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Posfsdiedc-Konio Karlsruhe Nr 14137

Gegründet 1811

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Sadanar Anzalgar

A»rug»pr»lr: M ora Wdi durch dt» Träg* 1.20 RM einschllefjikti Trägerfohri Einzelnummer 15 Pfennig Abbestellungen können nur Ms zum 25. des Monats er­folgen. Fernruf: Verlag, Geschäftsstelle und Schrift- leifung Nr. 1556

Morgenzeitung

Nr. 3

Baden-Baden, Mittwoch, den 9. Januar 1946

2. Jahrgang

UNO erweckt Friedenshoffnungen der Welt

Politisches Tagebuch

L Januar 1948

Die Zeitung „Arriba' schreibt: „Der spani­sche Staat muß sehr weitgehende Belonnen durchführen, vor allem solche, die zu der un­bedingt notwendigen Demokratisierung füh­ren müssen. Aber wir dulden nicht, dafi die Besiegten von 1936 diese Reformen durch­führen.' '

Der Vizepräsident der polnischen Bauera- bewegung Sankt eritz ist in seiner Wohnung hi Lodz ermordet aufgefunden worden.

4. Dezember 1946

In Anbetracht der Innenpolitischen Schwie­rigkeiten hi Griechenland und nach der kürzlich durch den Vizepräsidenten der li­beralen Partei, Venizelos , gemachten Erklä­rung wollen die liberalen Mitglieder der Re­gierung, die nationalistische Partei in die Re­gierung aufnehmen.

Der Korrespondent der Times bei der Kon­ferenz der Vereinten Nationen glaubt, daß die Regierung Irans die Frage Aserbaidschans im Verlaufe der Verhandlungen der Generalver­sammlung nicht cnilwerfen wird.

5. Januar 1946

China hat offiziell die Unabhängigkeit der äußeren Mongolei anerkannt.

Die polnische Regierung hat ein neues Mi­nisterium „für die rückgewonnenen Gebiete' gebildet. Es stellt unter der Leitung des stell­vertretenden Ministerpräsidenten Gomulka , eines führenden Kommunisten.

In den Straßen von Buenos Aires häufen sich die Zwischenfälle, zwischen den Anhän­gern und den Gegnern des obersten Perron. In der Florida-Straße — der „5. Straße' von Buenos Aires — haben regelrechte Schlachten stattgefunden, als rechtsstehende Jugendver­bände mit den Rufen „Es lebe Perron', „Nieder mit den Juden', „Nieder mit den Demokratien' versuchten, ihren Gegnern die demokratischen Abzeichen zu entreißen.

S. Januar 1946

Anerkennung der österreichischen Regierung durch die Vereinigten Staaten .

Der ehemalige Finanzminister in Kairo und Mitglied der Opposition Amin Osman Pacfaa wurde durch einen Revolverschuß schwer ver­letzt. Er ist seinen Verletzungen erlegen.

Der englische Außenminister' teilt mit, daß infolge der Einstellung der Feindseligkeiten zwischen England und Siam die Wiederauf­nahme der Handels- und Finanzbeziehungen zwischen den beiden Ländern wahrscheinlich demnächst genehmigt wird.

7. Januar 1946

Die Konferenz der Sozialdemokraten ln Frankfurt, nphm mit großer Majorität eine Entschließung an, die sich gegen die Verei­nigung mit den Kommunisten im gegenwärti­gen Augenblick ausspricht.

Die Wahlresultate der brasilianischen Prä­sidentenwahl sind jetzt vollständig. Am 10. Ja­nuar wird die oberste Wahlbehörde General Enrico Caspar Dutra, den Kriegsminister des früheren Präsidenten Vargas, . amtlich zum Präsidenten erklären.

Die Lage' in Teheran hat sich nicht wesent­lich geändert. Die Linkskreise setzen 'ihren Feldzug gegen die Regierung Hakimi fort, aber der Ministerpräsident hat auf den kürz­lich vorgelegten Mißtrauensantrag noch nicht geantwortet. Linkskreise behaupten, daß die Regierung Sowjetrußlands sich weigert, mit der Regierung Hakimi in Verhandlungen zu treten. Diese Gerüchte haben jedoch keine of­fizielle Bestätigung gefunden.

Das Programm der Versammlung der Vereinleo lationen

London . — Das Programm des neuen inter­nationalen Parlaments, in Hessen Zukunft die Staaten der Welt und in erster Linie England Ihre Friedenshoffnung setzen, ist fest­gesetzt. Abgesehen von der offiziellen Arbeit der Versammlung aber kann ln Anbetracht der Anwesenheit der Außenminister zahlrei­cher Länder und dem Vorhandensein zahlrei­cher Probleme, die eine rasche Regelung er­fordern, mit einer außergewöhnlichen diplo­matischen Tätigkeit gerechnet werden.

Die offiziellen Aufgaben der Versammlung sind die folgenden:

1. Wahl des Präsidenten. Die größten Aus­sichten scheint der belgische Außenminister S p a a k zu hpben. Die erste Sitzung, wird durch den Rundfunk übertragen werden.

2. Ernennung des Generalsekretärs. Es war von General Elsenhower die Rede, der aber diesen Posten abgelehnt hat. Man spricht von Lester Bewies P e a r s o n, der kanadische Botschafter in Washington ist.

3. Wahl des Sitzes der Organisation:

4. Prüfung des Berichts des vorbereitenden Ausschusses. Es ist dies der wichtigste Pro­grammpunkt. Es handelt sich darum die ver­schiedenen Schlußfolgerungen über den end­gültigen Aufbau der internationalen Organi­sation zur Kenntnis zu nehmen und sie zu be­stätigen.

5. Wahl der sechs Staaten, die mit den in San Franziska vorgesehenen ständigen Mit­

gliedern den Sicherheitsrat bilden wer­den.

6. Wahl der Mitglieder des Rates für soziale und wirtschaftliche Angelegenheiten.

7. Prüfung des die A t o m b om b e betreffen­den Antrages. Dieser Antrag, der in Moskau vorgesehen worden ist, wird auf Wunsch Sow­jetrußlands, ' England und den Vereinigten Staaten , von Frankreich , China und Kanada befürwortet.

8. Prüfung der Anträge Kubas und Eng­lands, von denen der eine did Abfassung ei­nes Gesetzes über die internationalen Rechte und Pflichten, der andere eine neue interna­tionale Anstrengung auf humanitärem Gebiet vorsieht. ■

9. Bevormundung. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um ein Kapitel des all­gemeinen Berichtes des vorbereitenden Aus­schusses, aber seine Prüfung ist von größter Wichtigkeit. Von den Ergebnissen, die in den bisherigen Mandatsgebieten wie z. B. Kame­run und Tanganika erzielt wurden, hängt bis zu einem gewissen Grade die Gestaltung des neuen Regims ab, von dem die Lösuhg des Korea - und Vor allem des Palästinaproblems abhängt. Möglicherweise steht die Zukunft des Rheinlandes mit dieser Frage in Verbindung, da es sich um ein Gebiet handelt, das von Staaten verwaltet werden soll, die keine sou­veränen Rechte auszuüben haben.

Volkszählung am 26. Januar 1946

Wohl noch nie ist die Bevölkerung Deutsch­ lands s& durcheinander gerüttelt worden wie in den letzten Jahren. Millionen von Männern und zuletzt auch Frauen wurden durch Wehr­dienst und Arbeitsverpflichtung von ihrem ge- wöhlichen Wohnsitz fort in neue Verhältnisse, vielfach in den Tod oder in die Gefangen­schaft geführt. Unzählige ausländische Ar­beitskräfte wurden in die Fabriken und in dif landwirtschaftlichen Betriebe Deutschlands ge­zwungen. Dazu kam unter den Einwirkungen des Luftkrieges eine gewaltige Bevölkerungs­bewegung aus den größeren Städten fort in die kleineren und bis in die letzten Dörfer: Als Deutschland zum unmittelbaren Kampf­gebiet wurde, ergoß sich schließlich ein Strom von Flüchtlingen in die Gegenden, dier dem Kampf zunächst ferngerückt schienen. Nach der abschließenden Besetzung des Reichsge­bietes durch die alliierten Truppen kam diese Bewegung zunächst fast ganz zum Stillstand, ist aber seit der Besserung der Verkehrslage wieder neu in Fluß geraten. Die Bevölkerungs­verteilung der Vorkriegszeit wird sich hier­durch ln absehbarer Zeit aber nicht wieder hersteilen. Nicht nur, daß die Zerstörungen in den Städten eine Rückkehr oft unmöglich machen, haben viele in ihrer neuen Umge­bung Wurzel gefaßt und wünschen oder kön­nen bis auf weiteres nicht an ihren früheren Wohnort zurückkehren. Auch manche Betriebs­verlagerung wird aus den .verschiedensten Gründen aufrecht erhalten bleiben. All das läßt die mittleren und kleinen Städte im Ver-, gleich zu den früheren Verhältnissen an Be i deutung gewinnen.

Zugleich mit diesen örtlichen Verschiebun­gen hat sich auch die strukturelle Zusam­mensetzung der Bevölkerung geändert. Viele Menschen sind aus ihrem Berufe geworfen

Empfang bei General Schwartz

Freiburg . — General Schwartz empfing um­geben von Offizieren der Militärregierung, führende Männer des öffentlichen Lebens, an der Spitze die Präsidenten der Landesverwal­tung des französisch besetzten Landes "Baden, Ministerialdirektor Dr. Bund und den Ober- bürgermeister der Verwaltungshauptstadt, Dr. Hoffman n.

Die Vertreter der deutschen Zivilbehördeit überbrachten General Schwartz anläßlich des Jahreswechsels ihre Glückwünsche, wobei Mi­nisterialdirektor Dr. Bund und Dr. Hoffmann kurze Ansprachen hielten. General Schwartz dankte den deutschen Vertretern und unter­hielt sich freundschaftlich mir jedem einzel­nen über die brennendsten Probleme der Stun­de. Er forderte zu aktiver Mitarbeit am Wie­deraufbau des Landes und der Verwaltung auf.

Außer Ministerialdirektor Dr. Bund und

Schwere Sturmschällen ln Westdeutschland

Duisburg. — 6 Tote und 14 Schwerverletzte forderte der schwere Sturm, der am letzten Freitag ül^r Westdeutschland tobte. Im Stadt­gebiet wurden große Schäden angerichtet, u. a. der Turm der Ludgerikirche abgerissen. Durch einstürzende Mauern mußte der Ver­kehr der Stadt zeitweise stillgelegt werden.

Auch in Köln hat der Sturm schwere Schä­den angerichtet. Hier waren 10 Tote und 22 Schwerverletzte die Opfer.

Oberbürgermeister Dri Hoffmann waren noch anwesend: der Leiter des Ministeriums des Innern: Ministerialdirektor Hauser , der Lei­ter des Ministeriums für Kultus und Unterricht: Ministerialdirektor Dr. Ott, Oberpostdirektor T a n n e r, Handelskammerpräsident: Dr.

Leibrandt, Bürgermeister. Gelier und die Stadtoberräte Dr. Keller und Dr. B r a n- del sowie der-Oberrat der Israeliten in Ba­den Rosenberger.

Erzbischof Dr. Gröber und Rektor Prof. Dr. A I 1 g e i e r waren einige Tage zuvor bereits durch General Schwartz empfangen worden.

Tagung des jüdischen Kongresses in München München

. — Am 20. Januar beginnt im Sit­zungssaal des Rathauses die Tagung des jüdischen Kongresses. Wie das jüdische Zen­tralkomitee mitteilt, hat David Ben Gurion , der Präsident der Palästina-Exekutive und der zionistischen Arbeiter-Gewerkschaften, seine Teilnahme angekündigt; ferner wurden die Regierungen der Vereinten Nationen eingela­den, diplomatische Vertreter zum Kongreß zu entsenden, gegenwärtig führt das jüdische Zentralkomitee eine Aktion zur Erfassung und Arbeitsvermittlung für Ärzte und Sanitätsper­sonal durch. Alle in Frage kommenden Per­sonen werden aufgefordert, sich mit dem Ge­sundheitsamt des Komitees in Verbindung zu setzen.

worden und haben zum Teil ln neuen Lebens­kreisen Fuß gefaßt.

An dieser grundsätzlichen und sicher für längere Zeit gültigen Umschichtung können auch die Verwaltungsstellen nicht vorbeige­ben. Sie müssen eine klare Übersicht über diese neuen Verhältnisse gewinnen, um die Fragen des Wiederaufbaues * auf sicheren Grundlagen entscheiden zu können. Eine exak­te Erfassung der Bevölkerungsverteilung nach verschiedenen Gesichtspunkten ist eine not­wendige Voraussetzung nicht nur für die Lösung allgemeiner Fragen, wie der Lenkung der Lebensmittelversorgung, der Verbesserung der Verkehrs- und Postverhältnisse usw., son­dern auch für zahlreiche Einzelen.tscheidun- gen, z. B. die Wiedereröffnung einer höheren Schule und dergleichen.

Die französische Militärregierung hat sich daher entschlossen, im Januar, und zwar am 26. 1. 1946, in der ganzen französisch besetz­ten Zone eine allgemeine Volks- und Berufs­zählung durchzuführen.

Grundsätzlich soll jede Person, gleichviel ob Säugling oder Greis, Inländer oder Aus­länder, frei oder in Haft, mit Hilfe eines Fra­gebogens erfaßt werden. So kurz und einfach die gestellten Fragen auch sein werden, er­fordert doch k e i ne andere Erhebung eine so sorgfältige Vorbereitung und einen solchen organisatorischen Aufwand wie eine Volks­zählung. Es ist geradezu bezeichnend für das sichere Gefüge der Verwaltung in der fran­zösischen Besatzungszone, wenn die Militärre­gierung schon jetzt eine derart umfangreiche und schwierige Erhebung ansetzen kann.

Die Volkszählung wird unter der Leitung und Aufsicht der französischen Militärregie­rung von ‘den Organen der deutschen Ver­waltung durchgeführt, die dabei weitgehend auf ehrenamtliche Mithelfer angewiesen sein werden.

Die Zählung kann nur dann einen vollen Er­folg haben, wenn sie vom Verständnis der gesamten Bevölkerung getragen wird. Die vielen Eihebungen und Erfahrungen der letz­ten Jahren haben zweifellos vielfqjh eine ge­wisse Müdigkeit und etwas wie Mißtrauen erzeugt. Es wäre aber verantwortungslos, derartigen Stimmungen nachzugeben.

Will- und Muß-Nazis

Das Gesetz Nr 8 des Interalliierten Kon­trollräte regelt die Entfernung der PG’s aus führenden Stellungen der Wirtschaft. Die Ausführungsverordnung zu diesem wichtigen Gesetz brachte die Errichtung örtlicher Prü- fungs^usschüsse, die jeden einzelnen Fall prüfen sollen, Und vor dem jeder Betroffene seine Tätigkeit in oder für die Partei oder eine ihrer Gliederungen urkundlich oder durch Zeugenaussagen darlegen kann. Von dem guten Arbeitserfolg der Ausschüsse hängt viel ab für die politische und wirt­schaftliche Zukunft unseres Volkes.

Im Laufe ihrer verantwortungsvollen Ar­beit haben die Prüfungsausschüsse klar un­terscheiden gelernt zwischen den sogenannten „Will-Nazis“ und den „Muß-Nazis“, also zwjpchen solchen, die entweder schon vor En­de Januar 1933 PG geworden sind oder nach­her aus freien Stücken in die Partei oder ih­re Gliederungen eingetreten sind, und sol­chen, die gegen ihren Willen oder nur au*

E olitischen, beruflichen oder wirtschaftlichen •ruck hin PG geworden sind. .

Aber es hat sich bald gezeigt, daß and diese Scheidung in Schwarz und Weiß recht' schematisch und daher in vielen Fälle» ungerecht iSt. Die Methode ist daher immer mehr verfeinert worden, So gibt es ?. B. un­ter .den „Muß-PG’s“ ganze Jahrgänge von Akademikern, z. B. Juristen oder Architek­ten, die sich schon vor der Machtübernahme für die Staatslaufbahn entschieden hatten und die dann zum entscheidenden Staatsexa­men nur zugelassen wurden, wenn sie Dienst in der SA und Parteimitgliedschaft nachwei- sen konnten. Zehntausende haben in den bit­teren Apfel gebissen, nur um ihre Laufbahn nicht zu ruinieren und die meisten von ih­nen haben die Gliederungen, wie die SA so­fort wieder verlassen, als das berufliche Ziel erreicht war. Die Mitgliedschaft in der NSDAP aber konnten sie natürlich nicht sc leicht aufgeben. All das hat aber mit politi­scher oder gar weltanschaulicher Gesinnung nicht das Mindeste zu tun; ein Beispiel mehr dafür, daß niemals die Heuchelei so sy­stematisch gezüchtet worden ist wie im Na­zisystem, dessen wirksamste Waffe zur Si­cherung seiner Macht ja gerade der uner­hörte Gewissenszwang gewesen ist. Es wäre sinnlos seine Opfer jetzt nachträg­lich noch bestrafen zu wollen. Die Menschen, die damals sich dem Druck haben beugen müssen, heute als Nazis zu diffamieren, wür­de dem demokratischen Aufbau wertvollste und willigste Kräfte entziehen. Deutschland braucht für sich seihst, aber auch für seine Mithilfe beim europäischen Wiederaufbau — ; eine Hufgabe, die es sehr ernst nimmt —, je­de Kraft und kann auch auf die Erfahrun­gen. die Fachkenntnisse und die Fähigkeiten solcher „Muß-PG's" nicht verzichten.

Die Fälle sind gewiß wenig zahlreich, wo aus „Muß-PG’s“ im Laufe der Zeit „Will- PG’s geworden sind. Aber umgekehrt sind die Fälle sehr zahlreich, daß aus einstmals gläubigen Anhängern und Mitläufern' nach den ersten großen Enttäuschungen Abtrün­nige und erbitterte Gegner des Systems geworden sind, ohne daß sie es wagen durf­ten, diesen Wandel sichtbaren oder hörbaren Ausdruck zu geben.

Man schaue sich daher auch sehr genau die sogenannten „Will-PG’s“ an, die man durch­aus nicht über ein und denselben Kamm scheren kann, wie die Praxis der Prüfungs­ausschüsse gezeigt hat. Selbstverständlich sind aus Ihren Reihen alle Kriegsverbrecher Menschenschinder und üblen Konjunktur- Ritter rücksichtslos auszusc! alten Es ist im übrigen eine oft gemachte Fest- stdlung, daß es unter den einstigen „Will-PG’s" schon während der lezten Kriegs­jahre erbitterte Nazifeinde gegeben hat. Viele von ihnen waren schon längst gründ­lich kuriert. Heute aber sind sie durch ihre Parteizugehörigkeit ein für allemal als Erz­nazis abgestempelt! Noch eine andere Gruppe

Die Erhebnng dient ausschlieBlicii statistischen Zwecken

»Die Angaben werden nur zur Bildung statistischer Gesamtzahlen verwertet. Gerade deshalb darf die Erhebung aber auch nicht gering geschätzt werden. Sie bietet entschei­dende Vorrassetzungen für eine planvoll lenkende Regierungstätigkeit, die ihre Maß­nahmen nach den in der Dichte und Struktur der Bevölkerung begründeten Bedürfnissen einheitlich und gerecht treffen kann. Damit werden Grundlagen zur Hebung des Lebens­standards auch eines jeden Einzelnen gewon­nen.

Deshalb ist jedermann- verpflichtet, den Fra­gebogen- gewissenhaft auszufüllen und auch im übrigen alles zu tun, um den ehrenamtli­chen Zählern ihr schweres und verantwor­tungsreiches- Amt zu erleichtern. Insbesondere müssen ihnen alle erforderlichen Auskünfte schon in den Tagen vor der Zählung bereit­willig erteilt werden. Am 26. 1. 1946 und am darauffolgenden Tage soll sich jede der Zäh­lung unterworfene Person in ihrer Wohnung für den Besuch des Zählers bereithalten, um ihm den ungefüllten Fragebögen zu überge­

ben. Die Zähler werden Vollständigkeit und Sauberkeit der Ausfüllung überprüfen und durch Übergabe einer Quittung bestätigen. Dieses Quittungsformular wird sorgfältig duf- zuheben sein, weil bei der Kartenausgabe En­de Februar Lebensmittelkarten nur gegen Vorweisung dieser Bestätigung ausgegeben werden und ihre Vorlage auch künftig von anderen Behörden verlangt werden ' kann. Schon um des Besitzes dieser Quittung willen, vor allem aber auch im Interesse des voll­ständigen Gelingens der so überaus wichti­gen Erhebung, wird jeder Einzelne bereitwil­lig und gewissenhaft seine Pflicht bei der Volkszählung 1946 erfüllen.

Deutsche Diplomaten kehren zurück Madrid . — Die Rücksendung deutscher Di­plomaten und Agenten aus Spanien , inJge- samt 2 600 Personen, wird im Februar begin­nen. Insgesamt befinden sich etwa \2 00C Deutsche in Spanien .