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fängniffen von defalu ist eine „Tortura del Silenzio" cinge- 1 führt. Das Folterwerkzeug besteht aus zwei kreuzweise den Kopf von Stirne bis zum Nacken und vom Hals bis Scheitel umspannenden Stahlbändern, die, vermittelst einer Schraube zusammengezogen, dem Patienten Len Athcm benehmen. Das erste Opfer, Signore Leo Ree, schien dem Ersticken nahe; die Augen traten ihm aus den Höhlen, und er gab kein Lebenszeichen mehr, als der Wärter die Maschine abnahm und die Oberdehörden rief. Ree kam zu sich, konnte aber kein Wort hervorstottern. Ueber 30 Frauen erleiden die unmenschlichste Behandlung in den Kerkern von Cesalu. Durch dieses System hat die Polizei viele von Bentivenga's Mitschuldigen kennen gelernt, da Manche sich selbst ausliefern, um ihre Verwandten und Freunde zu retten. Doctor Guar- neri stellte sich, um seine Schwester zu befreien, die man um seinetwillen verhaftet und im schwängern Zustand, an ein Maulthier gebunden, sortgeschleppt batte. Guarneri selbst kam aus die Galeeren. Um einen Signore Civella auszu- spüren, hat man seine zwei Brüder, seinen greisen Onkel und seine Schwester, die ein Kind an ihrer Brust hat, eingekerkert. In Palermo darf kein Student nach Sonnenuntergang das Haus verlaflen, darf kein Soldat mit einem Bürgerlichen sprechen. Jeder Matrose, der nach Neapel fährt, muß sich, ehe er an Bord geht, in Gegenwart eines Polizei- inspectors nackt ausziehen. Die Stimmung wird als furchtbar geschildert."
England. Aus London , 29. März, meldet man, daß die Regierung nach allen Häsen Englands neue Befehle geschickt hat, um die Absendung der letzten für Admiral Seymour bestimmten Verstärkungen zu beschleunigen. Bon den 24 Kriegsschiffen, welche die Verstärkungen ausmachen, sind schon 16 abgegangen; die übrigen werden in den ersten Tagest des Monats April absegeln. — Die Maschinenkrast in dön Fabriken Großbritanniens ist gleich 600 Millionen Menschen, und die Produktion ist entsprechend. Der Kobold Dampf mit seinen rastlosen Mvriaden-Armen häuft einen Reichthum in jener Insel auf, der aller Zahlen spottet. 40,000 Schiffe sind in Lloyd's Liste registrirt. Der Waizcn- ertrag ist seit 200 Jahren von 2 Millionen aus 13 Millionen Quarter gestiegen. 1000 Millionen Pfund Sterling bilden das Handelskapital. England bestimmt die Preise des Weltmarktes. Es gibt eine Anzahl Privatleute in ihm, deren jährliche Einkünfte eine Million Thaler übersteigen. Der Reichtbum Englands würde ausreichen, die ganze Bevölkerung ein Jahr lang in Müßiggang zu erhalten.
Schweden . Stockholm , 20. März. (A. Z.) In allen Klaffen der Gesellschaft wetteifert man in Schweden im Sammeln von Beiträgen für die Hungersnoth in Finnland .
In den drei finnischen Lehnen Ulcaborg, Kuopio und Wasa allein finden sich gegenwärtig 229,000 Individuen, welche seit Anfang dieses Jahres.an kein Brod haben, um den Hunger zu stillen, und kein Korn zur Aussaat. Rechnet man nun q /3 Tonne Korn zum Unterhalt für jede Person während der Zeit vom 1. Januar bis zur Eröffnung der Schifffahrt , oder ungefähr zum 1. Juni, so wird der Ge- treidebetrag zum nothwendigen Gebrauch für die genannten drei Lehne im Ganzen 153,000 Tonnen ausmachen.
Rußland. Warschau , 17. März. (Neurussische Polizei.^ Der Polizei-Verwaltung von Warschau unter dem neuen Oberpolizeimeister, General Aniczkoff, muß man nicht bloß das Zugeständniß eines gerechten, sondern auch eines höchst freundlichen Verfahrens einräumen. Einige Vorfälle aus der neuesten Zeit haben den Namen des Generals bereits sehr populär gemacht. Zwei Herren gehen Cigarren rauchend über die Straße, was in Warschau nicht gestattet ist. Der General tritt an sie heran, zieht eine Cigarre aus der Tasche und bittet um Feuer. „Doch was thue ich", ruft er plötzlich, „habe ich ja selbst einen strengen Befehl gegen das Cigarrenrauchen auf der Straße erlassen und müßte mich nun gar selbst verhalten. Ich empfehle mich Ihnen", und damit wirst er die Cigarre fort und geht weiter. In einem öffentlichen Etablissement unterkalten sich zwei Polen ziemlich laut über die Bestechlichkeit der russischen Beamten. Der anwesende General tritt hinzu und spricht: „Meine Herren, über dergleichen Dinge ist s nicht gut, an öffentlichen Orten zu reden,
aber kommen Sie nach Tische zu mir, und dort können Sie bei einer Taffe Kaffee und einer Cigarre gefahrlos und nach Belieben das Gespräch fortsetzen." Wie man übrigens hört, geht der General damit um, das Polizeiwesen nach ausländischem Muster zu reorganisiren. Die öffentliche Sicherheit hat unter seiner Verwaltung schon viel gewonnen.
Amerika. Die Newyorker Staatszeitung ist vom Newyorker Postamte ersucht worden, daraus ausmerksam zu zu machen, daß die Hauptursache, warum so viele von Deutschland kommende Briese nicht an ihre Adreffe gelangen, der Umstand ist, daß die meisten deutschen Briese mit Siegellack versiegelt sind. Wenn die Briefe zusammengepackt sind und auf der Reise durch irgend einen Umstand das Lack erweicht wird, so können die Briese nicht von einander genommen werden, ohne daß Gefahr vorhanden ist, daß die Adreffe des einen oder andern Briefes derart verletzt wird, daß sie unkenntlich bleibt. Erst kürzlich war auf einer Menge von Briefen, die ohne Zweifel nach Milwaukie hestimmt waren, von der Adresse nichts weiter zu lesen als das „kie".
Der Korker Wald-Brief.
(Fortsetzung.)
Item die drei Waldförster sollen dem Probst zu Allerheiligen auf Sanct Martins-Tag geben dreifig Häner, des soll er zu Sand im Backhaus haben, und halten, und einen Keßel da man Gumpust innen siedet, und soll haben daselbst Stehelin, Pföre und Eber.
Item drei Höfe zu Rußbach und drei zu Urloffen haben Gerechtigkeit im Korkerwald, einen untern und einen obern Rink zu hauen, darzu Stückholtz zum Gcbäu und Döbholtz um die Höfe zu verzäunen, und wann sie auf ihren Gütern die an denselben Wald stoßen, zu Acker fahren, mögen sie auf daselbe macht mit ihrem Zichenten Viehe sich der Weide im Wald gebrauchen.
Item welcher Waldgcnoß rügbares Holtz außer dem Wald und Wexde führet, der Verbricht fünf Pfund Pfennig.
Item findet ein Förster einen oder mehr, der rügbar Holtz führet der mag ihme Nachfolgen bis an seinen Hof, gehet der Förster aber ihme nach in den Hof, schlüge dann der, der das Holtz geführet hat, den Förster zu Todt, fället er in den Hof, soll er ihn nicht bessern, fället er aber auswendig, so soll er ihn bessern.
Item welcher seine Güter, so auf Korker Wald stoffen, befrieden will, der soll keinen Lochbaum anzäunen, wer aber das thätc oder schlüge einige Gerten oder mehr um einen Lochbaum, der verbricht fünf Pfund Pfennig, wäre es aber, daß es einem zu leide und wider Willen geschähe, als sich wohl begeben möchte, wann dann derjenige, der den Frieden gemacht hat, behauptet bei seinem Eide, daß er und sein Gesinde das nicht gethan haben, soll er der fünf Pfund Pfennig ledig sein.
Item wer die Baschlaube brauchen will, der soll Jahrs mit den Förstern überkommen um einen Schilling Pfennig.
Item wer im Korker Gewälde Holtz hauet, er feie Waldgenoß oder nicht, welcherlei Holtz das ist, ohne Lochbaum, wann er hauet, so rufet er, wann er ladet, so biedct er, wann er führet, so flucht er, komt er über die Scheide, so ist er ledig.
Item wann ein Förster einen rüget, nimt man ihn am nächsten Montag nach der Rügung nicht für, so ist er ledig.
Item die fünf Heimburgthümer geben Jahrs vom Korker Wald einem Lay-Priester zu Sand vier Fiertel Korns und vier und drei Schilling Pfennig.
Item zu Windschlagen an die Kirche vier und drei Schilling Pfennig.
Item von Appenweier an die Kirche, vier und drei Schilling Pfennig.
Item wir erkennen einen Herrn zu Lichtcnberg der Will- stett innen hat, für einen obern Schirm und Bannerherrn des gemelten Korker Waldes, und wann man die Rechte sprechen soll, so soll derselbe Herr zu Recht sizen und soll haben ein Roß, einen Hengst und ein Pferd, dem Roß soll man geben einen Sester Habern, dem Hengst einen halben Sester und dem Pferd einen Vierling, er soll auch haben