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Zittunge abgmolt, au in de arig chrischtlige. Zuedem isch dr Eündelwanger Pfarrhos als Arena vun früehger her bie Wahle in guetem Andenle. Dr Kolportör wurd au nit grad lahmarschig drbie gschtande sien, um sich mit dr Mas- saasch lotutisiere z'losse.

Herrje, watz e bequemi Wallfahrterei hittigsdags gege einscht, wo mr noch uff Schueschters Rappe mit odder ohne Knallerbse greift odder vun emä Pilgerzug nach Ein­siedle in Masseufflag abgschowe woren isch. Jetzt schteht unser Weggeler-Wage für ebbe drei Dutzed Pilger bereit. Do surre sie uff Eummirädere üwer Schwarzwald un Owerrhien in d Schwytz , um alli Waldschtättsee rum üwer Berg un Dhal. Sie finde gueti Pfleg im Gnaden­ort vun dr Madonna. Mit ere Sicherheit bringt dr Gut­scher am dritte Dag sinni begnadeti Fracht widder heim. Es soll jetz jedesmol en alter Herr als Eardedam mitgnum- me were. Hingege bie dr nägfchte Weggeier - Fahrt zuer schöne Jungfer Loreley am Rhien, wobie d' wientundigi Herre s Hauptkundigent schtelle, mueß e Schweschter vum Rote-Krüz als Uffsiechtsrat mitreise.

Bie dr Wallfahrt zuer Sankt Barwara uff dr Freibur­ger Kanneniärdag isch's eme Offeburger Schweradille- rischt grad nit am beschte gange. D Offeburger schicke als Brtretter dr Karli uß dr Wassergaß, e gwichtiger Mann vum Volk. Für derartigi Kaliwer schteht in dr Loschi- Tabell dr Uewernachtpries uff 6 Mark. Es dunkt eim e weng viel; awer doch prieswert für en ußergwöhnligs Un­terkummes in ere medalene Bettlad mit laufendem Wasser. Mr heißt's sunfcht Bad wann!

s Uffschtehn morgens macht Schwulideete, denn e Kan- nenier isch kei Pöckelfleisch im e Suttkessel. Ja, wemmer nur e so rußfliege kinnt wiä Seiler uß dr Kanon im Ziriküß! Sie müeßt awer schu s Kaliwer vun dr Dicke Bertha Han.

Dr Dotter vun dr Offeburger Ziddung lobt's Kino- gaschtschpiel dr Berliner Rewü „Muß Liebe schön sein" üwer dr Schelle König. Numme Eins fei mt noch jedermanns Eschmack

„allzu eindeutige Erotik der Witze wirkt unästhetisch. . . Auch wenn die Girls und der Star gelegentlich etwas mehr anzuzieheu hätten, wäre es nicht von Schoden ."

Daß deß d gröscht R e k l a m für dr Berliner Direktor gsien isch, kammer sich denke. Do sinn d' Lütt schaarewies in d' Schtadthall gschtrömt. s Wettrenne gschieht uff d' Paroli: aß r galöppere!

Detz un Sell.

Zum Weinbau-Kongreß. Der im „Alten" ange­regten Ausstellung aller zur Preisbewerbung eingelaufenen Entwürfe eines Winzertag-Plakates konnte nur teilweise entsprochen werden: die mit Preisen ausgezeichneten Bewerbungen waren in einem Schaufenster der Hauptstraße zur Schau gestellt. Die zahlreichen übrigen Arbeiten mußten gemäß der Wettbewerbsordnung ein Geheimnis bleiben. Die Jury wußte selbst nicht die Namen der Zeichner, die hinter dem Kennwort gedeckt waren. Der Schaulust wurde aber nach kurzer Zeit ein Ende bereitet durch Entfernung der Objekte infolge der Entdeckung, daß der mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf Leuthner's (Dold'fche Plakat- fabrik) kein Original ist. Das gab neue Arbeit für die Kommission und führte zum zweiten Ergebnis: gemäß dem Urheberrecht (Schutz gegen Plagiate) schied das künstlerische Eigentum eines Münchener Malers aus und damit fiel der zuerkannte erste Preis weg. Der ausgeworfene Gesamtbe­trag kam nun zur Verteilung in der Reihe: 200 Mark für Karl Vollmers schon preisgekrönten Entwurf „Schrift - 1 r a u b e"; sodann demselben Zeichner für seine zweite Ar­beit 100 Mark, ferner je 100 Mark den Bewerbern Hein­rich Ruckenbrod, Ludwig Maier, Mar Friton. Ausgeführt wird mit einer Aenderung in der Schriftverteilung das Voll- mer'sche Plakat, dessen Tertworte in die Form einer großen Weintraube gebracht sind. Die Farbenanordnung fördert den Zweck der Anziehungskraft, wie es in der ersten Sitzung des Reklame-Ausschusses für ein mit einfachen Mitteln herzustellendes Plakat gewünscht worden war.

Was sich jetzt in dieser Angelegenheit öffentlich abspielte, ist keine ReName für unsere Stadt. In der Presse entstund

ein Trommelfeuer von Artikeln gegen das Preisgericht und den Stadtrat, von Entgegnungen der Angegriffenen. Letz­tere konnten nur gegen ungenannte Kritiker ihre Geschosse richten. Da es gerade Kriegerfestzeit war, erhöhte sich die Kampfstimmung. Die Vermutung, daß die verdeckten An­greifer in den Reihen der unterlegenen Preisbewerber zu suchen sind, hat viel für sich; geschäftliche Interessen mögen dabei auch mitspielen. Run ist es aber höchste Zeit, daß die Offenburger Winzerfest-Reklame ihren papierenen Lock­vogel in's Reich entsendet. Gegen die letzte Entscheidung des Preisgerichtes gibt es keinen Instanzenweg. Möge die Presse das Keltern weiterer Winzerfestplakateartikel ein­stellen !

Herr Karl Vollmer verwahrt sich gegen die aus dem Versteck gegen ihn geführten Verdächtigungen mit der Er­klärung: er habe durch die Vorlegung seiner selbstgefertigten Skizzen und Entwürfe dem Preisgericht das selbstständige Arbeiten bewiesen und verzichte darauf, sich gegen Interes­senten zu verteidigen, die sich mit ihren Angriffen hinter eine allzubequeme Anonymität verschanzen.

Wissenschaft und Kunst. Mit einem der East- spielabende der großartigen Arena auf der Kronenwiese fällt ein wissenschaftlicher und doch allgemeinverständlicher Vortrag zusammen. Wie wird sich Offenburg , das zirkus - begeisterte, zum angekündigten, ehrenvollen Besuch des Prof. Albert Schweitzer stellen, der über das Urwald- spital am Freitag uns unterrichtet? Der weltbekannte, mit dem Goethe-Preis ausgezeichnete Philosoph, Theologe, Künstler, Kulturapostel und Urwalddoktor beehrt während seines Urlaubes in Europa unsere Stadt mit seinem Besuche. Der frühere Lehrer an der Universität Straßburg hat im äquatorialen Afrika ein U r w a I d h o s p i t a I in Lam - barene gegründet, in welchem zur Zeit vier Aerzte und sechs europäische Pftegerinnen tätig sind. Seine wenigen, in Deutschland stattfindenden Vorträge mit Lichtbilder- Darbietungen bezwecken eine Propaganda für die leibliche und geistige Hebung der fern von der Kultur lebenden Völ­ker. Die Mittel sollen dieser Missionstätigkeit zufließen.

Uniform. Der Stadtrat hat den Beschluß gefaßt: „Die Hausmeister des Rathauses und der Stadthalle erhalten Dienstkleidung". Das ist wohl als eine Ge­haltszulage aufzufassen. Nun wird die Stadtkapelle noch­mals Veranlassung nehmen, die Anschaffung einer Musikan­ten - Uniform in Anregung zu bringen. Wie feierlich erschien die vom Musikdirektor Schlager in den großen Festzügen geführte Zylindermänner - Abteilung. Aber der Kontrast zur Hanauer Biberpelzkappen - Truppe in weißer Hose und knallrotem „Schillee" ist zu groß. Man könnte diese Osfen- burger Stadlfarben in geeigneterer Art bei der Uniformie­rung verwenden. Ein Preisausschreiben für den besten Ent­wurf! Die Einkleidung könnte ausgeschoben werden bis nach dem Abbau der alten Garde.

Die weisen Frauen. Am 19. ds. Mts. geschieht dahier im Hotel „Drei Könige" die Haupttagung des Lan­desverbandes b adischer Hebammen. Am Vor­mittag finden die geschäftlichen Angelegenheiten ihre Erledi­gung; nachmittags 2 Uhr beginnt der akademische Teil des Programms, das vier beachtenswerte Vorträge enthält: Professor Dr. Rott-Berlin , Oberarzt Dr. Schönholz-Frei­burg, Privatdozent Dr. Schultze - Rohnhof, sowie die Vor­sitzende des allgemeinen deutschen Verbandes, Frau Rau­schenbach - Leipzig erstatten die Referate, an welche sich Aus­sprachen anschließen. Leiterinnen der Veranstaltung sind die Hebammen Emma Brecht - Huttenheim und Anna Müller hier, beide bekannte Offenburgerinnen. Wenn das die Frau Kleindienst seligen Andenkens erlebt hätte! — Mit dieser Tagung ist in einem besonderen Raume eine Ausstellung mit Maggi-Kostproben verbunden, die der Allgemeinheit zu­gänglich ist.

Historischer Verein für Mittelbaden. Die von Professor Dr. B a tz e r geleitete Ausschußsitzung befaßte sich mit der Vorbereitung der in Triberg stattfindenden Hauptversammlung und mit der Ergänzung des Ausschuß­personals. Durch Tod ist ein sehr tüchtiges Mitglied aus­geschieden, Schuhmachermeister Holzer, der Mitgründer