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Seit» 2 — Nummer 126

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Samstag, 21. Oktober 1950

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Wer im Glashause sitzt ...

(Schluß von Seite 1)

Enthüllungen über Monte Cassino

könnte. Ei ist bezeichnend für die Ablichten und die Geiiteihaltung gewisier Joumaliiten, wenn sie durch eine uniaubere Pressebericht­erstattung veriuchen, die Blamage, die die Ver­handlungen des Unteriuchungiaunchusses für gewisse Parteien beraufbeschworen haben, zu verdecken oder abzuichwächen. Aber dai „Ba­dische Tageblatt“ mag beruhigt sein, der stell­vertretende Vorsitzende des. DGB , der CDU - Mann Mathias Bücher, ebenso wie die badischen CDU -Gewerkschatfsfunktionäre werden dar­über wachen, daß die SPD nicht durch die Ge­werkschaften finanziert wird.

Doch sei auch an dieser Stelle und bei dieser Gelegenheit ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der ständige Strom, der nach den Worten dei Herrn Zeugen vor dem Bundestagiauischuß der SPD zufließt, die kargen Beitraggroschen hunderttausender kleiner Werktätiger umfaßt, die aui der Überzeugung heraus, auch für die Vertretung ihrer wirtschaftlichen und kulturel­len Interessen ein materielles Opfer bringen zu müssen, sich ln der Sozialdemokratischen Par­tei zusammengeschlossen haben. Dieser Strom ist freilich so sauber und klar, daß man jeden hineinschauen lassen kann, im Gegensatz zu der unsauberen Quelle, beispielsweise der Erd­ölindustrie, wie sie der Untersuchungsausschuß des Bundestages, nicht zuletzt durch die be­sonderen Bemühungen seiner SPD -Mitglieder, aufgedeckt hat. F. St.

Neuyork. Der amerikanische General Mark Clark macht in einem am Mittwoch er­scheinenden Buch den Befehlshaber des neuseeländischen Korps während des Krieges, Ge­neralleutnant Bernard Freyberg , für die Zerstörung des italienischen Klosters Monte Cassino verantwortlich, nm das 1944 woc hen la n g schwere Kämpfe zwischen deutschen Fallschirm­

jägerverbänden und den Alliierten tobten.

In seinem Buch „Vorausberechnetes Risiko“ (Calculated risk) schreibt Clark , Freyberg und mehrere seiner Stabsoffiziere hätten bei der Ablösung amerikanischer Verbände vor Monte Cassino durch neuseeländische Truppen im Fe­bruar 1944 die Ansicht vertreten, die Kloster­gebäude seien von deutschen Einheiten be­setzt. Das Kloster solle daher durch Luft­angriffe oder Artilleriebeschuß zerstört werden. Die Amerikaner hätten sich dieser Auffassung mit aller Entschiedenheit widersetzt. Der da­malige britische Oberbefehlshaber in Italien , Viscount Alexander, habe sich schließlich für die Forderung Freybergs entschieden. Darauf wurden am 13. Februar über 570 Tonnen Bom­ben auf Monte Cassino abgeworfen, das an­schließend noch von Artillerie beschossen wurde. General Clark stellt fest, daß die Zer­störung des Klosters den Angriff nicht erleich­terte. Die indischen, britischen und neusee­ländischen Angriffsverbände wurden mit schweren Verlusten zurückgeschlagen, per Abt von Monte Cassino habe später eine Erklärung unterzeichnet, daß sich niemals deutsche Sol­daten in dem Kloster, befanden. Diese Fest­

stellung sei später durch unwiderlegliche Be­weise erleichtert worden. '

Der ehemalige Kommandeur . der zweiten neuseeländischen Division. Generalmajor Sir Howard Kippenberger , erklärte in Wellington zu der Darstellung General Clarks, dieser habe sich selbst für einen Angriff mit schweren Bomben auf Monte Cassino ausgesprochen. „General Clark wurde vorgeschlagen, eine leichte Bombe (auf das Kloster) abzuwerfen, um zu zeigen, was bevorsteht, und um den im Kloster Schutz suchenden Zivilisten Gelegen­heit zu geben, Monte Cassino zu verlassen. Ge­ neral Clark machte sich über diesen Vorschlag lustig und sagte, wenn das Kloster zu bom­bardieren sei, müsse das mit schweren Bom­ben geschehen.“ Die an dem Angriff auf Monte Cassino beteiligten Kommandeure hätten sich an eine Anweisung General Eisenhowers ge- gehalten, die lautete: „Wenn wir die Wahl zwischen der Zerstörung eines berühmten Ge­bäudes und der Opferung unserer Soldaten haben, zählt das Leben unserer Männer unend­lich viel mehr, und die Gebäude müssen ver­schwinden.“

Demokratie und Reinemachen/ v°» 1»°,.v,.-„k«<,»

In diesen 7 agen sagte

Cecil Headrlck, der amerikanische Kreis­vertreter in Nürtingen , nach seiner Rückkehr von einem Urlaubsaufenthalt in den Vereinig­ten Staaten: „Amerika zählt auf die deutschen Soldaten. Man steht in den USA auf dem Standpunkt, daß man" nur mit Hilfe Deutsch­lands Europa verteidigen kann“.

Dr. Robert Lehr , der neuernannte Bundes­innenminister: „Es wird eine gute Zusammen­arbeit werden. Dr. Adenauer und ich kennen uns seit Jahrzehnten so genau, daß wir uns nur anzusehen brauchen, um Bescheid zu wissen.“

Dr. Walter Rinke , Vorsitzender der Lands­ mannschaft Schlesien : „Eine Rückwanderung der Ostvertriebenen wird nicht um den Preis eines Krieges erkauft werden.“

Lothar Rößler , Kreisbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege in Lauen­ burg zu der Frage, einen kleinen See bei Ratze­ burg „Spucknapf“ zu benennen, wie die Be­völkerung zu sagen pflegt: „Man muß beden­ken, daß Doktorarbeiten und Aufsätze über die Themen „Molluskenfauna des Spucknapfes“ oder „Die alluvialen Sedimente im Ratzeburger Spucknapf“ auftauchen könnten. Auch zur Fremdenverkehrswerbung ist dieser Name nicht dienlich.“

der Finanzbeamte der Stadt Freu­ denstadt im amtlichen Formular: „Auch in diesem Jahr bleibt Ihnen zu all Ihren sonstigen Nöten der Einwohnersteuerbescheid nicht er­spart. Wir bedauern dies, weil wir Ihnen gerade in der heutigen Zeit viel lieber angenehmere Mitteilungen ins Haus schicken möchten.“

Obwohl man gemeinhin behauptet, daß Geld geruchlos sei, gibt es eine .Geldart, der pene­trante Düfte entströmen: das ist das Be­stechungsgeld.

In der Bundeshauptstadt Bonn riecht es zur Zeit nicht gerade lieblich, und gewissen Krei­sen ist das willkommener Anlaß, der Demo­kratie als solcher etwas am Zeuge zu flicken. Gehört es doch in Deutschland zur Normal­anschauung des Spießbürgers, daß ein demo­kratisches Staatswesen und unaufhörliche Kor­ruptionsskandale identische Begriffe seien, während in autokratisch regierten Staaten der­art peinliche Vorgänge dem Bürger nicht zu Ohren kommen. Aber da liegt ja gerade der Hase im Pfeffer, und was als Anschuldigung gemeint ist, erweist sich in Wirklichkeit als ein starkes Posltivum. In einer wirklich funk­tionierenden Demokratie kann kein förderungs- würdiges Interesse auf die Dauer vergewaltigt, kein Skandal endgültig totgeschwiegen werden. Denn immer wird sich eine Gruppe von Poli­tikern oder auch nur eine unabhängige Per­sönlichkeit finden, die die Alarmglocke in Be­wegung setzen. In Diktaturen dagegen herrscht befohlene Friedhofsruhe. Dort kann Jeder Dreck

in die Ecken gefegt werden, und eine Enthül­lung gibt es erst, wenn die Fundamente des Staatsgebäudes morsch geworden sind und die Stunde der großen Generalabrechnung kommt. Dann aber ist meist schon ein unabsehbarer Schaden angerichtet.

In der Demokratie hingegen sind alle Staub­besen in ständiger Bewegung. Demokratien gleichen einem Hauswesen, in dem eine etwa putzwütige Gattin residiert, die ein fortgesetz­tes Großreinemachen veranstaltet. Man lebt in einem solchen Haushalt vielleicht nicht immer gemütlich, aber garantiert hygienisch. Der Spießbürger vernimmt nur den mißtönigen Krawall, er verkennt und übersieht aber den in seiner Art großartigen und bewundernswer­ten ■ Reinigungswillen, der eben nur in einer Demokratie ungehindert zum Zuge kommen kann.

Möge keiner den Besen, die jetzt in Bonn in Bewegung gesetzt sind, Einhalt gebieten. Auch Prestigeverluste müssen dabei in Kauf genom­men werden, kommt es doch nicht darauf an, daß man das Gesicht, sondern daß man die Sauberkeit wahrt.

Tumult im Spiegel-Ausfcfiuß

Bonn . Im „Spiegel-Ausschuß“ kam es am Donnerstag zu erregten Auseinandersetzungen, die mit dem Abbruch der Verhandlungen endeten.

Der Bayem-Partei-Abgeordnete Dr. Hermann Etzel berichtete über einen Brief, aus dem her­vorgehe, daß Bundesflnanzminister Fritz Schäf­ fer dem Donhauser-Flügel der Bayern -Partei Geld zur Verfügung gestellt habe. Etzel legte die Abschrift eines Briefes des Münchner Kon­suls Dr. Wilhelm Schmidhuber vor, in der einem Bayem-Partei-Funktionär empfohlen wird, an Schäffer heranzutreten, um Gelder für die Festigung seiner Position in den kommen­den Wahlen zu erhalten. Etzel bezeichnete den Bundesflnanzminister als „Groß-Siegelbewah­rer und Hauptkassierer korruptiver Gelder“.

Daraufhin unterbrach der CDU -Abgeordnete Dr. Gerhard Schröder gegen den Protest der SPD -Abgeordneten die Aussage Etzels. Nach kurzer Unterbrechung kam es zu tumultartigen Szenen, als die CDU -Abgeordneten gegen scharfen Protest der SPD neue Aussagen Etzels als nicht zur Sache gehörig ablehnten und Etzel einzelnen Ausschußmitgliedern vorhielt, daß sie zu der gleichen Gruppe gehörten, die von Pferdmenges Geld erhalten habe. Die Ausein­andersetzungen zwischen den Ausschußmitglie­dein endeten mit dem Abbruch der Verhand­lungen.

.Es ftinkt um Minifter Schaffer*

München, Unter der Überschrift „Es stinkt um Minister Schäffer“ veröffentlicht das Or­gan dar Bayernpartei , die „Bayerische Landes­zeitung“ Briefe, die von Geldangeboten des Bundesflnanzmlntsters über Konsul Dr. Wil­helm Schmidhuber an Mitglieder der Bayern­partei sprechen.

In einem Brief des Konsuls Schmidhuber vom 29. September an den Vorsitzenden des Kreiaverbandes Unterfranken der Bayern- Partei , Albert Meyer, Sehwelnfurt, soll der Konsul dem Kreisvorsitzenden „den dringen­den Rat“ gegeben haben, sich „ehmöglichst mit Herrn Minister Schäffer in Verbindung

zu setzen“, um mit ihm über die Finanzierung des kommenden Wahlkamofes zu sprechen. „Selbstverständlich wird Herr Schäffer mit ihnen dann auch alle Einzelheiten über die Entwicklung nach der Wahl durchsprechen wollen.“

Dazu veröffentlicht die „Bayerische Landes­zeitung“ Briefe des Bayernpartei -Vorsitzenden Dr. Josef Baumgartner, in denen dieser Schmidhuber auffordert, „Versuche, Mitglieder der Bayempartei mit Schmiergeldern der CDU/CSU zu gewinnen, einzustellen.“ Ferner bittet Dr. Baumgartner den Bundesflnanz­minister um umgehende Auskunft, ob er

Erregte Indochlna-Debatte

Perle. Nach zum Teil erregter Debatte hat Freitag früh den Indochina -Maßnahmen der Vertrauen ausgesprochen.

Die Abstimmung ging um einen Antrag, der von den Sozialisten, den Volksrepublikanern, den Radikalsozialisten und ihnen nahestehen­den sowie von einigen rechtsstehenden und gemäßigten Abgeordneten unterstützt wurde. Er besagt, daß die Nationalversammlung auf die Fähigkeit der Regierung vertraut, alle notwendigen Schritte zur Hilfe für die fran­ zösischen Truppen ln Indochina zu unter­nehmen.

Vorher waren Versuche der Linksgruppen, Friedensverhandlungen mit den Vletminh- Aufständischen durchzusetzen, zurückgewiesen worden.

Vietnamesischer Ministerpräsident gegen Einmischung

Saigon . Der vietnamesische Ministerpräsi­dent Tran van Huu erklärte zur Lage, er werde sich nicht mit einer Einmischung Frank­ reichs in die Angelegenheiten Vietnams ab­finde n. Er wünsche nicht, daß ihm franzö-

dle französische Nationalversammlung am Regierung mit 349 gegen 218 Stimmen das

»Ische Ratgeber beigegeben werden. Die fran­ zösischen Delegierten bei der Konferenz in Pau seien „Beamte, die daran interessiert sind, ihre Stellungen in In4ochlna zu behalten. Es dürfen nicht junge Leute dafür fallen, daß zum Beispiel ein französischer Ingenieur Hafen­direktor von Saigon werden kann“.

Korea -Kämpfer beim Roten Kreuz nicht bekannt

Bonn . Nach einer Erklärung des Suchdienstes des Deutschen Roten Kreuzes ist dem Inter­nationalen Roten Kreuz in Genf bisher nicht ln einem einzigen Fall bekannt geworden, daß Deutsche in Korea eingesetzt oder gefangen genommen wurden. In den Listen mit Kriegs­gefangenen, die das IRK bisher von beiden kriegführenden Parteien erhalten hat. seien weder europäische noch deutsche Namen auf­getaucht

„Schmidhubers Geldangebote an den Kreta­vorsitzenden der Bayernpartei “ kenne und unterstützen wolle.

Zu dieser Veröffentlichung erklärt Konsul Schmidhuber, daß nach seinem Ausscheiden aus der Bayernpartei verschiedene Kreisvor­sitzende dieser Partei, darunter auch Meyer, direkt oder mittelbar mit der Bitte um finan­zielle Unterstützung an ihn herangetreten seien. Zum Teil hätten diese Bayempartei- Funktionäre auch Gelder oder Bürgschaften erhalten, zum Beispiel anläßlich der Kulm­bacher Nachwahl. Letztmalig habe er im Sep­

tember an Kreisvorsitzende der Bayernpartei Zahlungen oder Bürgschaften geleistet. Nach ihm vorliegenden Informationen,.sagte Schmid­huber, sei der Kreisvorsitzende von Unter­ franken bereit gewesen, mit allen seinen Mit­gliedern bei entsprechender Unterstützung und Wahlflnanzierung einem anti-marxistischen Blöde beizutreten. Das Schreiben mit dem an­geblichen Angebot Schäffers habe er an Meyer aus eigener Initiative auf Grund dessen Be­reitschaftserklärung gerichtet. Dieser Brief, der lediglich eine Empfehlung darstelle, sei mit Finanzminister Schäffer niemals auch nur irgendwie erörtert worden.

Pjöngjang gefallen

Tokio. Die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang ist seit Freitag morgen Im Besitz der UNO-Truppen, Die Stadt wurde ohne den erwarteten starken Widerstand der Nordkoreaner genommen. Nur im Nordwestviertel hielten sich einige Verteidigungsnester hartnäckig, um den Rückzug des Gros der nordkoreanischen Verbände zu decken.

Pjöngjang lag am Donnerstagabend toten­still, als die UNO -Tsuppen durch die Vorstädte in die Innenstadt eindrangen. Vereinzeltes Heckenschützenfeuer bildete den einzigen Feind­widerstand. Nur noch wenige und frisch aus­gebildete nordkoreanische Truppen waren ln Pjöngjang zurückgeblieben. Sie verteidigten sich nur noch in einzelnen Häuserblocks und Straßenzügen. Doch fehlte es ihnen an schwe­ren« Waffen, um den Vormarsch der UNO - Streitkräfte wirksam, aufzuhalten.

Die Stadt weist Im Verhältnis zu Söul nur geringe Zerstörungen auf, scheint aber von den meisten Einwohnern verlassen zu sein. Die süd­lichen Vororte sind von Luftangriffen ver­hältnismäßig stark in Mitleidenschaft gezogen. Als die ersten amerikanischen Truppen durch die Straßen marschierten, kamen einige nord­koreanische Zivilisten mit südkoreanischen Flaggen aus ihren Verstecken hervor. Die Ge­bäude wiesen häufig farbige Porträts von Sta­ lin und Kim Il-sung auf.

Südkoreanische Einheiten sind aus dem Raum von Wonsan nach Nord westen vor­gestoßen und stehen bereits zwölf Kilometer nordostwärts von Pjöngjang , um den in der Stadt zurückgebliebenen Gegnern die Flucht nach Norden abzuschneiden. Der Hauptflug­hafen von Pjöngjang wurde am Donnerstag bereits von amerikanischen Jägern benutzt. An der Nordostküste Ist die südkoreanische „Söul “- ! Division über Hamhung hinaus 25 Kilometer weiter nach Norden bis in den Raum von Tok- hung vorgestoßen. Damit stehen die vordersten südkoreanischen Einheiten etwa 150 Kilometer vor der mandschurischen Grenze und etwa 350 Kilometer vor Sowjetisch-Sibirien.

Pjöngjang 3200 Jahre alt

Vor 3200 Jahren wurde an den Ufern des Taidong-Flusses die an Zeugnissen einer be- jwegten Geschickte reiche Stadt Pjöngjang — die jetzige Hauptstadt des unter den Schlägen der UNO-Truppen zusammenbrechenden kom­ munistischen Nordkoreas — gegründet. Pjöng­ jang ist damit die älteste Stadt Koreas . Es war schon früher lange Zeit Hauptstadt des ganzen Landes. Wie. adle Hauptstädte der Früh­geschichte verdankt es seine Lage den von der Natur gegebenen Verteidigungsmöglichkeiten.

Die Bevölkerungsziffer Pjöngjangs Ist nur schwer abzuschätzen, da es in den vergangenen fünf Jahren und auch während der Zeit der japanischen Besetzung an Statistiken fehlte. Allgemein wird angenommen, daß 400 000 Men­schen die Stadt bewohnen. Dazu kommen wei­tere 200 bis 300 000 Einwohner in den Vorstäd­ten.

Der schiffbare Taidong-Fluß verbindet Pjöngjang mit dem Hafen Tschinnampo, etwa 50 Kilometer südwestlich am Gelben Meer. Große Bedeutung hat Pjöngjang vor allem als Knotenpunkt fast sämtlicher wichtigen Eisen­bahnlinien und Straßen in Nordkorea , die die Stadt mit der Mandschurei und Sibirien ver­binden. Reste alter Wehrmauern mit fünf To­ren sind In Pjöngjang noch heute erhalten. Se­henswert ist auch die fünfstöckige Pagode in der Nähe der Ruinen des buddhistischen Jei- meidschi-Tempels, der einmal Mittelpunkt der buddhistischen Orden Nordkoreas war.

Häufig wurde um die Stadt gekämpft. Im Jahre 1592 eroberte der christlich getaufte Japa­nische General Konischi Pjöngjang, doch wurde er von überlegenen chinesischen Streitkräften.

wieder verdrängt. 1894, als die Japaner in Ko­ rea festen Fuß zu fassen begannen, kam es zwi­schen ihnen und chinesischen Truppen wie­derum in Pjöngjang zu Gefechten.

Verschärfte Sicherung der USA -Häfen

Washington . Präsident Truman ordnete eine Reihe neuer Sicherheitsmaßnahmen an, durch die Angriffe „feindlich gesinnter Mächte“ auf amerikanische Häfen verhindert werden sollen. Truman begründet die neuen Bestimmungen mit der Feststellung, daß die Sicherheit der Vereinigten Staaten dyreh „umstürzlerische Tätigkeit“ gefährdet werden könne. Nach den neuen Sicherheltsbestimmungen haben die Be­amten des Küstenschutzes das Recht, Durch­suchungen in allen Schiffen und Hafenanlagen vorzunehmen und noch mehr als bisher Kon­trollen für die Schiffahrt und den Frachtver­kehr durchzuführen.

In Washington ist man der Ansicht, daß die neuen Bestimmungen vor allem das Einschmug­geln von Atombomben durch Frachtschiffe ver­hindern sollen.

Audi Remilitarisierung des Saarlandes?

Saarbrücken . Auch im Saarland wird zur Zeit lebhaft über die Remilitarisierung gesprochen, insbesondere, nachdem der Hohe Kommissar Gilbert Grandval bei einer internen Feier ln Saarlouis vor kurzem die Saarländer darauf aufmerksam machte, daß es auch für sie not­wendig werden würde, ihren Teil zur Verteidi­gung der westlichen Welt beizutragen.

Die saarländische „Volksstimme“ veröffent­lichte in diesem Zusammenhang eine Entschlie­ßung, die von den Delegierten des sozialdemo­kratischen Parteitages angenommen wurde. Darin wird festgestellt, daß im Saarland auf Grund der Verfassung keine Wehrpflicht oder andere Dienstleistung für den Staat eingeführt werden könne. Für die Sicherheit des Saarlan­des sei Frankreich zuständig. Die Verfassung könne nur dann geändert werden, wenn der endgültige Status des Saarlandes auf inter­nationaler, juristischer Basis geklärt sei. ,Ob eine Volksabstimmung In dieser Frage zu emp­fehlen sei, müsse noch ernstlich geprüft werden.

Hurrikan über Florida Miami

, Florida wurde von dem stärksten Hurrikan der letzten 25 Jahre helmgesucht. Der Sturm, dessen Böen Spitzengeschwindig­keiten bis zu 200 Stundenkilometer erreichten, richtete große Schäden an.

Was macht das Wetter?

Ober West- und Mitteleuropa liegt ein umfang­reiches Hochdruckgebiet, das auch in den nächsten Tagen unser Wetter bestimmen wird.

Wettersuislchten: Fortbestand des Hochdruckwetter- Charakters. Über Niederungen vielfach Nebel, der sich auch tagsüber nicht überall auflöst. Sonst meist heiter, trocken und recht kühle, aber noch frostfreie Nächte. Tagsüber weiterhin mild, besonders in den Höhenlagen

Herausgeber: Sozialistische, Verlag Freiburg o.m b.H. Freiburg I Br., Kelser-Josepb-Straße *2$. Fernruf 2811 Hauptschriftleitung: Alfred Oesterheld Verlagsleitung: E. Bauermeister Druck; Unlversitätadruckeret Poppen 8t Ortmann Freiburg 1. Br

-Des Volk- erscheint: Dienstag. Donnerstag Samstag. Monatsbezugspreis r - DM

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