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Nr: 38

BADENER TAGBLATT

St

Samstag, den 4 Mal 1948

£%as c Baden* c Baden

Ab 6. Kai stimmt der Fahrplan

Bis zum 5. Mai fährt die Bahn nach dem Fahr­plan, der vor der Umstellung auf die Sommerzeit eingeführt worden ist. Ab 6. Mai hört nun das un­bequeme Rechnen auf und wir können uns wieder nach den Zeitangaben richten, die der Fahrplan bekannt gibt. Allerdings treten ab 6. Mai umfas­sende Änderungen der Ankünfte- und Abfahrtszei­ten ein, die wir in unserer nächsten Ausgabe mit- teilen werden.

Um dieses Ereignis bekannt zu geben, hat sich ein Güterwagen dieser Tage in höchst unge­bührlicher 'Weise anscheinend von seinem Verband gelöst und sie* schnurstracks über den Prellbock hinweg über die hinter ihm liegende Mauer ge­macht Es gab nicht nur Splitter, es gab einiges mehr, und die anwesenden Zuschauer hatten ihre kleine Sensation

Jia& dem 3^adtn-5Sadcnet JUdakftoükatendet

Frau Marie Stahlberger Wwe., Waldseestr. S, (eiert heute ihren SS. Geburtstag; 70 Jahre alt wird morgen Eugen Gutekunst, Tiergartenweg. Bei­den Jubilaran unsere herzlichsten Glückwünsche!

Tbeater-Nachndhten

Die Baden-Badener Theater bringen als nächste Premiere am Donnerstag, den 9. Mai, im Kleinen Theater Jo Hanns Rößlers dreiaktige Komödie „Phlline“. In Szene gesetzt wird das Stück von Hans Fitz . Die Besetzung zeigt Margrit Grün a. G. in der Titelrolle, weiter Susanne Ritter a. G., Kans Herbert Michels a. G., Gerhard Frick- h ö f f e r, Heinz Schimmelpfennig und an­dere.

V&anit&tUuigui in 5$aden-3$ad«n

Generalmusikdirektor Wilhelm Schleuning aus Freiburg dirigiert das morgige Konzert des Philharmonischen Orchesters Baden-Baden mit klassischem Programm. Heinz Schröter spielt das Mozartsch« Klavierkonzert A-Dur und das Concertino von Jean Francaix , die umrahmt wer­den von der Habriden-Quverture von Mendels­ sohn-Bartholdy und Mozarts großer Jupiter-Sin­fonie.

! Am Dienstag, 7. Mai, findet im KI. Theater iabends 8 Uhr ein Kammermusik-Abend statt, bei dem Günther Kehr (Violine) sowie der Pianist Jfeiriz Schröter, der am Sonntag, den 5. Mai im Sinfonie-Konzert das Mozart-Klavierkonzert in A-Dur spielt, Mitwirken werden Dtp beiden Künst­ler werden Werke von Beethoven . Franck, de Fal- jja, Albemz-Kreisler und Dvorak-Kreisler zum Vortrag bringen.

A’.brecht Schönhals wird am Mittwoch, dem 8 . Mai, im Kleinen Theater abends 8 Uhr einen Goethe-Abend veranstalten. Er spricht Lieder und Balladen — Aus „Die Leiden des jungen Wer- ther“ — Aus dem Westöstlichen Divan.

Der berührst* Regensburger Domchor unter Lei­tung seine« Dirigenten Professor Schreins wird am 11 . Mai abends 8 Uhr im Großen Bühnensaal des Kurhauses Werke von Orlando di Lasso , Pale- strinä, 'Gluck. Mozart, Monteverdi , Alchinger, Lot- ti, Häßler, Otfccgraven, Bruckner, Brahms u. a. zum Vortrag bringen.

6 Bochmann-Aliende

Die.mit stehend-in Erfolg recht befriedigend zu Ende geführt* Tournee kann auf insgesamt 24 aus­verkaufte Abeade in der französisch besetzten Zone zurückblicken, auf 8 in Baden-Baden , deren letzte ebenfalls in susvsrkauften Häusern zu triumphalen Erfolgen wurden. Mit Bocbmanns Musik geht eben wirklich alles besser! Diesem Zyklus folgen wei­tere, ebenfalls von Dr. Jacobs organisiert, die prominente Künstler des Funks und Films unserer Zone sichern und ihre Darbietungen als kulturel­len Austausch mit der Tradition und Eigenart un­serer Nachbarkulturen darbieten. —FB —

Aas L5cfctcätal

Wie in den anderen Pfarrgemeinden fand in Lichtental in der Pfarrkirche St. Bonifa- zius am vergangenen Weißen Sonntag die erste heilige Kommunion in feierlicher Welse und unter großer Beteiligung der kathol. Gemeindemitgiie- der statt. Etwa 50 Kinder erlebten das schönste kirchliche Fest ihrer Jugend. Das herrliche Früh- lingswetter und die kirchenmusikaiische künst­lerische Ausschmückung der feierlichen Handlung waren erfreuliche Umstände, die den festlichen Tag mit besonders glücklichen und dankbaren Empfin­dungen erleben ließen. Ein freundliches Wort des Lobes verdient der Cäcilienverein, dar durch seine Chöre und Lieder dem Fest der Kinder eine weihe­volle und innige Stimmung verlieh. Die zu Herzen gehenden Worte von Geistl -Rat Häusler waren

für Kinder und Erwachsene eine aus Liebe und tiefem Verständnis getragene Hinführung zu den ewigen und unvergänglichen Werten des Men­schen. —JF—

eftandeiomtiiefie Jlacfoictötn

Geburten vom 14. bis 20. April. Hans-Peter Walter, Sinzheim , Hauptstraße 27; Jürgen Kroll, Ebersteinburg, Langestraße 40; Elke und Fried­helm Flügel, B.-Baden, Vincentistraße 2; Bruno Bazzana, Vgmhalt, Haus 47; Werner Herr, B.- Baden, Langestraße 83; Christa Wingert, Roten­fels, Winkel 2.

"Heiraten vom 14. bis 20. April. Horst-Wer­ner Fehlau und Ingeborg Ruth Brunnöhler, B.- Baden, Eckbergstraße 34; Peter Franz Kadner und Margarethe Antonie Seybold, geb. Jüllig, Baden- Baden , Stephanienstraße 25; Eitel Fritz Greve und Helga Anna Gertrud Schröder, geb. Storjohann, Baden-Baden , Sofienstraße 3 a; Josef Jagusch und Paula Olga -Krauth, Baden-Baden , Große Dollen­straße 19 a; Max Hans Lichtenberg und Emma Franziska Egle„ Baden-Baden , Aumattstr. 20.

Sterbefälle vom 14. bis 20. April. Regina

I. Zahlung der durch Mo Besatzur.gsamwe »«genomme­

nen Requisitionen von Einrichtungen.

Die Bevölkerung wird »ulgetordert dem Bürgermeister de» Abgabeortes vnrzulegen: a) vor dem 1. Juni 1946; alle vor dem 1. September 4B45 ausgestellten Requisitlonsseheine. —

b) »or dem 1. Juni 1945. alle über zwischen dem I Septem­ber 1945 und dem 1. Februar 194« ausgestellten llequisitlou»- ochelne; — c) im Monat welcher demjenigen der Ausstel­lung der Requisitionsscheine folgt,, alle Unterlagen über In Ausführung der Lieferungsanordnungen der Militärregierung ausgeführten Abgaben.

Besitzer requirierten Mobiliar», denen kein Requisitions- Schein ausgehär.digt wurde, haben in derselben Frist dem Bürgermeister ihre Forderungen auf Entschädigung auszu­händigen. Besitzer requirierten Mobiliars, die innerhalb die­ser Frist ihren Requisitioosschein vorlegen. Entschädigungs­ansprüche nicht geltend machen, verlieren Jeden Anspruch auf Entschädigung.

Pie Originale der Requisitionsscheine sind von den Inha­bern den Bürgermeistern gegen Aussteilung einer im Quit- tuogsbueb eingetragenen Bescheinigung auszuhändigen. Nach Prüfung durch die französischen Behörden werden diese dem deutschen Requisitionsbüro des Kreises zur Erledigung übergehen. Die Zahlung wird in kürzester Frist von der deut­schen Gemeindekasse geleistet.

II, Verpflichtungen der Inhaber von requirierte« Lokalen.

Die Besitzer oder Mieter requiriertet Lokale haben fol­gende Verpflichtungen;

a) Der Inhaber hat dem NutznieBer eine einwandtreie Ein­richtung zur Verfügung zu stellen. In allen requirierten Lo­kalen ist ein ausführliches Verzeichnis der Einrichtung, von Inhaber und NutznieBer Jeweils bei Inbesitznahme und Ver­lassen durch diese zu unterzeichnen. Der Betrag der Ent­schädigung, welcher der Abnützung der Möbel entspricht, fällt weg oder wird vermindert, wenn die Wohnung leer ist oder ungenügend eingerichtet Ist. Im Falle ungenügender EiunciUutig kann bei anderen zur Requisition fehlenoer Ein riehtungagegenstände geschritten werden Die so hinzu ge Ittgten EinrichtungsgegenstSnrie sind au! dem fnventarvet zeh-hnla mit Bezeichnung des Namens und der Anschrift der

MÜhlfeit (76), Baden-Baden , Hauptstraße 49; He­lene Wilhelmine Wild, geb. Fecht (64), Baden-Ba­ den , Kreuzerstraße 4; Wilhelm Friedrich Chri­stian Schmager (73), L.-Vos. Kuppenheimerstr. 11; Magdalene Bernbach, geb. Stier (66), Lichtentaier Straße 58; Dietrich Konrad Werner Schlösser (ge­fallen) (22), B.-Baden. Sponheimstraße 2; Eugen Wilhelm Walther (gefallen) (26). Stephanienstr. 30; Edmund Richter (62), B.-Baden, Lichtentalerstr. 88; Eilisabeth Christine Häßler, geb. Süß (77), Leo- poldstr. 5 b; Johann Vierling (97), Weinbergstr. 4; Franz Josef Weiler (gefallen) (20), Seelach 3; Her­mine Steinei (70). B.-Baden, Lichtentaier Str. 39; Luise Anna Stephan, geb. Lichter (64), Stepha­nienstraße 57; Josef Hermann Zepfel (gefallen) (43), B.-Oos, Luisenstraße 12; Hermann Riedlin (78) B.-Baden, Stephanienstr. 9; Karoline Char- pentier, geb. Ihle (76), Geroldsauer Str. 84; Fritz Hermann Marian Hambruch (gefallen) (22), Baden- Baden , Kurfürstenstr. 2; Pius Maier (44), Maiers­bachweg 15; Josef Hummel (59) Balger Friedhof­straße 143: Maria Anna Großinsky, geb. Jäger (73), Höllhäuserweg 35; Karolina Tschun, geb. Eckerle (68) Oo&er Sternstraße 7; August Zoeplel (7), Leo­poldstraße 19.

betreffenden Besitzer aufzuführen. Sie sind durch den Bür­germeister Ihren rechtmäßigen Eigentümern sofort nach Aufhebung der Requisition des Lokals zurückzuerstatten.

h) Wasser, Gas und Elektrizitätsverbrauch. Der Nutznie­ßer kann Gas, Wasser und Elektrizität innerhalb der Gren­zen der Ihm zustehenden Zuteilungen frei gebrauchen.

c) Lieferungen von riauRwäsehe. Der Besitzer Ist verpflich­tet, dem Nutznießer Hauswäsche (Bett und Handtücher) zur Verfügung zu stellen und für deren Reinigung Sorge zu tragen.

d) Dienstleistung. In alten fällen, ln denen der Inhaber mit dem Nutznießer zusammeowohnt, ist er verpflichtet für den Unterhalt des Bettzeugs, die Reinigung der Zimmer und die persönlichen Dienstleistungen Borge zu tragen oder auf seine Kosten sicherstellen zu lassen, die normalerweise in den Hotels geleistet werden (Reinigung der Schube, Ausbür- zten der Kleider, Ausbesserung der Wäsche).

Abfindung der Inhaber

Die vom Bürgermeister festgesetzte Entschädigung der Einquartierung entspricht der Miele des requirierten Lokals und wird um folgenden Prozentsatz erhöht. 60 •/# für Möbel, 10 für Beleuchtung. Wasser und Gas, 10 V« für Haus- Wäsche. 20 •/$ für Bedienung.

Die für Bedienung, üauswfische und Lieferung von Wasser und Elektrizität gewährten Erhöhungen kommen in Wegfall, wenn der Inhaber nicht mit dem • Nutznießer zusammen wohnt und deshalb nicht in der Lage ist, diese Leistungen zu übernehmen. Io diesem Falle sind die Rosten für den tatsächlichen Verbrauch von Gas und Elektrizität unmittel­bar durch das Bürgermeisteramt den Verteilergesellschaften auszuzahlen.

Wenn zur Vervollständigung der Einrichtung leerer oder ungenügend eingerichteter Wohnungen bei anderen Inha­bern zur Requisition von fehlenden Einncbtungsgegenstän- den geschritten werden muß. erhalten diese eine Ahnüt- Zungsentschädigung die 6 •/# des Raufwertes dieser Einrich- tuni'sgegenKlände entspricht. Diese Entschädigung Ist zu sanime» mit der WohnunjfseniSchädigung dem Wohnungsin haber zu entrichten. Dieser hat den entsprechenden Betrag an die betreffenden Personen ahruführen

Wer kann Auskunft geben?

Wer war der Mann aus Baden-Baden , der im Sep­tember 45 mit seiner Familie über Steinbach nach Weitenung ging? Er sollte Grüße bestellen von einem hier wohnenden Kfm. Uffz. Anton Walterspiel (FK Cuzella) FPNr. 19630, zuletzt Tschechoslowakei , der polnisch spricht und ver­mut!. mit ihm in Gefangenschaft war. Um Aus­kunft bittet Frau Elisabeth Walterspiel. Stein­ bach (Baden ), Hauptstraße. 5668

Uff. Rolf Jumpertz, FPNr. 18642 D, 78. Würt­temberg-Bad. Sturm-Div., seit 22. 6. 44 im

Raume Orscha (Rußland ) vermißt. Maria Jum­pertz, Baden-Baden , Hardstraße 1. 2720

Gefr. Hermann Hahn , geb. 21. 2. 72, Maximi­liansau (Pfalz ), FPNr. 35366 B, vermißt seit 18. 10. 44 bei den Kämpfen in Jussarupf (Vogesen ). Nachricht an Familie Jahraus, A ehern. Unzhur- sterstraße 25 b. 3974

Uffz. Karl Appel aus Wachenheim a. Rh. Aus­gerückt am 7. Oktober 1943 nach dem Osten, FPNr. 11172 D. RgL 420 Vermißt seit dem 27. November 1943 südlich Marijenevka. Wo sind die Kameraden Schuhmacher. Steib oder Neib und Schätzle? Frau Gustel Appel, Wachenheim a. Rh., Hauptstraße 59. 5642

Soldat Karl Stolz, FPNr. 42778 c. verrußt seit 20. August in Rumänien bei Jasi. — Obgfr. Alois Stolz, letzte Nachricht vom 25. Februar 1944, auf der Fahrt Krakau . Frau Josef Stolz. Wwe., Moos, Amt Bühl . 5051

Uffz. Rechnungsf. Walter Grätzel, Div. 263, FPNr. 22 062 A, zuletzt in Kurland . Letzte Nach­richt 17. 2 . 45. Wohnhaft in Wiesbaden . Tauben­straße 3. Fr. Hademut Grätzel, Ludwigshafen a. Rh., Rheingönheimerstr. 123. 5053

Kameraden aus Pillau Inf.-Rgt. 159, FPNr. 22138. Gebt bitte Auskunft über Oberleutnant Georg Savelsberg. An Grimme. B.-Baden, Yburg- straße 29 b 5049

Feldwebel i. W. Herbert R e u ß, FPNr. 15564 (bei einer Karlsruher Panzerjäger-Einheit). Letzte Nachricht vom 30. 3. 45 aus dem Raume Rati- bor. Nachricht erbittet Karl Schoch, Baden-Ba­ den , Stefanienstraße 27. 5048

Meldung und Rückführung der Oesterreicher

Von besonderer Seite .wird uns geschrieben:

In Freiburg L Br., Baslerstraße 25, befindet sich das Büro des österreichischen Delegierten für die Repatriierung aus der frz. Besatzungszone Deutsch­ lands , beauftragt von der Staatskanzlei in Wien un­ter Nummer 1254—J/1945 und 4672—J/1945, acere- ditiert von der Militär-Regierung.

Von diesem Büro werden österreichische provis. Personal-Ausweise ausgestellt Die persönliche Vorsprache zwecks Repatriierung liegt im Interesse des Einzelnen. Auskünfte werden erteilt über; Transport des Umsiedlungsgutes, Mit­nahme von Bargeld/ Bankkonten, usw. zwecks Ver­brauches in Österreich , finanzielle Verhältnisse in der Heimat, genaue Reiseanleitung betr. Fahrt, Übernachtung, Verpflegung, Meldung, Weiterreise in Österreich über Bregenz , Erhalt von schriftli­chen Unterlagen und zweckdienlichen Formularen.

Von schriftlichen Anfragen über Repatriierung bitten wir wegen der individuellen Vielfalt der Ein­zelfälle Abstand zu nehmen.

Diejenigen Österreicher, die näher dem österr. Repatriierungsbüro in Konstanz , Friedrichstr. 21 wohnen, werden gebeten, sich an jenes Büro zu wenden.

Wichtiger Hinweis

Von besonderer Seite wird uns geschrieben:

Die deutsche Bevölkerung wird erneut darauf aufmerksam gemacht, daß die an das Gouverne­ment Militaire gerichteten Briefe und Gesuche so­wohl tn deutscher wie französischer Sprache abge­faßt sein müssen.

Nur ln deutscher Sprache abgefaßte Schreiben können nicht berücksichtigt werden.

Amtliche Bekanntmachang

Les „Personnes Döpiacees“ de naiionahtä suisse (personnes arrivees en AUemagne apräs le 1 Sep- tembre 1939 du fait de la guerre) desireuses d’Ötr« rapatriäes devront se präsenter au Gouvernement Militaire du Cercle de Baden-Baden, Villa Maria, Schillerstraße 3 (Chambre 13), avant le 3 mai 1946 ä 18 heures.

Elles devront se munir de tous leurs papiers d’identitä.

Die „Displaced Persons " schweizerischer Staats­angehörigkeit (Personen, welche nach dem 1. Sep­tember 1939, aus Kriegsgründen, nach Deutschland gekommen sind), welche den Wunsch haben, repatri­iert zu werden, sollen sich auf dem Gouvernement Militaire du Cercle de Baden-Baden, Villa Maria, Schillerstraße 3 (Zimmer 13), vor dem 8. Mai 1946 um 18 Uhr melden. Sie haben, zu diesem Zweck sämtliche Personalpapiere mitzubringen.

Wo befinden sich unsere Kriegsgefangenen?

58

Mulhouse : Hug, Xav., Haslach/K . 983129; Hugger, Herrn., Deislingen, 984949; Hummel, Walter. Ernin- gen/Reutlingen 980 736; Huscka, Willi, Konstanz 'Bds. S85 144; Hg, Karl, Eßlingen'N. 980 449; IUg, Her­mann, Stuttgart-Untertürkheim 984130; Elli, Theo­dor, RuiVEßlingen 983 992; Imbery, Walter, Beuren / Tuttlingen 984 364; Jackwirth, Waldemar, Konstanz / Bds. 980 281; Jacobs, Josef, Wiese, Hinterbacherot/ Königsw. 980 282; Jäck, Friedr.. Büchenbronn/Pforz- heim 984 039; Jäekle, Rolf, Schwenningen ■ a. N.

980 592; Jäger, Adolf. Böckingen/Heilbronn 980 593; Kallenberger, Karl, Bietigheim (Württbg.) 984 268; Kalmbach, Hermann, Altensteig (Wttbg.) 983 927; Kaltenbach, Fritz, Wasser bei Emmendingen 985 402; Kaltenbach, Alois, Waldkirch (Bad,) 980 907; Kal­tenbach, Karl, Alpirsbach/Rötenbach 983 810; Kampfe, Fritz, Tübingen 985 345; Kantz, Heinrich, Maximiliansau bei Karlsruhe 983656; Kapp, Josef, Oberglottertal (Bd.) 983 882; Kapp, Karl, Nufringen (Wttbg.) 983 647; Kappeier, Bruno, Niedereggenen bei Müllh. 984 630; Kappier, Josef, Weingarten bei Ravensburg 980 454; Karcher, Otto, Eimeidingen bei Lörrach 980 908; Karl, Rudi, Unteröwisheim bei Bruchsal 982 346; Karle, Pius, Schönau i. Schwzw.

981 909; Kary, Alois, Durmersheim b. Rastatt 985 617 Kassebaum, Werner, Aehern (Bd.) 984 830; Kasper, Emil, Peterstal bei Offenburg 980747; Katz, Karl,

Kemmingsheim bei Tübingen 980 457; Katzenberger, Gustav, Ettlingen (Bd.) 983171; Kaus, Josef, Stein­ heim bei Heidenheim 980 603; Keck, Friedr., Hei­ denheim a, d. Brenz 902 480; Keck, Heinz, Wies­ baden 885 331; Kehren, Wilhelm, Stuttgart 13 984 859 Heimath, Hermann, Pf Ullendorf (Bd.) 983 436; Waß- mer, Jak., Zell i. Wiesental 98215; Weber, August, Achkarren a. Kaiserstuhl 983 347; Weber, Erich, Ba­ den-Baden 985 095; Weber, Gottlieb, Backnang bei Stuttgart 981 644; Weber, Gustav, Baden-Baden 985161; Weber, Heinrich, Mannheim 984 084; Weber, Herbert, Istein bei Lörrach 984 435; Weber, Isidor. Gosheim bei Tuttlingen 982 157; Weber, Julius, Oberndorf a. Neckar 982158; Weber, Julius, Ober- achern (Bd.) 982982; Weber. Ludwig, Seebrugg bei Neustadt (Bd.) 984 185; Weber, Martin, Mannheim / Waidhof 981 325; Weber, Otto, Stuttgart , 985 912; Weber, Roman, Mößbach bei Bühl (Bd.) 984 944;

Webers, Max, Freiburg (Bd.) 981 468; Wechsel, Ro­land, Böblingen (Wttbg.) 984812; Weckauf, Philipp, Edingen a. N. 985 302; Tessari, Paul, Schramberg bei Rottweil 982 134; Teufel, Johann, Straßberg bei Sigmaringen 983 718; Teufel. Robert, Straßberg/Ho - henzoliern 985 235; Thaler, Franz-Jos., Konstanz (Bds.) 981 634; Thaner, Alfons, Tettnang bei Frie­ drichshafen 984 042; Thiel, Heinz, Maulburg bei Lörrach 982 137; Thiel, Robert, Konstanz (Bds.) 984 638; Thräne, Oswald, Stuttgart -S 981 636.

Bekanntmachung an die Bevölkerung

I»!!:iI!N!!!!I!:!l!:N!!ir!-,N!III!!!!1!I!!I!!U!II»!>N!:!!!l:!!I!:mi!!

Werner Fir k in Baden-Baden

Fuafeleute auf der BSltne /

Mit einer festlichen Feier erinnerte der Südwest­funk an di® Eröffnung seiner Seadetätigkoit, dla auf einige Wochen erfolgreichen Wirkens zurück- bimken kann. Umrahmt wurde die Ansprache Ge­neraldirektor S c.h n e i d e r - H a s s e 1 s durch mu­sikalische Darbietungen in ausgezeichneter Aus­führung.

Der Redner begrüßte die Teilnehmer, um an­schließend derer zu gedenken, die seit Monaten unter schwierigsten Bedingungen zusammenwii k- ten, den „Südwestfunk “ aufzubauen. Er wünschte dem erkrankten Intendanten Bischoff baldige Genesung. Alle am Aufbau des Südwestfunks Beteiligten könnten mit Recht auf das Erreichte Stciz sein, besonders wenn man das bisher Er­reichte mit dem Nichts vergleicht, das die wenigen antrafen, die vor einem halben Jahre mit der Ar­beit begannen, zu einer Zeit, als alle Voraussetzun­gen eines Rundfunkbetriebes fehlten. Sein Dank galt der unter der Leitung von Herrn Wein- giriner stehenden, bisher leider immer etwas stiefmütterlich weggekommenen Abteilung Technik. Nur wer von Siren Schwierigkeiten weiß, kann die außerordentlichen Mühen abschätzen, die allein die Materialbeschaffung unter den heutigen Verhält­nissen mit sich brachte.

Weiter gedachte der Redner der Abteilung Mu­sik und ihre« Leiters Dr Strobel. Auch hier war zu Beginn außer wenigen, großenteils zerbro­chenen Schsüplatten, nichts vorhanden, auf dem man aufbauen konnte. Von der Abteilung Musik ging er zum Funkorchester über, das unter der Leitung von G1!D Lessing sich selbst alle Sonn­tage mit beeten Darbietungen vorstellen konnte. Weiter gedachte er aller irgendwie mit der Abtei­lung Wort zusammenhängenden Stellen, wobei er besonders des unermüdlichen Sendeleiters Hart- naon und de: rührigen Hörspielleiters Bo eh me gedachte, die alle fast unter den gleichen Schwie­rigkeiten aufeubauen hatten wie die Scnwesterab- teilung Musik, Er gedachte fernerhin des früheren Mitarbeiters der Abteilung Wort, Dr. Noihardta, der diese Feierstunde nicht miterleben konnte, aber mit Idealismus und Schaffensfreude die Grundla-

EröfkraiMfsfeier des Sndwestfanks im Größen Bühnensaal des Karhasses

gen der Wortabteilung seit dem Dezember vorigen Jahres legte. Weiter galt sein Dank der „wort­reichsten Abteilung“: Der Redaktion (unter Lei­tung Schwarzensteins). Bereits Wochen vor dem Sendebeginn war sie tätig und hat ihre Lei­stungsfähigkeit bei den täglichen Abendsendungen „Tribüne der Zeit“ bewiesen. Sein Dank galt ab­schließend der „Section Radio“, die von der ersten Stunde an wertvollste Beihilfe leistete. Der Red­ner gestand, daß die Schwierigkeiten unmöglich ohne ihre Unterstützung hätten gemeistert werden können. Der Redner verwahrte sich, diesen Dank als so genannte „Beau geste“ zu deuten, als eine mehr oder weniger durch die Anwesenheit der Besatzungstruppe veranlaßte Höflichkeitsphrase. Vielmehr sei es eine Feststellung von Tatsachen, die gerechterweise gewürdigt werden muß. Mit ganz besonderer Genugtuung stellte der Redner dies fest, als Sohn des schönen Badener Landes, das er durch denselben Strom von seinem westli­chen Nachbarn zugleich getrennt und verbunden weiß Er schloß mit der Hoffnung, daß trotz Krieg und zahlreichen Hindernissen doch einmal der Tag kommen möge, an dem das Beispiel solcher Zu­sammenarbeit über den örtlichen Rahmen hinaus auf unsere beiden Nachbarvölker übergreifen möge — zu beider eigenem Wohl, zum Heile Europas . Ja der gesamten Weit Solche Entwicklung vorbereiten zu helfen, sei eine der vornehmsten Hauptaufga­ben des politischen Programms des Südwestfunks.

Es war ein feierlicher Abend, der dem Südwest­funk zum ersten Male Gelegenheit gab, seine be­sten Kräfte den Baden -Badenern in Anwesenheit der Vertreter des Militärgouvemements und der Städt Behörden vorzustellen, und zwar sicht­bar. Wenn wir auch unser gesamtes Philharmoni­sches Orchester mitsamt seinen drei Dirigenten, Generalmusikdirektor Lessing wie den Kapellmei­stern Aßmus und Görlich. schon bei größeren Ver­anstaltungen beisammen sahen, so war das Be­merkenswerte dieses feierlichen Abends, auch die übrigen mitwirkenden Solisten der sprachlichen wie musikalischen Darbietungen zugleich sehen und hören zu können.

Dies war sehr vielen Baden-Badenern umso er­

wünschter, als leider noch sehr viele von ihnen nicht in den Besitz eines Apparates gelangen konn­ten.

Das Programm

Generalmusikdirektor Lessing eröffnete die Dar bielurigen mit der plastisch herausgebrachlen zweiten Leonoren-Ouverture An zweiter Stelle stand die Wiedergabe der sinfonischen Dichtung von Paul D u c a s „Der Zauberlehrling “, ein Werk, das als Probe später französischer Programmusik bis 1933 gerne und oft in unseren Konzertsälen zu hören war. Lessing sicherte ihre Wiedergabe durch lebendige Gestaltung der verschiedenen Themen und Leitmotive, wie durch charakteristische Wir­kung der Instrumentation eine Aufnahme, die der Bedeutung des repräsentativen Meisterwerkes ent­sprach.

Bei diesen beiden Aufführungen konnten wir uns der vollen Klangentfaitung unseres annähernd auf 90 erwählter Musiker verstärkten „Philharmo­nischen Orchesters“ erfreuen.

Die Ansagen wurden durch das Ansagerpaar des Südwestfunks gegeben, das. getrennt oder bei be­sonderen Anlässen aOch zu schlagfertigen Duos vereint, die Besucher mit allem bekanntmachte, was geboten wurde.

Eine besondere Ülferraschung waren beide Ge- sangssoiisten des Südwestfunks, die bereits als „Caruso“ und „Carusa von Baden-Baden “ dank ausgezeichneter Stimmittel und Vortragskunst von sich sprechen machten. Uta Graf sang die Arie der Mimi v. G. Puccini mit lyrischer Beschwingt­et, die ihr sofort alle Herzen gewann. Ihre aus­gezeichneten stimmlichen Qualitäten bewährten sich auch in dem Liebesduett aus „Madame But­ terfly “, wobei Herbert Heß der Partner war.

Ihr Zusammenwirken zeugte zugleich von ausge­zeichnetem und diszipliniertem Abstimmen ihrer Tongebung mit dem recht kräftig besetzten Or­chester unter der umsichtigen Leitung Gustav G ö r 1 i c h s. Der glänzende Erfolg beider Gesangs­solisten rührte besonders von der Kraft und Fülle ihres stimmlichen Zusammenwirkens her.

In der abwechslungsreich gestalteten Vortrags­folge waren dann auch Proben der Wortsendun­gen des Südwestfunks vertreten: Albrecht Echoen- h a 1 s sprach in seiner gewinnenden Art Weishei­ten Wilhelm Büschs. Die klug ausgewählten Pro­ben, besonders die aus „der Kritik des Herzens “, wurden dankbar aufgenommen.

Kapellmeister Karl A ß m u s dirigierte Offen­bachs Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt “ mit Schwung. Der abschließende Cancan-Tanz schloß dies meisterliche Orchesterstück feurig ab. Aßmus begleitete dann Herbert H e ß zu dem dithy­rambischen „Freunde, das Leben ist lebenswert" aus Lehars Operette „Giuditta ', das seiner ge­schmeidigen Stimme das beste Zeugnis ausstellte.

In dem bunten Reigen dieser erwählt schönen Darbietungen brachte Gustav Görlich Strauß­walzer zu einem bunten Strauß vereint: „Freut euch des Lebens“.

Eine Überraschung erster Größe war Wer­ ner Fink , der geniale Vollender des unvollende­ten Satzes. Die Ansagerin begrüßte ihn treffend- „Der Vogel, scheint mir, hat Humor!“ Wie Werner Fink sieb ln seiner unnachahmlichen Art vor das Mikrophon postierte und mit den ersten stottern­den Versuchen, so ganz allmählich zur Deklama­tion des ihm übertragenen Gedichtes „An den Mond " vorzudringen, löste eine Hochflut von Hei­terkeit aus. Das floß alles wie improvisiert von den Lippen des heiteren Weisen. Er plauderte recht freigebig von allem möglichen, verriet uns, daß er und wie er Soldat war, von seiner oft so bespitzel­ten Tätigkeit und glossierte all das, was uns um­gibt und quält, mit schlagfertigem und un - besleglichem Humor. Ebenso einfallsreich und glücklich führte er sich selbst ein zweitesmal ein, übernahm auch mit durchschlagendem Erfolg „die Ansage“.

Freunde klaviristischer Jazzsoli erlebten eine weitere Überraschung, Inge W a r n k e spielte am Flügel recht geschickte Arrangements beliebter Jazzmelodien mit ausgezeichneter Imitation aller Instrumentaleigentümlichkeiten des Jazz, wie Blä- sersynkopierung, Portamenti, Tonschleifen u. ä. Auch sie fand recht herzlichen Beifall.

Schließlich erreichte die Hochstimmung der fort­geschrittenen Stunde ihren Ausdruck in den schmis­sigen Jazzmelodien des Hot-Ensemble des Süd­westfunks, den Original-Nickels, die man jeweils Freitags von 7—8 Uhr hört Ihre Pro­grammfolge „Ja und Nein“ bot dem Ansagerpaar des Südwestfunks Gelegenheit zu dialogischen Scherzen, die die Stimmung unterstützten.

So rundete sich die Fülle der Darbietungen, die außer ihrer Reichhaltigkeit und Buntheit auch durch die Qualität bestach. Friedrich Baser