6 a disches
Mannheim, den S. November 1947
Preis 15 Pfg.
Vorbereitungen zur Londoner Konferenz
Das deutsche Volk will Frieden, Einheit und politische Selbstbestimmung
über die
»Unser Land sollte stets stobt darauf sein, dieser Nation, die mit ihrem Kampf für ihre Selbsterhaltung auch alle anderen Nationen vor der nationalsozialistischen Bedrohung rettete, in der künftigen Welt ein guter Nachbar und ein aufrichtiger Freund su bleiben."
28. Juli 1943
Mit dem heutigen Tag beginnt in London die Konferenz der stellvertretenden Außenminister. Die Konferenz dient der Vorbereitung der am 25. November in London stattfindenden Außenministerkonferenz der Großen Vier. Die deutsche Frage ist der beherrschende Gegenstand dieser Beratung. Die Forderungen des deutschen Volkes sind vernehmlich genug erhoben worden. Das deutsche Volk braucht den Frieden, braucht die Einheit seines Landes und braucht eine gesamtdeutsche Verwaltung.
Es gibt genügend Kräfte, die bestrebt wirkliche Ingangbringen der deutschen sind, zu verhindern, daß die Konferenz W irt Schaft durch übersteigerte Roh- zu einem klaren Ergebnis kommt. Bis- stoffexpome wesentlich verhindert.
Schrecken die Spuren der Vergangenheit nicht?
Von Willy Grimm „Propagandafeldzug gegen den Kommunismus“ oder „US -Offensive gegen den Kommunismus“ verkündeten die Schlagzeilen der Presse. Im Munde Frage,“ ist das, was Wallstreet als Pa- der offiziellen Amerikaner hört es sich role den amerikanischen Politikern mit etwas anders an. Der Militärgouver-
bergbaues. Kein Wunder, daß der Teil der amerikanischen Presse, auf den das Monopol- und Finanzkapital Einfluß hat, das Scheitern der Londoner Außenministerkonferenz in Schlagzeilen als Wunsch verkündete. „Nachgeben oder Kompromisse kommen nicht mehr in
her war man auf Seiten der westlichen Statt Segnung zu bringen bedeutet die auf den zur Londoner Außent^iri-
Alliierten den Weg der Schaffung voll- Vorbereitung des Marshallplanes in sterkonferenz gibt Es ist bezeichnend, n den Kom ~
endeter Tatsachen gegangen. Dieser er- den Westzonen ein fortgesetztes Eiut- daß Frank Pitcatrn in der englischen die " f™“®' d "U lr W1 J
gab sich mit Zwangsläufigkeit aus der abzapfen für die Zwecke der anderen Presse zu dieser Seite der Londoner 'selbst Dersönlieh^« cu >vwit n »rh Zielsetzung, die von den USA d«rch am Marshallplan beteiligten Länder In Konferenz feststellte: ..In den Haunt- -HS»
Nationale Repräsentation
_Marshallplan beteiligten
den Marshall-Plan in Europa und Europa . Das deutsche Volk verlor mehr Deutschland angestrebt wurde. Für die und mehr im Zuge dieser Politik das anglo-amerikanischen Alliierten knüpft politische Selbstbestimmungsrecht. Am sich an die Londoner Außenminister- sichtbarsten kam dies zum Ausdrude konferenz das Bangen, ob sie ihre bei der von Amerika „gewünschten“
Pläne durchsetzen qnd für diese die Absetzung der Sozialisierung des Ruhr- über den Haufen werfen.“ Legalisierung auf dem Boden des internationalen Rechtes finden werden.
Hoffnungen dieser Art waren auf der Moskauer Konferenz im Frühjahr gescheitert. Die damaligen Machtdemon-
strationen Amerikas , die Verkündung Bisher durch Dr. Schumacher verhindert
der Truman-Doktrm, die Hilfe für die
halbfaschistischen Staaten Türkei und i n ihrer Sonntagsausgabe schreibt die Griechenland , hatten nicht vermocht, „ _ „
die Sowjetunion und die Welt des So- „Neue Zeit , Berlin , das Blatt der CDU jialismus in die Knie zu zwingen. Die über Dr. Schumacher: - „Wenn man Anstrengungen sind inzwischen vor- vielleicht erwartete, daß er dabei
stärkt worden. Der Marshall-Plan ,_. ^ „ . .
wurde geboren, England und Frank- (Pressekonferenz Dr. Schumachers) reich versuchte man bedingungslos ins Worte sagen würde, die uns in der Schlepptau der amerikanischen Politik Entwicklung der Dinge in Deutschland w nehmen. Deutschland wurde^der W eiterbringen könnten, so wurde man
Konferenz feststellte: „In den Haupt- lieh ist. Wir wären enttäuscht, wenn quartieren der britischen und amerika- wir etwas anderes hätten vernehmen nischen Militärregierung in Berlin sagt müssen. Ja, wir hätten, wenn es anders man „unter sich“, eine erfolgreiche wäre, vor einer Gewissensfrage gestan- Konferenz würde alle unsere Piäne f-t"' • 1 Kommunismus, den der ame-
W G nkamsche Generalgouverneur Clay, den etwa Marshall oder gar der Präsident der-Vereinigten Staaten, Tnuman, bejaht hätte, wäre uns Veranlassung' gewesen, an dieser Art Kommunismus zu verzweifeln. An einen Kommunismus zu glauben, der den Beifall der ^Vertreter eines hochkapitalistischen , Staates bekommt, hätte uns verwehrt, gesagt wurde. Für eine Wertung als „och Beifall zu geben. Wir wären stut- Politiker und Staatsmann muß es un - zig geworden und hätten die Schlußverständlich bleiben, wenn er so von folggrung gezogen, daß die Orientie- . „ . , . ,. , _ rung der entschiedenen Sozialisten, der
dem Vorschlag einer nationalen Re- Marxisten, nicht mehr stimmen könnte. Präsentation als von einem taktischen Es ist nicht so, denn der Militärgou- Manöver sprechen konnte... verneur General Clay hat verkündet:
i. t.■ . . „Wir glauben nicht an den Kommiunis-
Was heißt hier Manöver? Die verant- •- —
Zerreißungsprobe ausgesetzt, sien erlebte Auferstehung und durch den neuen Industrieplan, der uns nur theoretische Ziffern aber keine wirkliche Hilfe, sondern noch dazu die Demontage auch eines Teils der Friedersindustrie gebracht hat, wurden
mus.“ Uns und allen Unterdrückten wörtlichen deutschen Politiker sollten und Leidgeprüften ist es die Bestäti- darin wieder einmal gründlich ge- sich zusammensetzen, um ihre Wünsche ® U .P® dafür, daß wir an ihn glauben
müssen. Ein Glaube, der sich auf das Wissen gründet, daß der Kommunist
und Auffassungen auf einen General-
der nationalen Repräsentation sollte Gesellschaftsordnung, eines zusammen
täuscht, selbst wenn, nach Dr. Schu- „ - u— u W
machers Feststellungen, nicht alles von r J enner zu bringen. Aus der Stimme mus der Todfeind der kapitalistischen dem, was er- Merkwürdiges in Amerika gebracht hat, wurden die gesagt hat, von den westlichen Agen - Westzonen dem Marshall-Plan einge- t authentisch wiedergegeben wor- Ihedert Die Türen zur kapitalmäßigen . _ , _ ....... ... ,
Ueberfremdung der deutschen Industrie den In der Bestätigung genügt aber als einen Beweis seiner staatsmänni-»
wurden weit aufgestoßen und das auch, was auf dieser Pressekonferenz sehen Qualitäten erbracht.“
die Stimme Deutschlands sprechen. Das hat Herr Kurt Schumacher einstweilen verhindert, und dadurch alles andere
Der weltgeschichtliche Sieg des Sozialismus
Zum 30. Jahrestag der Oktoberrevolution in Rußland
> Ueber die Bedeutung des 30. Jahrestages der sozialistischen Durchbruchsschlacht gegen den Kapitalismus, der Oktoberrevolution in Rußland , sprach auf der letzten Sitzung des Parteivorstandes der SED Otto Grotewohl . Der Parteivorstand nahm zu dieser Rede eine Entschließung an, aus der wir nachstehend die wesentlichsten Teile abdrucken.
Unter Anwendung der marxistischen Faschismus und Krieg ln den Zusam- Lehren auf die Bedingungen tü Ruß - menbruch. Verleumderische Hetzland haben Lenin und Stalin ver- kampagnen gegen die Sowjetunion
die für uns bedeutsamen Lehren der Sozialistischen Oktoberrevolution entsprechend den besonderen Bedingungen ln Deutschland anzuwenden. Vor allem gilt es für das deutsche Volk, zu erkennen, daß die neue Hetze gegen die sozialistische Sowjetunion der Nebelschleier ist, hinter dem die reaktio-
iinocht, die Arbeiter und Bauern im November 1917 zum Siege zu führen und den ersten sozialistischen Staat zu wrichten. Damit schufen sie die politische Voraussetzung für den Aufbau der sozialistischen Gesellschaftsordnung. In einer grandiosen Aufbauarbeit und unter Ueberwindung unerhörter Schwierigkeiten hat das Sowjetvolk den Sieg des Sozialismus errungen. Es hat die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abse- »chafft und damit zugleich die Ursachen der Krisen und Kriege beseitigt. Jn Kriege gegen den Faschismus, zu «essen Niederlage die Sowjetarmee den größten Anteil beigetragen hat. Wurde die Ueberlegenheit des soziali- Jthchen Systems bewiesen. Wenn “®ute die Sowjetunion die Hauptkraft S* Kampfe um die Sicherung des friedens ist. so ergibt sich das aus “rem sozialistischen Charakter.
Entgegen dieser fortschrittlichen Ent- J'aklung in der Sowjetunion hat das deutsche Volk am 9. November 1918 einen anderen Weg eingeschlagen. Es infolge des Einflusses reaktionärer Ideologien der Spaltung der Arbeiter- !*jeegung nicht vermocht, eine sozia- "*“?che Staatsmacht zu errichten,
, .uem ließ die alten gesellschaft- jehen Kräfte in ihren MachtDOsitio- fcS 1 - Dieser Weg führte das deutsche ^..übej^jäle Wirtschaftskrise, über
brechenden, überlebten, Krise und Krieg, Hunger und Not stets aufs Neue gebärenden Wirtschaftssystems ist.
Das ist das eine, was wir uns vergegenwärtigen, wenn wir vom „Ppo- pagandafeldaug gegen den Kommunismus“ hören. Darin liegt nichts, was uns erschüttern kann. Es liegt eine Wahrheit drin, die uns Stärke gibt. Es bleibt aber ein bitterer Nachgeschmack. Propagandafeldzug gegen den Kommunismus? Wort und Parole scheinen uns nicht neu. Neu ist nur, daß sie von amerikanischer Seite im Munde geführt werden. Uns haben Worte und Parolen dieser Art lange genug in den Ohren geklungen. Es ist die Begleitmusik politischer Begründung zur Schändung von Millionen Menschen in Deutschland gewesen. Hitler und sein Propagandaminister Goebbels haben
waren die Begleitmusik auf dem nftren Kriegsprovokateure ihr verbre-
Marsch in die deutsche Katastrophe, cherisches Handwerk betreiben, wer unter dieser Losung, vom Reichstags-
Heute gilt es für das deutsche Volk, diesen Verleumdungen teilnimmt, brand angefangen, bei den Gasöfen der
die Lehren aus diesen geschichtlichen dient den Interessen der Reaktion una Konzentrationslager endend, das deut-
Ereignissen zu ziehen. Die Wieder- Kriegshetzer und vergeht sich an den sc he Volk und die Welt in das Unglück
holung der Fehler von 1918 muß ver- Interessen der Demokratie und des des 2. Weltkrieges gestürzt. Schrecken
mieden werden. Wir müssen lernen, Friedens.
Schlange-Scho Hingen
geg&n sowjetrussische Qeti»eideUeßei*nngen
Grund: Angst vor wachsenden Freundschaftsgefühlen für die Sowjetunion
Ausländische Pressemeldungen besagten, daß die Sowjetregierung auf Grund der guten russischen Ernte Frankreich die Lieferung von eineinhalb Millionen Tonnen Getreide angeboten hat, die nicht in Dollarwährung bezahlt zu werden brauchen. In Westdeutschland ist diese Meldung totgeschwiegen worden. Es ist die Frage naheliegend: wie sieht es mit russischem Getreide für die Westzonen ln Deutschland aus?
Recht aufschlußreich ist nun eine Erklärung Schlange-Schöningens gegenüber einem neuseeländischen Journalisten, wie er sich zu Lebensmitteleinfuhren aus Rußland stellen würde. Seine Antwort lautete: „Wir werden nur im äußersten Notfälle Getreide aus Rußland einführen. Mit der Einfuhr von russischem Getreide wachsen die Freundschaftsgefühle der Bevölkerung für die Sowjetunion .“
Die Schlußfolgerung, die sich daraus aufdrängt, ist die, daß es Leute vom Schlage Schlange-Schöningens lieber ist, der Hunger wächst, gleich welche Opfer vom werktätigen Volk gefordert werden, als daß dies nicht der Fall ist. Mit Schlange-Schöningen scheinen auch etliche andere willens zu sein, Getreidolieferungen au* der Sowjetunion abzulehnen, damit die von ihnen geübte Antisowjethetze keinen Abbruch erfahrt.
die Spuren nicht?
Wir sind nüchtern genug, den himmelweiten Unterschied zu sehen, der zwischen den USA von 1947 und dwn Hitlerdeutschland zwischen 1933 und 1945 besteht, aber bei aller Unterschiedlichkeit sind wir nicht gewillt, den gemeinsamen Grundton zu übersehen, der damals wie heute in der berüchtigten Propagandalosung mitschwingt. Wir vermerken sehr wohl, wenn Genera! Clay formuliert: „Es gibt nichts undemokratischeres, als die Kommunistische Partei zu unterdrük- ken, wir haben nicht die Absicht, dies zu tun.“ Wir vermerken aber ebenso, wenn unter einem nicht zu übersehenden Einfluß der USA -Regierung der brasilianische Senat mit Stimmenmehrheit das Gesetz, das die Löschung der kommunistischen Mandate der Volksvertretung vorsieht, annimmt. Es bleibt uns nicht verborgen, wo auch heute Propaganda aufhört, Propaganda zu sein.
Wir haben auch genau verfolgt, daß, nach 1945 nicht überall ln der Welt unter Faschismus Faschismus verstanden worden ist. Wir hatten ein Gefühl da-