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Achtzehn Lahr (La)

i TeHauscaben* Lanäesauambe (L) Baden-Baden (B-B), Bühl (Btt), Donauesdüngen (D), Freiburg -Stadt (FS), Freiburg -Land (FL), Hanauerland (H), Karlsruhe (K), Konstanz -Stadt (KS), Konstanz -Land (KL), , Lörrach (Lö ), Murgtal (M),Offenburg (O), Pforzheim (P), Bastatt (R), Überlingen -Stodtach (Ü), Waldshut (W). — Redaktion: Freifcurg, Tettnenbacherstr. 4 (Tel. 27*4) und Rastatt/Bad ., Kaiserstr. 40/42 (Tel. 2703)

2. Jahrgang Samstag, den 31. Mai 1947 L Nummer 43

Badischer Landtag zusammengetreten

/eierliche Er Öffnung ira Kaufhaus zu Frsfburg — Df. Person zum Präsidenten gewählt — Schlußsitzung der Beratenden Landesversammlung

Freiburg. Im festlich geschmückten Saal des „Kaufhauses“ ist am 29. Mai 1947 der erste Badische Landtag zusammengetreten. Auf dem Domplatz hatten Abteilungen der französi­ schen Gendarmerie und deutschen Polizei Aufstellung genommen, als der Chef der Mi­litärregierung, Gouverneur Pene, eintraf. Er wurde vom Alterspräsidenten des neuen Landtages, Otto Vielhauer , begrüßt und mit seiner Umgebung unter dem Läuten der Kir­chenglocken in den Sitzungssaal geleitet In seiner Begrüßungsansprache sagte Alters­präsident Vielhauer, er verbinde mit seinem Willkommensgruß Dank, Hoffnung und Bitte. Dank, weil die Verfassung auch die Zustim­mung der Militärregierung gefunden hat und nur dadurch die Wahl einer richtigen Volks­vertretung möglich geworden sei. Im alleini­gen Auftrag des badischen Volkes und in alleiniger Verantwortung werde der neue Landtag weitgehende und tiefeinschneidende Maßnahmen zu ergreifen haben. Durch ihre Anwesenheit bei der Eröffnungssitzung habe die Militärregierung ihr großes Interesse für den Aufbau des demokratischen Volks­staates bekundet. Die Hoffnung sei, daß es in ehrlichem Bemühen gelingen werde,, einen Staat der Ordnung, Sicherheit, der Freiheit und des Rechts aufzubauen und dadurch nicht nur das Vertrauen des Volkes zu rechtfertigen, sondern auch die Zustimmung der Militär­regierung' zu finden. Das aber sei Voraus­setzung für die Bitte, weitere Freiheit zu er­halten, wenn durch die Tat bewiesen sei, daß das Vertrauen des Volkes und der Mili­tärregierung gerechtfertigt gewesen sei. Der Alterspräsident schloß seine Ansprache mit den Worten: „Haben Sie Dank, Herr Gouver­neur. Lassen Sie unsere Hoffnung nicht zu­schanden werden, erfüllen Sie unsere Bitte:“ Gouverneur" Pene antwortete mit .folgenden Worten: „Meine Damen, meine Herren! Am 22. November 1946 hatte ich die Ehre, die Be­ratende Versammlung des Landes Baden in ihr Amt einzuführen. Seitdem wurde am 18. Mai 1947 mit der Annahme der Verfas­sung durch das badische Volk und die Wahl seiner Abgeordneten im allgemeinen Wahl­recht ein weiterer Abschnitt auf dem Weg zu

Berlin . Nachdem der amerikanische Militär- gouvemeur für Deutschland , General Lucius D. Clav, und der britische stellvertretende Mi­litärgouverneur, Generalleutnant Sir Brian Robertson, am 23. Mai in der Diskussion über die Kompetenzen und die Zusammensetzung des für die anglo-amerikanische Zone vorge­sehenen Wirtschaftsrates Fortschritte erzielen konnten, wurde jetzt ein angekündigtes Com- munique veröffentlicht, das folgenden Wort­laut hat:

„Die Militärregierungen Großbritanniens und der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland haben beschlossen, einen Wirt­schaftsrat einzusetzen, der aus Vertretern der einzelnen Länder ihrer Besatzungszonen ge­bildet werden wird. Diese Vertreter sind durch die Parlamente der einzelnen Länder zu wäh­len. Aufgabe des Wirtschaftsrates ist es, den Militärregierungen Vorschläge für die Durch­führung einer einheitlichen Politik wirtschaft­lichen Wiederaufbaues zur Billigung vorzu­legen.

Die beiden Zonen werden in dieser Bezie­hung als zusammenhängendes Wirtschaftsge­biet behandelt. Außerdem hat der bizonale Wirtschaftsrat den Militärregierungen zur Be­willigung entsprechende Richtlinien vorzule­gen, die mit den Grundsätzen übereinstim­men, die in den Potsdamer Beschlüssen nieder­gelegt sind.

Die z,Z. arbeitenden bizonalen Wirtschafts ämter "üben ihre Tätigkeit von nun an unter der Autorität amtierender Direktoren mit Exe kutivgewalt in Übereinstimmung mit der Richtlinien des Wirtschaftrats aus. Neben den' Wirtschaftsrat wird noch ein Exekutiv -Aus schuß gebildet. Dieser setzt sich aus Vertre­tern der verschiedenen Länder zusammen denen die Aufgabe obliegt, die laufenden Ge­schäfte der bizonalen Wirtschaftsämter ir Übereinstimmung mit den Anweisungen des Wirtschaftsrats zu koordinieren und zu kon­trollieren. Sämtliche Vorschläge des Wirt­schaftsrates sind zunächst den Milijärgouver neuren Großbritanniens und der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland zur Bil­ligung vorzulegen.

In Übereinstimmung .mit dem Grundsatz der Dezentralisierung der deutschen Verwaltung

Ihrer Freiheit und zur Demokratie erreicht. Die hier anwesende Versammlung ist nicht mehr wie die vorhergehende eine Schöpfung der Militärregierung; sie geht direkt vom ba­dischen Volk aus, welches frei über die Form seiner Einrichtungen befragt wurde. Dem Alterspräsidenten der Abgeordneten wird diei Ehre zuteil, diese Versammlung in ihr Amt einzusetzen. Die feierliche Einführung des Badischen Landtages hat neben ihrer poli­tischen Bedeutung symbolischen Wert. Sie unterstreicht den Neuaufbau der durch den Krieg angehäuften Trümmer. Sie bestätigt den Wiederaufbauwillen, von dem Ihr Volk beseelt ist.

Der zu beschreitende Weg ist lang und schwierig. Zahlreiche Hindernisse werden auf- treten; aber von Ihnen geführt — davon bin ich überzeugt — wird das badische Volk mit' Mut und Ausdauer sie zu bewältigen wissen und so das Vertrauen der freien Nationen ge­winnen. Es kann auf diesem Weg zur Freiheit auf volle Unterstützung Frankreichs rechnen.“

Nach der Übersetzung dieser Ansprache ver­abschiedete sich der hohe Gast von Alters­präsident Vielhauer und verließ mit seiner Begleitung den Sitzungssaal.

Der Alterspräsident begrüßte dann die wei­teren Ehrengäste und fand besondere Worte für die Vertreter der Kirchen. „Staat und Kir­chen, geistliche und weltliche Dinge“, so sagte er, gehören zusammen und müßten zur Über­windung der großen Nöten Zusammenwirken. Wir wollten uns redlich bemühen, das Tren­nende zurückzustellen und das Einigende zu betonen.“ Dann dankte Alterspräsident VieJ- hauer der bisherigen Regierung und allen an­deren Behörden für ihre Arbeit. Baden erin­nere sich mit Stolz daran, daß es einmal das „Musterländle“ gewesen sei und wolle es auch, wieder werden. Was an äußeren Werten fehle, solle durch innere ausgeglichen werden: Güte der Leistungen und Yorbildlichkeit für die übrigen deutschen Länder. Uber allem Be­mühen um badisches Volk und Land aber dürfe das. Größere nicht vergessen werden: das gemeinsame Vaterland.

Aus den Händen des Abgeordneten Dr. Eckert (BCSV.) übernahm der Alterspräsident als-

sollen bei der Ausführung der Anweisungen und der Erlasse, die von den bizonalen Wirt­schaftsämtern herausgegeben werden, in mög­lichst großem Umfang die Länderregierungen herangezogen werden.

Die Regierungen Großbritanniens und der Vereinigten Staaten von Amerika hoffen, daß die anderen Besatzungsmächte ihrer Einla­dung, sich der wirtschaftlichen Zusammenar­beit anzuschließen, Folge leisten werden.“

Von britischer Seite war Wert darauf ge­legt worden, daß der Rat, der nun eingesetzt ist, möglichst viele Mitglieder umfassen sollte, während die Amerikaner eine Körperschaft kleineren Umfanges bevorzugten.

München . Der bayerische Ministerpräsident Dr. Hans Ehard erklärte in der 16. Sitzung des Bayerischen Landtages , er habe die Mit­teilung erhalten, daß die Regierungschefs der französischen Besatzungszone ihre Zusage zu der Ministerpräsidentenkonferenz am 6. und 7. Juni gegeben haben. Dagegen konnte die schleswig-holsteinische Landesregierung bis­her noch keine bindende Zusage zur Teil­nahme an dieser Konferenz geben, da sich der bayerische Ministerpräsident noch nicht dazu geäußert hat, ob die Frage des Flücht­lingsausgleiches, die Schleswig-Holstein auf der Tagesordnung sehen will, in der Kon­ferenz behandelt wird

Die fünf Ministerpräsidenten der sowjeti- ;chen Besatzungszone haben Dr. Ehard tele­graphisch mitgeteilt, er solle erstens noch­mals ernstlich den Gedanken prüfen, die vor­gesehene Ministerpräsidentenkonferenz unter Einbeziehung von Partei- und Gewerkschafts­vertretern einzuberufen, zweitens in den Mit­telpunkt der Tagesordnung die Schaffung der wirtschaftlichen und politischen Einheit Deutschlands zu stellen und drittens in An­betracht des gesamtdeutschen Interesses den Tagungsort nach Berlin zu verlegen.

In dem Telegramm wird auf die Bespre­chung zwischen Dr. Ehard und Dr. Friedrichs in Hof Bezug genommen und erklärt, daß Dr. Ehard dem' Vorschlag, die Beratungen

dann eine kunstvoll gearbeitete Urne, das Ge­meinschaftswerk von Meister, Geselle und •Lehrling für die Abstimmung des künftigen Landtags, Mit diesem Geschenk wollte das badische Handwerk seinen Willen zur Mit­arbeit am demokratischen Aufbau beweisen.

Nach diesen Feierlichkeiten schritt das Haus zur Wahl seines Präsidenten, die vorschrifts­gemäß geheim sein muß. Der Landtag ent­schied sich mit überwältigender Mehrheit für die Wiederberufung des Abgeordneten Dr. Person (BCSV.).

Landtagspräsident Dr. Person dankte für das bewiesene Vertrauen und umriß in einer kurzen Rede die Aufgaben und Befugnisse des neuen Parlaments, die wesentlich größer und weitergehend seien, als ' die der Beratenden Landesversammlung. Zu Vizepräsidenten wur-

Freiburg , den 29. Mai 1947.

h.l.m. Heute ist in Freiburg der neugewählte badische Landtag, zu seiner ersten Sitzung zu­sammengetreten. Die feierliche Auszeichnung des Tages durch Bcfiaggung und Glockenge­läut hat seine Denkwürdigkeit sinnfällig ge­macht. Sie ist für jeden politisch Mündigen darin begründet, daß mit dem ersten Zusam­mentritt des Landtags, dessen Mitglieder nicht berufen, sondern auf dem Fundament der vom Volke bejahten Verfassung in freier Wahl als .Vertreter des ganzen Volkes“ (wie es in der Verfassung heißt) gewählt worden sind, die demokratische Selbstverwaltung des Landes begonnen hat Denkwürdig ist dieser Anfang der- f reien Verwirklichung unseres demokra­tischen Eigenlebens auch in einem geschicht­lichen Betracht, denn dieser Landtag stellt über das Jahrzwölft politischer Rechtlosigkeit hinweg die Verbindung mit der demokrati­schen Tradition des badischen Landes her, die nicht erst seit dem Jahre 1918, sondern auch im Rahmen der konstitutionellen Monarchie sich hohe Geltung, eine vielberufene und oft beneidete Beispielhaftigkeit und damit auch die sichere Verwurzelung in der Achtung des Volkes verschafft hat.

Das war den Männern — und später, freilich unter anderen Vorzeichen, auch den Frauen — zu verdanken, die „nur ihrem Gewissen un­terworfen und an Aufträge nicht gebunden“ (wie jetzt wieder die neue Verfassung die innere Freiheit des Abgeordneten umschreibt) die Rechte des Volkes vertreten. Es soll in dieser Stunde, wo es gilt, die ohne Zweifel als wesenhaft demokratisch zu bezeichnende politische Grundveranlagung des badischen Volkes zu neuer Aktivität aufzurufen, nicht untersucht werden, wie es kam, daß diese politische Kemsubstanz, wenn auch nach er­heblichem Widerstand, schließlich von der nationalsozialistischen 'Ideologie vergiftet und in ihrer politischen Virulität aufgelöst wurde. Wichtiger dünkt uns, den Blick der soeben zum Landtag zusammengetretenen Abgeord­neten auf das verpflichtende Erbe der badi-

dieser gesamtdeutschen Fragen auf breitester demokratischer Grundlage abzuhalten, zuge­stimmt habe. Eine Konferenz, an der aus­schließlich Ländervertreter teilnehmen dürfen, trage Gefahren des Partikularismüs in sich.

CDU -SPD -Verhandlungen über nationale Repräsentation gescheitert Hannover . Vertreter der CDU -CSU. und der SPD. hielten hier Besprechungen über die Frage einer nationalen Repräsentation ab. An den Besprechungen nahmen als Vertreter der CDU -CSU . Jakob Kaiser und Emst Lemmet aus Berlin . Dr. Holzapfel aüs Erfurt und Dr. Josef Müller aus München teil. Die SPD . war durch Kurt Schumacher , Erich Ollenhauer und Fritz Heine vertreten. Der Vorstand der SPD erklärte hierzu, daß der Idee einer nationalen Repräsentation des gesamten deutschen Vol­kes durch die politischen Parteien zur Zeit noch unüberwindliche Hindernisse gegenüber­stünden. In der Erklärung der CDU . heißt es daß die Verhandlungen in Hannover zu kei­nem Ergebnis geführt haben, da Dr. Schu­macher u. a. unter Berufung auf einen Be­schluß seiner Parteiinstanzen zum Ausdruck gebracht habe, daß sich die SPD . erst dann be­teiligen könne, wenn sie gemäß der ihr zu­kommenden Stärke in allen Teilen Deutsch­ lands zur Geltung kommen könne.

den die Abgeordneten. Geiler (SP.) und Viel- hauer (DP.) gewählt, zu Schriftführern die Abgeordneten Dr. Kist (BCSV.), Reinhard (SP.) und Frau Teutsch (DP.).

Eine äußerst lebhafte Debatte entwickelte sich, als der Abgeordnete Eckert (KP.) gegen den Antrag der BCSV. protestierte und die Zahl der Ausschußmitglieder von 11 auf 7 her­abgesetzt haben wollte. Es entspann sich eine längere Diskussion, in deren Verlauf der Ab­geordnete Eckert den Antrag stellte, den Ge­schäftsordnungsausschuß mit 10 Mitgliedern zu besetzen. In einer längeren Sitzungspause berieten die Parteien noch einmal. Nach Wie­deraufnahme der Sitzung stellte Abgeordneter Hoffmann (BCSV.) fest, daß für seine Fraktion keine Veranlassung bestände, die bisherigen (Fortsetzung auf Seite 2)

sehen Demokratie, deren Träger und deren trotz aller Verschiedenheit der politischen An­schauungen und Bekenntnisse gemeinsame Leistung als Landtag zu lenken. Dabei muß man es als glücklichen Vorzug preise«, daß in diesem neuen Landtag eine ganze Reihe von Männern sitzen, die noch die alten badischen Landtags Sessionen im Karlsruher „Rondell“ wenigstens als „politische Studenten“ erlebt haben, ja vielleicht aus diesem Erlebnis ent­scheidende politischelmpulse empfangen haben Gewiß gab es damals, d. h. im alten Bundes­staat Baden, größere und selbständigere poli­tische Gelange. Aber der (Gegenstand allein macht nicht den Redner, bestimmt nicht die Höhe und Weite der politischen Sicht, und wir erinnern!' uns noch sehr lebhaft, daß es auch damals weniger bedeutsame Beratungsgegen­stände und Vorlagen gegeben hat, ohne daß dadurch das geistige Niveau der Aussprache sich auch nur im mindesten gesenkt hätte Man braucht nur einige Namen zu nennen, um sich dieses Niveau zu .vergegenwärtigen, so etwa vom Zentrum die Abgeordneten Wacker Lender, Foerderer, Zehnter, neben denen sich der heutige württembergisch-badische Finanz­minister Dr. Köhler die ersten Sporen ver­diente, von den Sozialdemokraten Ludwig Frank , Adolf Geck und Kolb, und von den Demokraten Dr. Heuser, die sich unter dem Präsidium des Heidelberger Stadtschulrats Rohrhurst (mit dem feinen Nietzsche -Profil) Debatten von durchdringender und leiden­schaftlich erarbeiteter Kenntnis der Materie wie von geschliffener Rhetorik lieferten. In der Zeit der Weimarer Republik war gewiß einige Senkung des Niveaus in Gestalt eines Verlustes an Persönlichkeitswert und an poli­tischer Profilierung nicht zu verkennen. Trotz­dem wiesen die Landtage jener Jahre mar- kannte Protagonisten vom Range eines Dr. Schofer, eines Dr Wirth und eines Dr. Köh­ler auf den Zentrumsbänken oder eines Adarr Remmele und Ludwig Metrum bei den Sozial­demokraten auf, mit denen vom Regierungs­tisch her der Demokrat Dr. Hellpach die Klinge kreuzte. Damit ist eigentlich schon ein Einwand erledigt, der erhoben wird: daß die Verhältnis­wahl politische Köpfe von der eigenwilligen Prägung der eben genannten aus den Reihen der Abgeordneten verbanne und die Volks­vertreter ins Unpersönliche nivelliere.

Die Gefahr, die von dieser Seite dreht, isri nicht zu leugnen. Aber ist es nicht an dem, daß diese Gefahr nicht allein von den Parteien, sondern in erster Linie von den Abgeordneten selbst gebannt werden kann? Wenn unter ihnen über die Fraktionsschranken hinweg die eine große und, fast möchte man sagen: selbstver­ständliche Gemeinsamkeit des entschlossenen Willens aufgerichtet wird, sich unter gar kei­nen Umständen zur „Gesetzgebungsmaschine“ erniedrigen zu lassen und jeder Frage und Vorlage mit der äußersten Sachlichkeit und der möglichsten Sachkenntnis, die sich gewin­nen läßt, zu Leibe zu gehen — dann ist schon sehr viel gewonnen. Dann wird sich bald jene Atmosphäre unbedingter Sachlichkeit, des ob­jektivsten, wenn auch sachlich schärfsten Für und Wider der Meinungen und der von sich selbst wie vom Meinungsgegner das Letzte an klar fundierter Argumentation fordernden Konzentration der Debatte herausbilden die von selbst jegliches „Zum-Fenster-hinaus“- Reden lächerlich empfindet Indem jeder ein­zelne Abgeordnete, ..nur seinem Gewissen un­terworfen“, innerhalb seiner Fraktion wie im Plenum an seinen Diskussionspartner Forde­rungen strenger Sachlichkeit ünd geistiger Ver­tiefung der Materie stellt, kann er einerseits das Gebot der Verfassung, ..Vertreter des gan­zen Volkes“ zu sein, voll erfüllen und jener Steigerung des geistigen Gesamtniveaus die-

Wirtschaftseinheit dei anglo-amerikanischen Zone

Einheitliche Politik des wirtschaftlichen Wiederaufbaues durch einen Wirtschaftsrat

München oder Berlin ?

Regierungschefs der französischen Zone gaben ihre Zusage nach München

„Vertreter des ganzen Volkes"