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Dkttkrslzrrstückr eiugezoge» und neue Sechs- und DrettreuzerMcke geprägt werden.

Hesse«' Für das Lutherdenkmal in Worms sind bis jetzt 178,800 fl. eingekommen. Man hat sich endlich über einen Platz, wo das Denkmal aufgestellt werden soll, geeinigt. Er ist nahe beim Bahnhof, etwa 560 Fuß von dem ehemaligen Bischofshof,, dem Hepl'- schen Garten entfernt.

Württemberg . Mühlhausen a. N., 16. Aug. Nachdem der gutsherrschaftliche Wald- und Gutsaufseher dahier im Laufe des vorigen Winters mehrere sehr schöne, dem hohen Norden unseres Welttheiles angehörige Wasservögel geschossen, erlegte er am 15. ds. früh einen schwarzen Storch, dessen Heimath Afrika ist. Derselbe ist ein Prachtexemplar und mißt bei ausgebreiteten Flügeln 6*/ a Fuß.

Bayer». In München hat sich ein Verein gebildet, der den Zweck hat, mittellosen Perionen, die durch einen Unfall Hand, Arm oder Fuß eingebüßt haben, Ersatzglieder, Arm- unv Beinschienen, Krücken re. anzuschassen. Ueber 200 Personen aus allen Ständen sind bereits Mitglieder. Borstand des Vereins, der sich über das ganze Königreich erstrecken soll, ist Regimentsarzt Dr. Friedrich.

Sachsen . Dresden , 16. August. (A. ZI Der aus dem amerikanischen Krieg sehr bekannte nordstaatliche General M'Clellan weilt seit einigen Tagen hier und besucht mit großem Wohlgefallen und Eifer alle Museen, Rüstkammern und sonstigen Kunst- und Alter­thumsschätze, an denen unsere Stadt so reich ist. Er will besonders in Deutschland militärische Studien machen, und namentlich das preußische Heer, dessen Bestimmung der allgemeinen Dienstpflicht aller Staatsangehörigen seine große Aufmerksamkeit erregt hat, näher ken­nen lernen.

Jena , 17. August. (Fr. I.) Mit dem gestrigen allgemeinen Kommers in der Festhalle hat das dreitägige Jubiläum der deutschen , Burschenschaft seinen Abschluß erhalten, ist auch den etwa »och zurück- bleibenden Gästen heute uud morgen uoch Gelegenheit zu einigen j musikalischen Genüssen geboten. Der Kommers, namentlich dessen Schluß, der „Landesvater", verlief in den offiziellen Theilen in nur von studentischen Kreisen zu würdigender Akkuratesse. Die gehaltenen Reden (auch ein 87jähriger Jenenser aus den Jahren 1798 bis 1801, ein Dr. Hagen, sprach) gingen theilweise auf die Frage des Getrennt­seins oder der Bereinigung der Burschenschaften. Das Beste davon waren ohne Zweifel die wenigen Worte Horn's: „Sion multa, sed niultum! Wenn wir ein einiges, starkes Baterland, so erhalten wir es nur durch Einigkeit. Es lebe das einige, starke Vaterland!" Einen kräftigen Gruß der deutschen Turnerschast brachte der Burschen­schafter Götz aus Lindenau , AuSsichußmitglied des deutschen Turn­vereins , mit manchem treffenden Morte über die Beziehung beider. Bei hereinbrechcndem Abend gewährte der Festplaß emen reizenden Anblick. Längs der Alleen, welche der in ihrem grünen Tannenschmuck so freundlichen Festhalle gegenüber, liegen, zogen sich Reihen bunter Laternen; elektrisches Licht warf Tageshelle auf den äußerst belebten Platz vor der Hütte, und zwischen den dunkeln Bäumen der Paradies- wicse prasselte ein Feuerwerk empor. Heute zerstreuten sich die Fest- gmoffen nach allen Seiten. UebrigenS werden noch zwischen Bevoll­mächtigten zweier hiesigen Burschenschaften und einigen Alten heute Besprechungen über die Einigungsftage gepflogen.

Preuße». Berlin , 15. August. Die Zeidler'sche Corre- spondenz schreibt: „Wir dürfen mittheilen, daß bei den jüngsten Ver­handlungen zwischen Preußen und Oesterreich, das Gutachten der

Äronspudici eine entscheidende Rolle gespielt hat. Ausdrücklich zu dem Zwecke, um den Wiener Hof über die Rechtsgrundlage der Anträge, die Preußen an denselben stellte, aufzuklären, war der Befehl hieher gelangt, daS Gutachten schleunigst nach Gastein gelangen zu lassen. Diesem Verlangen wurde am 31. Juli genügt, nachdem das Gutach­ten in einer Sitzung des Kronspndicats am Tage vorher seine end­gültige Genehmigung erhalten harte. Da aus dem Gutachten hervor­geht, daß der augustenburgifche Prätendent kein dem Wiener Frieden vorgehendes Recht besaß, so mußte für Oesterreich jede Veranlassung, den abenteuerlichen Bestrebungen des Augustcnburgers durch eine ofst- cielle Protection ein ernstes Gewand umzuhängen, wegfallen. Da ferner das Gutachten den Grundsatz aufstcllt, daß die beiden deutschen Monarchen nach Maßgabe des Wiener Friedens Souveränctätsrechte in den Herzogthümern erworben haben, so war hiermit die Richtschnur für die Bestimmung der Functionen gegeben, welche die Commiffäre der deutschen Monarchen in Schleswig-Holstein auszuüben haben. Endlich ergab sich die richtige Folgerung, daß Preußen unv Oester­reich Nicht blos befugt sind, einen von der Agitation unabhängigen Souverän in den Herzogthümern einzusetzen, sondern auch die Moda­litäten zu stipuliren, unter denen die beiden deutschen Großmächte ihre Herrschaft auf den neuen Souverän übertragen wollen. Es ist mit letzterem eine Berufung und Beftagung rer Stände nicht aus­

geschlossen, doch würde das Gutachten derselben keine entscheidende Gewalt besitzen, die vielmehr bei den Inhabern der Svuveränetät verbleibt. Es wird auch in der Vollmacht des Königs Wilhelm und des Kaisers Franz Joseph liegen, das schleswig-holsteinische Mi­litärwesen zu organifiren. Doch wird diese Aufgabe für jetzt hinter die Nothwendigkeit, der Landesregierung eine zuverlässige Gestalt zu geben, zurücktreten."

Berlin , 17. August. Dem Artikel der ofsiciöfen „Provinzial- cokrcsp." über die schleswig-holsteinische Angelegeeheit entnehmen wir folgende Stelle: Wunderbar genug ist es, daß die österreichische Poll- tik erst nach der neueren Wendung der Dinge Theilnahme für die Augustenburgischc Sache gezeigt hat. Von dem vermeintlichen Erb­recht des Prinzen Friedrich haben die Wiener Staatsmänner nie eine hohe Meinung gehabt, und beim Beginn des Kampfes gegen Däne­ mark stand Oesterreich der Gedanke sehr fern, sich zum Verfechter der Augustenburgischen Ansprüche -zu machen. Wenn gerade jetzt die öster­reichische Politik sich zu entgegengesetzten Auffassungen und Bestrebun­gen bekennen sollte, so würde Preußen darin kem Zeichen dundes­freundlicher Gesinnung erblicken dürfen'. Unser König hat seinerseits wahrlich keine Veranlassung, sein unanfechtbares Recht vor Ansprüchen zu beugen, deren Unhaltbarkeit sich auch aus dem Gutachten des Kronspndicats zweifellos herausstellt, und die Herzogthümer dem un­beschränkten Walten einer Partei zu überliefern, welche von dem Geist des Undanks und des Wiverstrebens gegen Preußen beseelt isi. Was endlich die Rücksichtsnahme auf die Bundesstaaten betrifft, so ist daran zu erinnern, daß der Bund thatsächlich weder an dem Krieg gegen Dänemark Theil genommen, noch bei dem Friedensschlüsse mitgewirkt hat, und daß derselbe rechtlich in keiner Weise befugt ist, über Erb- schaftsfragen Entscheidung zu treffen und über die Geschicke des nicht um deutschen Bundesverband gehörigen Herzogthums Schleswig zu ^schließen. Wie sollte Oesterreich dazu kommen, dem Bundestag jetzt solche Aufgaben zu überweisen? Was Oesterreich, was Deutschland mit Recht verlangen kann, ist einfach, daß Holstein nach wie vor als Bundesland seine Verpflichtungen gegen den deutschen Bund erfülle. Dafür aber würde das Schntzverhältniß zu Preußen eine wesentlich erhöhte Bürgschaft gewähren. Alle Forderungen, die darüber hinaus­gehen, wurzeln nicht in der Achtung vor dem deutschen Bundesrecht oder in der Fürsorge für die Gesammtintereffen Deutschlands , sondern in der Mißgunst und dem Uebelwollen gegen Preußen. Wenn die österreichische Politik sich auf diesen Boden stellen wollte, so wäre freilich den guten Beziehungen zwischen Oesterreich und Preußen jeder innere Halt genommen.

Berlin . 18. August. Die Rordd. Allg. Ztg. sagt: Die Nach­richt, daß in den Gasteiner Verhandlungen eine endgiltige Entschei­dung der schleswig-holsteinischen Frage stattgefunden, bestätigt sich, wie wir hören, nicht. Die Vereinbarungen beziehen sich nur auf die Fortdauer und Regelung der Mitherrschaft. Die endgiltige Entschei­dung wird von weiteren Unterhandlungen abhangen.

Bonn , 18. August. Sicherem Vernehmen nach ist zur Unter­suchung des beklagenswerthen Vorfalles, welcher dem Koche Eugen Ott das Leben kostete, eine geinischte Commission eingesetzt, bestehend aus einem Divisions-Auditor und dem hiesigen Jnstructionsrichter, welche init dem 19. d. MtS. ihre Functionen beginnen wird! Es sind auf diesen Tag schon viele Zeugen vorgeladen. (Köln . Z.)

Oesterreich. Salzburg , 20. Aug. Im Laufe des gestrigen Tages hatte der seinem Monarchen vorausgeeilte Hr. v. Bismarck wiederholt Besprechungen mit dem Kaiser, dem Großherzog von Oldenburg und dem Grafen Mensdorff. Abends 7’/, Uhr langte der König von Preußen von Gastein dahier ein und stieg im Gasthaus zum Erzherzog Karl ab. Er wurde daselbst von dem Kaiser, den Erzherzogen Ludwig Viktor und Joseph , von dem Hrn. v. Bismarck und Grafen Mensdorff erwartet. Von der Menge lebhaft empfangen, wurde die preußische Majestät von ihrem hohen Verbündeten auf das Herzlichste und Wärmste am Reisewagen begrüßt, und in Begleftung der Erzherzoge unv der beiderseitigen Minister des Auswärtigen in die Gemächer geleitet. Im Verlauf des Abends wohnten die Herr­scher von Oesterreich und Preußen einem ihnen zu Ehren gegebenen Ballfest im Hotel Schwarz auf kurze Zeit an. Gegen Abend wird der Wiederabreise der österreichischen und preußischen Majestäten entgegengesehen, zu deren Begrüßung gestern Abends noch spät der greise König Ludwig und der Großherzog von Hessen aus Leopolds­kron berbeigecilt waren. (A. Z.)

Wien , 22. August. Die „Neue Wiener Presse" schreibt: Die Gasteiner Vereinbarung, welche nächsten Donnerstag veröffentlicht werben dürste, spricht Preußen Lauenburg gegen eine Geldentschadigung definitiv zu; Schleswig kommt unter preußische, Holstein unter öster­reichisch« Verwaltung; Preußen behält den Kieler Hafen, mit Be- satzungsrccht für Rendsburg und das Recht den Norvostseekanal,