Seite
  

-JIM,- T .J|*|— ZI .. ■ . - ■

Seite 2 — Ntmtmer 19

t)aslBoßt

aber lediglich antichambrieren, nie und nimmer aber verhandeln.

Für ein Besatzungsatatnt Der Redner trat der Ansicht entgegen, daß es nach dem Scheitern der Londoner Verhandlungen nur ein Entweder-Oder gäbe, was auf einen er­neuten Krieg hinauslaufe. Es gäbe tausenderlei Möglichkeiten und es sei daher vorerst alles wie bisher als ein Provisorium zu betrachten.

Vonnöten sei aber, diesen Mißstand wenig­stens sinnvoller zu handhaben als vorher. Für den Wiederaufbau Deutschlands und darüber hin­aus Europas dürfte es daher nützlich sein, in die Besatzungsverhältnisse -etwas mehr Ordnung und diese vor allem mit den Befugnissen der landes­eigenen Behörden in ein klares und vernünftiges Verhältnis zu bringen. All dies könne durch ein zu schaffendes Besatzungstatut geregelt werden, das solange in Gültigkeit bleibe, bis Deutschland end ich einmal in den Zustand der Einheitlichkeit gebracht sei.

Deutschland Klammer und Kettenglied der Welt Nicht nur für Deutschland, sondern für Europa *nd die ganze Welt sei es ein Verhängnis, wenn Deut=ch’and dauernd entzwei gerissen würde, weil damit auch die Welt in zwei Teile zerlegt würde. Deutsch 'and sei infolge seiner geographischen Lage die Klammer und das Kettenglied, das die beiden Hälften der Welt Zusammenhalte. Die Notwendigkeit für die beiden Giganten Amerika und Sowjetunion , sich im eigensten Interesse ge­meinsam um Deutschland zu kümmern, sei wahr- schein'lch das einzige, was sie noch an einem runden Tisch zusammenbringen könne. Es müsse al'es getan werden, um zu verhindern, 'daß durch Kurzschlußoanik ein Ost- und ein Westdeutsch­land entstehe. Die Sozialdemokratie werde ihrer­seits jedenfalls alles tun, um eine Zerreißung Deutschlands zu verhindern, möge sie nun vom Westen aus gewünscht werden oder vom Osten her wünschenswert erscheinen.

Frankfurter Wirtschaftsrat und Marshaü-Plan Carlo Schmid kam dann auf den Frankfurter Wirtschaftsrat zu sprechen und auf den Marshall- Plan. Dieser sei nichts anderes als die beabsich­tigte Bluttransfusion vom gesunden Amerika in das kranke Europa. Man gehe dabei davon aus, daß Europa in der Lage sein müßte, sich nicht nur selbst zu erhalten, sondern auch zur Steige­rung der Wohlfahrt der ganzen Welt beizutragen. Der Frankfurter Wirtscbaftsrat sei die Stelle, die die im Rahmen des Marshall-Planes erfolgende Hi'fe auf ganz Deutsch 'and verteilen könne. Des­halb stehe die Sozialdemokratie dieser Einrich­tung positiv gegenüber, wenn sie auch an ihrer Konstruktion Kritik übe. Am besten wäre es, wenn man einen gesamtdeutschen Wirtschaftsrat schaffen könnte.

Wenn wirklich eine Gefährdung der deutschen Einheit von Frankfurt ausgehen sollte, dann sei diese hervorgenden durch die Po'itik jener, die zu verhindern suchten, daß die Bluttransfusion des Marshall - Planes ganz Deutschland zugutekommt.

Die Sozialdemokratie werde alles tun, was dazu beitragen könne, wenigstens die wirtschaftliche Gesundung der Westzonen zu schaffen und alles zu verhindern, was etwa vom Westen her einer Separation des Ostens Deutschlands den Vorwand Leiem könnte.

Es gibt angenblick'ich keine echte gesamt­deutsche Repräsentation.

Der Redner wandte sich schließlich gegen den Vo'kskongreß, der nichts anderes sei als der Ver­such, die parlamentarische Demokratie der echten Volksrepräsentation durch die Obereinheitspartei der Kommunisten zu ersetzen. Der Anfang einer jeden totalitären Epoche stehe ja in irgend einer Abwandlung zu dem Satz: „Ich kenne keine Par­teien mehr, ich'Irenne nur noch Deutsche*.

Die Einheitspartei sei schließlich immer nur ein anderes Wort für Diktatur. Nur das Vor­handensein mehrerer poetischer Parteien ver­hindere, daß die staatliche Gewalt in Despotie Umschläge.

Wenn man sich den Volkskongreß, der ln Berlin einen permanenten Ausschuß gebildet habe, ge­nauer ansehe, dann finde man, daß er einer künf­tigen Reichsregierung ähnlich sehe. Wer hindere wohl daran, daß man ihn, wenn außenpolitische Spannungen eintretep sollten, als die deutsche Ge- »amtregierung mit der Begründung erklären würde, daß ja auch im Westen Deutschlands Un­terschriften gegeben wurden, d?e bewiesen, daß dieser Ausschuß auch von dem Wi"-u der Man­schen der Westzone getragen sei. Weil die So­zialdemokratie wisse, wie gefährlich das sein könne, habe die oberste Körperschaft der Partei einstimmig beschlossen, daß ieder, der sich hieran lrti* seiner Unterschrift beteilige, sich außerhalb der Partei stellen würde.

Keine GefühlspoHtik!

Auch gegen den Versuch Dr. Adenauers, einen deutschen Konsultativst zu bi’den, wandte sich Carlo Schirtfd. Er könne nur dann als ein legitimer Ersatz für eine Gesamtrepräsentation des deutschen Volkes angesehen werd®". -wenn er wirklich auf Grund demokratischer Wah'eti zu­standegekommen sei. Die Landtag der deutschen Ostzone seien iedoch unter Mißachtung dieser demokratischen Prinzipien gewählt.

Solange es keine Gesamtverfassung der Deut­schen gäbe, sei das Verhalten des einzel­nen entscheidend für die Rolle, die da« Gesamt­volk einst spielen werde. Es gehöre Mut dazu, die Konsequenzen aus dem Ernannten zu ziehen. Die Sozialdemokratie wisse, daß sie sich mit dem Aufzeigen aT dieser Dinge nicht populär m’riv. doch verzichte sie wissentlich darauf, dem Volk schöne Geschichten zu erzählen. Sie werde a'le« tun. um die poliH cr b»- Trägheit aidrurfittelq und die Flucht in die Gefühle unmöglich zu machen. De«n das schlimmste von af-m sei. Po'itik auf Gefühl aufzubau“n. wie wir dies ia schon einmal getan und nun die Rc-bnuno dafür zu bezahlen hätten. Wenn die Sozialdemokratie, so »ch 'ost der Redner seine oft von stürmischem Reifall unter­brochenen Ausführungen, all das fordere und klar und deutsch ansspreche, ^ann tue sie das nie­mandem ru'eide aber dem deutschen Volke und »11 en Völkern zu'iebe.

Die Soziademokratie Ist keine Partei der Unterwerfung, auch nicht unter einem mo- menfenen V-utaR sondern ist und Weiht die

Partei Deutschlands und Europa#*,

Europa mit Deutschland!

General de Gaulle zur europäischen Lage

Frankreich hat ln der letzten Woche einer groß angekündigten Rede General de Gaulles in Compiegne mit Spannung entgegengesehen. In dieser Rede erklärte de Gaulle im wesentlichen, daß Frankreich heute vor der Entscheidung stehe. „Das Wetterleuchten von Prag sei eine letzte Warnung für alle Franzosen.“ Es sei not­wendig, durchgreifende Mittel zur Rettung zu ergreifen.

De Gaulle sprach im einzelnen über die zu ergreifenden Maßnahmen auf dem Gebiete der Innenpolitik. Er forderte, daß die Gewerkschaften wieder zu unpolitischen Gebilden würden. Diese < neuen unpolitischen Gewerkschaften hätten die Aufgabe, sowohl der Ausbeutung der Arbeitskraft als der Sinn­losigkeit der sozialen Kämpfe ein Ende zu setzen. Auf wirtschaftlichem Gebiete sprach er sich für eine Rückkehr zum Liberalismus aus.

Auf die Außenpolitik übergehend, führte General de Gaulle aus, daß Sowjet- r u ß 1 a n d nach einer Vormachtstellung strebe. Nach einer Aufzählung der Länder, die unter russischem Einfluß stehen, stellte de Gaulle fest, daß die Nachbarn dieses ungeheueren Blocks, Finnland , Österreich , Griechenland , die Türkei und der Iran ständig unter Drohung ge­halten werden oder sich, wie Italien , in einem Alarmzustand befinden. Überall seien Bestre­bungen im Gange, die Vorherrschaft an s'ch zu reißen. Um dies zu verhindern, bekennt s'ch der General zu dem Gedanken eines weitgefaßten, wirtschaftlich und strategisch geeinten West- b 1 o c k s.

„Die freien Staaten Europas müssen sich diplomatisch, wirtschaftlich und strategisch zusammenschließen und ihre Produktion, ihren Außenhandel, ihre Außenpolitik und ihre Landesverteidigung aufeinander ab­stimmen.*

Diese Gemeinschaft, die etwa 250 M'lUonen Menschen umfaßt, und über beachtl'che wirt­schaftliche Hilfsquellen, sowie einen hervor­

ragenden moralischen und sozialen Rückhalt verfügen würde, die in Übersee durch zuge­hörige oder angegliederte Territorien ergänzt würde und sich überall auf unzählige Einflüsse stützen könnte, wäre in der Lage, die Position der alten Welt wiederherzustellen. Innerhalb einer solchen Gruppierung, deren Schlagadern die Nordsee , der Rhein und das M'ttelmeer wären, müßte Frankreich die Pflicht und ehrenvolle Aufgabe zukom­men, ihr Mittelpunkt und Schlüs­sel zu sein.

In diesem Zusammenhang ging de Gaulle auf die deutsche Frage ein. Er erklärte hier:

„Das deutsche Problem muß so geregelt werden, daß das deutsche Volk an der West­union beteiligt werden kann. Deutschland gehört zu Europa. Es braucht einen Ausweg, eine Rolle und eine Hoffnung. Wir rufen

Mittwoch, 10. März 1948

es zum Westen, wie es schon einst das Christentum und Karl der Große taten.* Als unerläßliche Voraussetzung bezeichnet de Gaulle allerdings, daß jede Bedrohung durch Deutschland von vornherein ausgeschaltet würde. Der beste Weg hierzu sei eine föderali­stische Gestaltung Deutschlands. Das Ruhrgebiet würde sich m't seinen Sonderstatuten in diesen Rahmen eingliedem.

General de Gaulle sprach dann den Vereinig­ten Staaten von Amerika seinen Dank für ihre Hilfe aus, wies jedoch darauf h n, daß diese Hilfe sich auch auf das Gebiet der Verteidigung erstrecken müßte, und zwar h'er ebenso klar und genau Umrissen, wie es auf den Gebieten des Kreditwesens und der E'nfuhr durch den Marshall-Plan zum Ausdruck gebracht werde. Voraussetzung sei allerdings, daß auch die Völ­ker Europas ihr eigenes S : -herheitssystem ver­stärken und den Verkehr untereinander ver­tiefen. Bei den Abkommen, die über den At­lantik hinweg getroffen werden sollen, muß es sich unter allen Umständen um eine Zusam­menarbeit handeln und keineswegs um ein Abhängigkeitsverhältnis.

Aus allen vier Zonen

Berlin . Die Siegesallee im Beniner Tiergarten wird laut Beschluß der Stadtverordneten im Rahmen der Erneuerung Berlins noch in diesem Sommer ab­gerissen. Von den ehemals 48 Standbildern, bran- denburgischer und preußischer Herrscher, haben nur 31 den Krieg überstanden. Erhebliche Teile der zer­störten Marmorstatuen säumen nun die Wege der Schrebergärten im ehemaligen Tiergarten oder sind von Kalkbrennereien in lebenswichtiges Baumaterial verwandelt worden«

Französische Zone

Koblenz Der Landeskommissar für die politische Säuberung in Rheinland-Pfalz , Minister Junglas, fordert in einem Aufruf die Personen, die von ihm als nichtständige Beisitzer in die Spruchkammern und Untersuchungsausschüsse bestellt wurden,• auf, pünktlich zu den Sitzungen zu erscheinen und die Beschlußfähigkeit nicht durch Fernbleiben in Frage zu stellen. Die Funktion der Berufsgruppenbeisitzer bei den Säuberungsorganen entspreche der Tätigkeit der Geschworenen bei den ordentlichen Gerichten.

Mainz . Wie dieEisenbahndtrektionMainz zu dem Eispnbahnunglück im Koblenzer Hauptbahnhof am 6. März mitteilt, sind, zwei Reisende des D 102 (Bie'e- feid—Koblenz ) getötet, 10 schwer und etwa 30 leicht verletzt worden. Eine Anzahl der Leichtverletzten

Die Debatte um die Entnazifizierung

Kirchenjürslen machen Vorschläge zur Beendigung der Entnazifizierung

Die evangelischen und katholischen Kirchen­fürsten Hessens legen ln einem Schreiben der amerikanischen Militärregierung für Hessen Vorschläge zu einer schnellen und gerechten Beendigung der politischen Befreiung vor Der Brief ist von dem Präsidenten der evangelischen Landeskirche für Hessen und Nassau , Pastor Martin Niemöller , dem Bischof von Mainz , Dr. Albert Stohr und dem Bischof von Lim­ burg , Dr. Ferdinand D i r i c h s, unterzeichnet.

In dem Schreiben heißt es, daß die Kirche sich in dem Bestreben einig sei, a'’es in ihrer Kraft stehende zu tun. um Herz und Sinn des Volkes vom Ungeist des Nationalsozialismus zu reinigen. Die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche stellen aber fest daß sich die bisher dazu benutzten Mittel, vor allem das Befreiungsgesotz der amerikanischen Zone als ungeeignet erwiesen habe, eine wirkliche in­nere Abwendung des Volkes vom Nationalis­mus und Militarismus zu bewirken oder auch nur anzubahnen.

Die Vertreter der katholischen und evangeli­schen Kirche schlagen zur besseren Hand­habung der Entnazifizierung vor, die „widerleg­baren Schuldvermutungen“ der dem Befreiungs­gesetz angefügten Liste der belasteten Per­sonengruppen, Organisationen und öffentlichen Körperschaften des „Dritten Reiches “ gegen die Masse der Betroffenen nicht mehr anzuwenden. Das Verbot der Wiederaufnahme abgeschlos­sener Verfahren soll aufgehoben werden, wenn infolge veränderter Auslegung des Befreiunos- gesetzes ein günstiges Urteil zu erwarten

sei. Die Versorgungsansprüche der im Rahmen der Entnazifizierung entlassenen Beamten und Angestellten, die in die Gruppen der Minder­belasteten der Mitläufer oder Entlasteten ein­gereiht wurden, sollen wieder hergestellt wer­den.

Außerdem fordern die Kirchenvertreter eine Ausdehnung der Jugendamnestie auf alle im Jahre 1948 heimkehrenden Kriegsgefangenen.

Schweineschmalz statt Fleisch

> Im Monat März wird von dem aus Hauasdhlacb- tungen abgelieferten Fett für Normalverbraucher und Teilselbstversorger in Brot vom 1 6. Lebensjahr an 100 g Schweineschmalz an Stelle von ZOO g Fleisch durch die Metzgereien ausgegeben. Die für den Be­zug von Schmalz bestimmten Fleischabschnitte der Lebensmittelkarten dürfen nicht in Reisemarken um­getauscht werden.

Die Februar-Käseration soll auf die Lebensmittel­karte für März in folgenden Mengen ausgegeben werden: Kinder bis zu 10 Jahren auf die Lebens­mittelkarte für Normalverbraucher und Teilselbst­versorger 100 g, die folgenden Altersstufen 125 g, Schwerarbeiter der Gruppe II außerdem 50 g, der Gruppen III und IV je 100 g. Wie im Vormonat wird Käse mit 40 Prozent Fettgehalt nur die halbe Ration verabreicht.

Lebensmittelkarte Jgd 2 für Verbraucher bis zu 20 Jahren

Die Verbrauchergruppe „Jgd 2" der Jugendlichen ist, wie das Badische Ministerium der Landwirtschaft und Ernährung mitteilt, vom 1. April 1948 ab erwei­tert worden. Statt der Altersgruppen von 10 bis 18 Jahren wird sie nunmehr die Jugendlichen von 10 bis 20 Jahren umfassen. Diese Erweiterung wird bei der Ausgabe der Lebensmittelkarten für April berücksichtigt werden.

Südbaden bekommt eine Gewerkschaftsschule

Einweihung der Bundesschule des badischen Gewerkschaftsbundes in Rheinleiden

Voa Jeher hat die deutsche Gewerkschaftsbewegung auf die Sdinlnng und Ausbildung ihrer Funktionäre großes Wert gelegt. Von diesen Gesichtspunkten aus wurde einst Jahre IBS in Bernau bei Berlin die große zentrale Bundessthnle des allgemeinen deutschen Gewerkschaft«- bundes gegründet E« entspricht der heutigen Situation, wenn die Gewerkschaften, ankniipfend an diese alte Tra­dition. nun nicht mehr zentral, sondern auf der Grundlage der einzelnen Länder wieder an die Formung eines Funktionärkörpers heran gehen.

Nach langen und sorgfältigen Vorbereitungen ist Jetzt auch in Südbaden , in Rhein felden, die Bundessdiule der südbadischen Gewerkschaften entstanden und am ver­gangenen Sonntag ihrer 8e t'mmung feierlich übergeben worden Es mag als Symbol gelten, daß gerade in einem ehemaligen Heim der SS die Gewerkschaftsbewegung, die am stärksten diesen Geist bewußt Überw'ndet. ihr Heim findet. Dfe Schu’e bietet Platz für 20 Schüler, für deren leibliches Wohl die Schweizer Gewerkschaften und Arbei- terbildungsvereine in großzügiger Weise beitragen.

Bei der feierlichen E’nweihung, der neben Vertretern der französischen Militärregierung zahlreiche Gäste sn> Baden. Württemberg , vor allem auch aus der Schweiz bei­wohnten, skizzierte der Bundesvorsitzende R ei bei nach kurzen Willkommen grüßen des 2. Vorsitzenden v «re! di« Entwicklung und die Aufgaben der Gewerkschaften. Die Sicherung der Existenz der Arbeitnehmer mache es not­wendig daß die Gewerkschaften und die Betriebsräte mit Hirfe de* Mitbestimmungsrechts in «sämtlichen Institutionen der Wirtschaft entsprechenden Einfluß gewinnen Da* lege aber den Funktionären erhöhte Verantwortung auf. Die Voraussetzungen für diese Tätigkeit sollten in der neuen Bundessdiule geschaffen werden, in der die badische Re­gierung keine Errichtung zur Neubelebung des Klassen- Kampfes sehen möge Mit Worten des Dankes an die Militärregierung, an die Schweirerischeu Gewerkschaften und Arbeiterbildungsvereine und an den Ortsans«ehuß Rheinfelden für die großzügige Unterstützung des Gemein- schaftswerke« seh'oß der BundesvorsUzende «eine Rede mit dem Wunsch, daß in der neuen Bundesschule in erster Linie der Geist der Solidarität gepflegt wer­den solle. Von seiten der Militärregierung wurde die neue Einrichtung begrüßt und versprochen, ihr auch Wei- terVn jede mögl'eho Unterstützung zu gewahren. Der Vertreter des Gouverneurs jn S8ck»ngen «cMeß «eine An­sprache m't den Worten: „Wir hoffen, daß die jnnge Elite, die ans die«er Schale her- vorgeht, ein Deutschland gestalten möge, da« seinen Platz unter den freien Natio­nen wieder ein nehmen wird."

Nach weiteren Begrüßung8an«pra<hen des badi dien Wirt- j KhoftMnipigtaa L «l s, der zugleich im Namen des Staats*

| Präsidenten sprach und die Bereitstellung von 90 000 RM für die Schule ankündigte, von Ministerialdirektor G e n g- 1 e r, als Vertreter des südwürtterab. Arbeitsministeriums, der die Formung eines neuen Menschen forderte, vom Vorsitzenden des südwürttembergischen Gewerkschaf tsbun- de« Fleck, sprach, von lebhaftem Beifall begrüßt, der Präsident des schweizerischen Gewerkschaftsbundes Ber­it as c o n i, zugleich namens seiner Kollegen Matter, G Ö t z und I rö b o f vom Arbeiterkartei! Basel. Er wies 1 auf d'e traditionelle Solidarität der schweizerischen und deutschen Gewerkschaftsbewegung hin. Die höhere Le­benshaltung, deren « eh die werktätige Bevölkerung der Schweiz zur Zeit erfreut, sei nicht gesichert, solange das notleidende Nachharvo’k in e*ner wirklichen Demokratie nicht seine wirtschaftliche Sicherheit erlangt habe. Nicht minder wichtig wie die Spendentätigkeit, die man bis zur Konsol'dierung der Verhä’tnisse fortsetzeo wolle, sei die tatkräftige Unterstützung der südbadischen Oewerkschaf- } ten durch einen baldigen Austau ch von Schülern und t Lehrkräften der Bundesschule. Es sei beaWehtift, etwa 90 bis 60 Gewerkschaftsfunktionäre auf die Dauer von 9—6 , Wochen auszuwechseln. Der Redner ließ seine Ausführun­gen in die Worte ausklingen: „Wir wollen bald wieder ab Gewerkschaftsbewegung mit einem geeinten Deutsch ’and Zusammenarbeiten!"

Nach den Warten der Schweizer Vertreter würdigte Mi­nisterialdirektor M a r t z I o f f nochmals die grundsätz­liche Bedeutung der neuen Schule. Er hob hervor, daß bei der jetzigen Sdiulunesarbeit besonderen Werv auf die , Charakter- und Persönlichkeitsbildung gelegt werden müsse. Die Gewerkschaften und der Staat müßten zu­künftig in ein**m anderen Verhä'tnis zueinander stehen, wie das vor 1QT* der Fall gewesen wäre. Der l^mdtags- abgeordnete Matt, der zweite Vorsitzende des landwirt­schaftlichen Hauptverbandes, bekannte sich zur Solidari­tät der Bauernschaft mit den Gewerkschaften. Nur durch die Zusammenarbeit zwischen Bauern und Gewerkschaf­ten wird es möglich sein, das noch immer bestehende Mißtrauen zwi ch-n Stadt und Land zu überwinden Nachdem ein Knrstei’nebmer der Bundes«chul» im Na­men seiner Kollegen da« Gelöbnis abgelegt hatte, mit allem F!e »ß die gesteckten Ziele zu erreichen und der Ge­werkschaftsbewegung das «n erworbene Wissen wieder l dienstbar machen zu w« H en. machte der Hauntrehrrnt Dr \ Tropenhagen d'e Gä«te mit dem eigentlichen lehr- 1 plan der Bur»de«s<hn!e vertraut. Er brachte den Wunsch zum Ausdruck, daß in der SAule der sudbad-'schen Oe werksehaften der Geist de« großen schwnige-l PäHagegen Pestalozzi lehendigj sein möge, !

| Der 2. Verwende Vogel erinnerte ab«eh!ießend noch 1 einmal an die Beziehungen. <fte Frankreich # Deutschland and 1

konnte die Reise gleich wieder fortsetzen, 39 Vor­letzte befinden sich noch im Krankenhaus. Doppelzone

Wuppertal . Ein Rechtsanwalt in Wuppertal , dem ein Mann eine Hose und andere Dinge gestohl a hatte, übernahm selbst die Verteidigung des Diebe*. Da der Mann sich in besonderer Not befunden hatte, erreichte der Rechtsanwalt für ihn einen Freispruch. Der Rechtsanwalt bezeichnete dieses Ergebnis als den größten Erfolg seiner Praxis.

Berlin . Die Industrieproduktion ln der amerlkan!» sehen Zone erreichte im Januar 51 Prozent des Stan­des von 1936 und wai somit um zwei Prozent höher als im Vormonat, geht aus dem zweiten Februar- Halbmonatsbericht der amerikanischen Militärregie­rung für Deutschland hervor. Dieses Ansteigen wird auf die höhere Anzahl von Arbeitsstunden im Januar zurückgeführt.

Frankfurt . Es ist verboten, daß Firmen auf ihren Auftragsbestätigungen, Lieferscheinen und Rechnun­gen einen Vorbehalt in bezug auf eine eventuelle Währungsreform machen, wie die Industrie- und Handelskammer Frankfurt in einem Rundschreiben betont.

Stuttgart.,Der Württembergtsche Fürsorgeverband und die Hauptfürsorgestelle Karlsruhe haben sich be­reit erklärt, entlassenen Kriegsgefangenen auf Staatskosten einen vierwöchigen Erholungsurlaub zu gewähren.

Berlin Deutsche Versicherungsgesellschaften und Sozialversicherungen haben nunmehr die Möglich­keit, Ansprüche aus Geldentschädigungen, die sie Einzelpersonen gewährt haben, bei der Finanzabtei­lung der Besatzungsbehörden anzumelden, sofern die Entschädigungen für Verkehrsunfälle geleistet wur­den, an denen Fahrzeuge der Besatzungsmächte be­teiligt waren. Dies gilt nur für die britische Zone Deutschlands.

München . Der Direktor der amerikanischen Mili­tärregierung für Bayern , Murray D. van Wagoner , erklärte einem Mitarbeiter des „Münchener Merkur", die Militärregierung begrüße Jede berechtigte kon­struktive Kritik von deutscher Seite und werde sie in vollem Umfang zu berücksichtigen wissen. Sie werde Jedoch keine Kritik dulden, die in böswilliger Absicht geübt werde oder auf Unwahrheit und Ver­drehung von Tatsachen beruhe.

Russische Zone

Leipzig . Die Zahl der Besucher der Leipziger Messe ist von 10« 799 auf 126 706 gestiegen. 93 055 kom­men aus der sowjetischen Zone, 14 874 aus der ameri­ kanischen , 13 608 aus der britischen und 3290 au„ der französischen Zone. Die Zahl der Ausländer beträgt annähernd 2000 aus 80 verschiedenen Ländern.

Falken in Südbaden zngelassen

Die französische Militärergierung lizenziert» für das Land Südbaden Die Falken — So­zialistische Jugendbewegung.

Was matht das Wetter?

Über Westfrankrelcii liegt ein Hochdruckgebiet, Nördlich davon herrscht eine lebhafte Westwetter­lage. Wegen der Nähe des Hochs überwiegt bei uns zunächst der. Hochdruckeinfluß. Jedoch Ist mit seiner Südwestverlagerung und damit einer zunehmenden Tendenz zu unbeständigem Wetter zu rechnen. —* Wetteraussichten : Anfangs trocken V 1 ** meist heiter, tagsüber ungewöhnlich warm, telüwetse bis zu 20 Grad. Kühle Nächte, Jedoch ohne Nacht­frost. Später zunehmende Bewölkung und zeitweise etwas Regen be ziemlich ausgeglichenen Tempera­turen zwischen Tag und Nacht# meist zwischen 9 bis 10 Grad.

die Schweiz von jeher miteinander verbunden haben und sprach die Hoffnung aus. daß auch die Bundesschale mit zur Verständigung der Völker beitragen möge.

Mit Darbietungen eines Streichquartetts und Darbietun­gen des Männerchors „Eintracht“ Rheinfelden fand dieser Festakt einen würdigen Ahsch’nß. fm Verlaufe de«. Nach­mittags stattete auch der badische Staatspräsident de» Bundes sch ule einen Besuch ab.

Kulturelle Notizen

Die gesetzgebende Kommission des obersten Sowjet der UdSSR hat beschlossen, neue Dekrete auszu­arbeiten, durch die die zur Zeit geltenden Ge­setze über Eheschließung und Fami­lie n r e c h t abgeändert werden.

In Speyer fand eine Tagung der Arbeitsgemein­schaft deutsch -französischer Frauen statt, auf der aktuelle Fragen ’ erörtert wurden. Aus Frankreich sprachen Madame Mertinie und Mademois-lle Bu- tillard, aus Deutschland Frau Dr. Schlüter-Hermkes und Frau Dr. Gertrud Räumer.

Nach Feststellungen in den amerikanischen Col­leges sind die Frauen heute durchschnittlich 4 cm : größer als vor etwa 50 Jahren. Der weibliche Kör- > per weist in der Regel breitere Schultern und einen besser entwickelten Brustkasten auf. Die Taille ist weniger zart, die Hüften werden sch'anker. Das fiühzeittge Ergrauen der Haare nimmt in allen zivilisierten Ländern zu. Die Frauen sind intelli­genter, ihre Moral aber ist lockerer geworden.

Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren stellen ein Drittel aller Geschlechtskranken in Süd-Württem- berg-Baden.

Auch in Dänemark regen sich Frauen in einer Pro­testaktion gegen die neue Mode. Es wurde ein „Landesverband gegen die langen Kleider* gegründet, dem sich mehrere tausend Frauen angeschlossen haben.

Mitglieder der Juniorenabteilung des weiblichen Fliegerkorps in England vierzehn- bis achtzehnjäh­rige Mldchen, „adoptieren" alte Leute. Die Lon­ doner Gruppen haben in Altersheimen die Sorge für das E'nkaufen und viele andere kleine Angelegen­heiten übernommen, die die Kraft der alten Leut« meist übersteigen.

Sowjetunion entläßt deutsche Kriegsgefangene Sämtliche deutsche Kriegsgefangene aus der Sowjetunion werden bis Ende 1948 entlas­sen werden, erklärte der sowjetische Delegiert« im Kontrollrat dem Monatsbericht füY Januar des britischen Oherkommandierenden, General Robertson zufolge,