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um die beim nächsten badischen Gesangfeste zu findenden Lieder festzustellen. Am andern Tage werden sodann sämmt- liche Vertreter der bad. Vereine im Saale der Eintracht dört zusammentreten und Beschlüsse wegen des nächsten allgemeinen Gesangfestes fassen.
Lahr , 20. Aug. (L. W ) Ein recht trauriger Fall ereignete sich gestern in der Bühler'schen Badanstalt. Eine Französin, welche in einem der abgetheilten Bäder badete, sah einen nackten menschlichen Körper durch ihr Bad treiben, sie rief gleich nach Hülfe, doch verstand man sie nicht sofort Erst nach Verlauf einiger Zeit fand man im untersten Bad r>en Leichnam der Tochter der Kupferschmied Streißguth Wittwe Wahrscheinlich von einem Starrkrampf befalle», ertrank sie trotz des nicht hohen Wassers. In zwei Wochen sollte die Unglückliche ihr Hochzeitsfefl feiern. Die Theil- nahme ist allgemein.
Langenbrücken, OA. Bruchsal, 12 Aug. (Karlsr.Z.) Unsere neue Quelle bewirkt außerordentliche Kuren. Eine der auffallendsten ist jene an einer jungen norddeutschen Dame, welche über 2 Jahre an einer solch hartnäckigen Heiserkeit gelitten, daß sie kein lautes Wort hervorbringen konnte. Da bisher keine Mittel gefruchtet, hatte ihr Arzt sie hierher geschickt, in der Hoffnung, Gaseinathmungen an der hiesigen Heilquelle würden Heilung bezwecken — eine Ansicht, welcher der hiesige Badearzt bei der ersten Berathung bcistiminte — und siehe da, heute, nach Zwöchentlichem Kurgebrauche, konnte die Kranke plötzlich mit völlig klarer, lauter Stimme sprechen. Wir halten für Pflicht, diese wunderbare Wirkung unserer Heilquelle zu veröffentlichen, den Leidenden an gedachtem Uebel zum Tröste.
Baßer«. Speper, 16. August. (Pi. Ztg.) Der Zudrang zum Domfeste war am gestrigen ersten Tage ein ganz außerordentlicher. Selbst aus Württemberg waren Theunehmer gekommen, namentlich aber eine sehr hgroße Zahl aus dem benachbarten Baren. Die Bewohner der Umgegend zogen mit ihren Geistlichen i» einer langen Wocession ein, die fast die ganze Hauptstraße vom Altpörtel dis zum Dom einnahm. Nach 5 Uhr Abends kehrten sie, gleichfalls in Processiou, zurück. Im Dome war Kopf au Kopf gedrängt, und mehrere Tausende konnten keinen Platz mehr darin sinden Man schätzt die Zahl der Fremden, welche gestern und vorgestern theils mit der Eisenbahn, theils zu Wagen und zu Fuß hier angekommcn waren, auf 20,080. Die meisten Fremden verließen uns gestern wieder, aber heute zwhen neue Schaaren, darunter wieder mehrere große Prores- sioneu, hier ein.
Preußen. Bielefeld , 13. August. <A Pr Ztg) Gestern Abend traf Se. König!. Hoheit der Großherzog von Baden von Pprmont aus hier ein. Obwohl die'Ankunft erst gegen 10 Uhr^statlfand, so war doch eine große Menschen. mc«ge «erfamnielt, 'tzohbewegt durch die Anwesenheit des Gemahls der Tochter unseres geliebten Königs. Die verschiedenen Sängervcreiue brachten dein erhabenen Gast ein Ständchen, welches sehr freundliche Aufnahme fand. Heute früh setzte der Großherzog seine Reist mit dem Courirzug nach Köln fort.
Berlin , 13. Aug. jKarlsr. Z.) Auf dem gestern hier abgehaltencn Turntage wurde angezeigt, daß die Versamm- lung von dem Kronprinzen, sowie den Prinzen Friedrich Albrecht und Adalbert und dem Herzog von Koburg-Gotha mit brieflichen 'Grüßen beehrt worden sei. Rllseitigc enthusiastische Zubelrufe folgten dieser Mittheilung. Der Antrag auf Stiftung eines deutschen Turnerbundes wurde mit 941 gegen 467 Stimmen abgelehnt. Auf beiden Seiten hatten eiuzelne Deputirte als Vertreter ganzer Verbände mitunter 20 Stimmen und darüber abzugeben. Wie aus den Bedachungen hervorgeht, hat die Verwerfung des Antrags ihren Grund hauptsächlich in dem Bestreben, das Turnwese» als solches von allen politischen Konflikten fernzuhaltcn.
Berli «, 16. Aug. (Karlsr. Z.) Wie hier versichert wird, soll bei den am Rhein bevorstehenden großen Hcrhst- manöveru Sc. Hoheit der Herzog von Sachsen-Loburg-Gotha die Führung des 8. Armeecorps übernehmen. Nach dem Uebungsplan werden »ehrere Tage hindurch das 7. und 8. Armeecorps gegen einander »penre», u.uv sich dann zu einem
großen Schlußmanöver vereinigen. Als fürstliche Gäste bei den rheinische» Truppenübungen bezeichnet man Ihre Königl. Hoheiten die Großherzoge von Baden , Sachsen - Weimar , Oldenburg und Mecklenburg-Schwerin , sowie Ihre Hoheiten die Herzoge von Braunschweig und Sachsen-Alieiwurg. (Auch die activen Großh. Badischen Generale und der General- stabschef werde» auf Befehl Seiner Königl. Hoheit des Groß- hcrzogs diese» Uebungen beiwvhncu.j
Berlin , 17. August. Man schreibt uns aus Köln : Die Einiheiiung der Herbstübungen des 7. und 8. Hecr- körpers für die Zeit der Anwesenheit Sr. Majestät des Königs bei den Truppen ist nunmehr endgiltig wie folgt festgestellt worden: den 10. September: Eintreffen de» Königs bei dem 7. Heerkörper, den II. Sept. Parade, den 12. Septbr. Corpsmanover des 7. Heerkörpers, Beides in den Gegenden von Werrlinghofen und Baarenstein, den 13. Septbr. Parade, den 14. Septbr Corpsmanöver des 8. Heerkörpers in der Gegend bei Bergheim , den 15. Septbr. Ruhe. Den 16. und 17. Septbr. Felvmanöver der beiden Heerkörper gegen einander, den 18. Septbr. Ruhe, den 19. und 20. Septbr. Feldmanöver wie am 16. und 17. Als Oberschiedsrichter bei diesen Uebungen fungirt GFM. Frhr. v. Wränget; als Schiedsrichter: der General der Infanterie und Gen -Znspector der Festungen Fürst Radziwill , der General der Infanterie und commandirendc General des 2. Heerkörpers v Wussow, der General-Jnspector der Artillerie General v. Hahn, der Generallicutenani Prinz Friedrich Karl von Preußen K. H., der Generallieutenant v. Bonin und der Chef des Generalstabes des Heeres Freiherr , v. Molike.
Ungar». P e st h, 17. Aug. Die ungarische Correspon- denz schreibt: „Die k. ungarische Tafel hat in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, keinen Israeliten zur Advocaten- prüfung zuzulaffen; ferner den bereits bestehenden Advocaten jüdischen Glaubens, deren Ernennung noch unter dem früher» Reginie erfolgte, die fernere Ausübung der Advoeatur nicht zu gestatten. Angesichts solcher Thatsachen reicht die ganze geistige Kraftanstrengung Dcak's durchaus nicht hin, dem civiiisirten Europa den Glauben beizubringen, daß der derzeitige moralische Kainpf Ungarns wirklich im Interesse wahrer Freiheit und Gerechtigkeit geführt wird."
Frankreich . Paris , 17. Aug. Aus Italien hat man sehr traurige Nachrichten über den Staub der Aernte erhalte». Die schreckliche Hitze, die wir seit eltiigen Tagen haben, hat dort alle Feldfrüchte vernichtet. Die Hitze war so groß, daß alte Eichen in den Wäldern verdorrte«. Futter gibt es gar keines. Wasser ist nirgends zu haben; alle Bäche und Flüfle sind ausgerrocknet und in Parma und Modena mußte man das Vieh wegen Mangel an Wasser schlachten. Die Italiener haben ihre Zuflucht zum Gebete genommen: sie durchziehen Städte und Dörfer in Prozessionen. Alle Kirchen sind überfüllt, um Regen zu erflehen. Man hegt große Besorgnisse für den nächsten Winter. — Nach dem „Paps" hat ein neapoliiauischer Jnsurgentcnhaufeii (in der Uniform der bourbonischen Gendarmerie) das Dorf San Paolo überfallen, wo sie alle Haupthäuser, besonders bas des Erzpriesters Giovanni Rogati, verwüsteten. Letzterer, dessen Bruder und der Syndik Antonio Capra wurden hierauf auf den öffentlichen Platz geführt, dort bis auf die Haut entkleidet, und nachdem man sie schreckliche Marter hatte ausstehen lassen, mit Bajonnetstichen getödtet. Ein Bewohner, der die Flucht ergreifen wollte, wurde von den Insurgenten festgenommen, in Frauengewänder gesteckt und auf den öffentlichen Platz geschleppt, wo man seine Kleider an- steckie und ihn lebendigen Leides verbrennen ließ.
England. L ond on, 9. Aug. Für einen Deutschen ist es ein seltenes Schauspiel, die hiesigen Frciwillrgenschaa- ren ausrücken zu sehen, welche alle durch ein deutsches Lied, durch das Kücken'sche: „Wer will unter die Wvldaten", zu ihren Drillplätzen geleitet werden. Wirklich hat dieses Lied nicht blos einen europäischen Ruf erlangt,' sondern in der kurzen Zeit eine Reise um die Welt ausgcführt, da nicht nur die Milizen von Neuhollaud auch nach dieser Marsch- wüisp sich bewegen, sondern auch vre Schaaren der Nord- amerikaner unter diesem Gesänge in's Treffen gegen die Vertheidiger des Sclaventhums ausrücken.