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Seite 6 — Nummer 121

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Dienstag, 10. Oktober 1950

Unsere Jubilars

Eine treue Mitarbeiterin

Am kommenden Freitag, 13 . Oktober, feiert in er- peuU<5 er Rüstigkeit und ungebrochener Schaffens- Kraft Frau Frieda Müller. LessingstraBe 2» ihren TO. Geburtstag. Mit fast 45 Dienstjahren ist sie nicht nur eine der ältesten Angestellten der Universitäts­buchdruckerei Poppeli Sc Ortmann, sondern auch wir vom „Volk“ schätzen und verehren unsere liebe Frau Müller als pünktliche und gewissenhafte Betreuerin des Versands unserer Zeitung seit Bestehen. Trotz Vieler schwerer Schicksalschläge (ihr Mann, mit dem sie dieses Jahr das Fest der goldenen Hochzeit hätte feiern können, starb schon 1936, ihr jüngster Sohn fiel in Rußland , sie selber wurde in Freiburg aus­gebombt und kam um ihren ganzen Besitz) hat Frau Frieda Müller nie ihren guten Humor verloren und meistert mit Optimismus alle Sorgen und Nöte einer schweren Zeit. Ein Beweis ihrer Rührigkeit und ihres Arbeitseifers ist die Tatsache, daß sie in den Jahren 1915 bis 1919 sich ebenso schnell auf die Tätigkeit einer Straßenbahnschaffnerin umzustellen verstand, wie von 1943 bis zum Kriegsende auf die einer Brief­trägerin, um dann stets wieder zu ihrer gewohnten, jahrzehntelang ausgeübten Arbeit im Versand eines großen Druckerei- und Zeitungsbetriebes zurückzu­kehren. Möge ihr die Arbeitskraft noch recht lange erhalten bleiben und möge es ihr vergönnt sein, in guter Gesundheit und Rüstigkeit noch manches Jähr- lein bei und mit uns zu arbeiten. An ihrem Geburts­tag einen wir uns alle zu den herzlichsten Glück- lind Segenswünschen.

Sein «jähriges Jubiläum bei der Firma F. L. Fi­scher feierte vor einiger Zeit Prokurist Karl Zim­mer m a n n, der seit 1900 ununterbrochen dem Be­trieb angehört und Wesentlich an der Entwicklung zur heutigen Bedeutung beitrug.

40. Dienstjubiläum bei der Firma AFA Akkumula- torenfabrik, Basler Straße 60. feierte vergangene Woche Rudolf Zierke Staufener Straße 34.

uf ein 2Sjähriges Bestehen blickt in diesen Tagen die Mehlgroßhandlung Karl Schmidt. Hildastr 49 ,

Zurück.

Nachträglich entbieten wir folgenden Altersjubi­larinnen unsere besten Wünsche: Frau Rosalia

70. Geburtstag feierte am gestrigen Montag. 9. Okto­ber. Pflästerermeister August Knüpfer. Bromberg­straße 25.

Ein verdienter Sozialdemokrat und Gewerkschaft ler, der Schreiner Josef Schiehr bei der Firma Fortschritt, feiert heute seinen 64. Geburtstag.

Das „Volk“ gratuliert allen Jubilaren herzlichst.

Von der Universität

Professor Dr. Johannes Kollwitz an der Phil.-Theol. Akademie in Paderborn wurde zum ordentlichen Professor für Patrologie und Christliche Archäologie sowie zum Direktor des Christlich-Archäologischen Seminars an der Universität Freiburg ernannt.

Auszahlung der Renten

Das Versorgungsamt Freiburg teilt mit, daß die Auszahlung der Renten für den Monat Oktober am 10. Oktober, für den Monat November in der Zeit vom 29. bis 31. Ok tober erfolgt.

Im Interesse der Rentenempfänger ist es. bei Wohnungswechsel ihre neue An schrift sofort dem Postamt bzw. Versorgungs amt anzuzeigen.

Jungfrau-von-Orleans-Gedächtnisausstellung

Das Centre de documentation frangais in Freiburg hat aus Anlaß des amerikanischen Jungfrau-von-Orleans-Films, der in der näch sten Zeit in ganz Deutschland in über fünfzig Lichtspielhäusern anläuft, in seinen Räumen im „Friedrichsbau“ eine Jungfrau-von-Orleans' Gedächtnisausstellung eingerichtet Die Aus Stellung zeigt neben umfangreichem Material aus dem Werden des Filmes Bilder von den Wirkungsstätten der Jeanne d’Arc. Waffen aus

Thurner, Kartäuserstraße 99 . zum 84 “ Fräulein QArc. waiien au:

Monika Reiser, Oberau 57, zum 85 . und FrauBri- I der Zelt des Mittelalters umrahmen die Aus

gitta Siefringer zum 80 . Geburtstag.

I Stellung.

Ibsens „Nora“ in neuer Inszenierung

Man hatte der Wiederbegegnung mit diesem Stüde mit einem gewissen Bangen entgegengesehen. Würde das, was uns einst, vor vielen, vielen Jahren, an ihm erschütterte, läuterte und bezwang, nickt von der unerbittlich dahlngalopplerenden Zeit unter die Hufe genommen worden sein — wie die ganze bürgerliche „Moral“, gegen die der große nordische Dichter in seinen Werken mit der ganzen Kraft eines reinen, gläubigen Herzens aufgestanden war? Würde nicht das, an der Erbarmungslosigkeit und Härte der letz­ten Jahrzehnte gemessen, kleine Einzelschicksal der Nora Helmer zur Bedeutungslosigkeit zusammen­schrumpfen, wenn man sich bei einem Blick in diese versunkene Welt das um so vieles größere gepiein- same Leid der Frauen unserer Tage vergegenwär­tigte? Denn es ist doch wohl so, daß die Qualen, die dem Menschen ohne sein Zutun und ohne seine Schuld von Mächten in dieser Welt aufgebürdet wer­den, die er nicht besiegen kann, uns als Zeugen dieses Vorgangs noch stärker ergreifen als die innere Not, die ein Mensch sich durch eigene Schuld berei­tet und darum auch ganz von sich allein aus sühnen kann. — Dennoch vermag uns das Schicksal der Kind­frau Nora, die aus Liebe zu ihrem Mann gegen die Gesetze verstieß und am Zerbrechen ihrer Ehe nicht weniger Schuld trägt als dieser, dem sie kaum mehr als ein geliebtes Spielzeug bedeutete, auch in unserer Zeit noch zu fesseln, da die gedankliche Tiefe des Werkes und der Pulsschlag des echten Dramas, der Ihm geblieben ist, ihm auch heute noch ein Echo in der Welt des Theaters verbürgen. Man muß freilich vieles abstreifen, um sich wieder in diese abgekap­selte Welt, in der so viel von Glück — und so wenig von Pflichten die Rede ist, hineinzufinden;

Und es mag sein, daß manchem das vom Dichter sekundär behandelte Schicksal des Anwalts Krog- stadt, der, einmal gestrauchelt, den Weg zur Gesell­schaft aus eigener Kraft nicht mehr findet, mehr zu Herzen geht als das der keinen Puppenfrau und

ihres blind neben Ihr herlebenden Mannes, die __ ____ _ „„„

nidit erkannten, daß es keine wirkliche Liebe ohne | großen Abend durch überaus herzlichen Beifall, der

Es war gut, daß Franz E v e r t h das Werk mit lener klugen Gedämpftheit inszenierte, die ihm auch m unserer lärmvollen, rastlosen Gegenwart die jedem echten Kunstwerk innewohnende tiefere Wirkung sicherte. Er verzichtete auf alle wohlfeileren äußeren Effekte, die sich gerade bei einem Bühnenstück die ser Art und Epoche mit Aussicht auf Erfolg „an­bringen“ lassen, und verband sich — wie in all sei­nen bisherigen bedeutenden Inszenierungen — allein mit dem Dichter und seiner Schöpfung, unterstützt durch Friedhelm Strenger, dessen Bühnenbild uns freilich gar zu nüchtern dünkte. Vor allem muß man dem Spielleiter dankbar dafür sein, daß er einer begabten Schauspielerin Gelegenheit gab, sich in der Titelrolle von einer neuen Seite zu zeigen. Henny Schneider-Wenzel, deren meiste bisherige Rollen immer ein wenig ln der Sphäre des Weihs teufels“ lagen, hat — das spürte man vom ersten Augenblick an — ernsthaft mit der Rolle der Nora gerungen, aber sie war, namentlich im ersten Akt, sehr oft um einige Töne zu laut und wirkte mani- riert, wo sie reine Ursprünglichkeit hätte zeigen müssen. Im entscheidenden dritten Akt allerdings fand sie ln der großen Auseinandersetzung mit ihrem Manne, den Walter Kiesler ln vielem eindrucks­voll, wenn auch im ganzen zu sachlich und zu betont korrekt zeichnete (wodurch der Mensch Helmer zu kurz kam), die Kraft echten Miterlebens, die sich auch dem Publikum fühlbar mitteilte und den Er­folg der Aufführung sehr wesentlich mitbestimmte. Geschlossene Leistungen vermittelten Heinz Schim­ melpfennig mit der sehr menschlich getönten Gestalt Krogstadts, Willy Reichmann als zum Sterben be­reiter Dr. Rank, Elisabeth Lothar in der mit feinem Herzenstakt geformten Rolle der Frau Linde und Käthe Gothe als mütterliche Kinderfrau. — Auch die stilvollen Kostüme (Hlmmighoffen/Schiela) spielten eine wesentliche Rolle.

Die Zuschauer bekundeten ihren Dank für den

volles Vertrauen und bedingungslose Kameradschaft gibt..

sicherlich mehr als nur eine Äußerlichkeit war.

Rudolf Burschei

Filme in Freiburg

„Piratenliebe“ (englisch ). Nach einer Novelle von Graham Greene entstand hier ein außerordent­lich packender Film, der zwar das Hauptgewicht auf das abenteuerliche äußere Geschehen legt, daneben aber auch etwas von dem Inneren Glanze der Dich­tung ahnen läßt. Es Ist das harte Schicksal eines elternlosen Jungen, der unter rüden Seeleuten, die es mit den Gesetzen nicht eben genau nehmen, auf­wächst und unter ihren Bosheiten zu leiden hat, bis ihn der Kapitän, sein Vormund, zu sich nimmt. Um die Freundschaft zwischen beiden geht es ln diesem Werke: eine Freundschaft, die von beiden Selten heftig erschüttert wird, sich dann aber bis zum letz­ten bewährt. Die in den Gang der Handlung ver­wobene zarte Liebesgeschichte tritt demgegenüber in den Hintergrund. — Die äußeren Etappen des span­nungsreichen Geschehens sind im Film ungemein lebendig nachgezeichnet, wobei die hervorragenden schauspielerischen Leistungen namentlich des jungen Michael Redgrave , über dessen Antlitz alle Zweifel Und Gewissensnöte eines vor härteste Entscheidungen gestellten Menschen wandern, der lieblichen Joan Greenwood und der verführerischen Jean Kent ent­scheidendes Gewicht haben. — Auch von der vorbild­lich ausgewählten Farbenkompositlon her wird der großartige Stoff aufs beste unterstützt. (Zentral) „Erpressung- (amerikanisch). Daß manche Men­schen mit körperlichen Mißbildungen an dem Kom­plex leiden, sich an normalen und gesunden Men­schen „rächen“ zu müssen, ist bekannt. Auch der Film greift von Zeit zu Zelt gern auf dieses abseitige Thema zurück. In diesem Falle handelt es sich um eine Frau, die seit ihrer frühesten Jugend unter einer Gesichtsentstellung leidet und hierdurch zu einer Menschenfeindin und — so will es das Drehbuch — Erpresserin wird. Die Handlung ist zwar nicht immer sehr glaubhaft, und man hätte gewünscht, daß das Psychologische den Vorrang vor dem rein Kriminellen gehabt hätte, aber Im ganzen gelingt es der scharf pointierenden Spielleitung George Cukors — geradezu atemraubend die Schlittenfahrt! — doch, lebhafte Anteilnahme an den geschilderten Vorgängen zu er­wecken. Jban Crawford, die Spezialistin für proble­matische und übersättigte Frauentypen, ist ihrer schwierigen Rolle ebenso gewachsen wie Conrad Veidt , aus dessen Zügen noch immer die alte Dämonie dieses unvergeßlichen Schauspielers leuchtet, der sei­nen. Einer kleinen Rolle schenkt Albert Bassermann seine ganze Güte und Wärme. (Harmonie)

„Küssen ist keine Sünd’“ (deutsch ). Auf der Suche nach zugkräftigen Operettenmelodien ist man nun auch bei Edmund Eysler gelandet, dessen „Bruder Straubinger“ in Verbindung mit anderen Operetten dieses begabten und einst sehr gefeierten Komponisten die musikalische Grundlage für den von Hubert Marischka nach oftbewährtem Muster munter gemixten Film bot. Elfi Mayerhofer darf Wieder einmal so ausgiebig und mit all ihrer tech­nischen Brillanz singen, daß die vielen Freunde ihrer

schönen Stimme voll auf ihre Kosten kommen. Für die anderen aber, die vor allem etwas s e h e n möch­ten, wurde eine Reihe prächtiger Landschaftsauf­nahmen eingeschaltet, und für den Humor sorgen die Stimmungskanonen Hans Moser , Hans Olden und Erika v. Thellmann . Auch mit dem stattlichen Curd Jürgens , den man hier zum erstenmal in einer großen Lieb haberrolle sieht, und mit der mondänen Gisela Fackeldey tat man einen guten Griff. — Ein Film für Leute, die sieh Im Kino nicht anstrengen möchten! (Kandelhof)

„Silberkönig“ (englisch ). Man Ist angenehm überrascht, hier keinem der üblichen Wildwestfilme mit dauernden Verfolgungsjagden, Prügelszenen und Schießereien zu begegnen, sondern einem mit viel Liebe und Können zusammengestellten Streifen, in dem die ganze Romantik der kanadischen Landschaft zum Ausdruck kommt und auch der urwüchsige Humor nicht vernachlässigt wird. Hier kommt es nicht auf die Handlung, sondern auf das Milieu an, und es ist immer wieder eine Freude, den pracht vollen Pferden, die dort zwischen Freiheit und Ge­fangenschaft aufwachsen, mit dem Auge der Kamera zu folgen. Sie sind in diesem Falle wichtiger als die reizende Joan Leslie und der schmucke James Craig, die sich 90 Minuten lang zum Ergötzen des Zuschauers in den Haaren liegen. (Casino) R B.

Freiburger Vorschau

Dienstag, 1). Oktober Bühnen, Großes Haus: 20 Uhr

„Die

Städtische

Troerinnen“

Städtische Bühnen , Kammerspiele: 20 Uhr: Heitere Dorfgeschichte — „Die Puppenfee“.

Filmtheater: Casino „Der Silberkönig“: Die Kurbel „Herrliche Zeiten“; Friedrichsbau „Der goldene Sala­mander“; Harmonie „Erpressung“; Kandelhof „Küs­sen ist keine Sünd“; Union „Das indische Grabmal“ Zentral „PiratenUebe“.

British Inf. Centre: 15.30, 17.30 Uhr: Filme in deutsch „Magazin Nr. HI", „Seit 1000 Jahren“; „Ernte für Mor­gen“; „Schiffswerften ln Schottland“. — 20 Uhr: Filme in englisch „Caring for Chlldren“; „Childrens Char­ter“; „Canada Autunn“; „Country Policeman“.

Schwarzwaldverein: 20 Uhr: Hörsaal I: Farblichtbil­dervortrag Fritz Lock „Wunder am Wege“.

Mittwoch, 11. Oktober

Städtische Bühnen , Großes Haus: 20 Uhr „Der Waf­fenschmied von Worms“.

Städtische Bühnen, Kammerspiele: Keine Vorstel­lung.

Filmtheater: wie am Dienstag.

British Inf. Centre: 15.30, 17.30 Uhr: Filme in

deutsch wie am Dienstag. — 20 Uhr: Vortrag englisch

„Selections from English Literature“ by P. H. G.

iniccciiiiiiiiiciciiiiiiiiiiinliiiiiiiiiiiiiiciiiiiiiiicciiciciiiiiiiciiciiiiciciiiilililc^ ewtlouge

lljar enrirht rfip CPII = Film-Clnb: 20 Uhr: Friedrichsbau H. Stock: Film-

mci S|iiii.iii uie oru =Vorführungen der jungen Filmfreunde. Gäste will-

Achtung, Jungsozialfsten! -kommen.

Wir treffen uns am Mittwoch. 11. Oktober. 20 Uhr, z * *

im Haus der Jugend (ehern. Baracke des Emährungs- z amtes) Raum 5. Thema: „Freiheit für die Feinde der z Demokratie“. Um pünktliches Erscheinen wird ge- z Am D i e n stag, 20 Uhr, wird Fritz Lock, wohl beten. -einer der besten Naturfotografen, im Rahmen der

Touristenverein „Naturfreunde“ = Veranstaltungen des Schwarzwaldvereins im Hör-

zsaal I in seinem Vortrag „Wunder am Wege“ ln tech-

Der von der Fotogruppe für kommenden Donners- Enisch meisterhaften Farbbildern alle die Herrlichkei- tag vorgesehene Vortrag über „Die verschiedenen Eten aus der Pflanzen- und Tierwelt zeigen, die man Entwicklungsverfahien“ fällt infolge Erkrankung des Esonst auf Wanderungen kaum beachtet. Pressestim- Redners aus. Der neue Termin wird rechtzeitig be- Emen berichten von „einzigartigen Aufnahmen und kanntgegeben. seinem unvergeßlichen Erlebnis“.

Wunder am Wege 20 Uhr. wird

emmendingen • Kaiserstuhl . Elztal

25000 stehen im Arbeitsprozeß

Steigende Besdiäftigtenziflern im Kreise Emmendingen

Die gute Beschäftigungslage hat auch im Monat September angehalten. Sowohl im Bezirk der Arbeitsamtsnebenstelle Emmendingen als auch Waldkirch ging die Zahl der Arbeitslosen leicht zurück. Während beim Arbeitsamt Em­ mendingen Ende August noch 302 Arbeitslose (251 männliche und 51 weibliche) registriert wurden, waren Ende September nur noch 230 Männer und 44 Frauen als arbeitslos gemeldet. Entsprechend ist das Zahlenverhältnis auch im Elztalbezirk, der nach dem Monatsbericht des Arbeitsamtes nur noch 185 Arbeitslose (127 männliche und 58 weibliche) aulzuweisen hat.

Im letzten Vierteljahr haben damit die Be­schäftigtenzahlen im gesamten Kreisgebiet ständig zugenommen. Während im Bezirk der Arbeitsämter Emmendingen und Waldkirch Ende Juni insgesamt 14 513 männliche (davon 202 Flüchtlinge) und 8603 weibliche Arbeitskräfte (davon 189 Flüchtlinge) beschäftigt waren, konn­ten bis Ende September weitere 1517 Personen untergebracht werden, so daß heute im Kreis­gebiet insgesamt 14 906 Männer (davon 550 Flüchtlinge) und 9727 Frauen (davon 425 Flücht­linge) im Arbeitsprozeß stehen. In Prozenten gerechnet, hat die Nebenstelle Emmendingen im letzt«i Vierteljahr eine Zunahme der Be­schäftigten von etwa 8 v. H. — bei den in Arbeit gebrachten Flüchtlingen eine Zunahme von nahezu 200 Prozent — zu verzeichnen; im Elz­tal betrug das Anwachsen der Beschäftigten- ziffem etwa 3,5 v. H., während die Zahl der in diesem Bezirk in Arbeit gekommenen Flücht­linge sich etwa verdoppelte.

Die Beschäftigungslage im Monat September war vor allem durch die gute Witterung begün­stigt. Sowohl in der Landwirtschaft als auch im Bau- und Baunebengewerbe konnten Außen­arbeiten in vollem Umfange weitergeführt wer­den, was laufende Neueinstellungen ermög­lichte. Gleichfalls hielt die gute Beschäftigungs­lage der Vormonate — von geringen Ausnah­men abgesehen — auch in der Industrie und teilweise in den Geweihe- und Handelsbetrie­ben an. Im Berichtsmonat sind drei Umsiedler­transporte aus Schleswig-Holstein und Bayern mit insgesamt 315 Personen, darunter 85 Ar­beitskräfte und 18 Schulentlassene für Lehr­oder Anlemstellen, eingetroffen; von diesen arbeitseinsatzfähigen Flüchtlingen wurden 29 im Bezirk der Nebenstelle Waldkirch unter­gebracht.

Aufnahmefähig waren im September neben der Metall- und Textilindustrie auch das Holz-

und Schnitzstoffgewerbe, das Nahrungs- und Genußmittelgewerbe und vor allem das Bau- und Baunebengewerbe, da es gilt, noch vor einem Witterungsumschlag, die begonnenen Bauten fertigzustellen. Weitere Arbeitskräfte wurden für die Straßenverbreiterung auf der Strecke Wasser—Denzlingen eingesetzt. Ins­gesamt konnten von der Nebenstelle Emmen­dingen HO Männer und 82 Frauen in Stellen vermittelt werden; von der Nebenstelle Wald* kirch 16 männliche und 16 weibliche Arbeits­kräfte.

Offene Stellen für Männer meldet Emmen­ dingen zum Monatsende noch 62 (vorwiegend Bauberufe und landwirtschaftliche Kräfte) und für Frauen 97 Stellen (vorwiegend Land- und Hauswirtschaft); bei der Nebenstelle Waldkirch konnten 18 Arbeitsplätze für Männer und 12 Arbeitsplätze für Frauen nicht besetzt werden.

Die Sprechstunden der Berufsberatung wur­den durch Rat- und Lehrstellensuchende stark in Anspruch genommen. Überwiegend sprachen die männlichen Jugendlichen den Wunsch aus, den Maurerberuf zu erlernen; doch sind Lehr­stellen im Baugewerbe knapp. Von der Indu­strie wurden nur vereinzelt Lehrlinge verlangt, jugendliche Arbeitskräfte unter 18 Jahren wur­den abgelehnt Die Lehrstellen Vermittlung für die weibliche Jugend war beängstigend gering. Gefragt waren Absolventinnen der Höheren Handelsschule und vereinzelt gute Abgangs- sehülerinnen der Volksschule für Verkaufs­geschäfte.

Hände weg von «Wer Munition!

Nachdem erst vor etwa vier Wochen ein Kind aus Weisweil beim Spiel mit einem explodie­renden Sprengkörper den Arm verlor, wird jetzt ein weiterer Fall aus Hecklingen bekannt, der sich am vergangenen Freitag zugetragen hat: Ein dort wohnhafter achtjähriger Junge machte sich an einem anscheinend von ehe­mals einquartierten Soldaten hinterlassenen Abreißzünder zu schaffen, der plötzlich kre­pierte und dem Kind schwere Verletzungen an der linken Hand und Körperseite beibrachte. Dieser Vorfall sollte eine erneute Warnung an die Eltern sein, ihre Kinder nicht nur über die Gefährlichkeit solcher „Spielzeuge“ aufzu­klären, sondern etwa zurückgelassene Gegen­stände aus der Einquartierungszeit auf das Vorhandensein von Explosivkörpern zu unter­suchen.

Aus der Fauststadt Staufen

Der Stadtrat beschloß in seiner jüngsten Sitzung: Die Stadtgemeinde übernimmt die gesetzliche Aus­fallhaftung für das von dem „Tusta“. Wohnungsbau­verein in Staufen , beantragte Baudarlehen der Lan­deskreditanstalt für Wohnungsbau in Karlsruhe in Höhe von 128 0M DM. — Dem Antrag des Wohnungs­bauvereins auf Übernahme des Hauptwasseranschlus­ses für seine Werksiedlung durch die Stadt konnte unter Hinweis auf den § 9 der Wasserbezugssatzungen nicht stattgegeben werden.

Der Stadtrat erteilte dem Gendarmerie-Oberwacht­meister Franz Heißler die Zustimmung, in den zwi­schen der Stadtgemeinde und Hans Ruhfaß in Her­ bolzheim abgeschlossenen Kaufvertrag über das Bau- grundstück Lbg.-Nr. 1626/U einzutreten. Die Auflas­sungserklärung wird von einer Bebauung des Grund­stückes bis spätstens 1. Oktober 1952 abhängig ge- macht.

Zu dem Konzessionsgesuch der Tuchfabrik Staufen für ihre Werkkantine schloß sich der Stadtrat der Einsprache des Wirtevereins vom 3. Oktober 19« an.

Der allgemeine Herbst auf der Gemarkung Staufen begann am Dienstag. An den Hängen des Schloß­berges war das Erträgnis befriedigend. Leider wur­den die übrigen Gewanne durch das furchtbare Un­wetter am 26. August sehr in Mitleidenschaft gezogen, was die betreffenden Winzer sehr hart ankommt. Die Mostgewichte in den niederen Lagen schwankten wischen 62 und 65, die der höheren zwischen 70 und ! Grad.

Das Volksbildungswerk (mit Jugendbildungswerk) Staufen beginnt nunmehr wieder seine Veranstal­tungen. Neben Arbeite- und Vortragsgruppen gibt es eine größere Anzahl von Einzelvorträgen. Die ge­samte Einwohnerschaft ist herzlich eingeladen, ln der Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch. 18. Oktober, im Saai „Kreuz-Post“ spricht der beliebte Heimat­forscher Geistlicher Rat Weitzel mit Lichtbildern über das Thema: Wie lebten die Staufener lm Jahre 1580.

Seit dem 1. Oktober wurde hier wieder ein Voll­gericht mit einem ständigen Richter eingeführt, das im ehemaligen Gebäude des Forstamts Staufen I ge­genüber der evangelischen Kirche untergebracht Ist. Das Notariat ist nunmehr im Anwesen von Direktor Lederte untergebracht.

Der vergangene Sonntag brachte regen Verkehr für unsere Stadt. Der Gesangverein Oppienau weilte hier und stattete den Oppenauerinnen, Frau Kronenwirtin

Maier und ihrer Schwester, einen Besuch ab. — In den Nachmittagsstunden traf der Automobilklub Lör­ rach mit den Kriegsbeschädigten des Oberlandes zu einem Besuch ein; die rund 500 Teilnehmer wurden von Bürgermeister Dr. Ulmann namens der Stadtver­waltung mit herzlichen Worten begrüßt. Die Stadt­musik bot in dankenswerter Weise unter Leitung von Emil Risterer einige flotte Weisen. In den Gast­stätten herrschte ein reger Betrieb.

Im gesegneten Alter von über 85 Jahren starb Frau Franziska Wagner geb. Kern. Witwe unseres frühe­ren Desinfektors Egidius Wagner. Unter großer An­teilnahme wurde sie zur letzen Ruhe getragen. — Die silberne Hochzeit feierten Holzhauermeister Franz Wiesler und seine Ehefrau Maria geb. Kraft. Unsere herzlichen Glückwünsche! — Am 29. September be­ging Ehregott Greiner seinen 75. Geburtstag. Am 8. Oktober konnte Frau Maria Kähle ihren 75., Karl Becherer seinen 74. Geburtstag feiern; am 11. Oktober wird Frau Elisabeth Rüttele 74 Jahre alt. Frau Edwin Haselwander, Witwe, beging am 26. September ihren 72. Geburtstag. Allen Genannten unsere aufrichtigsten Wünsche.

Interessante Bauausstellung in Staufen

Die Bausparkasse der deutschen Volksbanken AG, Schwabisch-Hali, veranstaltete ln Zusammenarbeit mit der Volksbank Staufen in den blumengeschmück­ten Räumen der Bank eine interessante Modellaus­stellung. Die geschmackvoll aufgesteUten Modelle und Pläne fanden großes Interesse. Obwohl die Kapital­beschaffung meist noch Schwierigkeiten bereitet, wurde der Wille zum Bauen allgemein festgestellt. Durch sachliche und fachmännische Beratung des Bezirksleiters der Bausparkasse der deutschen Volks­banken AG, Diplomvolkswirt Alfred Waldvogel, Staufen , und des Mitarbeiters der Volksbank Staufen wurden den vielen Besuchern der Ausstellung die Bau- und KauffinanzierungsmögUchkeiten durch den Erwerb eines Bausparvertrages erläutert. Es wurden während der Ausstellung und ln den folgenden Tagen zahlreiche Abschlüsse getätigt.

Hochbetegte gestorben

Im hochgelegenen Dorf Hofsgrund am Schau- insland starb eine der ältesten Frauen des Kreises Freiburg , Frau Theresia Faller, im Alter von 96 Jahren.

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DAS SPEZIAIMITTEI ZUR PFLEGE DER HÄNDE

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