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Badische Volksstimme

Samstag, den 11. Mai 1946

Baden auf

Erwin Eckert

ehemals Stadtpfarrer in Mannheim :

„Wie sollten wir denn aus Jammer und Not herauskommen, wenn wir nicht eine starke Partei haben. Eine starke Partei all derer, die unter der gegenwärtigen Not am meisten leiden müssen, eine Zusammen­fassung all derer, die diese Not überwin­den müssen. Die sozialistische Einheit ist die selbstverständliche Voraussetzung da­für. Darum wird die sozialistische Einheit, weil sie notwendig ist!“

(Auf dem Parteitag der KPD Baden am 4. und 5. Mai 1946 in Heidelberg .)

Friedrich Schneider

Vorsitzender der sozialistiseh-

demokratischen Vereinigung Mosbach :

„Sie haben wohl des öfteren in letzter Zeit gehört, daß im Kreis Mosbach die Ver­einigung zustande.gekommen ist. Sie haben auch in letzter Zeit vieles gelesen in der Zeitung, wovon wir nichts veranlaßt'haben.* — „Wir haben gelernt aus der Vergangen­heit. Wir haben daraus die Lehre gezogen, und ich kann Ihnen verraten, daß der zweite Vorsitzende und ich, ebenso wie der ganze Vorstand, noch nie Differenzen gehabt haben.“ —

„Den SPD -Genossen in Heidelberg möchte ich sagen, sie müssen die Sache selbst in die Hand nehmen, weil ihre Führer noch nicht aus der Vergangenheit gelernt haben! Wenn sie die Führer machen lassen nach ihrer eigenen Meinung, dann kommen sie nicht zum Ziel! Sie sind die Mitglieder und Sie bilden die Partei. Treten Sie an Ihre Führer heran und teilen Sie Ihnen mit, um was es geht. Wir haben jetzt die Chancen, und wenn wir die Gelegenheit versäumen, sind wir erledigt für immer. Wer das nicht versteht, gehört nicht in unsere Reihen!“ (Am 5. 5. 1946 in einer öffentlichen Versammlung der KPD in Heidelberg .)

Wir sind die Vollstrecker des Willens zur Einheit!

Wir haben vor wenigen Tagen die Partei­tage der SPD und KPD in Berlin und den Gründungsparteitag der Sozialistischen Ein­heitspartei Deutschlands erlebt. Es waren dort nicht nur die Delegierten aus allen Teilen Deutschlands , sondern das Berliner Volk, das Proletariat, das an den Tagungen teilgenommen hat. Dieser Parteitag war eine Aktion, die aus den Tiefen der Massen herausstieg und alles mit sich riß, was zur Arbeiterbewegung steht. Wir haben unge­heure Demonstrationen auf den Straßen miterlebt und nirgends waren Anzeichen, daß die Einheit gestört werden könnte. Es ist ein großer Wille, diese Einheit zu schaf­fen, und wir, die wir Vollstrecker dieses Willens sind, haben uns heute darüber zu einigen, wie wir am besten damit fertig werden.

Paul Schreck, .

Vorsitzender der KPD Baden , auf dem Parteitag im Bandhaus­saal des Schlosses zu Heidelberg am 4. und 9. Mal 1946. . . . ,

dem Weg zur Einheitl

Der erste Znsammenschlnß in Boden!

Die Einheitspartei wird Wirklichkeit

Der starke Drang nach Einheit und Zu­sammenschluß der Arbeiterparteien ist auch durch die Zonengrenzen nicht aufzu­halten. Aus Oberflockenbach bei Weinheim erhalten wir folgende:

Erklärung:

„In Oberflockenbach haben sich die beiden Bruderparteien SPD und KPD am Vorabend des 1. Mai vereinigt und sich entschlossen, in die SED einzutreten. Mögen diesen Schritt alle fortschrittlich Denkenden der schaffenden Klasse be­greifen zum Wohle der deutschen Arbei­terschaft. Für die SPD : Vath, Lämmer, Für die KPD : Sauer.“

Es besteht kein Zweifel, daß trotz aller Widerstände sich auch in Baden die poli­tische Einheit der deutschen Arbeiterbewe­gung durchsetzen wird. Der erste Schritt ist getan. In den Betrieben, in Städten und Dörfern zeichnen sich alle Freunde der Arbeit, Sozialdemokraten, Kommunisten und Parteilose in Listen ein und erklären damit, daß sie alles dazu beitragen wollen, um die Arbeitereinheit zu schaffen, und daß sie der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands beitreten werden.

Diskutiert und verbreitet die Grund­sätze und Ziele der SED . Bildet überall Organisationsausschüsse zur Vorbereitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutsch­ lands !

UNSERE

ENTSCHLOSSENHEIT

die volle politische Einheit der Arbeiterbewegung auch in Baden zu verwirklichen, beruht auf der tiefen Ueberzeugung, daß sie die Voraussetzung für die Erhaltung der Einheit Deutschlands und den Bestand der deutschen Nation ist.

Die Stimme der Setriesorbetter:

Einheit

Betriebsversammlung in Freiburg . für Einheit.

Die Rhodiaseta AG. veranstaltete in der vergangenen Woche eine Betriebsversamm­lung, die von der Belegschaft vollzählig besucht war.

Der Betriebsratsvorsitzende, Genosse T r a u b, sprach in einem ausführlichen Referat über die Grundlagen der Demo­kratie. Er legte der Versammlung folgende Resolution zur Beschlußfassung vor:

„Die Betriebsversammlung der Rho­diaseta AG., Freiburg/Baden , am 18. 4. 1946 ist der Ueberzeugung, daß die schärfste Waffe der Arbeiterklasse ihre Einigkeit ist. In dieser Erkenntnis be­auftragt sie ihren Betriebsrat, alles nur menschenmögliche zu tun, um die Ver­schmelzung der beiden Arbeiterparteien schnellstens herbeizuführen.“

Die Resolution wurde nach lebhafter Aus­sprache mit 700 gegen eine Stimme ange­nommen.

Die Rhodiaseta AG. ist eines der bedeu­tendsten Unternehmen in Südbaden. Sie beschäftigt 750 Arbeiter und Angestellte, was in dieser industriearmen Gegend sehr viel bedeuten will.

Georg Schöpflin

für die Einheit!

Auf dem Gründungsparteitag der Sozia­listischen Einheitspartei Deutschlands er­griff der alte badische Veteran der soziali­ stischen Arbeiterbewegung zu einer kurzen Begrüßung das Wort. Genosse Schöpflin begrüßte die Ausführungen des Vorsitzen­den der SED , Genosse Pieck, über die Demokratie in der Sozialistischen Einheits­partei Deutschlands und betonte, daß es unerläßlich sei, zu dieser die Kameradschaft hinzuzufügen:

„Wir alle sind von dem Willen beseelt," führte Genosse Schöpflin aus, „diesmal nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben, sondern den Weg ganz zurückzulegen. Da­zu sind nicht nur ein Programm, Mut, Be­geisterung und Hingabe erforderlich, son­dern auch höchste Kameradschaft. So wol­len wir denn an diesem, für das deutsche Proletariat schicksalsvollen Tage geloben, in Tapferkeit, Wahrheitsliebe, Anständig­keit und sauberer Kameradschaft mitein­ander und füreinander zu kämpfen!

Macht die Hoffnungen aller Feinde zu­schanden! Wir wollen nun im Anblick der neuen Fahne heute unser Gelöbnis der Kameradschaft bekräftigen. Es lebe in der Sozialistischen Einheitspartei die Kamerad­schaft auf Leben und Tod!“

Schöpflin war lange Jahre Chefredakteur des Karlsruher „Volksfreundes“. Er kommt vom rechten Flügel der Sozialdemokrati­schen Partei, war Mitglied des Badischen Landtages und Mitglied des Reichstages. Er nahm eine ausschlaggebende Stellung in der SPD Badens und darüber hinaus in der Sozialdemokratischen Partei Deutsch­ lands ein. -Se-

Wer am 12. Mai noch keine Benachrich­tigungskarte erhalten hat, muß seine Eintragung in die Wählerliste schrift­lich beim Wahlamt beantragen. Jeder nimmt vom 12.—19. Mai in den Stimm­lokalen Einsicht in die Wählerlisten!

Wie ein Lauffeuer

hat sich die Nachricht vom Erscheinen der „Badischen Volksstimme“ ver­breitet. In den Betrieben wird sie von Hand zu Hand gereicht, und jeder ist be­müht, ein Exemplar zu bekommen.

Ein lang empfundenes Bedürfnis nach politischer Information und nach einer offenen demokratischen Sprache wird durch die „Badische Volksstimme“ gestillt. Wir wollen unser Blatt immer besser gestalten, damit es wirklich

die Stimme des badischen schaffenden Volkes

wird. Helft uns dabei durch laufende Be­richte aus den Betrieben, aus den Dörfern und Städten. Schreibt uns alles, was im Interesse der demokratischen Erneuerung unseres Lebens und des Neuaufbaues aus­gesprochen werden muß.

Jeder ein Berichterstatter für die „Badische Volksstimme“! Kein Vorfall und kein Ereignis, das nicht durch uns der breitesten Bevölkerung zur Kenntnis gebracht wird. — Dazu verhüllt unsere

„Badische Volksstimme“

Dazu brauchen wir Eure Mitarbeit!