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deutschen Nation in Bälde einlrelen, dieselbe wird zu denjenigen der sreiheitlichen Bestrebungen zurückkehren und der Kampf um so lebhafter werden, als in dem größeren Theile der Staaten, die an dem norddeutschen Parlament Theil zu nehmen berufen sind, die freiheitliche Entwicklung größere Fortschritte gemacht hat, als in Preußen selber, und eine Rückwirkung auf das preußische Volk unvermeidlich sein wird.
Tagesgeschichtliche Mittheiluugen.
Aus Baden , 27. Aug. (B.L.Z.) Mit den Friedensverhandlungen m Berlin ist noch eine andere wichtige Sache abgemacht worden: es haben nämlich die Regierungen von Bayern , Württemberg und Ba den ihre Bereitwilligkeit erklärt, als L a n d e s m ü n z e den bisherigen Vereinsthaler und überhaupt den Thalerfuß auzunehmen und durchzuführen. Dadurch entstünde in Deutschland einmal eine Münzeinheit und würden wir von dem Piratentribut befreit, den wir bisher an die Frankfurter Geldwechsler und Bankiers für die Vermittelung der norddeutschen gegen süddeutsche Werthe bezahlten.
‘ Sasbach am Rhein , 26. Aug. (Fr. Z.) Wir haben hier schon wieder den Verlust eines Menschenlebens in den Fluchen des Rheines zu beklagen. Gestern 'Nachmittag fiel der Schiffsknecht des hiesigen Fahrwirchs noch ziemlich nah am Ufer über Bord eines kleinen Nachens , der zur Rheinüberfahrt dient. Er sank augenblicklich unter, ohne wieder zum Vorschein zu kommen.
Lahr , 29. Aug. (L.W.) Vor etwa 8 Tagen beging der Lammwirth Hechinger in Kuhbach den frevelhaften Leichtsinn, eure kranke Klth, welche er einige Tage yorher, bereits krank, um wenige Gulden gekauft hatte, mit Umgehung des Fleischbeschauers zu tödten und zu Schwartenmagen u. s. w. zrr verarbeiten. Jetzt liegen etwa 20 Personen in Kuhbach, mehrere in Reicheubach und Lahr , rvelche davon genossen, schwer krank an Erbrechen und Abweichen. Hier starb auch gestern das 2jährige Kind des Mehlhändlers Huber, das am Sonntag Abend mit der ganzen Familie Schwartenmagen von der kranken Kuh gegessen. Heule starb auch Lammwirth Hechinger in Kuhbach selbst, der so großes Unglück über die benachbarten Gemeinden gebracht hat. Außer in Lahr , Kuhbach und Reichenbach liegen nun auch in Burg heim viele Personen durch Fleischvergiftung erkrankt. Hier sollen wenigstens 25 Personen, großenlheils ganz bewußtlos, dattegen Die ganze Familie des Mehlhäudlers Huber ist noch in größter Gefahr.
— Der „Coustitutionnel" zieht aus den preußischen Adreßver- handlungen den Schluß, daß die Fortschrittspartei in Preußen hinfort von der'Tagesorduung verschwinde und König Wilhelm in der That als absoluter König regiere. Die Auflösung der Fortschrittspartei gebe überdies ihren Gegnern, soweit es die Partei selbst betreffe, vollkommen Recht.
Aus Holstein, 26. Aug. Man schreibt dem „Franks. Journ.": Es ist bekannt, daß vor dem Einmarsch der Preußen und Oesterrei cher in Schleswig von dem Herzog Friedrich alle Vorbereitungen zur Bildung einer Armee getroffen waren. Es wurden Waffen angekauft , Uniformen genäht, Offiziere designirt, und in Altona wurden ca. 600 junge Leute zu Unteroffizieren ausgebildet. Die Waffen wurden größtentheils außer Landes gelagert, die Uniformen aber wurden iii verschiedenen Städten Holsteins angefertigt, und als im Februar 1864 die Arbeiten plötzlich eingestellt wurden, blieben die fertigen Unisormstücke wie das noch nicht gebrauchte Tuch im Gewahrsam verschiedener zuverlässiger Leute. Dieser Tage nun haben Denunzianten die Orte, wo dies Material lagerte, dem Oberpräsidium verralhen, und in Folge dessen saird zunächst in Altona die Eonfisca- rion von fertigen rrnd halbsenigen Uniformen statt. Weniger Erfolg hatte eine Haussuchung auf dem Lager des Kaufmanns Bömelburg in Kiel , wo man nur eine Anzahl von Tuchen fand, auf deren Con- fiscalion man verzichtete. Man scheint erfahren zu haben. daß die Uniformen nach Neumünster geschafft seien. In Folge dessen ward noch in der Nacht ein Kurier vom Oberpräsidium dorthin abgeschickt, welcher den dortigen Amtmann zu sofortiger Haussuchung bei dem Kaufmann Meßtors ausforderte. Als dort die Haussuchung um 4 Uhr Morgens vorgenommen wurde, fand man auch hier keine Uniformen, sondern nur ein bedeutendes Tuchlager, im Werth von 50,000 Thalern. Dasselbe wurde trotz des Protestes von Mehtorf, nach dessen Angabe cs Eigenthum eines Hamburger Hauses sein soll, versiegelt._____
Kriegsnachrichten.
Vom Main , 24. Aug. (F. I.) Leider ist es bei dem gestrigen erfolgten Einmarsch der Preußen in Mainz bereits zu unangenehmen Auftritten zwischen diesen und den noch dort liegenden kurhessischen Soldaten gekommen. Wie wir glaubwürdig vernehmen, war die Stimmung der Letzteren schon am Morgen deS gestrigen Tages eine
derartige, daß solche Scene» vorauszusehen waren. Zudem wutiL diese Stimmung, die sich in den heftigsten Rede» gegen die Preußen gefiel und überdies dem Zureden der kurhessischen Offiziere (deren Sympathien für Preußen allbekannt sind) als durchaus unzugänglich erwies, von gewisser Seile noch mir geistigen und niateriellen Mitteln geschürt. Die für den Mittag zum Abmarsch befehligten bayrischen Soldaten sollen ihrerseits noch vielfach in bezeichnendster Weise erklärt haben: Wenn wir nur noch da sind, wann die Preußen kommen! Zu allem Glücke ging aber der Eisenbahnzug mit den Bayern gerade ab, als die Preußen einrückten; aber diesen wurden aus den Wagen heraus noch die Fäuste entgegengestreckt und sonst noch durch allerhand Pantomimen Mangel an Sympathie kund gegeben. Den Nach- mittag kam es dann zu offenen Mißhelligkeiten zwischen den Preußen einer- und den Kurhessen und einen» fanalisirlen Pöbrl anderseits. Wer der herarisfordernde Theil gewesen, kann nach allem Vorausge^ gangenen »licht zweifelhaft sein.
Mainz , 26. Aug. (Fr. I.) Wortkarger, als die Besetzung von Mamz durch ausschließlich preußische Truppen, hat sich kein Ereigniß in der Geschichte der Stadt angekündigt. „An Großh. Einqnartie- rungscommissioir zu Mainz . Ich rücke »norgen Mittag mit ca. 8000 Mann in Mainz ein, welche nebst Offizieren bis zur erfolgten Instandsetzung der Kasernen in der Stadt einzuquartieren sind, vorläufig auf drei Tage mit Verpflegung. Einquariierungsbillets bereit halten, gez. Prinz Holstein." So lautete ein gestern gegen Abend erschienener Maueranschlag. Ein Zusatz der Bürgermeisterei drückt die Hoffnung aus, die Bürgerschaft werde den einrückenden Truppen einen freundlichen Empfang zu Theil werden lassen. Die angekündigten Truppen sind heute kurz nach Mittag unter klingendem Spiel eingerückt. Sie bestehen aus dem 20. und dem 32. Regiment, im Ganzen 8000 Mann, während Caste! 1800 Mann erhielt. Schon vor ihnen, gestern Abend, waren die technischen und Verwaltungstruppen, und zwar die alten Persönlichkeiten, wieder eingerückt. Die hertte einge- rücklen Truppen sind zum Theil, wie man hört, als Besatzung für Luxemburg bestimmt und werden durch andere ersetzt werden. Die bayrische Besatzung ist heute früh 5 Uhr abgezogen. Die Verlegung der kurhessischen Division zeigt sich als nothwendig und wird morgen und übermorgen erfolgen. Die Nassauer werden einfach entlassen werden.
Darmstadt , 27. Aug. Man schreibt der „Köln . Ztg.": Die Friedensverhandlungen zwischen Preußen und Heffen-Darmstadt sind immer noch nicht zum Abschluß gediehen, und es scheint, als wenn die Thatsache, daß im Lauf des heutigen uird morgenden Tages dir Provinz Starkenburg von 10,000 Mann Preußen besetzt werden »vird, auf den Großherzog von Hessen uird bei Rhein einen Druck ausüben soll. Das hierzu bestlmnrte Occupationscorps kommt ans dem Badischen .
Miltenberg , 26. Aug. Der Gr. badische Leutnant Hennann D e l o r m e, Sohn des Obersten Delorme zu Rastatt und der Frau Lidie, geb. Zabo , starb gestern im Hause des Herrn Barons v. Witzleben dahier am Zehrfieber, in Folge von Schußwunden, welche derselbe bei Hundheiin erhalten hatte.
München , 25. Aug. lieber die bayrischen Friedensverhandlungen mit Preußen therlt die Augsb. Abendzeitung als sicher mit: Die preußische Kriegspartei schrieb anfänglich Bayern sehr harte Bedingungen vor; dasselbe sollte sehr geschwächt und stark gedemüthigt werden. Mittlerweile kam das Austreten Frankreichs mit der Forderung einer Gebietsa>»sgleichung, und dieser Zwischenfall änderte für kurze Zeit die Sachlage. Preußen zeigte sich jetzt Bayern viel entgegenkommender und günstiger gestimint. Man hatte damals weder Gebietsentschädignng noch Gebietsabtretung mehr »m Sinne, sondern lediglich den Abschluß eines Allianzvertrags mit Preußen und inan wird sich jetzt jene Nachricht erklären können, welche die Forderungen Preußens auf die Stellung von 100,000 Mann in Kriegsfällen beschränkte. Diese glänzende Lage für Bayern dauerte nur bis zur Rückkehr des französischen Gesandten nach Berlin . Mit der Erklärirng des Kaisers Napoleon III. , »velche sein Gesandter an den Berliner Hof überbrachte, war auch die günstige Stimmung für Bayern wieder gesunken, und die frühem Forderungeu wurden sestgehalten.
München , 26. Aug. (B.L.Z.) Man athmet hier wieder ans, seitdem es gewiß ist, daß wir in dem Berliner Frieden so mild hinweggekommen sind, denn die Geldsumine schlägt man nicht so hoch an. Dagegen verbreitet sich die Mißstimmung über die Kriegführung, die schlechte Organisation, die Unfähigkeit der Rathgeber und die Gleichgiltigkeit des Königs immer mehr aus und dazu hat nicht wenig ein durch alle Zeitungen gehender, zuerst im Jngolstadter Tagblalt erschienener offener Brief eines schlichten Jngolstadter Einwohners an den König beigetragen, worin demselben in der einfachsten und treuherzigsten Weise eines Bürgersmannes ein ebenso wahres, als scharfgezeichnetes Bild der trostlose» Zustände vorgesuhrt wird, so daß eS
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