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wo von ver Tadtaauer Feuerwehr die Hauptübung abgrhalten wurde. Die Uebung fiel ia allen Beziehungen sehr gut aus und wurde dem wackern Corps einstimmig das Lob zu Theil, mit Ruhe und Energie, sowie mit größter Unerschrockenheit gearbeitet und seine Aufgabe auf das Vollkommenste gelöst zu haben. Besonders verdienen die wackern Schlauchführer uns Steige: volle Aner­kennung. Rach dem Schluß der Uebung bewegte sich der Zug in gleicher Ordnung in die Stadt zurück, worauf bald das Bankel seinen Anfang nahm. Ein auf einem nahen Berge losgebranntes schöne- Feuerwerk beschloß die Feier. Der folgende Tag trennte die fröhlichen Theilnebmer, die auf das Herzlichste verabschiedet wurden. Das nächstjährige Oberländer Feuerwehrfest soll in Hal- tingen abgehalten werden.

Müllheim , ll. Aug. Gestern Abend gegen 6 Uhr ereignete sich in Niedereggenen ein furchtbares Unglück. Pflugwirth Danner von Obereggenen war mit seinem Fuhrgeschirr im dasigen Stein­bruch, um einen Wagen Steine adzuführen. Außer D. befand sich Niemand im Steinbruch; er hatte den Wagen geladen, war abge­fahren, legte den Radschuh ein, ebenso die «Sperrkette und zog die Mechanik an; nachdem dies Alles in Ordnung, will er sich zu den Pferden vordegeden, fällt aber in der Gegend der Vorderräder, da ein Gesträuch den Weg noch mehr verengt, und bringt den linken Arm ins Rad, welcher ihm dadurch mehrmals gebrochen wird und er auf den Rücken zu liegen kommt. In dieser Stellung erfaßte ihn das Hinterrad mit dem Hemmschuh oberhalb der Schenkel und so wird der Unglückliche gegen 60 Fuß über Stock und Stein fort- geschlelft. Ein Mann, der sich eine Viertelstunde weit davon auf der Landstraße befand und eine Magd aus dem Dorfe, die die verzwcifluugsvollen Hülfer«rfe hörten, waren die ersten, welche an dem Orte des Schreckens eintrafen. Nachdem Männer herbeigeholt und der Wagen gehoben worden, konnte der furchtbar zerrissene und zerquetschte Körper hervorgebracht werden. An Rettung war nicht mehr zu denken. Noch einige Zuckungen und der Tod trat ein.

Aus dem Kraichgau,l5 . Aug. (B.L.Z.) Die Wahlen zu dem nächsten Landtage und den Kreisrächen werden von der ultramontanen Seite sehr gut vorbereitet, während von der Fort­schrittspartei nichts zu geschehen scheint. Erst kürzlich bereiste ein eifriger junger Geistlicher zu diesem Zwecke einen Theil unserer Gegend und fand bet unseren Gemeinderäthen und StifrungS- vorständen guten Eingang.

Frankfurt , 15. Aug. Der „Darmst . Ztg." wird von hier geschrieben: „Die hier versammelte Bundescommisston, welche wegen Einführung eines gleichen Maaßes und Gewichts für ganz Deutschland zusa -,menberufen worden ist, hat sich über einen, aus 18 Artikeln bestehenden und mit drei Beilagen versehenen „Ent­wurf einer deutschen Maaß- und Gcwichtsordnung" geeinigt, wel- cher der Bundesversammlung mit einem kurzen Begleituugsderichte vorgelrgt werden soll. Dieser Entwurf nimmt den Meter als die Grundlage des deutschen Maaß- und Gewichlesystems an; die hier­aus, vermittelst des Dezimalsystems sich ergebenden Maaße und Gewichte (letztere aus dem Gewicht des die Hohlmaaße füllenden Wassers abgeleitet) sind in der Beilage a des Entwurfs mit ihren, dem Französischen entlehnten Namen verzeichnet, während die Bei­lage « die außerdem zulässigen Maaße und Benennungen aufführt. Hienach ist insbesondere bei den Längenmaaßen noch die Meile gleich 7500 Meter, ferner die Eintheilung der Ruthe gleich 5 Me- ter in und Viooj die Eintheilung des Meter zur Messung von Langwaaren in Halde, Viertel, Achtel und Sechszehntel, und der Fuß gleich 3 /k» Meter mit Theilung in 10 Zolle, des Zolls zu 10 Linien; bei den Flächenmaaßeu der Morgen gleich y* Hektar oder 2500 Quadratmeter re.; bei den Hohlmaaßen die Eintheilung des Hektoliters in Halbe und Viertel, und die fortgesetzte Halbirung des. Liters zulässig; bei den Gewichten soll die Eintheilung des Pfundes und CentnerS, sowie die Benennung der Unterabtheilun­gen durch die LandeSgesetze bestimmt werden. Beilage 0 des Ent­wurfs endlich normirt die bei dem Aichen der Gebrauchsmaaße und Gewichte zulässige Fehlergrenze. Der Entwurf selbst enthält noch Bestimmungen über den Urmaaßstab und das Urgewichtstück für Deutschland , über das Aichen und über die Einführung dieser all­gemeinen deutschen Maaß- und Gewichtsordnung in den einzelnen Bundesstaaten."

Hesse «. D a r m st a d t, 14. Aug. Nach dem schon erwähnten Ausschreiben der Oberstudiendirection an die Kreisschulcommissionen über die Einführung des Turnens in den Volksschulen soll der Turn­unterricht in allen Gemeinden, in denen hierzu befähigte Lehrer vor­handen find, alsbald beginnen und, wenn die nöthigen Mittel durch die Gemeinden nicht beschafft werden können, wenigstens in Frei­übungen nach dem Spieß'schen Systeme bestehen. Die Theilnahme

an dem Unterricht, welcher in schulfreien Stunden ertheilt tverden soll, sinder bei der männlichen Jugend von dem 9. Jahre an statt, eine allgemeine Bethciligung der Schüler soll angestrebt, jedoch uicht er­zwungen werden. Ferner soll der Unterricht unentgeltlich in der Regel von den Lehrern der betreffenden Schulen ertheilt werden. (N.F.ZZ

Kurhesse». Kassel , 16. August. Die deutschen Kunstge­noffen haben beschlossen, ihre nächste Versammlung in Kassel zu hatten. Der hiesige Bürgerausschuß hat darüber Freude und Dank ausgespro­chen; auch der Gemeinderath und die gesammte Bürgerschaft werden ohne Zweifel den Kieler Beschluß sehr willkommen heißen. Ob aber auch die Regierung und namentlich ver Kurfürst, das dürfte sehr frag- lich sein. Derartige Versammlungen in unserer Residenz gehören zu den unerhörten Dingen; selbst die älteste der deutschen Wanverver- sammlungen, die der Naturforscher, hat in Kassel noch nicht getagc, und zwar ohne Zweifel aus Gründen, die in unseren eigenrhümlichen Regierungsverhältniffen liegen. Eine Förderung der Kunst gebörr vollends zu den unerfindlichen Dingen am jetzigen Kasseler Hofe. Alle Welt weiß ja, wie ängstlich die reichen Kunstfchätze ver hiesigen Gal­lerten hinter Schloß und Riegel gehalten werden. Im Jahre 1848- setzte das Ministerium Eberhard, unter dem Drucke der öffentlichen Meinung, es durch, daß die Gemäldesammlung und das Museum einige Tage wöchentlich geöffnet wurden; kaum aber war Hassenpflug wieder ins Land gekommen, so stellte der Kurfürst den alten Zustand wieder her: nur gegen schweres Geld läßt sich ein flüchtiger Besuch erlangen. (Schw. Mrk.)

Württemberg . Böblingen , 16. August. (Schw. Mrk.> Heute gab es auf der Stuttgarter-Böblinger Straße, da wo die Sin- delfinger Straße in die Staatsstraße einmündet, ein großes Unglück. Der Wagen eines Fuhrmanns aus dem Oberamt Nagold , weicher mit Tuchwaaren beladen war, gerieth in Brand auf eine bis jetzt noch nicht erhobene Weise, und sämmtliche Waare im Werth von mehreren tausend Gulden soll zu Grunde gegangen sein.

Sachsen . Jena , 14. August. (Burschenschaftssest.) Den ganzen Tag über langten wiederum zahlreiche Zuzüge von Festtheil- nehmern an. Bon 4 — 6 Uhr fand in der Univerfitätskirche große Mufikaufführung statt und von 6 Uhr an begrüßte Festmusik in der Halle die Festtheilnehmer. Dr. Wild von hier richtete Namens des Festausschusses Worte der Begrüßung an die Versammlung. Hierauf sang ein Gesangverein von der Musiktribüne herab ein besonders zuv Begrüßungsfeier gedichtetes und componirtes Lied und das deutsche Vaterlandslied. In der zehnten Stunde brannte man auf der Saale ein Feuerwerk ab, und gleichzeitig glänzte auf dem gegenüber gelege­nen Kernberg ein riesiger Burschenschaftszirkel, bestehend aus 200 Fackelträgern, die in dieser Form aufgestellt waren. (R. Frkf. Z.)

Jena, 15. August. Am heutigen Hanptfcsttag des 50jährigen Burschenschaftsjubiläums sammelte man sich auf dem Platze vor der neuen Bibliothek zum Festzuge. 24 Festjungfrauen vertheilren Eichen­zweige unter die Burschenschafter. Nach 10 Uhr erschien die alte, durch die ©türme der Zeit gerettete Wartburgsfahne. Der Zug setzte sich hierauf in Bewegung. Die Warlburgsfahne wurde getragen von Professor Scheidler (der ursprüngliche Träger, Graf Keller, war zu erscheinen verhindert), zur Seite die Veteranen Horn, der den Ge­danken zur Burschenschaft gegeben, und Riemann, einer der Stifter. Nun folgten die „Alten" von 1815—1819, verhältnißmäßig zahlrei­cher als die späteren Jahrgänge; Ehrengäste und Festcomitee; die alten Burschenschafter bis 1860 nach den Jahrgängen (Jahrzehnten); ein Mustkcorps und schließlich die jetzt studircnden Burschenschafter. Erlangen , Heidelberg , Tübingen , Bonn , Halle, Leipzig hatten ihre Conringente geschickt. Der stattliche Zug bewegte sich nach dem Eich­platze, wo Horn einige Worte an die Versammelten richtete. Nach Abfingung eines Liedes zog man auf den Marktplatz, wo vor der Statue des Kurfürsten, Johann Friedrichs des Großmüthigen, des Stifters der Universitär, das Podium für das Musikcorps und den Festredner aufgeschlagen war. Die Festouvertüre bildete ein schön ge­bundener Strauß vaterländischer Lieder. Ihr folgte Venedeps Fest­rede. Diesen Act schloß das von Friedr. Hofmann gedichtete Jubel­festlied mach der Melodie: „Wenn einst ein Geist rc." Gegen 1 Uhr setzte sich der Zug wieder in Bewegung hinaus zum Festplatze in die Festhalle, wo um 2 Uhr das Festessen begann. (Frkf. I.)

Oesterreich. Wien , 13. August. Das Zustandekommen des Compromiffes zwischen Oesterreich und Preußen — und daß die Grund­lagen eines solchen gefunden worden, ist nicht zu bezweifeln — ist weniger der Kunst der Diplomaten und Staatsmänner, als der per­sönlichen Initiative der beiden Monarchen, deren festem Willen, ihre fteundschastlichen Beziehungen nicht stören zu lassen, zu verdanken. Im Augenblick der höchsten Krise nämlich, am verflossenen Mittwoch, gelangte ein Handschreiben des Königs Wilhelm an den Kaiser Franz , Joseph, über dessen Inhalt ich selbstverständlich keine Auskunft zu er-