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9t. M

BADENER TAGBLATT

Samstag, den 19. Oktober 199»

Stimme der Jfeimat

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„Haifische“ im Bodensee

Legenden um riesige Welse

Die Riesenwelse des Bodensees erregten schon im Mittelalter größtes Aufsehen, ja mehr, oft genug Furcht und Grauen. Aus den Archiven und Chro­niken der Bodensee -Städte und -Dörfer geht her­vor, daß Welse im Gewicht bis ru 2*A Zentner ge­fangen wurden und daß man früher an eine nahe Verwandtschaft des Welses mit dem Walfisch glaubte. Der Wels lebt übrigens nicht nur im Bo­ densee und den kleinen Seen der näheren Um­gebung dieses Sees, wie man da und dort am Bo­densee früher offenbar annahm, sondern er kommt in allen Strömen und auch in den meisten Flüssen und Binnenseen ganz Deutschlands , und fast ganz Europas vor. Die schwersten Welse wurden in Deutschland in den bekannten Ma­ surischen Seen, also in dem jetzt von den Polen besetzten südlichen Ostpreußen gefangen, Riesen­tiere bis zu fast 3 Zentner Gewicht. Der be­kannte ostpreußische Jagd- und Fischwaid- Schriftsteller Skowronnek hat eine Anzahl Ge­schichten darüber geschrieben. Dort, wie im Bo­denseegebiet, hat dieser riesige Fisch, der natür­lich auch im Rhein lebt, zu abenteuerlichster Le­gendenbildung Anlaß gegeben.

Im alemannischen Sprachgebrauch wird der Wels meist Weller genannt. Im nördlichen Vorgelände des Bodensees, am Ursprung der Schüssen, träumt der in der Versandung begrif­fene Niklas-See, der angeblich unergründlich tief ist. Hier gibt es „bärtige Weller in Men­schengröße“. Sie ziehen ihre Kreise um ein ver­sunkenes Schloß, über dessen Zinnen „tausend­jährige Hechte“ lauern, sodaß niemand in diesem See zu baden wagt. Tatsächlich gibt es auch in diesem See alte schwere Welse und der Seegrund besteht aus gefährlichem, weit in die Tiefe rei­chenden uraltem Moorboden.

Wie sprechen wir unsere Heimat an? Ist es Ba­ den , also der Staat? Ist es die Landschaft am Oberrhein? Ist es das Gebiet des alemannischen Volkstums? Mit allen diesen Begriffen, die uns aber nicht nur abstrakte Begriffe sind, fühlen wir uns mehr oder weniger stark gefühlsmäßig ver­bunden. Wir leben in Baden, das unsere politische Heimat ist, wir sind Menschen des Raums, der als Oberrheinland seine physikalisch-geographische Be­zeichnung fand, wir fühlen uns als Angehörige des alemannischen Volkstums, und das alles mündet hinein in unser Bewußtsein, gute Deutsche zu sein.

Das Badische! Gibt es eine typisch badische Le­bensform, eine badische Kultur? Darauf dürfen wir wohl ohne weiteres mit Nein antworten, wenn es auch gewisse Ausprägungen des Lebens in un - serm Land gibt, die uns spezifisch „badisch “ an­muten. Ein rascher Blick über die badische Ge­schichte läßt uns manches davon erkennen.

Wir wissen, daß einst die Alemannen in das von den Römern besetzte rechtsrheinische Gebiet, in das Zehntland eindrangen und von ihm Besitz nah­men. Sie traten damit das Erbe einer reichen und hohen Kultur an, die vom Mittelmeer herstammte, und lernten mit dem Steinbau viele andere fort­schrittliche Dinge kennen; es war die erste in der Geschichte bekannte kulturelle Berührung des ro­manischen Westens mit dem germanischen Osten und Norden, deren Einwirkung auf die weitere Entwick­lung des Lebens in unserer Heimat man nicht unter­schätzen darf. Die Alemannen erfüllten dann den ganzen Bereich des heutigen Baden, bis gegen Ende des 5. Jahrhunderts nach Christi Geburt der Fran­kenkönig Chlodowech die vereinigte Streitmacht der Alemannen schlug. Damit büßten sie die Vor­machtstellung im deutschen Südwesten ein und mußten sich hinter eine Liniz,zurückziehen, die auf dem jetzigen badischen Gebiet von der Hornisgrinde zur Badner Höhe, an die Oos und dann bis zur untern Murg über den Rhein hinzog. Das ist bis zum heutigen Tag die Grenzscheide zwischen ale­mannischem und fränkischem Volkstum geblieben und es ist nun vielleicht auch wieder von ge­schichtlicher Bedeutung, daß heute die Grenze zwi­schen französischer und amerikanischer Besatzungs­zone ungefähr auf der gleichen Linie verläuft. —

Späterhin ist die Geschichte des Jetzigen badi­schen Gebiets mit der Dynastie der Zähringer, deren Stammburg bei Freiburg steht, verbunden.

Da* Gleiche gilt von dem In ganz Deutschland bekannten ebenfalls ln der Versandung begriffenen Federsee, an dessen Südende die einstige freie Reichsstadt Buchau liegt, heute ein Spitzweg- Städtlein. Die Welse des Federsees waren schon im Mittelalter von den Feinschmeckern weit und breit hoch geschätzt; aber man aß damals nur die 6—8pfündigen Jungfische, die natürlich ein zar­teres Fleisch haben als so ein Welsgreis von 50 oder 100 oder noch mehr Jahren. Man fing ihn im Winter unter dem Eis, sonst mit dem Garn. Es kamen bei Fischzügen stets auch Aufkäufer aus Straßburg im Elsaß , die den Fisch dann wei­ter nach Paris lieferten. Ebenso kamen Auf­käufer aus Augsburg nach Buchau, die Welse über die Alpen nach Venedig sandten.

Was die Welse des Bodensees betrifft, so er­wähnte sie schon der bekannte römische Ge­schichtsschreiber Plinius in seinen Aufzeich­nungen über den Brigantinischen See, wie ihn die Römer nach dem damaligen Namen der heutigen Vorarlberger Stadt Bregenz nannten. (Seinen heu­tigen Namen erhielt der Bodensee nach der Burg Bodeman am Überlinger See.) Plinius schreibt, daß es in diesem großen Binnensee „Flecken­haie“ gäbe, so groß wie die Haie im Meer. Es kann sich dabei natürlich nur um den Wels ge­handelt haben. Im Mindelsoe, auf dem Hügelzug zwischen dem Untersee und dem Überlinger See wurde kürzlich ein Wels von 130 Pfund Gewicht und 2,10 m Länge, 1945 ein 138-pfündiger Wels von 2,20 m Länge und 1935 ein 180-pfündiger Wels von 2,40 m Länge gefangen. Dies sind nur einige Bei­spiele, daß es auch heute noch im Bodenseegebiet ganz riesige Weller gibt P. Kr,

Es gab nach mancherlei Teilungen eine Markgraf­ schaft Baden-Baden , die katholisch war, und eine Markgrafschaft Durlach mit protestantischer Be­völkerung, zu der auch die im Süden gelegene Markgrafschaft Hochberg und die Landgrafschaft Susenberg gehörten. Dazwischen schob sich der katholische vorderösterreichische Breisgau . Die An­merkung der Konfession ist hier insofern von Be­deutung, als sie auch jetzt noch in den betreffen­den Gebieten vorherrscht

Als die Linie Baden-Baden 1771 ausstarb, wurde dieses Gebiet mit Baden-Durlach vereinigt Unter dem Markgrafen Karl Friedrich , einem der tüch­tigsten Fürsten des aufgeklärten Absolutismus, wurde Baden zu einem Großherzogtum, aus einem Kleinstaat zu einem beträchtlichen Mittelstaat In­nerhalb kurzer Zeit in den Jahren von 1803 bis 1810, vermehrte es seinen Gebietsbesland auf fast das Zehnfache! Dieses Gebiet von 1808 ist nun unser eigentliches Baden, das, wie wir wissen, ein Werk der Politik des Kaisers Napoleon war. Da­mals wurde auch das seit 450 Jahren österreichisch gewesene Freiburg badisch.

Das Großherzogtum erhielt auf der Landkarte die bekannte Gestalt eines Reiterstief eis, und wir dür­fen sagen, daß das Land trotz seiner mosaikartigen Zusammensetzung — dank dem Wirken seiner tüch­tigen Beamtenschaft — doch zu einer inneren Ein­heit zusammenwuchs. Es war also eine sich weiter­hin günstig auswirkende Tat, daß der französische Herrscher aus vielen Gebietssplittem, aus geist­lichen und weltlichen Herrschaften kleinen For­mats eine größere Einheit schuf. Im Verfolg der von Baden eingeschlagenen Rheinbundspolitik ge­schah es dann auch, daß der Enkel Karl Fried­richs, der spätere Großherzog Karl, sich mit der Adoptivtochter Napoleons , Stephanie Boauhamais vermählte. Eine Französin als badische Landes­mutter! Es ist klar, daß steh diese Tatsache nicht nur im Karlsruher Hofleben sondern auch weiterhin kulturell auswirkte. Von Bedeutung war dann auch die Einführung des Code Napoleon im Jahre 1810 als badisches Landrecht.

Unter Großherzog Karl erhielt das badische Land dann 1818 seine Verfassung, die als „die vorzüg­lichste und freisinnigste“ in ganz Deutschland ge­rühmt würde. Ihre Grundprinzipien lassen sich auf die in der großen französischen Revolution zu­tage getretenen Ideen zurückführen, sie ist auch die Keimzelle für all das, was man später als spe­

zifisch „badisch* ansah. Noch waren zwar aller­hand politische Hemmungen und Hindernisse zu überwinden, und hierbei muß auch der Name Carl von Rottecks, des bekannten in Freiburg lebenden und wirkenden Historikers, Rechtslehrers und Po­litikers rühmlich genannt werden, der einen auf­geklärten bürgerlichen Liberalismus vertrat Seine Mutter war eine Französin und entstammte einer alten Adelsfamilie. Als Historiker gab er seiner Zeit freilich ein Geschichtsbild, in dem das Mittel- alter als durchaus „finster“ erschien, aber er war mit dem feinsinnigen und frommen Konstanzer Bistumsverweser, dem Freiherrn von Wesserrberg befreundet und dieses Verhältnis charakterisiert jenen freundlichen Liberalismus, die Toleranzgesin­nung zwischen - den Konfessionen, die dann auch späterhin im badischen Schulwesen in der Simul­tanschule ihren Ausdruck fand.

Hier begegnet uns also wieder etwas spezifisch Badisches, und wenn späterhin das liberale „Mu­sterländle“ Baden gerühmt wird, so ist dabei der Freiherr Carl von Rotteck mit seiner neunbändigen „Allgemeinen Weltgeschichte“ als Pate zu begrü­ßen. (In Gottfried Kellers köstlicher Novelle vom „Fähnietn der sieben Aufrechten“ hat der Schnei­dermeister Hedlger, einer dieser prachtvollen De­mokraten, das Rottecksche Werk in seinem Bü­cherschrank stehen). Der Ausgleich des Konfessio­nellen in einer gegenseitigen Duldsamkeit erscheint hier als etwas ausgesprochen Badisches; anderer­seits kann man mit W. E. Oeftering die Synthese von Alemannischem und Fränkischem als Charak­teristikum des Badischen ansehen.

Das Oberrheinische, das uns weiterhin heimatlich anspricht, wühlt keine derartigen Probleme auf. Es umgibt uns als eine warme milde Landschafts- Stimmung. Ein Garten — so kennzeichnet Fried­ rich Metz die Oberrheinlande — ein Gemüseland, ein Rehland, ln dem auch die Edelkastanie wächst und wo man goldgelb« Maiskolben uter den Dä­chern von Bauernhäusern hängen sieht, das ist unsere Heimat Das Gebirge, wo am Rande dunkler Tannenwaldungen der rote Fingerhut blühWshd die Stechpalme wächst, heißt im Volksmund einfach „der Wald“, und die langgestreckte Rheinebene wird „das Land“ genannt Während drunten in der Ebene im Winter oft dichter Nebel lagert kann man sich auf den schneebedeckten Höhen manch­mal des herrlichsten Sonnenscheins erfreuen. Diese Gegensätzlichkeit, die aber zusammengehört, be­stimmt das Lebensgefühl der Bewohner unserer Heimat

Es ist immer eine Landschaft mit anmutigem reichem Vordergrund und einem romantischen oft wilden Hintergrund, die wir als „Heimat“ emp­finden. „

Kein Mensch der Oberrheinlanffechaft wird sich in einer ganz flachen Ebene, am Strand eines Meeres oder in der Enge eines Hochgebirgstals je zuhause fühlen.

Hellpach weist in seiner „Geopsyche" darauf hin, daß alle Bergvölker der Erde in Volkssitte, Volks­kunst und Volksglauben von einer reicheren bun­teren Phantasie sind, verglichen mit den Ebenen- bewohnem. Er stellt die phantastische Erlebnis­fülle der Bergbewohner der dünnen Nüchternheit der Ebenenmenschen gegenüber. Können wir nicht auch in unserer oberrheinischen Heimat diese Be­obachtung machen? Wirkt nicht auch Karlsruhe nüchtern im Vergleich zu Freiburg , wie auch Ra­ statt gegenüber Baden-Baden , oder Kehl nach Villingen ? In den Berglandschaften verdichtet sich nach Hellpachs Hinweis die volkskünstlerische Produktivität, während Staat und Wirtschaft in der Ebene ihre großartigsten Entfaltungstriebe ge­zeigt haben. Das trifft auch für unsere Heimat, für den Schwarzwald mit seinen bastelnden, an heimatlicher Kunstgestaltung reichen, von sinnigen Bräuchen zehrenden Bewohnern und von der tüch­tigen, politisch regsamen Bevölkerung der ober­rheinischen Ebene zu. Franz Hirtlar

Bndhele

Für jene Bedauernswerten, die nicht einmal mit vierzig Jahren gescheit werden, zuvor eine kleine sprachkundliche Erklärung: Die Endsilbe „le‘ drückt im Schwäbischen durchaus nicht immer ei­ne Verkleinerung aus, sie ist vielmehr oft nur eine liebevolle, fast zärtliche Wandlung der großen

Dinge ins Lieblich-Niedliche. Ein „Fraule“ kann also ruhig ein Meter neunzig groß sein. Um zum Thema zu kommen: Ein Buchele ist kein kleine» Buch, auch keine kleine Buche, sondern eine ganz kleine Buche, im übrigen Deutschland schlechthin Buchecker genannt

Der Wald meint es wirklich gut mit uns. Das hat er zwar schon immer getan, nur merken wir es letzt erst, nachdem wir früher seine Wohltaten nicht oder nicht genügend gewürdigt haben. Er ersetzt uns die zum Hausbrand fehlende Kohle, und wer im Winter nicht frieren will, tut gut, sich rechtzeitig sein Holz zu schlagen. (In die Geheim­nisse der Holzfällerei sind wir im zweiten Jahr des Selbstschlagens eingedrungen). Wir haben zum glei­chen Zweck Tannenzapfen und Kienäpfel — letz­tere werden im Schwobeländle „Mockele" ge­nannt — und zur Aufbesserung unserer Kalorien Erd-, Hirn-, Brom- oder Heideiheeren und Pilze gesammelt. Jetzt erfuhren die nicht passionierten „Waldläufer** aus der Zeitung, daß cs in diesem Jahr Bucheckern wie seit Anno 1888 nicht mehr geben wird. Es hat nicht erst des Aufrufes vom „Kreisbeauftragten für die Bucheckernsammlung“ (was es nicht alles gibt!) bedurft, um groß und klein, hoch und niedrig auf die Beine und in den Wald zu bringen, gilt es doch, eine unserer größ­ten Nahrungssorgen, den Fettmangel, zu beheben oder wenigstens zu lindern. Die Buchen hätten sich gar kein besseres als das Notjahr 1948 für ihr« Re­kordernte aussuchen können.

Wo etwss zu holen ist, sind die Statistiker gleich zur Stelle, mit Zahlen nämlich: Sie schätzen die Gesamternte in Süd vürttenbtrg auf 30 000 Tonnen Bucheckern. Ein Drittel davon wird ungefähr geborgen werden, woraus 2 5 0 0 Tonnen Fett zu gewinnen sind. Das entspricht einer Versorgung von einer Million Menschen für zehn Monate bei unseren jetzigen Rationen.

Als das meine Frau in der Zeitung gelesen hatte, war Ihr hausfraulicher Frieden dahin, und nach­dem ich tagtäglich die Völkerwanderung ln den Wald und zurückströmen sah, hatte auch ich keine Ruhe mehr.

Am nächsten Morgen zogen wir loa, zwar nicht mit Besen und Sieben, Leitern und Stangen wie die routinierten Buchelesammler, dafür aber mit einem großen Rucksack voll Optimismus. Auch für den botanisch weniger geschulten Sammler ist es gegenwärtig nicht schwer, die Buchen zwischen anderen Laubbäumen herauszufinden: Wenn sich unter einem Stamm etwa zehn bis zwanzig Men­schen in gebückter Stellung aufhalten, dann ist es eine Buche. Ich habe am Ladenöffnungstage auf der Hauptgeschäftsstraße unserer Stadt niemals an­nähernd so viele Bekannte getroffen, wie hier im „einsamen“ Walde! Es ging das Gerücht, daß sogar ein Regierungsrat in devet kriechender Haltung im Walde gesehen worden sei. Aber auf Gerüchte soll man nichts geben.

Unser Sammelergebnis blieb zwar hinter un­seren wohl zu hoch gespannten Erwartungen zu­rück, immerhin war am Abend der Boden unseres am Morgen mit Optimismus prall gefüllten Ruck­sackes mit richtigen maikäferbraimen Buchele be­deckt. Ais ich einmal äußerte, die am Boden lie­genden Buchele entsprächen nicht der Anzahl der am Boden liegenden Sammler, kam ein riesiger Mann, dem ich nicht allein im Walde begegnen möchte, warf mir einen mitleidigen Blick zu und dann seine muskulöse Schulter mit Wucht gegen den nächsten Baumstamm, worauf die Buchele nur so auf uns herunterprasselten und die Sammler sich unter dem geschüttelten Baum sammelten und — sammelten. Es gibt doch noch gute Menschen, auch, wenn sie manchmal gar nicht so aussehen.

Als wir das uns so kümmerlich erscheinende Re­sultat unseres Sammeltages daheim auf die Brief­waage legten, siehe, da entsprach es doch etwa einem Liter Öl! Und es war ja erst unser erster Sammeltag! Die meisten Buchele habe ich jedoch nachts im Bett gesammelt. Nach dem physikali­schen Gesetz vom Körper, der, einmal in Bewe­gung, in Bewegung bleiben will, habe ich im Traum viele - tausend Buchele aufgelesen. Was einem je­doch wie im Schlaf zufSllt, ist eben doch nicht von Bestand: Am Morgen war ich sehr enttäuscht, da* Ergebnis meiner Nachtarbeit nicht in mehreren gefüllten Säcken vor meinem Bett stehen zu sehen.

Morgen gehen wir wieder „in die Buchele“. Sie auch? Hoffentlich treffen wir uns — nicht!

—Mo—

Das Badische und das Oberrheinische / He!ma!verSTnh*it

.....

U n s m r

p@Ft@€k

Der Sport am Sonntag

IC Baden-Baden — IV Gaggemu

Oeges die bekannte Elf ans dem Murgtal mufl die Ba deoer Mannschaft schon au« dem einen Grund ehrenvoll ab tehneiden, am die dritte Runde za erreichen. Aber auf der anders Seite gilt es noch eine Schlappe wettzumachen, di« vor Monaten mit 1:0 an Deutlichkeit nichts zu wünschet Übrig ließ. Darüber hinaus spielen zwei weitere Mannschaf ten, sodaß den Sportfreunden in B.‘Baden ein reichhaltige Programm geboten wird.

Die Handballabteilung weilt n einem Freundsohaftstref len in Sinzheim .

Pokalspiele im Bezirk B.-Wen-*B5W—Rastatt

Von den 20 Siegern der ersten Pokal runde werden am kommenden Sonntag tm zweiten Durchgang nur 18 vertre tes sein, da 2 von ihnen die weitere Spielberechtigung In­folge Mitwirkens eines gesperrten Spielers verscherzt haben Dies sind Muggensturm und Haueneberstein. An ihrer Stell« Weihen die jeweils Unterlegenen, Gaggenau and Sinzheim im Wettbewerb. Unter Berücksichtigung dieser Änderen! lauten die Paarungen für den 20. Oktober wie folgt: 1. Bie tigbeim—Otigheim, 2. Ottenau—Durmersheim . 3. Oos—Lau!

4. Sinzheim —Rotenfels , 5. Leiberstung—Niederhöhl, 6. Au a. Rh.—Rastatt , 7. StoUhofen—Kuppenheim, 8. Kappelro- deefc—Ottersdorf, 9. Baden Baden —Gaggenau , 10. Hügels heim—Steinmauern. Da in noch 2 Fällen Untersuchnnge 1 laufen, kann eine weitere Änderung des vorgesehenen Spie! plane eintreten.

Die am 27. Oktober stattfindende 3. Pekalrunde, derei Paarungen ebenfalls bereits am S./6. Oktober in Offenbar ausgelost wurden, wird aus de« vorstehenden 10 Spiele’ folgende Gegenüberstellung bringen: 1. Sieger 1—Sieger 4

5. Sieger 5—Sieger S, 8. Sieger Sieger 2, 4. Sieger 4—Si- ger 8, 5. Sieger 10—-Sieger $.

Die nach dem 27. Oktober verbleibende« 6 Sieger de Bezirks B.-Baden werden für die auf 10. Nevember vor gc sebene 1. Zwischenrunde mit den noch vorhandene« Teil nehmern des Bezirks Ottenburg gemeinsam ausgelost.

Jtm 8 November werde» &»* Bertrk die Verbaedeeplele der Bezirksklasse und der Kreisklasse befieee». In dl« Betfrka klasse sind eingeteilt Ackere. Kuppenheim . Matigheim Sandweier, Söllingen , Kappefrodeek, Bühl . Iffezheim , «eg genau, Illingen und Au a. Rh. Der 12. Teilnehmer wird n*cb durch ein Entscheidungsspiel zwischen Gernsbach n«d L<* beretung bestimmt, das voraussichtlich In B-Baden ausge tragen wird.

Schon die Spiele des ersten Pokalsonntags zeitigten eine Reihe von Übertretungen der Sporteesetze, obwohl alle Treffen von ausgewählten Schiedsrichtern gelettet wurden Die betroffenen Vereine werden sehr bald erfahren, daP eine strengere Ahndung solcher Vergehen allgemein Ptat 7 greift. Wirkliche Beachtung der Spielregeln wird daher künftig das einzige Mittet bleiben, uro nicht für kürzer oder ear längere Dauer vom Spielverkehr ausgesehloe?« m werden. DeT Spielleiter.

SC. Kappetrodecfc 1. — SV. Sehwarmett 1. *:•

Mit der Auslosung der Pokalspiele nach k.e-Systen* batte Kappelrodeck diesmal Glück, mußte doch zunächst Schwär* saeh die Reise nach dem Achertai antreten und zur 2.

Runde, ebenfalls auf dem Platze in Kappelrodeck , wird der Sieger aus dem letztsonntäglichen Treffen Otteradorf—Pftt tersdorf erwartet. —

Daß Kappelrodeck «eine Chance sich durch einen Sieg über Scbwarzaeh, ein zweites Qeimspigi zu verschaffen, zu wahren gewillt war, war allen natürlich im voraus klar Oer Sieg gegen Schwarzach wurde Jedoch dem Ptatzvereiv. •liebt leicht gemacht irnd die knappe 1:0 Führung zeugt ge •mg von dem harten Widerstand, den die Gästeelf die erst« Distanz über leistete. Erst in der *2. Hälfte riß Kappe rodeck endgültig das Spielgeschehen an sich und stellt' durch 2 weitere Treffer den Endsieg fest, batte aber an dererseits das Pech, seinen Torwart durch H-taaussteUun zu verlieren, was sich in den kommenden Spielen auswirkei dürfte. —

Haueneborstein l — Sinzheim I 8t1 <1:S)

Bei schönem Herbstwetter weilte Sinzheim zum fälligen Pokalspiel in Haueneberetein und verlor nach hartem Kampf nit 8:1 Toren. Sinzheim war durch die rohe Spielweise der Läufer von Haueneberstein schwer angeschlagen und zog cs klüger vor, der Härte den Weg zu räumen. -Durch Ent cheidung der Sportbehörde hat Sinzheim das Spiel für sie*

• ewertet bekommen, da bei Hauenebersteha 2 gesperr -vieler mitwirkten.

Haueneberstein Jgd. — Sinzheim Jgd. 1:1

Söllingen Schüler A — Slnzhsfm Schüler A 8:2

Söllingen Schüler B — Sinzheim Schüler B 0:1

An alle Sportvereine

Aus gegebener Veranlassum wird Iw Auftrau «es #ou- vememmt Mtfftnlre Scatiw» Sparta at Jan

nsaae, «rneut darauf hingewiesen, daß alle eon den neu ge 'ründeten Vereine geforderten Angal>en unbedingt veHstSr- dig und ver allem wahrheitsgamiß erteilt werden mßsser. Leichtfertig erfolgende Auskunft« stnd daher efcansa straf har wie wider besseres trissan abgegebene falsche *rkls ringe, »am deutschen teert baan aar dann Wirkfleh ge dient werden, wenn »He seine Vernatwortflehen ies Vmgx.it ndt den Dienststellen der fmnehsischen Mütttir Regieren und dem Rehdrden der deutschen Verwaltung, wie aucl untersefuedsles untereinander sieh stets uneingeeehränkte r Aufrichtigkeit beRei«igee. Mer gegea diese syeit liehe Auf fassung, der Iw reich«, des heutigen Mähsewne Irieder aufhnus grundsdttH.he Bedeutung rukemmt, verstdßt schlledt sieh TOD selbst aas. abgesehen deren, daS unter iTmständen strenge Bestrafung tu gewärtige« ist.

Bel diesem Anlaß wird daran erinnert, daß Bus Geräte­turnen < fleck. Barren. Pferd. Rock u. »-) nach wie ror un tersagt ist. Bei Benützung der Turnhallen zu den letzt wie der allgemein einsetzenden Winterühnngen der Rasensport ler ist diese Bestimmung gewissenhaft zu beachten.

Vietfach andern sieh immer wieder die zuständigen An Schriften der Vereine. Zur Ergänzung und Überprüfung der Karteien ist erforderlich, daß alle Vereine nochmals ihren verantwortlichen Schriftführer an den rnterzeichneten mel den. IMese Meldung ist in dreifacher Fertigung n erstat tan. Bbenao ist bei weiterhin eintretenden Änderungen tu verfahre«.

•er teertheauttregte f&r die Amtsbezirk» BflM und » a rtntt and de» Stadtkreis Baden-Baden :

Karl Kuttntff

AMTLICH E BEKANNTMACHUNGEN

Anordnung über dl« Erfassung und BenrirUdsaftung von tierischen Haaren und Borsten (ausser Wolle) in der franz. besetzten Zone

Die Bürsten- und Pinselindustrie sowie das Bürsten* und Pinselm&cherhandwerk benötigen in großen Mengen all© Ar ten tierischer Haard und Borsten, die die wichtigsten Be •^teckungsstoffe für alle nur denkbaren bürsten- und pin -"Ixewerblichen Handwerks* und Reini«ungageräte darstellen

Damit diese so nötigen Produktionsmittel für die Folg estlos erfaßt werden, erlaßen die zuständigen Instanzer der Länder innerhalb der französisch besetzten Zone im Ein vernehmen mit der Militärregierung besondere Anordnungen I.

Vor Erteilung jeder SeMachteriaubnie Ist seitens des Meu gers, der Schlacbtbofverwaltung oder des die Schtachtun beantragenden Landwirts eine eidesstattliche Verpflichten zu unterschreiben des Inhaltes, daß särotttehe tai Schlack: prozeS anfallenden Haare und Bersten tm Sinne dieser B< Kimmungen zur Ablieferung zu bring«, sind

Für die Beibringung und gewissenhafte Erfüllung der ge forderten eidesstattlichen Erklärung ist der zuständige Ti-" •eschauer verantwortlich.

n

Sämtliche in der französisch besetzten Zone anfallend’ und tu dieser bereits vorhandenen Tierhaare und Borste; unterliegen »mit sofortiger Wirkung der Bewirtsohaftxim. Dasselbe gilt für aB« in die französisch besetzte Zone ein geführten Haare und Borsten. Der freihändige An- und Ver kauf dieser Produktionsstoffe ist daher veri>ot©n. Das Ver bot erstreckt sich auch auf die Annahme van Borsten uc' Haaren im Sinne das Abschnitt*« TH tagen Liafe r awg c ve? sprachen inftaederhett van MaeshaltsgarätaB. Werkzeuge Börste«waren. Pinseln usw.

m.

AU Tierhaare und Borsten gelte« Insbesondere: Pferd« Kuh. Binder- und Kälberhaar« (Mähnen, Sehweite, Fesse. aare new.), fiehwefnefeaare and Barste«, Wtldscbweinbor ten, Ziegenhaar«, Mndeehweiffcaar«, Edeihear« usw . jadoch inefct SehafwaNe. für deren Ürfanenng be c end c re Besttm rrmngee geitan

IV.

Alle Aofall&tellen, als* alle Schlachtbäfe, Metzgereien um! Hanssckläehtereien, Landwirt«. Pfardebalter, Häuteverwer MiBgwn, Gerbereien. Abdecker*}** «sw. sind verpffirktt. ailf

anfallend*« Maare vnd Barsten m aammetn n*d sorgfältig aufzvbewakren, damit ein Verderb dieser wtehUge» Pnsduk

tionsrahstoffe ausgeschlossen ist. Biese sind regelmäßig ar die gemäß Ziffer V behördlich zueelassenon TiergroÄAndler und Sammler zu verkaufen.

V.

Zum Ankauf aller tierischen Haare und Boraten sind nur solche Großhändler und Sammler ermächtigt, die seitens de r zuständigen Instanzen eine Zulassung für diesen Tätigkeit? zweig erhalten haben.

Zuständig für die Erteilung derartiger Sammler Legitima Uonen sind:

Für Baden : Das Badische Wirtachaftsministerium — Re ferat: Altstoffverwertang — Freiburg i. Br

Für Württemberg : Die Landesdirektion der Wirtschaft bi Tübingen .

Für das IlhainpfälzUche Land: Das Oberregferuagspräsi Aam Abt. Handel und Verkehr, Neustadt Pfalz.

Für das ftaargebiet: Das Oberregiemagsprasidium Saar­ brücken .

I Die erteilten Zulassungen können von besonderen Auflagen

abhängig gemacht und ebenso Jederzeit widerrufen werden.

VI.

Großhändler und Sammler sind verpflichtet, das anfallende Material regelmäßig abzunehmen und für sorgsame Behänd- lung* Sortierung usw. Sorge tu tragen.

Allmonatlich zum S. Tag sind alle vorhandenen Bestände auf besonderen Meldevordrucken den hierfür besonders no­minierten Steilen gewissenhaft zu meiden. In Bades sind diese MeMuncwt dem Referat Altstoffverwertung beim Badi­schen Wlrtschaftsministerium Frei bürg i. Br. zu erstatten. Der Meldepflicht unterüegeo • auch Ule Haar und Borsten ■mrichtereien.

VII.

Zum Zweck der Aktivierung der Sammeltätigkeit erhalten iie ablieferungswilligen An fall stellen besondere Prämien in (•’orm börsten- und pinsel gewerblicher Fertigerzeugnisse.

VUe als Prämien zu betrachtenden Lieferungen an Büreten varen, Pinsel und Besen erfolgen durch die Froduktionsfir- ien, gegebenenfalls unter Einschaltung der einschlägigen 'acfcgeachftfte, direkt. Dagegen ist der Vertrieb und die ''erterfiuiig von Fertigerzeugnissen durch die behördlich zu- 'elassenen Tierhaargroßhändler und Sammler u n te rs a gt VITT.

Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden be straft. Betriebe der Bürsten und Pinselrroduktion, die di rekte Materialaufkäufe tätigen, ohne im Besitz einer Ramro- “Hegitlmation zu sein, werden geschlossen. 12083

Dar MtnisterteMtrektor des Badisohen WicteohaWsmtnUterlura Dr. Lefbbeancft

Rekanntmaeh ong

Für den Handel«kammerifceairk Lahr wird et*e weitere Prüfung ftr Kao f w mm s geh rt e n Ende des Monats Oktober >v>46 verausRichtMcb in Reneben durebgeföhrt.

An dieser Prüfung können auch Nachzügler aus allen Be wirken des KammergeWets, die infolge verspäteter Anmel dang oder iergi. an der iw Jul! de. Js. dnrchgeftihrtn Prii ;ung nicht teilnehmen kennten, teilnehmen. BL 1227»-

Anmeldungen sind sefert an Venn Schwer, Buch sachverständiger, Hriaffen, in richten.

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Ober die erste Silwngipnrinfc der Kreisversamm-

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Gemäß Artikel 4 der Verordnung Nr. 40 des Französische: oherkomntaiHHerendea in Bentschland und gem&ß den Pro tokoilon Über die Wahlen zu den Kreifiversamralungen wiiv angeordnet: 1229'

Artikel !

Der Zeitpunkt der Eröffnung der ersten Sitzungsperiod*. der Kreisversammlungen wird im ganzen Lande Bade» «u Dienstag, den 29. Oktober 1946 festgesetzt Artikel 2

Der Zeitpunkt für die Schließung dieser Sitzungsperiod wird auf spätestens Dienstag, den 12. November 1946 fest gesetzt, vorbehaltlich der Anwendung de« Artikels 4 Ab** 1 2 der Verordnung Nr. W

Artikel 3

Die Land rate werden mit der Durchführung dieser An •rdnung beauftragt, die im Amtsblatt der Landesverwai tvag Baden, Franz. Besatzungsgebiet veröffentlicht wird Der MMsfeerlaMiieUor des Bad. Ministeriufm des Innere