Samstag, 14. Dezember 1946/Nr. VI

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Sette 5

Nachrichten aus der Badischen Heimat

Aus der Freiburger Sfadlralsifzung

Ernährungslage und Wohnungswesen im Mittelpunkt

Sieben Punkte standen aut der Tagesord­nung der letzten Stadtratssitzung am Dienstag, die in weit kürzerer Zeit hätten erledigt wer­den können, wenn die Kommunisten nicht eine ausgesprochene Debattierlust und einen Über­eifer an neuen Anträgen zu einzelnen Punkten gezeigt hätten. Es ging richtig parlamentarisch zu, aber der Ruhe des Vorsitzenden, Bürger­meister Geilers, war es zu danken, daß trotz­dem alles in friedlichen Bahnen ging.

Zur Emährungslage konnte Dr. Reiner ein­mal erfreuliche Mitteilungen machen über zu erwartende Zuteilungen, wie z. B. gezuckerte und ungezuckerte Nährmittel für Kinder der Gruppe 1 und 2 im Umtausch gegen Brot­marken. über Teigwaren, die bereits unter­wegs sind und über eine zusätzliche Verteilung von einem Pfund Maismehl für alle Verbrau­cher, einem Pfund Weizengrieß für Kinder bis zu 6 Jahren und einem halben Pfund Weizen­grieß für Kinder von 6 <bis 18 Jahren. Auch Frischfische soll es wieder geben und zwar bekommen diesmal Kinder bis zu sechs Jahren nur ein halbes Pfund, alle anderen Verbraucher eineinhalb Pfund pro Kopf, aller­dings nur in Freiburg . Weniger erfreulich steht es um die Butterversorgung die Ration Ist für Dezember auf 250 Gramm herabgesetzt, es ist zu hoffen, daß wir auf Weihnachten noch einen Teil davon bekommen Zur Kartoffel­versorgung bemerkte Stadtrat Dichtel als Lei­ter des Landesernährungsamtes, daß nun gegen säumige Ablieferer zur Herstellung der Staals- auiorität und der Moral mit aller Strenge vor­gegangen würde.

Politisches Wohnungsamt aufgehoben

Zum Punkt 2: Wohnungswesen, entspann Sich eine längere Debatte über die neue An­ordnung zur Erfassung von Wohnungen und gewerblichen Räumen, an der sich die Stadt­räte Dichtel (BCSV), Treffeisen (KP) und Bür­germeister Geiler beteiligten. Die kommu­nistische Fraktion hatte dazu Anträge einge­reicht, die Abänderungen einiger Paragraphen betrafen, obwohl auch sie in der Ausschuß­sitzung mit den anderen Parteien über die Formulierungen einig waren. Die Anträge wurden abgelehnt und die neue Anordnung angenommen, ebenso wurde ein Wohnungs­ausschuß gebildet, dem Fräulein Zeiser und Franz Rohrer (BCSV), August Bank (SP), Fräulein Dr. Teutsch (DP) und Fräulein Diet­rich (KP) angehört. Uber die Aufhebung des poli­tischen Wohnungsamtes wurde arn Schluß, nach Eintreffen des Oberbürgermeisters, be­raten und beschlossen, den Punkt auf die nächste Stadtratssitzung zu vertagen. Auch die Beschlagnahme von Möbeln auf Grund des Reichsleistungsgesetzes gab Anlaß zu einer längeren Aussprache. Ein Antrag der KP, die Meldung aller untergestellten Möbel und Haushaltsgegenstände bei Spediteuren und Hauseigentümern zu verlangen, wurde abge­lehnt, da nach Ausführungen von Stadtober­rechtsrat Dr. Brandei und Bürgermeister Gel­ler das Reichsleistungsgesetz eine genügende Rechtsgrundlage bildet und die neuerrichtete Fürsorgestelle für Bombengeschädigte im Be­nehmen mit dem Wirtschaftsamt und der Stadtverwaltung die erforderlichen Schritte unternehmen kann.

Angenommen wurde auch der Punkt 4: Bil­dung eines Städtetages, wie er nach früherem Vorbild in den anderen Zonen bereits besieht, ln der französischen Zone jedoch auf der Grundlage eines Vereins gegründet werden muß.

In Erinnerung und zur Ehrung des im KZ. Mauthausen verstorbenen Freiburger Sozial­demokraten Stephan Meier, wird die bisherige Bismarckstraße in „Stefan-Meier-Straße“ um­benannt. Der ursprüngliche Antrag hatte die Talstraße vorgesehen, er wurde aber abge­lehnt. weil sich dieser Name einer der Haupt­verkehrsstraßen im Lauf der Zeit doch zu sehr eingebürgert hat

Zum Punkt „Verschiedenes“ konnte Ober­bürgermeister Dr Hoffmann mitteilen, daß der irische Zucker inzwischen eingetroffen ist. Es handelt sich um ein Geschenk Irlands an das Internationale Rote Kreuz für die Stadt Frei­ burg , für das der Oberbürgermeister seinen Dank nach Genf und Irland aussprach.

Grünwälderstraße, im Rahmen einer kleinen Feier statt. Die Öffentlichkeit ist hierzu herz- lichst eingeladen.

Zuzugsstelle Freitags geschlossen

Die Städt. Zuzugsstelle, Adelhauserstraße 33, bleibt mit sofortiger Wirkung jeden Freitag ganztägig für den Publikumsverkehr ge­schlossen.

Tragödie „Luerfece“

Am Donnerstag, 19. 12. 1946, gelangt abends um 9 Uhr die Tragödie „Lucrece“ im Casino zur Aufführung. Das Stück versetzt uns in das römische Altertum und behandelt das Schick­sal einer Frau, die ihrem Manne, der Soldat ist, die eheliche Treue hält und dafür den Tod erleidet

Bogoljubow spielt In Freiburg

Am 16. Dezember, abends 7 Uhr findet im Saale der „Harmonie“, Grünwälderstraße, ein Simultanschachspiel des Schachgroßmeisters Bogoljubow gegen 30 bis 40 der besten Schach­spieler Freiburgs statt. Mitglieder und Gäste herzlichst willkommen.

Meisterprüfungen der Handwerkskammer

Die Spätjahrs-Meisterprüfungen bei der Hand­werkskammer Freiburg i. Br. haben mit Ab­nahme der Meisterprüfung im Bandagisten- Handweili am 23. Oktober 1946 in Freiburg i. Br.

begonnen. Den Meistertitel haben nach bestan­dener Prüfung erworben: Hans Meier aus Frei­ burg 1. Br., Emst Geppert aus Freiburg i. Br.. und Walter Link aus Schutterwald . Es folgt die Prüfungsabnahme in weiteren Handwerken, zu denen sich insgesamt 1200 Prüflinge gemeldet haben.

Tanzabend Signe Geiges

Di« Kunst des Tanzens ist unter allen Künsten die freieste, sublimste, aber auch die flüchtigste. Sie lebt allein im Augenblick, in dem sie sich erfüllt. Ke n Zeichen hält fest, was Ihre Gegenwart entzückte. Darum ist sie. wie keine andere darstellende Kunst, an das Fluidum, die mitreißende Persönlichkeit lures Gestalters gebunden. Die Junge Tänzerin Signe Gei- ges besitzt diesen Zauber einer Gestaltun g ra t, die den Beschauer zu bannen vermag. Eine volle Be­herrschung des Körpers, die nicht zu aufdringlichen Bravourstücken reizte, verband sich mit anmutigen, maßvollen und von feinem rhythmischen Gefühl in­spirierten Bewegungen. Kraftvolle Gesten und ein ausdrucksvolles Mienenspiel verrieten mehr schau­spielerische Begabung

Freilich läßt sich nicht zu Jeder Musik gut tanzen. Das Stück von Liszt etwa, das seine Gefühlsinha'.te in romantischer Harmonik ausdrückt unter völliger Aufweichung des Rhythmus verlangt mehr das aus­deutende Wort als die darstellende Geste. Es ist Ja bezeichnend, daß die Romantik keine große or g nale Tanzkunst hex vorgebracht hat. Mehr noch g ll das von der Musik CyrU Scotts. Sie lebt In aufgelösten harmonischen Bereichen und erfüllt sich im Flim­mern sublimei Farbwerte Der Tanz aber Ist an ein festes rhythmisches Gerüst gebunden. Darum waren die Tänze nach der kraftvoll schreitenden M isik Corellis schön. Die bedeutendste und originellste Lei­stung war zweifellos die Gestaltung Breughe'sch r Typen als .Gestalten dei Todsünden“ in Bewegung und Kostüm wie vom Pinsel des Malers geschaffen. Diese unsterblichen Laster tanzten nach der zünden­den Musik zu Carl Orffs „Caimina Burana“.

Hier zeigte sich, daß der Lebensboden für die Kunst Signe Geiges' die Bühne ist. das Leben spiegelnde Spiel auf den Brettern Die korrekte, wenn auch etwas trockene Klavierbegleitung (Hans Renner ) weckte unmitte'bar den Wunsch nach dem r ■ chen Klang des großen Orchesters. Dr. Hueck.

Rund um den Breisgau

Emmendingen . Um den Einwohnern im Landkreis Emmendingen künftig den zum Teil weiten Weg zur Kreisstadt zu ersparen, hat das Landratsamt Emmendingen wieder Amtstage eingeführt, die in vier Gemeinden des großen Landkreises abgehalten werden. Sie finden am ersten Mittwoch jeden Monats um 8.30 Uhr im Rathaus in Kenzingen , am zweiten Mittwoch jeden Monats um 8.30 Uhr im Rat­haus in Endingen , am dritten Mittwoch um

9 Uhr im Rathaus in Elzach und am vierten Mittwoch jeden Monats um 8.30 Uhr im Rat­haus in Waldkirch statt

Emmendingen . Die Kolpingsfamilie Emmendingen feiert am Sonntag ihr vierzig­jähriges . J.ubiläum. Im Festgottesdienst um

10 Uhr wird der langjährige Präses, Kaplan Schmutz in Freiburg , die Festpredigt halten. Nachmittags 15.30 Uhr findet im „Dreikönig“- Saal die Aufführung des Festspiels „Der Wäch­ter von Minoriten“ von Wilhelm Hünermann statt. Ein Familienabend der gesamten Kol­pingsfamilie mit ihren Angehörigen im „Lö­wen“ wird die Jubiläumsfeier besch'ießen. — Der Kreisversammlungsausschuß des Land­

kreises Emmendingen hielt am Dienstag unter dem Vorsitz des Landrats Freiherr von Glei­chenstein im Sitzungssaal der Landkreisselbst­verwaltung eine Tagung ab. Bezirksbaumeister Senger referierte über die Neuplanung der schwergeschädigten Rheinorte, Kreisobstbau­inspektor Schöne über die Förderung des Obst­baues im Landkreis. Der Leiter der Bertreu- ungsstelle Emmendingen für die Opfer des Nationalsozialismus, Weinstock, gab Aufschluß über Betreuungsangelegenheiten, und der Kreisbeauftragte für Umsiedlung, Hoppner, berichtete über die Vorarbeiten für die Rück­führung der Evakuierten, über die Rückfüh­rung selbst und über die Vorbereitungen, die für die zu erwartenden 6000 Ostflüchtlinge ge­troffen sind. -—-r—-

Horben . Am 16. Dezember feiert Frau Maria Josefa Zimmermann, ihren 86. Geburts­tag. Sachs Kinder, vierzig Enkel und zwanzig Urenkel sind heute ihre Gratulanten.

Pfaffenweiler. Die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Maria Kunz geb. Ritz­mann, beging bei guter Gesundheit ihren 80, Ge­burtstag.

Bück über Bodensee und Hochrhein

Schwedenspende für Freiburg

Die Caritas in Schweden — Carijas Avd. Tvsklandshjälpen, Stockholm — schickte dem Caritasverband in Freiburg zwei Lastzüge mit etwa 18 Tonnen Seefischen. Die Verteilung er­folgte an die Notküchen, Krankenhäuser, Wohl­fahrtsanstalten, Mensa Academica und Kriegs­gefangenenlager. Über die Fischverteilungsstel­len erhielten die Familien, die nachweislich noch krine Winteikartoffeln eingekellert hatten, eine kostenlose Zuteilung. Selbst wenn auch noch nicht sämtliche Bewohner unserer Stadt eine Fischspende erhalten konnten, so ist es doch e ; ne höchst erfreuliche Tatsache, daß die Notrufe aus Freiburg auch in Schweden die hel­fende Liebe für unsere Stadt ausgeiöst haben. Aufrichtigen Dank weiß die Stadt Freiburg der Schwedischen Caritas und dem Carita=h : lfswerk in Lübeck , welch letzteres die großzügige Hilfe aus Schweden ’-ermittelt hat

Ausstellung des Badischen Hilfswerks

Das Badische Hilfswerk hat für Kinder Kriegsgefangener, Vermißter und Gefallener Bekleidung und Spielsachen hergestellt. Eine Ausstellung dieser Gaben findet am Samstag, dem 14. Dezember, 17.30 Uhr La der Harmonie!

Konstanz . Am 3. Dezember trat die zweite Vollversammlung nach dei Wiedererrichtung der Handwerkskammer unter Vorsitz des Präsi­denten Konrad Fischer und in Anwesenheit des Handwerksreferenten Goedeckemeyer vom Badischen Wirtschaftsministerium zusammen. Handwerkskammersyndikus Dr. Franz Schu­mann gab einen kurzen Tätigkeitsbericht. Wei­terhin wurde die Beitragssenkung von 8— auf 6.— Mark festgesetzt. In einer Satzungsände­rung wurde der Gesellenausschuß von 8 auf 12 Mitglieder verstärkt. Nach Erörterung einiger anderer Fragen schloß die Vollversammlung nach fünfstündiger Beratung.

Markdorf . Am 11. Dezember vollendete der seit 1936 hier im Ruhestande lebende Pfarrer Johann Stihl sein 80. Lebensjahr. Ge­bürtig aus Tengen. empfing er am 6. 7. 1892 in St. Peter die hl Priesterweihe. Vor seiner Versetzung nach Bergheim war er lange Jahre als Pfarrer in Altglashütten im Schwarzwaid tätig. Während seiner 19jährigen Amtszeit in Bergheim hat er sich durch viele gute Werke bei der Bevölkerung äußerst beliebt gemacht

Stockgrh. Das Verzeichnis der land- und forstwirtschaftlichen Betriebsunternehmer in der Stadt Stockach für das Jahr 1946 wird neu aufgesteilt

Pfullendorf . Tm Bezirk ist ein Fall spi­naler Kinderlähmung ausgebrochen, der aber im Krankenhaus ausgeheilt werden konnte.

W a 1 d s h u t. Vergangene Woche fand eine Versammlung der BCSV im Kolpinghause statt. Bürgermeister Dietsehe sprach über Arbeit und Aufgaben der Landes Versammlung, der er an­gehört. Kreisvorsitzender Mutter referierte über die Kreisversammlung Den Ausführungen war zu entnehmen daß die Partei alles tut. um der gegenwärtigen Lage auf allen Gebieten Herr zu werden. Vor allem werden zur Erhaltung des Wutöschiuger Werkes alle erforderlichen Schritte unternommen — Vergangene Woche er­freuten Hans und Charlotte Steinke unter dem Motto: „Ich muß euch sagen, es weihnachtst sehr“ die Zuhörerschaft. Die We ! hnachtsl ; eder wurden am Flügel m : t gewohnter Meisterschaft von Frau Münch begleitet.

Schopfheim . In der Geme ; nderatssitzung vom 9. Dezember wurde f Jgeade- besprochen: Die zur Unterbringung von Krieg r bsschä- digten gegen teilweisen Austausch m't we'b- lichen Büropersonal vorgesehenen Maßnahmen werden gutgeheißen und weitere Personalan­

gelegenheiten besprochen und geregelt. Für die alte Stadtkirche wird eine neue Turmuhr mit einer weiteren Glocke für das Schlagwerk be­stellt. Für die Wohnverhältnisse einer kinder­reichen Familie wird Hilfe geschaffen. Die Mög­lichkeit der Einschränkung der Straßenbe­leuchtung wird geprüft. An dem Weg zur Siedlung soll eine weitere Anschlagtafel ange­bracht werden. Die Volksschulturnhalie soll wie­der instand gesetzt werden.

Säckingen. In diesen Tagen ist im Alter von 76 Jahren Geistl. Rat Stadtpfarrei i. R. Lud­wig Herr einem Herzleiden erlegen. Unter star­ker Anteilnahme der Bevölkerung. Schulen, Vereine und Behörden Vertreter wurde er auf dem hiesigen Friedhofe beigesetzt. Der frühere Kaplan des Verstorbenen, Dr. Franz Fischer, würdigte in einer eindrucksvollen Predigt seine fruchtbare Tätigkeit vor allem auf sozial-cari- tativem Gebiete.

Basler Millionenkredit für den Kreis Lörrach

Lörrach. In der letzten Bürgermeister­versammlung konnte der Vorsitzende, Landrat Kraus, die Mitteilung machen, daß der Regie­rungsrat der Stadt Basel einen Kredit von 1,5 Millionen Schweizer Franken dem Stadt- und Landkreis Lörrach zum Einkauf von Nahrungs­mitteln zur Verfügung stellen werde. Die fran­zösische Militärregierung habe zu dieser groß­zügigen Hilfsaktion bereits ihre Einwilligung gegeben.

Wehr. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde über folgendes Beschluß gefaßt: Der Wehrahofsaal soll seinem ursprünglichen Zweck als Konzert- und Festsaal wieder zugeführt werden. Die Brennholzpreise wurden in An­lehnung an die Richtlinien der Forstbehörde neu festgesetzt. — Einige Zuzugsgenehmigungen werden erteilt. — Einem Gesuch um Erlaubnis zur Bürstenherstellung wird entsprochen. — Für Brandfälle werden zwei Lieferwagen der Feuerwehr zur Verfügung gestellt.

Rheinfelde n. In diesen Tagen wurden in Rheinfelden aus einer Shweizerspende Lebens­mittel. Kleider und Schuhe verteilt. Vielen Fa­milien. besonders kinderreichen und alten Leu­ten, konnte so eine weihnachtliche Freude be­reitet werden — In Rheinfelden fand eine Ad- ventsfe’er der evangelischen Kirchenchöre von Grenzach We'l-Rhein und Rhe'nfelden statt. In e>ner überfüllten Kirche wurde ein vollen­detes klassisches Programm der Barockzeit zu Gehör gebracht. Dia Veranstaltung war ein vol­ler Erfolg.

Schwarzwald und Baar

Villingen. Am 4. 12. traten unter Vorsitz des Leiters des Arbeitsamtes die Vertreter der Schulen, der Jugendämter und der caritativen Verbände zur Beratung über ein freiwilliges Hauswirtschaftsjahr der weiblichen Jugend zu­sammen. Der Arbeitsausschuß bemüht sich um Namhaftmachung geeigneter Lehrstellen. Aus­kunft und Vermittlung übernimmt das Arbeits­amt Villingen . — Bugoljubow war unerwarteter Gast der Schachvereinigung Villingen . Er spielte simultan gegen die Schachfreunde auf 13 Brettern Die anschließend von ihm gemachten Belehrungen wurden dankbar aufgenommen.

St. Georgen. Diplom-Ingenieur Johann Weißer wurde Staatskommissar. Er wurde mit dem Kommissariat für Post, Telegraf, Telefon und Eisenbahn betraut. Staatskommissar Wei­ßer ist Kreisvorsitzender der Demokratischen Partet und gehört der Kreis Versammlung an. --- Nach Feststellungen, die durch die Stadtverwal­tung gemacht wurden, betragen die Kriegsver­luste an Gefallenen 176, an Vermißten ebenfalls 176 Männer. 195 St. Georgener befinden sich noch in Kriegsgefangenschaft. — Die Volkszäh­lung vom 29. Otober ergab 5799 Einwohner, davon 2534 männlich und 3265 weiblich.

Neustadt. In der ersten Tagung des Kreis- versammlungsausschusses des Landkreises Neu­stadt. die unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Schuhwerk-St. Blasien stattfand, interes­siert der Beschluß, für minderbemittelte begabte Schüler aus Kreismittein Zuschüsse zum Stu­dium zu gewähren. — In der letzten Gemeinde­ratssitzung wurde der Voranschlag des Kranken­hausfonds einstimmig angenommen. Weiter stimmte der Gemeinderat dem Vorschlag des Gaststätten- und Beherbungsgewerbes, die Ge­tränkesteuer in Form einer Pauschale zu er­heben, zu. Änderungen im Grundstücksverkehr kann in Zukunft im Einvernehmen mit dem Ortsbeauftragten nur der Gemeinderat geneh­migen. Die Maßnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäfers, der auch im Neustädter Wald größere Flächen befallen hat, wurden besprochen. Sie sollen auf der Grundlage der Freiwilligkeit durchgeführt werden.

Schonach . In der Morgenfrühe des 3. De­zember brach im Anwesen des Landwirts Ri­chard Kienzier ein Brand aus, dem der größte Teil des Anwesens zum Opfer fiel. Der Ge­bäudeschaden beläuft sich auf 7000 Mark, der Fahrnisschaden auf 5000 Mark. Der Brand brach in einem angebauten Schuppen aus. Man ver­mutet Brandstiftung .

Bräunlingen . Infolge einer Kesselexplo­sion ln der Bräunlinger Seidenweberei haben sich mehrere tausend Liter Schwefelsäure in die Breg und anschließend in die Donau unter­halb Donaueschingen ergossen. Wie wir dazu von Fischereisachverständigen erfahren, war im Anschluß an die Explosion der gesamte Fisch- bestand in der Breg bis zum Zusammenfluß mit der Brigach in kurzer Zeit total vernichtet. Das Fischsterben setzte sich in etwas geringerem Umfang in der Donau bis Pfohren fort. Der ent­standene Schaden ist sehr hoch da auf Jahre hinaus diese Gewässer keinen Fischertrag mehr bringen werden.

Die Orfenau meldet

Lahr . Während andere Städte seit Jahren die Lebensmittelkarten durch d e Bevölkerung abholen ließen, ersparte die Stadt Lahr seither als einzige der französisch besetzten Zone ihren Bewohnern diesen zeitraubenden Gang Die Le­bensmittelkarten wurden durch ehrenamtliche Helfer den Hausnaltungen zugeslellt. Diese Re­gelung konnte nient weiter beibehalten werden. Die Lebensmittelkarten werden in Zukunft, um das Schlaneestehen zu vermeiden. an drei Stellen der Stadt, sowie gesondert in Lahr - Dingl'ngen zur Ausgabe kommen. Näheres wird durch Plakate bekannt gegeben. — Wie Ober­bürgermeister Dr Waelüin bekannt aab, ist cs der Stadt Lahr gelungen, aus dem Kreise Vil­ lingen Saatkartoffeln gegen Futterkartoffein und Rüben zu tauschen. Bekanntlich ist die schlechte Lahrer Kartoffelernte dieses Jahr be­sonders auf mangelhaftes Saatgut zurückzu­führen.

Offenburg . Im Komhaus findet zur Zeit eine Weihnachtsausstellung der Ortenauer Künstler statt, die an Gemälden, Radierungen, Keramiken und Erzeugnissen des Kunsthand­werks den vielen Besuchern Gelegenheit gibt, künstlerische Weihnachtsgeschenke von dauern­dem Wert zu erstehen. — Der Gesellschafter von Photo-Grimm, Hetr Walter Grimm, bestand die Meisterprüfung im Photogewerbe mit gutem Erfolg.

A c h e r n. Eine Verfügung des Badischen Finanzministeriums gibt die Eröffnung des Finanzamtes Achern bekannt. Sprechstunden sind Dienstag und Donnerstagvor- und -nach­mittags.

Bühl . Ein neues Zugpaar ist auf der Strecke Bühl—Lichtenau eingelegt worden Statt dessen verkehrt der Zug nach Auenheim nur noch bis Freistett. Dafür soll zwischen Freistett und Auenheim ein Triebwagen eingesetzt werden. Der Anschluß an die Hauptstrecke in Appen­ weier ist damit sichergestellt.

Gaggenau . Vergangene Woche wurde Direktor Hubert Schulteis von einer großen Trauergomeinde zur letzten Ruhe auf den Wald­friedhof geleitet. Vierzig Jahre hatte er dem Werke der Daimler-Benz A G. in Gaggenau treu gedient. In zahlre : chen Ansprachen am offenen Grabe wurden seine hohen Verdienste, d e er sich um das Werk, die Gemeinde und die Kirche erworben hatte, eingehend gewürdigt