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Eine fabelhafte Geschichte.

(Eingesandt.)

Hoch oben, wo über blum'ge Wiesen Des Bergbach's Silberwellen fließen.

Und Felsenmauern das Thal begrenzen Und ringsum gvld'ne Trauben glänzen:

Da lebt' — in trauter Einsamkeit —

In schmucker Hütte eine Maid.

Die gold'nen Locken wallten so reichlich Von ihrer Stirn'; und unvergleichlich War ihrer Augen brauner Schimmer;

Und um die Llppen spielte immer Ein zaubrisch' Lächeln engelgut.

Die Wangen deckte ros'ge Glut;

Der Tanne gleich im nahen Wald'.

So war der Jungfrau Prachtgcstalt.

Und mancher Jüngling voll Entzücke«

Berauschte sich in ihren Blicken;

Ja Bestien wollten ihr gefallen.

Und just die wildesten von allen; »

Denn wo sie ging, war sie umgeben Von einem Schwarm' verliebter Löwen.

Sogar ein Thier, das sonst im Land'

Für das galant'ste nicht bekannt,

Gesellte sich — die Maid zu feiern —

Zur großen Schaar von ihren Freiern.

Es war ein Wolf — ein Wolf? — o nein!

S' war nur ein lammfromm' Wölfeleio.

Der that mit schwarzem Frack sich an Und figurirt als Gentleman;

Denn eh' er fortzog aus den Forsten Riß er aus dem Gesicht' die Borsten;

Ganz glatt zeigt er sich schon von Ferne Jetzt seiner Liebe holdem Sterne.

Und weil von dieses Sternes Strahlen Auch einer war auf ihn gefallen,

Bild't — das verliebte Thier l — sich ein,

Er sei der Hahn im Korb' allein; f

Und schlich zur Maid sich ganz verwegen Mit wohlstudirten Liebesantragen.

Er sprach von cinst'gem Glücklichmachen,

Bis sie ihn unterbrach mit Lachen:

„O Thor, von Deiner Liebe schweige.

Sei froh, wenn ich Dir Mitleid zeige;

Denn glaube mir, trotz Samm't und Seide Seh' ich Dich nur im Schaafeskleide;

Von Außen Mensch — von Innen V i e h — Nein! solchen Ritter lieb' ich nie!

Doch, mußt' ich Dir die Lieb' versagen.

So sorg' ich jetzt für Deinen Magen."

Und wie die spröde Maid verschwunden.

Hat mit der Köchin er angebunden,

„O nimm", ruft er, „in Deinen Schutz mich!" Die aber höhnend spricht: „Da, putz' Dich!"

Und setzte — nach der Herrin Sinn —

Die volle Schüssel vor ihn hin.

Und jetzt bei Bretzeln und Kaffee —

Da überdacht er erst sein Weh;

Und rennet nach dem Mahle fort Und heult zum Abschied noch das Wort:

„Ha Falsche! Deiner ,,„ira"" Blitze

„War'n — bei Gott ! — mehr als schlechte Witze!

„Dahin ist meiner Liebe Glut-

„Doch Dein Kaffee-war wirklich gut!"

Moral:

Willst Du der Liebe Ziel erreichen,

So bleibe hübsch bei Deinesgleichen!!

Auflösung der drei kleinen Räthsel in No. 62.

1. Laus (das Lob) — Laus.

2. 2 Uauä — Mars.

3. Froh — Floh.

Fahrnißversteigerung.

Am Montag den 13. d. M. werben au§ der Verlassen­schaft des verst. Herrn Pfarrers Karl Schmid dahier im Pfarr- hause verschiedene Arten von Fahrnißgegenstände gegen gleich baare Bezahlung öffentlich versteigert; als: Gold-und Silber- waaren, Bücher, zwei ganz große Spiegel, mehrereikleinere Spiegel, Stock- und Wanduhren, verschiedene Glaswaaren, Porcelainwaaren, verschiedene Meubles, Betten und Bett- waaren, Weißzeug, Vorhänge, verschiedenes Küchengeschirr, ein eiserner großer Kunsthcrd, etwas Feld- und Handgeschirr, mehrere große und einige kleine Weinfässer, einige Klafter Brennholz und sonst noch verschiedene Hausgeräthe.

Der Anfang beginnt früh 9 Uhr, wozu die Liebhaber eingeladen werden.

Schapbach, den 6. August 1855.

Das Bürgermeisteramt.

A. A.:

Rathsschreiber Dieterlc.

Offcnbnrger Frnchthalle.

Markt vom 7. August 1855.

Frucht-

Gattung.

Ein­

geführt:

Ausge­stellt vom letzten Markt:

Ber- kauft:

Mittelpreis per Malter.

Bleibe«

aus­

gestellt:

Malter.

Malter.

Malter.

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kr.

Malter.

Waizen. . .

100

100

! 20

30

—

Kernen . . .

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Halbwaizen.

24

12

30

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Korn ....

15

15

12

18

—

Haber . . .

2

10

12

5

18

—

Gerste . . .

5

5

9

54

—

Welschkorn .

146

22

162

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Das Marktgericht.

Frucht - Mittelpreise.

Ein Malter

! Oberkirch | 2. Äug.

1 Achern ! 7. Aug.

Gengenbach 2. Aug.

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Waizen.

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Fees.

: 7

44

Korn.

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Haber.

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30

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—

Brodtaxe für den Amtsbezirk Achern .

Vom 10. bis 16. August 1855.

Der 1 kr. Weck 4* j Lotb, 2 kr. Weck 8 ' 2 Loch.

Weißbrot,: 13 Loch 3 kr., 26' 2 Loth 6 kr.

Halbweißbrod (V* Gries- und ‘,i Bollmehl): 4 ff in runder Form 19V* kr.

Schwarzbrod (> j Boll-, Vj Kernenschwarz- und 5 4 Krön, mehl): 4 ff in runder Form 15 kr.

Verantwortlicher Redacteur: I. Otteni. — Truck und Verlag der Buchdruckerei von I. Otteni & Lohn.