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Plane für die Zukunft daselbst sind zu Hause nicht mög­lich zu entwerfen, alle Nachweisungen und Rachschläge so­genannter erfahrener Personen meistens in den Wind ge­redet und unausführbar, weil dorren sich die Sache natur­gemäß jedesmal dem Einwanderer nach seinen persönlichen Ansichten wieder anders darstellt.

Auch Rachgeber dort zu Lande sind sehr unzuvcrläßig, manchmal sogar unredlich, blos auf eigene Interessen hinar­beitend, stets aber unzulänglich.

Zn Ansehung der Ernährung auf den Schiffen ist wohl unstreitig das Beste, den Schiffsproviant im Ueberfahrts- akkord mitzubedingen, aber nichtsdestoweniger ist es rathsam, etwas gedörrtes Obst, Schinken, Zucker und Kaffee, Thee , Chocolade , Fleischbrühtafeln, Wein, Liqueur, Wachholder­oder ächten Kirschengeist mft auf dre Hohe See zu nehmen, um, wenn allenfalls die Seekrankheit (eine gewöhnliche Plage) stark zusetzte, etwas zur Erfrischung der Lebensgeister bei sich zu haben.

Auf die Reise einen guten Humor, friedfertigen Sinn und Fügen in die Umstände, mitzubringen, dürfte jedem Auswanderer sehr zuträglich sein, denn die Zwischendecke der Schiffe sind keine »üteis garnis — insbesondere aber sind die allzugroßen Erwartungen von Glück und Wohlstand in der neuen Welt bei der Abreise zurückzulaffen.

M i 6 c e l l e n.

(Eine Riesenwurst.) Wir haben in den öffentlichen Blät­tern unlängst gelesen, daß dem König von Preußen zu Koblenz eine Wurst von 130 Fuß Länge und 120 Pfund Gewicht präsentirt wurde. Diese Wurst ist indessen noch ein Kind gegen diejenige, welche ehemals in Ostpreußen zu den sogenannten Wurstprocessionen gefertigt wurden, und von denen Kaspar Henneberger in seiner „Er­klärung der preußischen Landtafcl" Nachricht gibt. Die Wurst aller Würste beschreibt aber wohl Lilienthal (Erläutertes Preußen, I S. 77) und wir geben zur Ergötzlichkeit der Leser einen Auszug seiner Be­schreibung : „Anno 1601, den 1. Jan., haben die Fleischer allhier zu Königsberg eine Wurst, 1005 Ellen lang, durch die Städte Königsberg nach dem Schloß getragen, und Jhro fürstl. Gnaden davon etliche Ellen verehrt, weil sie imierhalb 18 Jahren keine ge­macht halten. Sie sind mit Trommeln und Pfeifen aufgezogen, voran ein Führer mit einem Spieße, wohl ausgeputzt mit' Febern und Bändern, mit fliegenden weißen und grünen Fahnen. Diesen sind gefolgt 103 Fleischhauerknechte, die die Wurst getragen. Wie sie nach dem Schloß sind gekommen, haben sie I. F. G. verehrt 130 Ellen von selbiger Wurst. Vom Schloß sind sie über die Schmiedebrücke in den Kneiphof, von da durch die Altstadt in de» Löwenicht gezogen; allda sind sie von den Beckern empfangen wor­den, welchen sie auch viele Ellen von selbiger Wurst geschenkt und von den Beckern nachmals zu Gaste behalten worden, auch bis in die Nacht zusammen lustig gewesen. Die Wurst war 1005 Ellen lang, hat gewogen 22 Stein und 5 Pfv., thut 885 Pfd. Dazu ist kein ander Fleisch gekommen, als 81 lautere Schweineschinken. Item anderthalb Tonnen Salz, anderthalb Tonnen Bier, 18 Pst. Pfeffer. — Item haben daran gearbeitet 3 Meister und 87 Gesellen. Haben dabei ausgetrunken 2 Faß und eine Tonne Bier. Aber die ganze Zeche betrug 40 Faß Bier, jedes Faß 12 Mark. Der Kränze, womit sie geschmückt war, sind 109 gewesen. Die Kosten betrugen 412 Thlr. 16 Gr. 3 Pf. Zu dieser Wurst hatten die Kuchenbäcker 8 große Strietzel und 6 große runde Kringel gebacken. Dazu wurden genommen 12 Scheffel Walzen, und betrugen die Kosten mit dem verbrannten Holz, der Hefe, Salz, 2 Pfund Annis, dem angebrachten, aus Pfefferkuchenteig gebackenen und vergoldeten Becker- gcsellen-Wappen, den Löwenköpfen, Sonne, Mond, Sternen und Kronen aus gleichem Teig, nur etwa 24 Thlr." Humoristische Be­merkungen über dies Wuchsest und über die ftöhlichen Fleischer­und Bäckerknechte, um die sich eine Bratwurst schlingt, die am Ende, wo sie geknüpft werden muß, sich gleichsam in eine Band- schleife von Bretzeln und Kringeln, und in Trotteln von Spritzeln verwandelt, sindet man in Lichtenbergs vermischten Schriften, V, Seite 331 u. s.

Das Laster der Trunkenheit bietet gewiß eine sehr ernste Seite in der Betrachtung über die Versunkenheit eines Säufers dar; doch erzeugt dasselbe auch zuweilen, besonders wo es von Frauensper­sonen geübt wird, sehr heitere Scenen, wie jene unlängst in öffentl.

I Blättern erzählte, wo eine trunksüchtige Frau ein gesalzenes Kinn­bäckchen mit dem Gesangbuche, und so die Kirche mit der Küche verwechselte. Als würdiges Seitenstück zu diesem verdient auch Fol­gendes bekannt zu werden, das sich in M. bei E. zugetragen hat. Dort hatte sich eine gewisse Frau auch dermaßen dem Trünke er­geben, daß sie mehrmals in solchem Zustande mit einem Korbe an den Brunnen zum Wafferholen kam; auch einmal Feuer in dm Kleiderschrank statt in den Backoftn machte. Obgleich ihr Mann keinen Wein im Keller hatte, wußte sie sich solchen doch auf eine höchst listige und heimliche Weise zu verschaffen. Sie hielt sich nämlich ein Paar zerrissene Stiefel ihres Mannes, stellte in die­selben zwei Flaschm und ließ sie so durch ihre Kinder statt zu dem - Schuster, zu dem Wirthe tragen. Eine Zeit lang konnte sie dieses, ohne besonderes Aussehen zu erregen, treiben, bis endlich die Nach­barn den selssamen Stiefeln, die nach dm vermeintlichen Reparaturen stets wieder zerrissen -warm, ssammt ihrem Inhalte die gebührende Aufmerksamkeit widmeten.

Ein Engländer Namens Brown will ein neues Constructions- system für Schiffe erfunden haben. Er will Dampfer bauen, mit denm in 48 Stunden der Weg nach Amerika zurückaeleat wird und in 15 Tagen die Strecke nach Indien und zurück. Die Schiffe selbst sollen migeheuer groß sein und Wogen und Stürmen (eicht widerstehen können. Dabei ist ihre Bewegung so gleichförmig, daß , es auf denselben keine Seekrankheit mehr gibt. Was will man mehr?

/ Fußböden von Gutta-Percha. Gutta-Percha, unter ! die geraspelter Kork eingeknetet ist, gibt, wenn man sie zu Tafeln auswalkt, Fußböden, die unverwüstlich find, weder Feuchtigkeit noch Schmutz annehmen, oder sich wenigstms von letzterem leicht reinigen lassen. Bereits ist der Fußboden des neuen Parlamentshauses in London damit belegt.

Das großartigste Waiseichaus in der Weit befindet sich in Philadelphia, woesi.J. 1848 eröffnet wurde, und zwar nach einer Stiftung des reichen Banquiers Girard, der beinahe 3 Mill. Thaler dafür anwies. Sieben Häuser von weißem Marmor, wovon das Hauptgebäude eine Copie des Parthenon ist, enthalten die An­stalt, die mit verschwenderischer Pracht ausgestattet ist. Die Hör­säle würde ein Fürst als Empfangszimmer benutzen können. Es werden 300 etternloft Kinder darin bis zum achtzehnten Jahre „in anständiger, vernünftiger, bürgerlicher Weise" erzogen, um sie für Landwirthschast, Schifffahrt, Künste, mechanische Gewerbe und Ma­nufakturen zu befähigen.

In den Vereinigten Staaten gehören Ehescheidungen zu den größten Alltäglichkeiten. Die Lerington Sentinel erzählt, im Staate Mississippi , Grafschaft Holmes, lebe eine noch rüstige, gut conser- virte Frau, die sich 1823 im September zum ersten Male verehe­lichte, sich aber sofort scheiden ließ und dann noch drei Männer nahm, von denen sie ebenfalls wieder geschieden wurde. Um das firnfundzwanzigjährige Gedächtniß ihrer ersten Ehe würdig zu be­gehen, schied sie sich 1848 von ihrem vierten Manne, wohnte de», Leichenbegängnisse des zweiten bei und heirathete den ersten wieder. Die Heirachs-Ceremonien dieser fünften Ehe wurden von dem dritten Manne vollzogen. Seit vier Jahren lebt sie mit ihrem fünften oder, besser gesagt, ersten Manne im besten Einverständniß.

Zu Marseille hat sich ein angeblicher vr. Lonjon, der in einer vierspännigen Equipage fuhr und alle Krankheiten vermittelst des Galvanismus heilen zu können versicherte, nach wenige» Wochen mit etwa 30,000 Fr. davon gemacht, die er den ihm seine Kuren vorausbezahlenden Leichtgläubigen abgeschwindelt hatte.

Biersylbige Charade.

Die erste Sylbe kannst Du nicht Bei dem Gesang entbehren,

Auch als Vocal hat sie Gewicht,

Du wirst sie immer hören!

Am Monte Viso kömmt an's Licht Die silberhelle Zweite,

Durch Steingeröll und Felsen bricht Ihr Bild und sucht das Weite.

Und hat der Knabe noch die Pflicht,

Die Schul'zu frequentiren,

Vergißt er Dritt' und Vierte nicht,

Wird sie dann mit sich führen.