeben haben. Worte aus dem Trinkspruch des Gefeierten: -Zu versprechen weiß ich Ihnen nichts für den Landtag, weil ich hoffe, Ihnen dann mehr halten zu können. 3* gehöre zu Denen, welche erhalten, pflegen und genießen wollen, was der März 1848 gebracht hat: freie Presse, Geschworene, vor Allem aber den Bundesstaat. Viel Eingebrockkes bleibt uns in Karls ruhe auszutunken.- — Der Gewählte macht es sich zu feiner Ausgabe, alle bessern Elemente jeder Farbe zu vereinigen, manchem gebeugten Niedcrgetretenen die Hand zu reichen; denn mancher im Civil- wie im Militärstande sei werth, daß ihm geholfen werde aus der Tiefe des Elendes. Eine Treppe muß von oben herab gefegt werden, nicht von unten heraus. — Oie Rothen so wenig als die Schwarzen zählen den Gewählten zu den Ihrigen, er will zu den Goldenen gerechnet werden. -Wir haben die Raserei und das Ende der Rothen gesehen, hüten wir uns, das Gleiche an den Schwarzen zu erfahren. Die Politik der Abenteurer, die Regierung der Gaffen und das Souveräire des WirthshauseS sind mir ein Greuel!- — Schluß: -Hoch dem badischen Volk, dem schmucke» Volk, das besser ist als sein Ruf.- — -Sammlet die übrigen Brocken, auf daß nichts verloren gehe!- hat der Herr befohlen. Auch der Zeitungsschreiber glaubt hierin einer angenehmen Pflicht entsprochen zu haben.
Auswärtiges. Wie der neue Kaiser Faustin des Kaiserthums Haiti das Zerrbild des Napoleonischen Kaiser- tbums ist (der Affe Napoleons ), so ist das württembergische Volk nahe daran, das Sportbild des ccnstiturionellen Lebens abzugeben. Die letzten Wahlen lieferten so viel Abgeschmacktheit und Ergotzlichkeit, daß man nickt weiß, ob man weinen oder lachen soll. Voran steht, daß die Rothen sich am Kirchengebet gestoßen haben, und nicht haben wollen, daß der liebe Gott um seinen Segen bei den Wahlen gebeten werde. Dann wieder, daß mehrere Stimmen auf den lieben Go» selbst gefallen sind, andere auf den Heiland. Die Pietisten, die Altconservariven (Vormärzlichen) und die Neu- cvnservativen haben sich nicht einigen können über die Wahl ihrer Candidaten und haben den in geschloffenen Massen auf dem Kampfplatze erschienenen Rothen fast überall den Sieg verschafft. Das Feldgeschrei der Letztern war, wie sich ein Wahlzettel ausdruckt: --Gott unser Glaube, Schnitzer