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BAtflÜW«« TAGBT.ATT

Samstag, aen 11. Januar 1947

Dei Sport am Sonatag

B-ulscke Oberliga — GruppeWee»

Fortuna Frclburg — VfB Riegel SV ottenu — ASV Freiburg SpFr Lahr — SC Baden-Baden Blau- Weiß Freiburg — SV. Emmendlrgeo

De Spiel runde der Weststaffel wird morgen mit «fht aufschlußreichen Begegnungen forlgesetzt, wah­rend das Spiel zwischen der Fortuna und dem Neu­ling Riegel den Gastgebern die Mögl'chkcit gibt, Ihr Konto um weitere 2 Pluspunkte zu bereichern. Auch Sie Freiburger Torijuote dürfte eine klare Verbesse­rung erfahren.

Dar noch zur Spitzengruppe gehörende SV Ottenau hat zu einem neulichan Heimspiel w eder einen Frei­ burger Gast. Dieses Mal dürften aber die Breisgauer — der ASV ist es — den Spieß umdrehen und den Platz­herren das Nachsehen geben.

„MBnchlcin, Du tust einen schweren Gang", Ist die Parole für den SC Baden-Baden, der in Bahr hei den Sportfreunden alle Register seines ohne Zweifel vor­handenen Könnens ziehen muß, um In Ehren bestehen cu können. Ein knapper Sieg der Gäste ist nicht aus­geschlossen.

Blau-Weiß Freiburg und Emmendingen marschieren cur Zeit in der Tabelle höchst einträchtig nebeneinan­der. Ob sic das auch am Sonntag tun werden, er­schaut sehr zweifelhaft. Wahrscheinlicher ist schon, daß ste sich ordentlich „bekriegen“ werden, wobei inan es den Mannen um Selter Zutrauen darf, daß sie die Blau-Weißen den Kürzeren ziehen lassen werden.

Bezirksklasse mit vollem Programm Bietigheim — Ozggena«

Kuppenitelm — Au a, Rh.

Iffezheim — Söllingen Adlern — Illirgen Leiberstung — Bühl Kapp.lroueck — Sandweier

Btot'ghe'ms Elf enttäuschte in den letzten Spielen Ihre Anhänger sehr und wird bemüht sein, gegen die Murgtal Vertretung Goggenau zu X Punkten tu kom­men. — Wären die Iffezheim ir auf eigenem Platz nicht so zu fürchten, könnte man d e sonntägliche Begeg­nung als völlig offen werten. So aber scha'nt ein Sieg der Platzelt Hpjnahe im Bereich des Möglichen zu

lieg an.

Kuppenhelm hat nach der Kappelrodocker Schlappe erneut eine kernige Kraf.probe zu bestehen, die mit Au a. Rh. alle Nerven kosten wird. Da Kuppenheim den Anschluß nicht verpassen will, andererseits die Gaste stark nach vorn kamen, wird es einen harten Kampf geben, “wobei die Platzherren schließlich doch die Oberhand behalten dürften.

Wenn man die Ill ngar auch nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, so könnte doch die reifere Technik der SV Achen» den Ausschlag für einen Er­folg geben.

Falls die Sperre des BSV (aufgehoben wird, kommt ea in Leiberstung zu einem spannenden Treffen, des­sen Ausgang völlig offen ist.

Auf eigenem vertrauten Gelände dürfte es Kappelro­ deck nicht allzu schwer fallen, den Gast aus Sand- Wwier um I Punkte zu rupfen.

II. Mannschaften Rappenheim — Rastatt Ackern — Wiegen Leibcrriung — Bühl

TabeHenstand der Kielsklasse

Staffel I

Die Über die Weihnächte- und Neujahrstage zur Ent- Scheidung gestandenen Spiele änderten das Tabellen­

bild nur wenig.

H gclshcim 6

Sinzheim I

gchwarzaeb i

gtollhofen 4

Vimbuch S

Llchtenau 6

Scherzheim 7

tlnzhurst 4

4

4

4

3

2

2

1

•

1 1

• 1

• 1

1 1

1 3

0 4

1 I

• 4

25:16

02

20:6

8:2

17:U

0:2

13:6

5:5

12:12

5:5

13:16

4:8

-24

3:11

7*1

0:8

UNSERE

CHAU

Staffel n

In der Staffel H brachte das Spiel Bühlertal—Ober- achera d e Entscheidung ln der Tabellenführung, die jetzt Bühlertal mit relativ 3 Punkten Vorsprung inne­hat. Durch neuerlichen Entscheid der Sportbehörde werden die für Oos als verloren ^gewerteten spiele annulliert und nachgeäiolt. So Hegt ‘“also auch noch Dos mit allen Chancen im Rönnen.

Bühlertal

«

«

9

•

41:12

12:0

Oberachem

9

4

0

1

20:9

9:2

Oos

i

3

6

1

16*

5:2

Haueneberstein

5

2

0

3

14:17

4:6

Fautenbach

4

1

1

2

16:16

3:3

Sasbach

9

1

1

3

9:16

5:1

Lauf

4

1

9

3

9:13

2:6

Varnhalt

9

0 •

Staffel in

5

9:40

0:16

Die in dof Staffel

in

durchgeführten

Spiele brach-

ton keine wesentlichen Änderungen. Sie festigten le­diglich die führende Position Otigheims, das weiter­hin ungeschlagen blieb.

Otigheim

6

6

»

9

42:16

12:0

Elcheshelm

6

2

3

1

11:8

7:5

Würmersheim

6

2

1

3

6:21

5:7

Durmzrslie'm

4

1

2

1

12:7

4:4

Ottersdarf

5

1

2

2

10:16

4:6

Plittersdorf

9

1

1

3

' 5:20

2:7

Steinmauern

6

1

1

4

6:20

3:9

Staffel IV

Ein stet'g wechselndes Bild ln der Spitzengruppe zo gt die S .aifjl IV. Nacheinander erschienen Nieder­bühl, Muggmslurm und Rotenfels an der ersten Stelle, die nunmehr nach dem von Rotenfels gegen Muggen­ sturm gewonnenen Spiel (Muggensturm nicht ange­treten) und dem Bombenerfolg in Gernsbach (8.0) von Rotenfels klar angeführt wird. Das Spiel Waldprechts-

WQier— Gernsbach ist wertet:

Vorläufig

für'

Gernsbacb

ga­

Rotenfels

7

8

1

L

24:16

lt*

Bischweier

6

3

2

1

21:8

6:4

Muggensturm

8

3

v l

1

16:4

7:3

Nicdcrbülil

4

2

2

6

9:4

6:2

Garnsbach -

6

3

6

4

12:16

4:6

Waldprcchtsw.

5

1

0

4

5:25

2:8

Micbulbacl»

8

0

0

8

6:2«

6:16

tpvgg Bühlertal — SV Oberachem S:t

Auch der SV Oberachem mußte als der stärkste Ri­vale der Spvgg \Bül»lertal mit 3:1 Sieg und Punkte Überlassen. Mit diesem entscheidenden und letzten Treffen der Vorrunde hat auch Bühlertal ohne Punkt­einbuße die Tabellenspitze gesichert, die es von Be­ginn der Vorrunde an inneaatte.

Der glatte und hartgefrorene Boden stellte hohe An­ford innigen an Können und Härte beider Mann­schaften. Bis zur Halbzeit errang Bühlertal durch schöne Kombination eine 1:9 Führung. Nach der Halb­zeit drängte Obcrachcrn kurze Zeit durch massiven K.nsatg auf den Ausgleich, konnte aber nicht verhin­dern, daß Bühlertal trotzdem durch schnelles und schulmäßiges Zusammansplel auf 3:0 davonzog, dem Ob ersahen» nur noch den verdienten Ehren treff er ent­gegensetzen konnte. — Aa—

SC Kappelrodeck I — SV Kuppenhelm I 4» (abgebr.)

Mit e.ner Bombeimioaerlagu, mit der selbst der küiinsie Opt.mist niemals recuneie, wurde der Tabel­lenführer in Kappelrodeck abgefertigt. Der mit einer ungewöhnlich honen Torousbeute die Tabehe anfüh­rende Spitzenreiter wurde durch diese unerwartete Niederlage so aus dem Konzept gebracht, daß di» Gäste bei der. Hinau^siellung eines Spielers wegen Sshicdsrichlerboleiciigung m.t gesamter Mannscuaft das Spielfeld verliehen und dadurch bereits in der 35. Minute der ersten Halbzeit ein Spielabbruch zustande kam.

Bei den Gästen war vor allen Dingen die Hinter- mannjenaft für die Niederlage verantwortlich, wäh­rend der Sturm sich nicht entwickeln konnte. Auf jeden Fall hat das Spiel gezeigt, daß Kuppenheim mit seiner Hintermannschaft g_g_n einen einigermaßen guten Sturm jederzeit verwundbar ist.

Die Einheimischen verstanden es geschickt, während der leichten ' Gästeuberlegenheit die Lücken in der gegnerischen Hintermannschaft gebührend auszunützen und so m.t Überrumpelung verfolgen aufzu warten. Durch den Splelabbruch hatte Kuppenheim eine star­ke M Gstimmung des Publikums hervorgerufen, die ihrer Meinung, daß eine Mannschaft auch einmal in

allem Anstand verlieren in der Lage sein müßte, Aus­druck gab.

i Das Vorspiel Kappelrodeclt II — Ackern H brachte den Aehe'rner Reserven, die durch zurückgekehrte Spieler verstärkt waren, einen verdienten 2:0 Sieg.

—be—

SpV Sandweier I, — SpV Achen» I 0:1

Durch einen wirklich äußerst knappen, aber ver­dienten S.cg, brachte Achern in Sandweier die so be- genrten Punkte unter Dach und Fach. Wenn m in die starke Ersatzgesteilung von Achern kannte und auch dte schlechte Beschaffenheit des vereisten Splelgeläh- des berücksichtigt, so ist unter diesen Umständen der knappe Gästesieg umso höher zu werten. —ei—

Mehr hpoitgeist mt not!

Wie sehr g,-rade heute die Erziehung der Vereine und vornehmlich der Akteure zu sportlichem Denken und Handeln not tut, zeigen in erschreckender Deut­lichkeit die fast nicht mehr zu registrierenden Vorfälle auf den Sp elfeldern aller Zonen. Tätlichkeiten, Be­leidigungen, Unsporllichke'ten und Spielabbrüche rei­chen einander in bunter Folge die Hand. Und dabei fühlen sich die Großen bemüßigt, den Kienen mit „gutem“ Beispiel voranrugehen. — Allein im Sportbe­zirk B.-Baden mußte der Spielleiter seit dem Beginn der neuen Spielrunde Anfang November vor gen Jah­res 100 (hundert) Strafen aussprechen, die alle Abtei­lungen von der Verwarnung bis zur Sperre in sich schließen. Welcher wahre und echte Sportsmann Ist vkm dieser Zahl nicht unangenehm berührt? Wahrlich, es ist an der Zeit, daß hier einmal mit eisernem Be­sen gekehrt Wird.

Dar Sport hat eine große und-schöne Aufgabe zu er­füllen, deshalb weg mit den ewigen Fanatikern! Ent­fernt die Radaubruder und Schreier von Jenen Plät­zen, wo ein wahrer Sport geübt werden soll.

Das „BT“ veröffentlicht an dieser, Steile von nun an Urteile der Spruchkammern, die als beson­dere Lehrbeispiele gelten können.

Am 17. U. 40 mußte das Privatspiel SV Ottenau-SG Baden-Baden Wegen Tätlichkeiten und Eindringens der Zuchauer in das Spielfeld vorzeitig abgebrochen werden.

Es erhielten der Spieler H. Hock wegen Tätlichkeit 4 Monate Spielsperre bis 31. 3. 47, die Spieler J. Mer­kel und F. Baumer 3 Wochen Spielspcrre wegen un­sportlichen Benehmens bis elnschl. 10. 1. 47.

Die amerikanische Militärregierung ln Stuttgart hat bekanntlich Anfang November für das Gebiet Würt­ temberg-Baden die Bildung einer Vereinigung deut­ scher Berufsfußballsplelcr nach den Richtlinien des englischen Frofessional-Fußbpllsportes genehmigt und dem Stuttgarter Gustav Sackmann, dem früheren Geschäftsführer der Süddeutschen Oberliga, die Lizenz erteilt, die ersten BerufsfußbaU-Vcfcanstaltungen zu organisieret». Mit der Genehmigung der Einführung de? Berufs-FuShallsportes in der amerikanischen Zone für das Land Württemberg—Baden Ist das Problem Berufsfußball wieder in den Mittelpunkt der Erörte­rungen dar Fußball-Fachkreise gerückt.

Wichtig für das Gelingen der Einführung des Be- rufs-Fußba}lEpories in Süddeutschland Ist die Stel­lungnahme der Vereine der (Süddeutschen Oberliga. Wir haben deshalb den Vorsitzenden der Süddeut­schen Obehiiga, Dr. Walter, Stuttgart , aufgesucht und uns ausführlich mit ihm über das Problem des Be- ru£s-Fußba!isporte3 unterhalten, da Ja Berufsfußball- sport ohne Organisation, Fußballplätze und gute Schiedsrichter undenkbar ist.

„Die Durchführung von Berufs-Fußballveranstaltun- gen halte ich im .gegenwärtigen Augenblick für un­möglich“ erklärte Dr. Walter auf die Frage über die Stellung der Süddeutschen Oberliga zur Lizenzie­rung des Berufs-Fußballsportes in Württemberg—Ba­ den . „Es denkt, nach meinen Informationen, heute m Süddeutschland kaum ein Verein daran, den Be­rufsfußballsport einzuführen. Der Berufsfußballsport in Deutschland wird kommen“ meinte Dr. Walter Im Verlauf unseres Gesprächs, „aber heute Ist der Zeit­punkt der Einführung von Berufs-Fußballspielen noch verfrüht, well die wirtschaftliche Lage ln Deutsch­ land vorerst noch gar nicht zu üBorsehen ist Man

Die Spvgg. Ottenau eine Geldstrafe von 40 RM we- gep Fehlens einer Platzordnung usw.

FaodbaU-ObetHva

„Erwin“ Stelhbach — SV Lahr 14:1 (5:0)

Einen überraschend hohen Sieg holten sich die Män­ner der Platzmannschaft über ihre Gäste aus Lahr . Trotz stellenweisem Glatteis wurde' ausgezeichnet kombin ert und die S.embacher waren in einer be­stechen ien 'Form. Die La hier konnten durch ü»r. n schwachen Sturm keine Chance nützen und auch die Verteidigung war ihrer Sache nicht sicher. Zu span­nenden Kampfszenen kam es- nur selten, da der Bail zwei Drittel des Spiels in den Händen der Ste nbacher war. Das Ehrentor für Lahr fiel kurz nach der Halb­zeit Der Schiedsrichter leitete umsichtig.

Tisch-lenms

Spnrtcinb Baden-Baden In Lörrach and Schopfhein» Heute und morgen weilt die äußerst spiel-tarke Mannschaft das Sportclubs Baden-Baden am Obec- rhem. Am Samstagabe nd, den u. 1. 1947 treten i 1. r r ci e i, -nns- . . I . C

Lörrach um 13.30 Uhr in derGymnaslumsturn- halie in Lörrach an. Der TT UL hat zu diesem Spiel erstmals seine vollständige erste Mannschaft zur Stelle. V

Am Sonntag, den 12. 1. 1947. 10 Uhr vormittags komm, es dann in Schopfheim im Pflugsaal zu der Be­gegnung einer Wiesentäler Auswahlmann­schaft gegen -Baden-Baden . Die ,Wiesentäler / Mann­schaft setzt sich aus den Spitzenspielern der Vereine Mauiburg, Schbpfhelm, Zell und Wahr zusammen. In beiden Begegnungen dürfte hervorragender Tisch- tenaissport geboten werden. —r—

Lang- und Spiunglau? in Hinterzaiten

Die SklVanft Hinterzarien hat am 12. Januar für die Skisportier das Süd-Schwarzwaldes zu umfangrei­chen Wintersport-Wettkämpfen eingaladen. Veranstal­tet werden Langlauf, Sprunglauf mit gleichzeitiger Bewertung in' der Kombination, sowie ein Spezial­sprunglauf an der Adlerschanze. Startberechtigt sind Angehörige der allgemeinen Männerklasse, der Jung- ftiannschaften A und B und der Altersklasse.

Auch ln Schonaeh schöner Wlutersportsuftakt Bei guten Schneeverhältnissen gab es am Sonntag im Mittelschwarzwald in Schonaeh den ersten Sprung­lauf auf der Langwald-Schanze Auch hier wurden wie in Neustadt vielversprechende Leistungen offen­bar, in denen sich ebenfalls der Jüngste Nachwuchs von seiner besten Seite zeigte, in dem erst sechzehn­jährigen Schyle, Schonaeh, und Hettich, Schönwald , die mit 45 Metern, In guter Haltung gestandene Sprünge zeigten, hat man zwei hoffnungsvolle Ta­lente für die badische Springorgarde. In der al’ge­meinen Männerklasse War Petrlno der Tagesbeste mit Weiten Von 40, 45 und 55 Metern, während ln der Altersklasse Otto Pfaft Immer noch einzigartig • da­steht und nach dem Urteil von Fachleuten gegen­über früher um eine Klasse besser geworden ist.

Sport Lausanne hat In seinen IS Spielen, die Ihm die Spitzenführung eintrugen, bei 24 Plusteren nu» 1 M nustore ru vcrate'chnen. Das ist in erster Linie •in Verdienst von Hug, Spagnoli und Bacquat.

weiß noch nicht, ob der Berufsfußball in Deutsch­ land überhaupt tragbar ist, und es ist meiner Ansicht nach ein unsicheres Risiko für die Spieler, die dann ja ihrer Amateureigsnschaft verlustig gingen. Die Spiele der Süddeutschen Oberliga, die selbstverständ­lich durch die Pläne von Gustav Sackmann eine Unterbrechung erfahren, tragen Wesentlich zur wirt­schaftlichen Gesundung der Vereine bol Eine Berufs- fugballspieler-OiganisaUon wird mit ungeheuren La­sten zu rechnen haben. Der Berufsfußballspört wird ,m Rahmen eines Fußballverbandes eines Tages in Deutschland sicherlich kommen. Ich bin in dieser Hinsicht vollkommen einig mit dem bekannten “Fuß­ball-Experten Westdeutschlands , dem internationa­len Schiedsrichter Dr. Bauw«ns, der auch der Mei­nung ist, daß der Berufsfußball unter keinen Umstan­den in die Hände geschäftstüchtiger Manager fallet» darf, die den,Löwenanteil des Gewinns einstecken. Es müssen' 1 , so erklärt« Dr. Walter weiter, „aus den alten, traditionellen. und leistungsfähigen Vereinen die Pro­fi-Mannschaften als selbständige Abteilungen heraus- gostaltet werden. Das bedeutet, der Berufsfußballsport Wird einmal unter Aufsicht eines Fußball-Verbandes stehen müssen. Im übrigen wird eine Rundfrage die Stellung der Süddeutschen Oberliga zur Einführung des Borufsfußballsportes eindeutig klären."

Zum Schluß fragten wir Dr. Walter noch nach der Aussicht aut eine deutsche Fußballmeisterschaft 1947. „Die Bünde der Süddeutschen Oberliga ist zu groß", erklärte Dr. Walter „und muß wieder reduziert wer­den. Wir spielen bei der 20er Liga bis zum Hochsom­mer, und ob dann noch Zeit für eine deutsche Mei­sterrunde sein wird, läßt sich heute noch nicht über­sehen. Wenn die Terminnot keinen Strich durch die Rechnung macht, hoffen wir übrigens auf ein Spiel Süddeutsch!and-Norddeutschland im Frühjahr 1947."

Berufsfußballsport in Deutschland / 'Ü.ÄX

Unterredung mit dem Vorsitzenden, Dr. Waller, Stuttgart '

50 Jahre Olympische Spiele

Eta halbes Jahrhundert Olympische Geschichte / Von Athen 1895 bfs London 1948

Seit unter Griechenlands Mauern Himmel tn dem ln weißem Marmor erglänzenden Athener Stadion zum ersten Male in den Apriltagen des. Jahres 149« die Olympische Flagge hochging, Fanfarenklänge die Wie­dergeburt der. Olympischen Spiele nach fast andert- Oalbtausend Jahre!» verkündeten, sind 50 Jahre ver­gangen. In diesem halben Jahrhundert hat die olym­pische Idee in einem Ausmaß die Jugend der Welt er­faßt, so daß heute die Olympischen Spiele zu einem Weitfest geworden sind, das in seinem gewaltigen Er­leben die Jugend aller Völker in friedlichem Kampfe vereinigt, und aus dem Kulturleben der Welt über­haupt nicht mehr wegzudenken ist.

Es ist das Verdienst des französischen Pädagogen Baron Pierrede Coubertln, der, in England er­zogen. lange Jahre in Griechenland und Amerika ge­lebt hat, die, Olympischen Spiele der Neuzeit geschaf­fen zu haben. Am 23. Juni 1394 hat rar ln einem Vortrag in der Sorbonne zu Paris seine Ideen so überzeugend vo-getragen, daß man die Gründung des Internationa­ len Olympischen Komitees beschloß und die Wieder­aufnahme der Olympischen Spiele der Neuzeit ver­kündete. Coubertln, der noch die Spiele der XL Olym­piade erlebte und ein Jahr später am Bftz des Bekre tariats des IOC in .Lausanne starb, gehört zu den Män­nern, deren Bedeutung man erst würdigen wird, wenn der Menschheit das zur Selbstverständlichkeit geworden ist, um was sie heute noch kämpft. In einer vierbändigen Weltgeschichte und kn einer Fülle von Vorträgen, Ab­handlung et und größeren Werken, deren Übersicht Ihm gelegentlich der Feier seines 70. Geburtstages in dor Universität von Lausanne überreicht wurde, hat er seine Philosoph sehen, pädagogischen und historischen Ideen entwickelt. Wie er den olympischen Gedanken selbst auffaßte, hat der Schöpfer der Olympischen Spiele in seinem bekannten Buch „Olympische Erinne­rung“ klar ausgedrückt. „Die Olympischen Spiele“,'so schreibt Baron de Coubertln in seinem lesenswerten Buch, „sind nicht einfache internationale Championate, sondern Feste, die alle 4 Jahre für d e. Jugend der gan­gen Welt, für den .menschlichen Frühling 1 veran­staltet werden. Es sind Feste leidenschaftlicher An­strengungen zur Anspandung des Ehrgeizes, Feste für

jegliche Form jugendlichen Tatendrangs dar Genera­tionen, die über die Schwelle des Lebens treten. Nicht der Zufall war es, der e nst Schriftsteller und Künst­ler ln Olympia versammelte und um die antiken Sportzweige herum gruppiert hatte. Dieser unver­gleichlichen Versammlung verdankte die Einrichtung ihr Prestige, von dem sie solange zehrte. Da ich nicht die Form, sondern das Prinzip dieser tausendjährigen Einrichtung wieder neu erstehen lassen wollte, da ich in ihr für mein Land und für die Menschheit eine wie­der no-wendig gewordene pädagogische Orientierung sah, mußte ich versuchen, die mächtigen Pfeiler wie­der herzüstelien, die sie einst gestützt hatten: den in­tellektuellen, den moralischen Und in gewissem Maße auch den religiösen Pfeiler. Ihnen gesellte die moderne Welt zwei neue hinzu: technische Vervollkommnun­gen und den demokratischen Internationalismus.“

Soweit Coubertln selbst über die olympische Idee Die Olympischen Spiele sind zweifellos Etappen, zu der für die Weit so notwendigen Vöikeryerständ gung, Athen und Paris , St. Louis und London , Stockholm und Antwerpen , Amsterdam , Los Angeles und Berlin , jeder Name bedeutet ein neuer größerer Sieg der olympischen Idee. Couborün bat drei Jahrzehnte Im Internationalen Olymp.sehen Komitee den Vorsitz ge­führt und den Olympischen Spielen allmählich die Ge­stalt mit feststehenden olympischen Zeremonien gege­ben, die er sich vor 50 Jahren erträumt hatte. Henry Graf de Baillet-Latour wurde irh Jahre 1925 »ein Nachfolger und nach dem Tode des Beig er» verwal ' tete der bekannte schwedische Sportführer J. Edströn das Amt interimistisch, bis er im September 1040 oi ftzlell als dritter Präsident des IOC zum Nachfolge: von Bailiett-Latour ernannt wurde. Seit U24 sind den Sommerspielen die Olympischen Winterspiele angeglle dort. Von Chamouix, über St. Moritz , Lake Placld bi Garmisch-Partenkirchen weisen sie einen steilen Auf­tieg auf, der die Popularität des Wintersportes wlder- -plegalt.

Mit der Geschichte der Olympischen Spiele auf all« Zeiten eng verknüpft sind die olympischen Leistungen der Sportler der ganzen Welt. Hier sei nur der Name des finnischen MeizterUiufers Paomi äurmi genannt.

dessen Leistungen bei Olympischen Spielen einmalig sind. Mit dem Gewinn von 5 Olympischer» Goldmedail­len bei einer Olympiade, nämlich 1924 in Paris , hat Nor­mt den stolzesten Rekord enes Leichtathleten aufge­stellt. Er siegte damals im 1500 m- und 9000 m-Lauf mit neuen olympischen Rekorden, gewann die Goldme­daille Im 10 km' Querfeldein und gehörte außerdem der siegreichen finnischen Ländermannschaft Im Cross Country und 3000 m Hindernislauf an. Der Finne ist Sfacher Olympiasieger, denn je zwei weitere Goldme­daillen fielen ihm 1920 in Antwerpen und 1929 ln Am­ sterdam zu. Nurmi steht damit zahlenmäßig an der Spitze aller Olympiasieger.

Ebenfalls eine unübertroffene Leistung für Frauen hat Sonja Utnle aufzuweisen, die schon mit H Jahren in Chamonix bei den ersten Olympischen Win­ terspielen startete und dort die Sensation war, trotzdem Sie damals nur den 8. Platz belegen konnte, dann aber in St. Moritz 1928 , Lake Placid 1932 und in Garmisch Partenkirchen 1936 in ihrem vollendeten Eiskunstlauf Olympiasiegerin wurde.

Die olympische Geschichte ist so Vielgestaltig und buntfarbig, daß sie sich oft wie ein spannender Ro­man liest. Da könnte man belichten von dem ersteh Marathonlauf-S. eger, dem griechisch«» Bauern Luis, der die Nacht vor dem Lauf betend vor einem Mutter- gottosbild zubrachte und am Tage des Sieges im Athe­ ner Stadion als Volksheld gefeiert wurde und 40 Jahre spater bei den Berliner Olympischen Spielen an der Spitze der Kämpfer aus 50 Nationen — 189« ln Athen waren es 12 Nationen — mit einem Ölzweig aus Olym­ pia ins überfüllte Olympische Stadion einzog. Die Tra­gik des Italieners Dorando im Marathonlauf in Lon­ don 1903, der wenige Meter vor dem Ziel zusammen- brach, da er mit einer ungeheuren Kraftaufwendung m Endspurt den führenden Südafrikaner überholt und ich dabei so überanstrengt hatte, daß er nach seinem Zusammenbruch durchs Ziel getragen und daher des Sieges verlustig g ng, ist ebenso erschütternd wie die "Niederlage des bedeutendsten Leichtathleten, den Frankreich Je besaß, Jean B o u 1 n im 5090 m-Lauf un. ßrustbreite bei den Stockholmer Olymp sehen Spielen 1912 gegen den Finnen Kohlemainen nach einem unver glelehliehen Brust-an-Brustkampf über diese la^igr Strecke. Da sind die bewundernswerten Leistungen de-. Zehnkämpfer, von denen der schwedische König bei den Olympischen Spielen 1912 den Indianer Thorpe mit den Worten beglückwünschte: „Sie sind der größte Athlet der Welt".

In Millionen Herzen auf dem ganzen Erdball brennt die Flamme Olympischer Begeisterung und hach all dom schweren Leid der Menschheit herrscht überall eine tiefe Sehnsucht nach wirklichem Frieden der Völker. Als nach einer ergreifenden Schlußfeier sieh 100 000' Menschen Im Berliner Stadion 1936 erhoben, da stand am Siegssmast in leuchtender Schrift ein Aul­spruch des Begründers der Olympischen Spiele Baron von Coubertln weithin sichtbar im Dunkel der Nacht zu lesen:

„Möge die Olympische Flamme leuchten durch alle Geschlechter zum Wähle einer immer höher streben­den, mutigeren, reineren Menschheit“.

Das ist der sehnlichste Wunsch nicht nur von Deutschlands Jugend, sondern der Jugend der ganzen Welt im 50. Erinnerungsjahr der ersten Olympischen Spiele und am Vorabend der XII. Olympiade in Lon­ don 1048. au.

Nichtteiloaln&e Deutschlands noch nicht entschieden

Im Zusammenhang mit der Nachricht, daß Deutsch­ land nicht zu den Olympischen Spielen 1948 eingela­den werden soll, wird uns folgendes gemeldet:

Diese Meldung ist dahin zu berichtigen, daß vor­läufig noch keine Einladung erfolgen konnte, daß aber — genau so wie Ungarn und Italien , jetzt ein- geladen werden sollen und schon ln Oslo bei den Eu­ropameisterschaften vertreten waren — auch Deutsch­ land seine von aller Mitschuld Im Kriege freigespro» ebene Jugend zu den Spielen wird schicken können, Voraussetzung ist lediglich, daß ein Olympisches Komitee gebildet wird, wie es bereits auf der Ta­gung von Frankfurt , a. Main vorbereitet wurde. Die Einladung wird dann, da keine gegenteiligen Be­schlüsse vorliegen, ohne weiteres ergehen. Es ist auch nicht notwendig, daß Deutschland erst als selbständi­ger Staat nach Abschluß des Friedensver.tages aner­kannt ist. es genügt, wenn der Alliierte Kontrollrat in Berlin die Bildung eines Olympischen Komitees ge­nehmigt, was er, da ee im Sinne der demokratischen- Umerziehung liegt, wohl ohne weiteres tun wird.

Von dem in Frankfurt auf der Sporttagung gebilde* en Arbeitsausschuß muß allerdings baldmöglichst die trlaubnis vom Kontrollrat cingehoit werden, ein Olympisches Komitee zu b Iden und eine Versamm- ung mit Vertretern aus allen Zonen einzuberufen.

Da die Sowjetunion übrigens auch noch kein Olym­pisches Kmltee besitz, ist sie ebenfalls nicht nach London eingeladen wordeq,