Nr. 7
8'.ffTyjTTWR TAGBLATT
Samstag, den 25. Jannar 1947
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Menschlichkeit ?
Es wird sehr viel über das Thema Menschlichkeit geschrieben. Nicht nur in Zeitungen, die in deutscher Sprache gedruckt werden. Wie mag es nur kommen, daß es zwischen dem in tausend Tonarten vielstimmig erörterten Begriff und den Tatsachen so wenig Übereinstimmung gibt? Das Fragezeichen hinter dem Titel unserer Überschrift hat leider seine Berechtigung. Vielleicht sind es die Sehnsucht oder der gute Wille oder eine suggestive Beschwörungsabsicht, die der Menschlichkeit in Worten gegenwärtig eine so große Chance bieten. Leider machen wir aber von Tag zu Tag immer mehr die Feststellung, daß sich von Worten nicht leben läßt und daß wir, je mehr von der Menschlichkeit gesprochen wird, ihr zusehends entwöhnt werden.
fes gibt sicherlich reichlich genug Gründe, die uns verständlich machen können, weshalb die Weit zunächst die Menschlichkeit als ein erstrebenswertes Ziel anerkannt hat, bevor sie sich anschicken kann, diesen beglückenden Begriff auf breiter Basis in die Tat umzusetzen. Wenn man nicht undankbar sein will, darf man gewisse Ansätze nicht übersehen, die uns als ein Akt der Hilfe und des Verständnisses unmittelbar berühren. Man denke an die vielfältigen Bemühungen, die privaten ausländischen Kreise zu ermuntern, Lebensmittelpakete nach dem hungernden Deutsch land zu schicken. Leider haben an diesen rührenden Zeichen der Menschlichkeit im Verhältnis zum ganzen Volk gesehen eben nur wenige eisen spürbaren Anteil.
Man stellt fest, daß es gewisse vermögende Kreise gibt, die ihre zusätzlichen Lebensmittel ohne Schwierigkeiten dem Schwarzen Markt entnehmen und gleichzeitig sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden ausländischen Quellen mobilisieren, um Pakete in größerer. Anzahl zu erhalten. Die Voraussetzung dazu sind meistens reiche Verwandte oder Bekannte in USA oder in der Schweiz , die bereitwillig helfen oder Beträge vorstrecken, die später vielleicht einmal wieder zurückvergütet werden können. Der eine oder andere hat auch private Guthaben, die nirgendwo als deutsche Guthaben figurieren und aus diesem Grunde der Sperrung oder dem Zugriff entgingen. Aus solchen unsichtbaren Quellen fließen einer gewissen kleinen Gruppe von Personen beträchtliche Mittel zu, die der Allgemeinheit vollkommen fehlen.
So mag es kommen, daß wenige begüterte Familien, die da* Glück zahlreicher Verbindungen in Fülle genießen, gegenwärtig sich einen Lebensstandard leisten können, der in unerträglichem Gegensatz zu dem Durchschnitt der armen Teufel steht. Darüber wird gesprochen, weil die Unterschiede nicht verborgen bleiben. In der Schule, in der Kinderschule, auf Ämtern, in Betrieben sieht man sehr deutlich, was daheim „anfällt“, denn die Jugend, vor allem bringt die Beweise mit an den Ort des Zusammenseins mit denen, die von morgens bis abends vom-Hunger geplagt sind. Ja, es kommt sogar vor, daß Kinder prahlend berichten, was daheim alles angekommen. ist, daß man essen könne soviel man wolle und daß der glückliche Papi es sich leisten kann, reichdotierte Einladungen vom Stapel zu lassen.
Sollte es nicht die primitivste Rücksicht gebieten, daß man entweder andere, denen es sichtbar weniger gut, wenn nicht bitter schlecht geht, in bescheidenem Maße an dem unverdienten Reichtum teilhaben läßt oder daß man, wenn man zu geizig ist, wenigstens so klug wäre, von seinem Reichtum kein Aufhebens zu machen? Vielleicht läge darin eine Art von Menschlichkeit, die wir zunächst einmal unter uns üben müßten, bevor wir mit berechtigten Ansprüchen vor unsere Grenzen treten. Überhaupt könnten wir unseren früheren Feinden, deren Haltung uns gegenüber durchaus empfindliche Unterschiede zeigt, viel eher imponieren, wenn wir etwas mehr echten Gemeinschaftsgeist bewiesen, indem wir unter uns ein wenig mehr zusammenhielten. Aber leider bat man den Eindruck, daß gerade führende Kreise in diesem Punkte am wenigsten Verständnis für das Gebot der Stunde besitzen und deshalb auch bei den Besatzungsbehörden den Eindruck erwecken* als ob es uns garnicht so schlecht gehe, wie Immer behauptet wird.
Vielleicht liest der eine oder andere Betroffene diese Zeilen und dankt sich seinen Teil. Schöner wäre es, wenn er unsere Ausführungen als berechtigt empfände und bei sich nachprüfte, ob nicht eine kleine Änderung eintreten' könnte. Gerade auf diesem Gebiet würde es sich lohnen, praktische Menschlichkeit zu üben, womit man dazu beitrüge, das häßliche Fragezeichen in der Überschrift etwas zu verkleinern. —FR —
Wir gratulieren — Frau Johanna Kette- - e r, Oberbeuern, Maiersbachweg S. zu ihrem 87. Geburtstag am 25. Januar.
Franz Falk, Weinbergstraße LS, zu seinem 80. Geburtstag am 27. Januar.
Bestandene Meisterprüfungen — Vor der Meisterprüfungskommission der Handwerkskammer Freiburg/Br . haben Franz Merkel, Gerhard Neuner und Richard Krech aus B.-Baden sowie Gotfried Schmitt aus Haueneberstein ihre Meisterprüfungen im Kraftfahrzeug-Handwerk bestanden.
Das Klei ne Theater am Wochenende: „Peterchens Mondfahrt“ am heutigen Samstagnachmittag zum letzten Male. Beginn: 15.00 Uhr.
Für die Mietgruppe C Samstagabend Jean Girau- doux’ „Undine“.
Arthur Maria R a b e n a 11 wurde von Intendant Carlheinz Martin zu einer Gastinszenierung am Kebbeltheater Berlin eingeladen.
Im Rahmen der verschiedenen musikalischen Feiern aus Anlaß des 150. Geburtstages von Franz Schubert wird die bekannte Kammersängerin Clara E b e r s im Kleinen Theater am Dienstag, den 28. Januar, 20 Uhr, einen Schubert-Abend geben Am Flügel begleitet Paul Kloss. Hamburg .
•Das deutsche Bi anchen-Adi eßbach* in Bearbeitung
Der Stender-Verlag, Düsseldorf -Hilden Stuttgart , vertreten durch „Verlagsbüro Württemberg'Baden“ in Achern 'Baden . hat die Vorarbeiten für „Das deutsche Branchen-Adreßbuch“ nun auch in der franz. Zone Baden-Württembergs aufgenommen, das zunächst in kreisweise erscheinenden Adressenlisten für die verschiedenen Zonen zusammengestellt wird. Nach Abschluß der Aktion, die in den anderen Zonen bereits seit längerer Zeit läuft, wird ein vollständiges „Branchen-Adressen-Nachschlage- werk“ für Deutschland zur Verfügung stehen.
An die freiwilligen Arbeitskräfte des Ehrendienstes
Aufruf der Oitsaussdiusse der Parteien / Banamt u. Arbeitsamt trafen gemeinsame Regelung
Die Erfüllung des geplanten Bauprogramms, das die Erstellung zahlreicher Wohnungen und Baracken zum Ziel hat, erweist sich als eine der notwendigsten Aufgaben, um die äußerst bedrängte Lage so vieler Einwohner Baden-Badens einigermaßen zu verbessern. Ohne die bereitwillige Mitarbeit der Einwohnerschaft selbst kann dos aufgestellte Bauprogramm aber nicht in der kurzen Zeit erfüllt werden, die vorgesehen werden mußte. In einem Aufruf, der dieser Tage an den Anschlagsäulen zu lesen ist, wenden sich die Ortsausschüsse der politischen Parteien vor allem an die Personen, die sich in anerkennenswerter Weise zu dem durch den Herrn Oberbürgermeister am 2. November 1946 errichteten Ehrendienst freiwillig gemeldet haben und bitten sie. die damit eingegangene Verpflichtung einzuhalten und den Anordnungen der Behörden nach Möglichkeit Folge zu leisten.
Insgesamt haben sich nach der Ausschreibung des Ehrendienstes etwas mehr als 2000 Personen beim Arbeitsamt gemeldet und sich bereit erklärt, drei Tage freiwillig für ihre Mitbürger zu arbeiten, die entweder unzureichend untergebracht oder die überhaupt keine eigene Wohnung mehr besitzen. Als stillschweigende Voraussetzung wurde dabei angenommen, daß sich zu dem Ehrendienst vor allem auch die Mitbürger unserer Stadt melden, die möglicherweise ein Interesse daran haben könnten, eine der zu erstellenden Wohnungen in nächster Zeit zu beziehen. Da notwendigerweise, wie das immer bei solchen freiwilligen Arbeiten der Fall Ist, gewisse Personen infolge Krankheit oder anderen wichtigen Gründen ausscheiden und also nicht rechtzeitig für den Arbeitseinsatz verfügbar sein werden, ist die zusätzliche Meldung von neu hinzukomm^nden freiwilligen Arbeitskräften durchaus nicht unerwünscht. Es ergeht deshalb an alle Einsichtigen erneut der Ruf, sich beim Arbeitsamt zu melden und mitzuhelfen an dem segensreichen Hilfswerk für die Mitmenschen, denen ein unfreundliches Schicksal übel mitgespielt hat.
Der Beginn der Bauarbeiten hat nun. wie auch dem Aufruf der Parteien zu entnehmen ist, gewisse
Schwierigkeiten auftreten lassen, die vor allem dem planmäßigen und zweckentsprechenden Einsatz der verfügbaren Kräfte entgegenstehen. Bei beiderseitigem guten Willen und einer vernünftigen Einstellung sowohl des Bauamtes, des Arbeitsamtes und der Teilnehmer am Ehrendienst werden sich diese anfänglichen Widerstände und Hemmungen sicherlich aber leicht ausgleichen lassen. Eines allerdings sollte nicht Vorkommen, wenn nicht stichhaltige Gründe vorliegen, daß man sich von der eineegangenen Verpflichtung auf eine wenig schöne Art drückt, weil man glaubte, lediglich eine Art moralischer Bereitschaft bekunden zu müssen. Der Ehrendienst ist freiwillig und soll auch freiwillig sein. Nichtsdestoweniger sollte er für alle, die sich gemeldet haben, eine Verpflichtung darstellen. die man gern und freudig erfüllt, beweist man doch dadurch eine Haltung, die mit zu den unveräußerlichen Werten einer Gesinnung gehört, die allmählich wieder zum lebendigen Bestand des freien Menschen werden sollte.
Um das Arbeitsprograrrtm möglichst von Unregelmäßigkeiten unbeeinflußt zu lassen, mußte das Bauamt in Gemeinschaft mit dem Arbeitsamt und bei Billigung durch die Parteien folgende Rege-
im Kle*oen Theater Baden-Baden
Das Kleine Theater brachte als erste Premiere in diesem Jahre „Amphitryon “. Das Lustspiel ist auf einem Stoff aufgebaut, der schon seit 2000 Jahren zündet. Der römische Komödiendichter Plautus verwendete ihn erstmalig. Seitdem wurde er wiederholt aufgegriffen, z. B. von Moliöre. der ihn lebensnahe und mit großer Komik zu einem reizvollen Lustspiel verarbeitete. Die beiden genannten Autoren gingen von einer witzigen Erotik aus. Heinrich von Kleist , der sich als dritter des Themas bemächtigte, modellierte, ohne den satirischen Grundton zu verändern, die Moliöre’sche Fassung nach, gab aber der führenden Rolle der Alkmene — wohl der stärkste aller Kleist’schen Menschentypen — einen neuen Inhalt Er ließ diese Frauengestalt jenseits der rein physischen Ebene zum hehren Vertreter einer erdgelösten Liebe werden, die selbst nach ihrer Verbindung mit Jupiter eine reine Frau blieb.
Fried''ich Genz, der Mitarbeiter von Kleist r.m „Phöbus“, schrieb damals über die Kleist’sche Bearbeitung: „Gelesen, immer wieder gelesen, mit Moliöre verglichen und dann aufs neue in seiner herrlichen Originalität genossen. Zugleich so Moliöre und so deutsch zu sein, ist wirklich etwas Wunderbares; komisch und erhaben zugleich.“ Dieser Ausspruch gibt eine Richtlinie für die büh.'.en- gemäße Gestaltung. Sie wurde in der Aufführung des Kleinen Theaters nicht ganz getroffen. —
Die Handlung schildert Zeus , der sich in Menschengestalt, eben der des Amphitryon, dessen Frau nähert und mH ihr eine geheimnisvolle Nacht zijibringf. Die menschliche Rolle, die er sich gegeben hat, erfordert eine menschliche Behandlung des delikaten Abenteuers. Deshalb läßt er den Götterboten Hermes in die äußere Gestalt des So- sias. Amphitryons Diener, schlüpfen. Seine olympische Allmacht ahmt die Züge naturgetreu n<ch. Diese Ähnlichkeit Ist auch die Voraussetzung für die darstellerische Wiedergabe. Mit ihrem Gelingen steht und fällt das Lustspiel. Der Erfolg ist eine Besetzungsfrage, und hier muß die Regie wissen, inwieweit die Bedingungen vorhanden sind. Im Kleinen Theater waren sie diesmal eben nicht erfüllt. Zeus und Amphitryon, Sosias und Merkur ; sie mußten sich äußerlich und in der Darstellung ähneln, sonst wird die Möglichkeit der Verwechslung unglaubhaft lind unverständlich. Man braucht nicht auf das naturalistische Theater -urückzuge- hen. »bar man kann nicht alles der Fantasie des
Rand um den Zeitungsmann
Der Schriftleitung geht folgender Brief eines 14jährigen Kindes zu. den wir wegen seiner Innigkeit und Herzensreinheit ungekürzt abdrucken.
Rund um den Zeitungsmann.
Samstag morgen — '1-8 Uhr.
Ein eisig-schneidender Wind fegte durch die Straßen, der in der Nacht gefallene Schnee knirschte unter dünnen Sohlen. Ich stand an der Straßenbahnhaltestelle. Meine Füße waren inzwischen zu Eisklumpen geballt und mein Magen knurrte unverschämt Um Kälte und Hunger zu vergessen, starrte ich zu dem Zeitungsmann hinüber, um den sich eine dichte Menge drängte. Man riß sich förmlich um die, ach, so erwarteten Tagblätter — wohl noch nie wurden sie so rasend alle. Wie die Tiger stürzten sie sich darauf, drehten sie fix um: Anzeigenteil . . . Amtliche Bekanntmachungen . . . Was ist aufgerufen??? . . . Nichts! —Und nun' änderte sich nach der Veranlagung des einzelnen das Mienenspiel: dem einen starrten Verbitterung, Haß und unbezähmbare Wut aus den Augen, und manche Faust ballte sieb in den Taschen — die anderen wurden weiß, Verzweiflung und tiefe Hoffnungslosigkeit ritzten ihre grausamen Runen unauslöschbar in das bleiche Antlitz. —
Eine Frau kam um die Ecke, eilenden Schrittes als sie den Zeitungsmann gewahrte. Sie mochte wohl noch jung sein — doch Spuren von Sorge, Kummer und Leid waren untilgbar eingegraben in dem mageren Gesicht. Tief in den Höhlen liegende Augen, eingefallene Wangen — das Antlitz von heute. — An ihren Händen führte sie einen Jungen und ein Mädel, Zwillinge augenscheinlich, wohl 8 oder 6 Jahre mochten sie zählen — doch beherrschte die Frühreife ihre kindlichen Züge: sie kannten Hunger und Kälte! —
Eilends nahm die Mutter die erstandene Zeitung hin, sie sah den enttäuschten oder wutentbrannten Mienen der übrigep nicht an, daß ihren brennen- Fragen keine bejahende Antwort würde, sie hoffte noch. — Rasch blätterte sie . . . Anzeigen . . Bekanntmachungen . . . Wieder nichts!! . . .
Schlaff fiel der Arm, der eben noch die Zeitung gehalten, zurück. Zwei dicke, schwere Tropfen der Enttäuschung und erneuter Sorge standen in ihren Augen, und sie senkte den Kopf. Mit schweren, müden Schritten ging sie weiter — was nun?
Die beiden Kinder, die bisher unverwandt zu ihr aufgeblickt hatten, verstanden wohl diese Gesten der Mutter; denn mit einem Male nestelte das Mägdlein an seinem Mantel und brachte ein kleines braunes Etwas zum Vorschein.
Ich war inzwischen ihnen nachgefolgt, hatte alles- um mich herum vergessen ob dieser rührenden und zugleich doch so tragischen Szene.
Zaghaft fast schob sie es in die Hand der Mutter und mit scheuer, bittender Stimme sagte sie:
Zuschauers überlassen. Abgesehen davon, daß der Eingangsdialog des Sosias mit der Laterne Striche vertragen hätte — die Gegenwart, hat für dei trüge mit epischer Breite vorgetraerme Nebensächlichkeiten kein Organ mehr — hatte auch das Zwiegespräch zwischen dam richtigen und dem falschen Sosias (Robert Fitz und Alfons Höckmann ) manche Schwächen. Die zu weit getrieneno theatermäßige Deklamation zeigte stelzende Übertreibungen, die selbst für eine Komödie zu massiv waren. Die Prügelszene wirkte marionettenhaft.
Die beiden Amphitryone, der richtige und der falsche, konnten wegen der großen Gegensätzlichkeit ihrer Art nicht die Fiktion wahr werden lassen, die die dichterische Absicht erfordert. Emst Jäger war ausgezeichnet, Walter Kies!er aber nicht der richtige Gegenspieler, was in der Rolle, nicht im schauspielerischen Können des Darstellers begründet ist. Es gelang ihm, die nicht ganz einwandfreien Ambitionen Jupiters gewandt zu re- touchieren. aber die dramatischen Höhepunkte, die aubh der Partnerin die letzten Möglichkeiten zur Entfaltung Zuspielen, wurden nicht voll ausgenützt.
Charlotte Renner gestaltete ihre Rolle souverän und mit großem Geschick. Es gelang ihr, inmitten des Lustspiels den vom Dichter ge’e,gten ernsten Keim zu entfalten und die vom Zweifel «erwun- dete. trotz der Vorgänge rein gebliebene Frauenseele der Aufgabe gemäß darzustelien.
Im großen, und ganzen lag über einem großen Teil der Aufführung ein etwas gläserner Überzug, den auch die vielen humorvollen Pointen nichtganz beseitigen konnten. Gegen den Schluß hin kam eine gewisse Auflockerung. f)ie vom Dichter vorgezeichnete Lösung wurde we&Jig aufgegriffen. Zeus rehabilitierte sich und der olympische und menschliche Friede war wieder hergestellt
Die einzelnen Beanstandungen sollen die Leistungen des Theaters nicht generell herabsetzen. Die Schwierigkeiten, mit denen gekämpft werden muß, werden voll gewürdigt und die vielfach bedeutenden Erfolge restlos anerkannt/Wenn im vorliegenden Fall eine Einschränkung gemacht werden muß, so trifft sie nicht die Darsteller, sondern die Auswahl des Stückes, das sich mit den vorhandenen Mitteln nicht so herausbringen ließ, wie es der Stoff erforderte. Man sollte die Möglichkeiten der Besetzung mehr berücksichtigen.
V. d'A.
„Mutti, gestern hab ich-die Schokolade geschenkt gekriegt, erst wollte ich sie dir zu Ostern schenken, aber — — laß sie dir gut schmecken!“
Der Junge aber schob seine kleine feste Bubenfaust in die der Mutter: „Mutti, ich will dir me mehr sagen, daß ich immer Hunger habe. Bist du dann vielleicht nimmer so tranrig?“ —
tf landet amtlich Jtachic&tcn
Geburten: Reinhard Nitsch, Hardbergstr. 7; Peter Engelmann , Varnhalt, Haus 123; Rolf Hezel, Bühl , Friedrichstr. 2: Josef Fritsch, Eichwaldstr. 8; Klara Fortenbacher, Sandweier, Eckstr. 42; Alexander Huhne, Haimbactistr. 2a; Jürgen Bosch, Gag genau , Haupfstr. 31; Karin Hagenunger, Varnhalt, Hauptstr. 116; Walter Setter, Neuweier , Haus 16; Adalbert Salik, Weinbergstr. 20; Norbert Hartmann, Stolzenbergstr. 16.
Heiraten: Jean Rouby und Gertrudis Bayer. B.-Baden, Hauptstr. 3; Yves Etienne Henri Barriere und Johanna Lydia Wulfekamp, B.-Baden. Quettig- str. 17; Walther Otto Binz und Ingeborg Änny Leiser, Lahr , Gugishöhe 18; Joh. Buer u. Anna Maria Schaich, B.-Baden, Rheinstr. 53; Andre Charousset. und Ruth Edith Schneider, B.-Baden. Seilerstr. 7.
Sterbefälle: Friedrich Wilhelm Winkler (83 Jahre), B.-Baden, Fremersbergstr. 44; Karl Alexander Sprattler (70). B.-Baden, Rheinstr. 58; Nikolaus Mangold (74). B -B., Bergstr. T; Luise Amann, geh. Rösinger (34), B -Oos Sophienstr. 3; Friederike Wagner, geb. Frey (68), B -Oos, Sinzheimerstr. 57; Ludwig Ball (84), B.-Baden, Bezirksspital Schafberg; Maria Anna Walz, geb. Stolz (48), Sinzheim- Schiftung. Haus 6; Maria Eva Friedrich, geb Fabri (76), B.-Baden, Bezirksspital Schafberg; Rudolf Eiche, Kriegsgefangener (21). B -Baden, Kriegsgefangenenlager Malschbach; Johann Niemann , Kriegsgefangener (46). B.-Baden. Kriegsgefangenenlager Malschbach, Eduard Kordeuter, Kriegsgefangener (45), B.-Baden. Sinzheimerstr. 1; Rudolf Bürger, gefallen (31) B.-Baden, Yburgstr. 35; Johannes Holder, gefallen (45), B.-Baden, Hahnhof- str. 57; Frieda Barbara Bauer, geb. Steinei (52), B.- Baden, Hauptstr. 61; Ludwig Stein (69), B.-Baden. Karlstr. 17; Werner Nau (4), B.-Baden, Balgerstr. 2; Hugo Ehinger, gef. (21), B -Baden, Aumattstr. 12; Fridolin Benkler, gefallen (48), Schloßbergstr. 2; Anton Fricker, Kriegsgefangener (40), Kriegsgefangenenlager Malschbach; Friedrich Ignaz Kertweck, gefallen (38), Weinbergstr. 40; Dr. Walter Friedrich Martin Buob, gef. @7). Lichtentalerstr. 38; Wendelin Schindler, gefallen (34), Geroldsauerstr. 170; Walter Arthur Karl Schneider, gefallen (42), Gerns- bacherstr. 74; Carolina Niebyl, geb Zahn (75), Stre- semannstr 5; Anna Maria Benz (40), Stephaniensfr. 36; Franz August Wiedemann (68), Quettigstr. 2. Juliane Hänchen, geb. Frisch (69), Balzenbergstr. 79, Amalie Trapp, geb. Drapp (83), Hermannstr. 7.
lung der Einberufung des Ehrendienstes treffen:
1. Das Arbeitsamt stellt die Aufforderung zum Arbeitsbeginn der benötigten freiwilligen Arbeitskräfte mindestens 8 Tage vor dem Arbeitsbeginn zu. Baustelle und zuständige Baufirma werden in dieser Benachrichtigung bekannt gegeben.
2. Der Freiwillige, der der Aufforderung nicht fristgemäß Folge leisten kann, hat selbst im Austausch für einen Ersatzmann aus seinem Bekanntenkreis oder durch seinen Arbeitgeber zu sorgen und dem Arbeitsamt unter Namensund Adressenangabe von dem Wechsel sofort Kenntnis zu geben.
Wer den Ehrendienst an bestimmten Wochentagen oder in einer bestimmten Zeit nicht ausüben kann, hat dies dem Arbeitsamt rechtzeitig zur entsprechenden Berücksichtigung mitzw- teilen.
3. Die Arbeitgeber der betr. Freiwilligen tragen dafür Sorge, daß die Arbeitnehmer ihren Ehrendienst pünktlich erfüllen können oder ein Ersatzmann aus dem Betrieb gestellt wird.
4. Die Baufirma bestätigt den geleisteten Ehrendienst auf der „Meldekarte für den Arbeitseinsatz“ mit dem Vermerk: „Hat am Ehrendienst teilgenommen“ und benachrichtigt das
Arbeitsamt hiervon. )
Die Notwendigkeit dieser Regelung ist ohne weiteres einzusehen. Ohne eine gewisse Ordnung sind umfangreiche Arbeitsprogramme nicht mit Erfolg durchzuführen. Da es sich um einen Dreitageeinsatz handelt, sollte tunlichst vermieden werden, daß zuviel persönliche Wünsche berücksichtigt werden müssen, weil sonst die Gefahr, besteht, daß die Nebenumstände das eigentliche Ziel überwuchern und schließlich die Gefahr heraufbeschwören, daß vor lauter Individualismus das so hoffnungsvoll geplante Bauvorhaben ins Wasser fällt.
Die Not kennt kein Gebot. Es sollten deshalb alte frisch und ohne Rücksicht auf gewisse Unbequemlichkeiten zur Tat schreiten. Nach erfülltem Ehrendienst darf man die Genugtuung haben, einer dankbar anerkannten Gemeinschaftsleistung zur Verwirklichung verhelfen zu haben.
Und nun: Mit gutem Sinn ans Werk. Weitere Freiwillige sind jederzeit willkommen. Am meisten freut sich das hohe und mit Sorgen überhäufte Bauamt, wenn man sich ohne Gegenfrage sofort auf der Arbeitsstelle meldet — natürlich zu dem mitgeteilten Zeitpunkt. Es wird ja wohl — so darf man annehmen — nicht Vorkommen, daß sich eines Tages die überzähligen freiwilligen Arbeiter zur Gründung eines Vereins versammeln müssen.
Es wäre schrecklich und nicht auszudenken.
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Zum eisten Kammerkonzert
des Jagendmusikkreises
Am Sonntag, den 26. Januar. 20 Uhr findet im Kleinen Bühnensaal das erste Kammerkonzert des neugebildeten J u - gendmusikkreises statt, ausgeführt von ca.
20 Jungen und Mädel im Alter von 15—20 Jahren. Sie haben den Wunsch, im Rahmen des Jugendbildungswerks ein kleiner Baustein im großen musikalischen Gesamtgefüge zu werden. Grund genug, (ihnen jegliche Unterstützung angedeihen zu lassen. Wie aus vorliegendem Program ti hervorgeht, wollen sie nicht nur der Musik dienen, sondern auch- die Dichtkunst in ihren Arbeitsplan mitein beziehen. Ihr letztes und größtes Ziel aber ist, den Menschen selbst, vor allem die Jugend zu erfassen, um sie den hohen Werten des Lebens zuzuführen, ihnen nach so vielen aufgezwungenen Irrwegen den wahren Sinn des Seins aufzuzeigen und ihnen die unvergänglichen Schönheiten der Kunst wieder zugänglich zu machen. —
Dieser kunze Hinweis möge genügen, diesen künstlerischen Feierstunden, als welche sie letzten Endes gedacht sind, das Interesse des Publikums zu sichern und zum Besuch des Kammerkonzerts am 26. Januar (an diesem Sonntag findet kein Sinfoniekonzert statt) anzuregen.
I. K.
Tanz-Abend Rolf Arco-Rnth Peter
Ein Tanz-Abend, dessen männlicher Partner, Rolf Arco, eine reine Freude war; er ist zweifellos die überragende Hälfte des Künstlerpaares, der geborene Tänzer. Sein Körper ist un - gemein beweglich und elastisch und von fabelhafter Gelenkigkeit; er sieht glänzend aus, tanzt sehr sensibel, fast lyrisch und bis in die kleinste Geste u. im mimischen Ausdruck immer geschmackvoll, dazu von untrüglich-musikalischem Instinkt geleitet — Auch in den gemeinsamen Tänzen mit Ruth Peter war er der unbedingt Führende. Was diese Tanzduette anlangt, so waren sich die beiden Partner so fern, wie etwa Berlin und Düsseldorf , woher sie kamen, womit die Tanzkunst von Ruth Peter an sich durchaus nicht herabgesetzt sein soll. Auch sie verfügt über einen sehr durchtrainierten Körper (Maurische Zigeunerin). Anmut und Temperament („Calaseras“ von W. Weber), aber die beiden Künstler sind einander so wesensverschieden, daß Ruth Peter in ihren gemeinsamen Tänzen die entschieden Unterlegene war. — Begleitet wurden sie am , Flügel von Georg! Konstantinoff, musikalisch sehr empfindsam, wenn auch nicht sonderlich korrekt Einige Tänze mußten wiederholt werden. Der Beifall war sehr herzlich. I. K.
Kle’ntlere abschaffen?
Diese Frage hat sich bestimmt jeder KleinUer- halter in letzter Zeit gestellt, nachdem auch die kleinsten Küchenabfälle durch den Nahrungsmangel fast gänzlich Wegfällen. In den meisten Fällen wurde schon auf Weihnachten feste ausgemerzt und auch jetzt wird man wieder zum Messer greifen müssen. Bis zum ersten Grünfutter ist noch eine lange Zeit und auch Heu wird in den meisten Fällen nicht mehr viel übrig sein. Der Kaninchenhalter darf nun aber nicht wahllos ab- schiachten, sondern muß seine besten Tiere unbedingt in bessere Zeiten hinüberretten. Die gesündesten. schnellwüchsigsten Tiere sind für Nachzucht zu halten. Auch auf den Fellwert ist zu achten, denn in absehbarer Zeit werden für gute Felle brauchbare Artikel ausgetauscht. Bei den Hühnerhaltern sieht die Erhaltung der Tiere wesentlich schlimmer aus, da das Huhn ohne gesundheitliche Schäden auf Körner nicht ganz verzichten kann. Um den Muskelmagen in Tätigkeit zu halten, sind wenigstens abends einige Körnei zu füttern. Scltiechte Leger sind rücksichtslos auszumerzen. Für die Nachzucht sind jetzt schon die Brufeierlieferer aufzusuchen, uro rechtzeitig^ seine Bruteier zu erhalten. Vorsicht mit Eiern aus unbekannten Beständen, da die Geflügelhaltungen bis zu 80 Prozent mit Bakterium Pullorum (weiße Ruhr*- verseucht sind. Diese Krankheit der Alttiere kommt bei den Kücken vor und nach dem Schlupf mit einem großen Massensterben zum Ausbruch. Wenn auch den Züchtern wieder Zuchttiere zugeführt werden, so wirkt sich dies auf die Klein tierhalter erst später aus Deshalb muß unbedingt versucht werden, leistungsfähige Tiere zu erhalten, hierbei wirkt die -Verfüttarung von Aufzuchtpulver. Kalk und Vitamin D wahre Wunder. Die Fachwarte der Kleintierzuchtvereine und auch die Fachgeschäfte, die durchweg selbsi - Kleintierzucht betreiben, sind jederzeit gerne bereit, in allen Fragen zu helfen.
K. Lang.
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