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Holland . Nirgends in der Welt ist der Zustand der Finanzen so blühend als in Holland . Die Regierung hat abermals bei der Zweiten Kammer den Antrag gestellt, für drei Millionen Staatsobligationen einzuziehen. Entstehe kein Krieg, so könne in jedem Jahr 1 Million Ersparnisse gemacht und doch binnen 8 Jahren die Wasserstraßen nach der See verbessert, sämmtliche projectirte Eisenbahnen gebaut, die Emancipation der Sclaven in Westindien durchgesetzt und die Durchstechung Hollands vollendet werden.
Türkei . Bon der Regierung des neuen türkischen S u l- t a n S verspricht man sich viel Gutes, da er viele schäßenS- werthe Eigenschaften besitzt. Er steht in der Blüthe der Jahre, 3t, ist körperlich so gesund und kräftig, daß er des TageS 4 Pferde müde reitet. Er ist streng in der Ausübung seiner religiösen Pflichten, trinkt weder Wein, noch raucht er Tabak, er hat nur eine Frau, hat keine Schulden und ist ein großer Feind des Papiergeldes, dabei ist er gerecht und wohlthätig.
Amerika. New-Iork, 2. Juli Die große Frage in aller Welt Mund war noch immer, wcßhalb die Regierung noch immer keine entscheidende militärifche Vorrückung anordnet. Sämmtliche Polizeicommiffäre in Baltimore find verhaftet und die Stadt bleibt militärisch besetzt. Die rebellischen Truppen von Tcneffee find von Knorvllle abmarschirt, um fich der Vorrückung der Bundestruppen nach dem östlichen Tcneffee zu widersetzen.
Meister und Schüler, Geige und Kind.
Fortsetzung.)
Ein halbes Jahr verstrich, während besten Ferdinand Liebert bei einem anderen Lehrmeister seine Studien fortsetzte. Da geschah es eines Tages, daß der junge Musiker, als er eben eifrig dem Gcigenspielen in seiner Stube oblag, ein lautes Geschrei aus dem angrenzenden Zimmer seiner Wirthin vernahm. Betroffen legte der junge Mann seine Geige hin und öffnete, einen Unfall befürchtend, die Zimmerthüre. Aber er ward Zeuge einer Freudenscene. Schamroth und blöde lag ein junges Mädchen von 15 Jahren in den Armen der verwittweten Kummer, welche ihre, seit zehn Jahren nicht gesehene Tochter umarmt hielt und unter dcu zärtlichsten Ausrufungen herzte. Die bisherigen Pflegeeltern des Kindes hatten dasselbe ihrer Mutter zugesendet, weil seit einem halben Jahre das Ziehgeld ausgcblieben war.
Lina war einfach, aber für die Häuslichkeit und den Fleiß erzogen worden. Sie half bald ihrer Mutter durch Nähen und Putzmachen den nöthigen Unterhalt erschwingen und ward die größte Freude der Wittwe, welche ihr zänkisches Wesen gänzlich ablegte, da ihr. hierzu weder von ihrer Tochter, noch von Ferdinand Liebert eine Ursache gegeben wurde.
Der junge Mann fand jetzt, daß seit Lina's Ankunft das Zusammenleben viel traulicher und an Erheiterungen reicher wurde. Mit Bedauern dachte er an die bevorstehende, baldige Trennung von seiner Wirths- familie. Ferdinand sollte nach dem väterlichen Willen und wegen Geldmangels seine erlernte Kunst zur Geltung bringen und in dieser Absicht eine Kunstreise in Deutsch lands Bäder und kleinere Städte unternehmen. Zu diesem Zwecke hatte er mehrere Concerte und Variationen eingclernt, mit deren Vortrag Ferdinands jetziger Lehrmeister sehr zufrieden war und der nur den Mangel einer guten Geige beklagte, welchem abzuhelfen freilich nicht die Mittel des jungen Mannes auSreichten.
Einige Tage vor seiner Abreise besuchte derselbe die Flußstelle, wo der arme Kummer seinen Tod gesucht und gefunden hatte. Lange vorher schon hatte er in den Stamm eines nahestehenden Weidcnbaums die Anfangsbuchstaben seines einstigen Meisters und darunter ein' Kreuz eingeschnitten. Unter den Zweigen dieser Weide ließ sich der junge Mann nieder und betrachtete mit sinnnendcn Blicken die still vorübergleitcnden Fluthen. In seinen wehmüthigen Erinnerungen sah er sich plötzlich durch die Anrede seiner Wirthin gestört, welche in Begleitung Lina's vor ihm stand und Ferdinands' Gedanken gar leicht errieth. Es war Lina verborgen geblieben, welch' eine Bedeutung dieser Ort für sie und ihre Mutter habe, daher sie munter mit dem jungen Manne zu plaudern begann. Frau Kummer dagegen war um so ernster und trüber gestimmt. Mehrmals haftete ihr Blick dankend auf Ferdinand, der noch immer seinem früheren Meister eine liebende Erinnerung bewahrte und solche eben jetzt hier durch seine Anwesenheit bethätigtc. Das Kleeblatt kehrte von seinem Spaziergange gemeinschaftlich nach Hause zurück und Ferdinand griff nach dem Abendessen nach seiner Geige, um seine Empfindungen in den Tönen des singenden Holzes — wie die Indianer eine Geige zu nennen pflegen — laut werden zu lassen. Es dunkelte bereits und da er gedankenvoll die Geige aus ihrem Futterale hertzorzog, fiel ihm keine Veränderung an jener auf. Sogleich nach den ersten Strichen aber merkte er den Unterschied. Das war nicht seine Geige, nicht deren Bogen, nicht deren ihm so bekannter Ton. Solche Klänge hatte er noch nie in seinem Leben einer' Geige entlockt, noch nie von einer vernommen.
(Fortsetzung folgt.)
Frucht-
Gattung.
Einge
führt.
Aufge-
stelltv.
letzten
Markt.
Ver
kauft.
Mittelpreis per Malter.
Bleibe»
ausge
stellt.
I Malter
Malter
Malter
fl.
kr.
Maller.
Waizen. . .
268
13
268
16
40
13
Kernen . . .
—
Halbwaizen
43
—
43
13
30
—
Korn ....
101
—
97
11
30
4
Haber. . . .
24
2
26
6
9
Gerste . . .
I 2
—
2
8
8
Welschkorn.
7
—
7
438
24
436
24
Frucht - Mittelpreise.
Ein Malter
16. Juli.
Gengcnbach. 18. Juli.
fl.
kr.
fl.
kr.
fl.
kr.
Waizen ....
16
30
16
25
17
32
Kernen.
17
—
—
—
—
—
Halbwaizen . ,
13
—
12
45
12
55
Fees.
—
—
7
36 1
—
—
Korn.
9
30
11
25
12
_
Gerste .....
8
_
—
—
—
—
Welschkorn. . .
13
_
12
45
—
—
Haber.
6
30
5
24
6
22