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Mächte 20 Millionen Lhaker von Dänemark za verlangen habe. Di« ErekutirnSkosien de« brutschen BunvcS find von der Dnadeeverfammiuug besonders festzustellen. Die weite­ren Einigungen zwischen Wien und Berlin betreffen die Grundlagen, mit welchen dieselben wabrscheinlich schon in der nächsten Konfcrenzfitzung -ervortretcn düriten. Was auch die meisten preußischen und,preußisch gesinnten Blätter von der Einverleibung sagen mögen, das offizielle Berlin steht bis jetzt mit Oesterreich auf der Grundlage der Personal- union, und zwar unter Bedingtheiten, welche jedes Ein- schleichen dänischer Herrschaft in die Herzogthümer unmög­lich machen. Zu diesem Behuf« würden die Herzogtümer selbstständige Gesetzgebung und Verwaltung, eigenes Heer und Finanzen erhalten. Preußen verlangt außerdem einen BerbindungSkanal zwischen der Ostsee und der Nordsee durch schleSwig-holsteinischeS Gebiet, um die deutsche Schifffahrt von Dänemark , welches die verbündeten Meerengen des Sund und der beiden Beit's beherrscht, unabhängig zu machen."

Holstein. Altona , l8. Mai. Die AltonaerBlät­ter find voll von dem dortigen „Besuche Sr. Hoh. des Her­zogs", wie sie den Herzog Friedrich schlechtweg jetzt nennen. Derselbe hatte bekanntlich oen Empfang nur unter der Be- dinguug angenommen, daß offizielle Kundgebungen unterblie- den. Auf die Anrede der Sprecherin der Jungfrauen, die den Herzog am Thore begrüßten, antwortete der Fürst:

„Ich sehe es als ein besonders glückliches Zeichen an, bei Ueberfchreitung der LandeSgrcuze von der Jugend Alto- na'S mit den schleswig-holsteinischen Farben begrüßt zu wer­den. Mögen die Damen, die ja schon Alle ihr Scherflein zum großen Zweck beigctragen, auch fernerhin die Männer anseuern, wuihig und standhaft auezuharre». Ich trete für das Recht Aller ein, denn mein Recht ist ja unser Aller Recht! Halten Sie treu in Ihren Herzen die Gesinnungen fest, die Sie jetzt für mich hegen. Ich werde cS als ein de- sonders günstiges Zeichen betrachten» hier an der Grenze da» Wappen Schleswig-Holsteins aus schöner Hand empfan­gen zu haben."

Bei dem Festessen im Saale des BürgcrvcreinS. das die städtischen Kollegien veranstaltet, und zu welchem die Vertreter der Korporationen auch geladen waren, nahm der Herzog daS Wort und begann damit, für die Wünsche, die fr eben für seine Gemahlin und Diejenigen, die seinem Her­zen am nächsten ständen, in so begeisterter Weise ausge­sprochen ivorden. zu danken. Se. Hoheit sprach alSdann im Wesentlichen Folgendes:

„Ich weiß die Gefühle zu schätzen und zu würvigen, die mir im Laufe deS heutigen Tages in solchem Maße von der gcsammten Bevölkerung cntgegengedrachr worden sind. 'Ich kann hier nur wiederhole», was ich bereits Einzelnen aus- gesprochen habe, waS ich aber nicht jedem Einzelnen persön­lich sagen kann, daher ich Sie bitte» muß, als die Dolmet­scher meiner Gefühle eS den Tausenden wiederzusagen , daß ich tief ergriffen bin von den Beweisen der Liede, die ich hier empfangen. Ich weiß, daß Sie ln meiner Person die Verkörperung rer Rechte de» Landes ehren, und daß die Ge­fühle , welche Sie mir entgegen tragen, zugleich der Sache gelten, welche ich vertrete. Wir fühlen uns Eins, denn wir wollen ja Alle dasselbe. Wir wollen nur unser Recht, aber wollen auch unser ganzes Recht. Allerdings ist es uns bis­her nicht vergönnt gewesen, in der Weise für unser Recht einzutreten, wie dies Andere mit solcher Tapferkeit für uns gethan. Allein wir haben bas Bewußtsein, daß nur die Um- stände unS verhindert haben, so recht seldstthätig für unsere Befreiung cinzutreten, und daß nur jederzelt bereit sein wer- den, unsere ganze Kraft aus das Aeußerste einzufetzen zur Erreichung des Zieles, das unser Aller Herzen erfüllt — dieses Ziel ist die Freiheit Schleswig-Holsteins! Unser theu- re« Vaterland Schleswig-Holstein lebe hoch!"

Tom Kriegsschauplatz. Die „Schlesw.-Hostein. Ztg." meldet: Die vielen Verwundungen und Verstümme- laugen unter der Mannschaft der Fregatte „Schwarzenberg " sind weniger den dänischen Geschosse», als dem Umstande zu- zuschreiben, daß die Oesterreicher, um schneller feuern zu können, es rlskirt hatten» «ne größere Anzahl gefüllter Bom­

ben bei sich in den Batterien za pkaziren, von denen mchperoi» Brand gerikthen und im Schiffe krepirten Sv auch find Viele durch den unglücklichen Umstand um's Leben gekM- men, daß die Mannschaft am Fockmaste gerade indem Au­genblicke oben mit Klärung »er Takelage zu thun hatte, alS durch eine dänische Granate zuerst ein Segel und darauf die ganze Takelage des Fockmastes in Brand gerieth.

Jütland . Fridericia, 14. Mai. (Fr. I.) Nach­dem Dienstag und Mittwoch mit dem größten Eifer, gleich­sam um das ln den ersten Tagen Versäumte wieder nachzu­holen, an der Demolirung der Festungswerke gearbeitet wor­den, wurden vorgestern Mittag mit dem Glockenschlag 12 die Arbeiten eingestellt und werden während der Waffenruhe auch nicht wieder ausgenommen werden. Sollte übrigens aus den Berathungen der Friede hervorgehen und die Dänen wieder in die Festung cinziehen, so werden sie von allen ihren stolzen Werken eigentlich nur noch die Wälle vorfinden. Alles Mauer- wcrk, bis auf das Koldingcr Thor, ist gesprengt, das mühsam gesammelte Wasser ist abgelaffen, die Pallisaden entfernt, die Faschinen und Schanzkörbe angebrannt oder durchschnitten. Dem Zerstörungswerk ist nur noch die Schleifung der Wälle Vorbehalte». — Das hier erbeutete Kriegsmaterial ist größ- tentheils nach Wonsild, ’/* Meile südlich von Kolbing, ge­schafft, wo nicht nur die Geschütze aufgefahren sind, sonder« auch hohe Haufen Pallssadcn aufgeschlchtet liegen. Als heute Mittag abermals ein Transport mit Holzwerk, namentlich mehrere Wagen mit in den hiesigen Magazinen Vorgefundenen, noch ungebrauchten Laffcttenrädern aus Eichenholz, nach Won­sild geschafft werden sollte, wurden die Wagen am Thor durch mehrere hiesige Bürger angchalten, die ein großes Geschrei erhoben und erklärten, daß'Alles, was bis zum Eintritt der Waffenruhe nickt aus dem Bereich der Festung herausgeschafft sei, ihr Eigcnlhum wäre. Die Fortschaffung desselben sei eine Verletzung des Völkerrechts. Der den Transport begleitende Feldwebel ließ sich durch dieses Geschrei verblüffen und schickte zum Commandantcn, um Verhaltungsmaaßrcgel» einzuholen. Dieser, bei dem die Bürger gleichfalls ihren Protest erhoben, wurde eben so unschlüssig und hielt es für nothwendig, erst auf telegraphischem Wege in Äoldmg anzufragen, was er thun sollte, worauf ihm da»» der Bescheid ward, unbekümmert um den Protest den Transport fortzusetzcn. — Die Festung ist jetzt nur noch von der Brigade Thomas besetzt; die Brigade Nostiz ist gestern nach der Westküste abmarschirt.

Frankreich . Paris , 15. Mai. In dcr „Presse" rückt Hr. E. v. Girardi » Hrn. I. Favre wegen seiner in dem Gesetzgcb. Körper kundgegcbencn Danomanie scharf z« Leibe. Er sagt u. A.: „Weht das nationale Banner im dänischen Lager oder in den Herzogthümern? Wenn die Bewohner Holstrins ausschließlich deutsch sein wolle», auf welches Recht stützen sich alsdann die HH . I. Favre und Gucroult, wen» sie sich Dem widcrsetzen und verlangen, daß Frankreich sich gleichfalls wldcrsrtzr, während sie eS auf dcr andern Seile gegen die Russen drängen, um Polen deren Herrschaft zu cnlrcißen? I» wie fern ist die Herr­schaft Dänemarks über Schleswig-Holstein begründeter, als die RußlanbS über Polen ?" In Bezug auf die Behauptung I. Fapre'S, Frankreich müsse mit dem Schwert für die Heilighaltung jedes Vertrags einstchen, den es unkerzeichnet, bemerkt Girardin, daß es alsdann auch die Verträge von 1815, die von Villafranca und Zürich heilig b-ritcn müsse. Wie aber alsdann, wie I. Favre ungestüm verlange, einen Krieg anfanuen, um dem Kaiser von Oesterreich Vcnetien zu entreißen? Oder wenn I Favre Frankreich das Recht zugcsteht, Vcnetien von Oesterreich lvSzureißen. wie wolle er bann auf dcr andern Seite Deutschland da» Recht streitig machen, den Dänen Schleswig-Holstein avzunrhmen. „Seid doch ehrlich (ruft Girarvin), Ihr Männer ver Krieg-Partei! Sagt einfach, daß Ihr Krieg wollt, um unterwegs der Revolution zu begegnen, selbst aus die Gefahr Hill, di« Civilisation in Europa allem Unheil und allen Gcwalkthaten preis,»geben, die sie in der neuen Welt zwischen Mississippi , Polomak und Tennessee auszustehen hat."

Pari-, 20. Mai. (Sch. M.) Ein Artikel des Hcu 7 tlste« „Tonsiltitlkonnek" führt auS) dcr dänisch -deutsche Kon­flikt sei vor Allem «üir Frage der Nationalität, zeigt di«

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