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Seid hilfsbereit zu Jeder Zeit! JSuuhsatec Mtedei

Der Bruchsaler Ortsverein vom Roten Kreuz eröffnet« am Samstag den Reigen der dies-' I ä v- vlgen weihnachtlichen Vereinsfestlichkeiten mit einer Winterfeier im „Prinz Max“. Eine' reichhaltige Vortragsfolge mit Musik und Ge­sang, mit tänzerischen und humoristischen Darbietungen brachte Unterhaltung und Ab­wechslung. Der Vorsitzende des Ortsvereins, Studienrat Purrmann, entbot den zahlreichen Gästen herzlichen Gruß und Willkomm. Der Grundsatz des Roten Kreuzes „Seid hilfsbereit zu jeder Zeit“ fasse in breiten Schichten des Volkes wieder Wurzel. Den aktiven Mitglie­dern dankte Purrmann herzlich für ihren tat­kräftigen Einsatz.

Im Mittelpunkt der Feier stand die Ehrung verdienter Mitglieder, die Medizinalrat Dr. Schmach in der ihm eigenen humorvollen Art mit lebhafter Freude vomahm. Von dem mühseligen Aufbau nach dem ersten und nach dem zweiten Weltkrieg sprach Dr. Schmich. Nur eines sei dem Roten Kreuz geblieben, die Treue der Mitglieder, die allen Widerwärtig­keiten zum Trotz treu und unverzagt ausge­harrt hätten. Die Jungen sollten Sich an den Alten ein Vorbild nehmen und in ihren Fuß­tapfen wandeln! An die Behörden appellierte der Redner, das Rote Kreuz besser als bisher zu unterstützen.

67 Mitglieder des Ortsvereins ehrte Dr. Schmich durch Verleihung von Urkunden und Uebergafoe von Ehrennadeln. Für 50 Jahre Johann Gopfrich und Franz Kling. Für 40’ Jahre Frl. Maria Spieglet, Josef Fröhlich und Peter Kropp. Für 25 Jahre: Dr. Hanna Rich­ter, Wanda Friederich, Franziska Eck, Elfriede Gantner, Frieda BilUnger, Maria Messner, Johanna Staudt, Karl Hoffmann, Max Schwa­niger, Paul Ihle, Karl Ziebold, Karl Brenner , Karl Köhler, Willi Jung, Emst Batschauer, Adolf Mayer und Georg Purrmann. Für 20 Jahre: Heinrich Brüekel, Otto Joos, Anton Krioch, Josef Staechelin, August Walitsch,

Winterfeier des Roten Kreuzes mit Ehrung verdienter Mitglieder!

Karl Heck, Ludwig Weidemann und Anton Melitta Krätzel, die Musikkapelle Bachmann Schmiedle Für - 10 Jahre: Else Ammann, und der Humorist Erich Dörr.

Maria Duttenhöfer, Luise Wahl, Elisabeth Zum Schönsten und Besten gehörten ohne.

Abele .Barbara Bauer , Erika Barth, Maria Baumeister, Gretel Brüstle, Ottilie Einsmann, Gertrud Köhler, Anna Gabriel, Maria Eßwein, Olga Heise, Mina Henmnger, Gretel Herr­mann, Elfriede Höfle, Leni Joos, Maria Klau- ser, Monika Krug, Johanna Lanz, Liesel Mös- singer, Isolde Platz-Balik, Mathilde Schlenker, Liesel Treffinger, Elisabeth Weber, Elisabeth Wohlfahrt, Caecilie. Werle, Dr. Lupp, Robert Wurst, Hermann Arnold, Wilhelm Nassner, Franz Konrad, Emil Hiller, Josef Veit, Wil­helm Holdermann, Josef Doll und Otto Ihle.

Die Generalsekretärin des " Landesvereins vom Roten Kreuz, Frau “Grimm-Karlsruhe,' ehrte Medizinalrat Dr. Schmich für 30jährige unermüdliche Tätigkeit.

Den unterhaltenden Teil des Abends be­stritten Frl. Anneliese Gehring (Sopran), Willi Klein (Tenoor), der Bäckergesangverein „Froh­sinn“ unter Hauptlehrer Eck, die Tanzgruppe

Zweifel die Lieder von Frl. Gehring und Herrn Klein. Ein köstlicher Genuß Frl. Geh­rings Schwalbenlied und die Serenade, mit be­seelter Innigkeit vorgetragen! Willi Klein er­freute in der gewohnten Routine sein Publi­kum mit Schuberts „Ave Maria “, mit Nico Dostals „Heimatland“ aus „Monika“, dem Chianti Lied, mit „Gern hab’ ich die Frauen geküßt!“ als stürmisch verlangte Dreingabe.

Der Bäckergesangvereiri wartete mit vier Liedern auf: „Sonntag ist’s“ von Pracht, den „Heimatglocken“ von Sonnet und den Volks­liedern „Beim Holderstrauch“ und—„O wie herbe ist das Scheiden“. Die Kindergruppe der Tanzschule Metilitta Krätzel tanzte mit- Eleganz u. a. eine Gavotte, einen Walzer, einen- Spitzentanz und die „Petersburger Schlitten-, fahrt“.

Alles in allem, Ein Abend, der viele Freude schenkte und jedem Teilnehmer etwas brachte.

Sdiwarz und rol großer Modesdiläqer

Mannequinstudio Karlsruhe weckt Weihnachtswünsche

Wieder einmal verstand es die Damenwelt, sich in den Mittelpunkt des Bruchsaler „Welt­geschehens“ zu rücken. Und auf welchem Ge­biet sind die Frauen unübertrefflicher und heimischer als im Reich der Modeköndgin?. So luden fast ein Dutzend hübscher Mode­prinzessinnen aus dem Studio Karlsruhe mit ihrer „Mannequinmutter“, Frau Lili Berens, die Bruchsaler Oeffentlichkeit in das Europa - Kaffee.

Es ist schwer zu entscheiden, ob der reiche Beifall den Mannequins oder ihren Modellen galt. Jedenfalls war es eine Freude, wie die Manneqins mit natürlichem Charme die reiz-

Vor dem Brudtsaler Sfrafridiler

Unter der Anklage des Betrugs — Ein Freispruch des Gerichts

Wegen Betrug saßen K. und B. vor dem Strafricher. K. betrieb _qaj,t., März .1947.. ein, eigenes Baugeschäft. Infolge der Währungs­reform ging der Betrieb zurück. Ein lockendes Angebot veranlaßte K„ seine Maschinen in Köln zu verfrachten. B. wurde durch das Treu­handbüro beauftragt, ebenfalls mit nach Köln zu reisen, um die Büroarbeiten zu verrichten und de* Betrieb zu überwachen.

Ende November war es schließlich soweit ge­kommen, daß die Firma nicht mehr zahlungs­fähig war und Konkurs anmelden wollte. Die Bauherrin D. in Köln habe aber darauf ge­drängt, daß ein bestimmter Teil der Bau­arbeiten abgeschlossen werden sollte und soll sich bereiterklärt haben, die Arbeitslöhne vor­zustrecken. Vier Tage später habe sie aber ihr an B. gegebene Zusage zurückgezogen und kurzerhand erklärt, daß sie keine Löhne be­zahle. Heute bestreitet jedoch die Firma, je­mals das Angebot auf Lohnzahlung gemacht zu haben.

Daraufhin ließ B. sofoij die Arbeiten ein­stellen. Die Arbeiter aber konnten nicht ent­lohnt werden.

Die Betrugsabsicht konnte den beiden Ange­klagten^ nicht nachgewiesen werden , und das Gericht spracfTsie mangels'Beweise frei.

Zwischenfall auf der Landstraße Schimpfend erhob sich B. von der Land­straße. Zufrieden mit sich und der Welt war er mit einer Fuhre Jauche weggefahren, da hatte plötzlich ein LKW von hinten sein Kuhgespann gerammt. Ihn hatte es urplözlich vom Sitz gehoben, während ein charakteristisches „Aroma“ verriet, daß der Stoß auf seine La­dung nicht ohne Wirkung war.

Der Angeklagte F., der Lastfahrer, hatte sich wegen dieses Vorfalls vor dem Strafrichter zu verantworten. Er war Ende Juni mit einem LKW nach Unteröwisheim gefahren. Kurz vor dem Bahnhof Ubstadt stieß er auf das vor ihm fahrende Kuhfuhrwerk des B., weil er ver­gessen hatte, den Bügel zur Auflaufbremse umzulegen und deshalb der Anhänger nicht gebremst werden konnte.

Der Unfall zog keine schweren Folgen nach sich; aber trozdem mußte das Gericht den An­geklagten zu 50 DM. wegen Fahrlässigkeit ver­urteilen. H.

vollen und doch praktischen Garderobestücke zu tragen wußten. Gemessen-hoheitsvoll oder spitzbübisch-keck, je hach Kleidung und Tem­perament, schritten sie über den Steg.

Ein ganzes Herz voll neuer Weihnaehts- wünsche konnte das Publikum mit nach Hause : nehmen. Dazu waren die Kleidungsmodelle- (nicht die Mannequins) zu besonderen Weih­nachtspreisen käuflich. Frau Behrens versuchte durch ungezwungene Modeplauderei die Wahl zu erleichtern.

„Wie wäre es mit einer hübschen grünen Strickjacke mit elegantem Goldverschluß von der Firma Breinning, Württembergerstraße? Oder mit einem reizvoll rot-schwarz kombi­nierten Jackenkleid Modell „Piccolo“? Ja, rot und noch mehr schwarz sind diesen Winter der große Modeschlager. Doch auch erika, lavendel und olivgrün sind noch sehr beliebt. Aber die Röcke, meine Damen, werden jetzt enger getragen. Ein glockenweiter beiger oder enzianblauer Popelinmähtel gehört nun einmal zu der fertigen Dame. Bin festliches Abendkleid „Celina-Modell“ aus Karlsruhe hebt immer die Stimung und eine modische Frisur vom Fri­siersalon Herbert Riffel, am Marktplatz, krönt, die weibliche Anmut. Dazu gibt ein bescheide­ner Schmuck aus dem Juweliergeschäft Fried­rich dem Kleidungsstück noch eine besondere. Note. Wen zog es bei all dieser Schönheit nicht zu dem „ewig Weiblichen “ hinan?

Selbstverständlich wurde auch ab und zu etwas „Herrlichkeit (ohne sie geht es doch- nieht) dazwischengestreut. Zum Glück ist die Herrenmode dieses Jahr ein wenig farben­freudiger geworden. Eine „weinrote „Texas­jacke“ stimmt immer optimistisch, und mit einem molligen „Ulster “ kann man getrost in den Winter gehen. Für den Blumenschmuck sorgte die Gärtnerei Fink, Bruchsal .

Selbst die kühnsten Wünsche wurden in der Weihnachtsmodeschau der Bruchsaler und Karlsruher Modefirmen Gestalt. Leider ist es eine alte Tatsache, daß die Träume der Frau immer mit der Geldbörse ihres Gatten ver­bunden sind. /

Große Karnevalsgesellschaft. Heute Montag, 20 Uhr, findet im Geschäftszimmer des Braue* reiausschanks zum Denner eine wichtige Be­sprechung des Elferrats statt. Gewünscht wird pünktliches Erscheinen aller Beteiligten.

Forum der Stadt Bruchsal . Der Forum-Aus­schuß bittet, alle mündlich gemachten An­gaben dem Forum-Ausschuß schriftlich her- einzugeben unter Benutzung des Postscbließ- faches 111. Schriftstücke ohne Unterschrift werden nicht besprochen, sondern wandern ohne Gnade in den Papierkorb.

Sterbetafel. Im Alter von 63 Jahren starb am Wochenende Frau Helene Harder, geb. Witt, Ehefrau des Zimmermanns Fritz Har­der, Franz-Sigel -Weg 17.

Gemeinschaftsgottesdienst. Der nächste Ge­meinschaftsgottesdienst der Schüler und Schü­lerinnen des Gymnasiums und des Realgym­nasiums findet am Mittwoch, 6. Dez., 7 Uhr morgens im Chor der Stadtkirche statt.

Verkaufs-Sonntage vor Weihnachten . Das

Landratsamt teilt mit: Die Offenhaltung sämt­licher Eihzelhahdelageschäfte bleibt auch am Sonntag, 10. und am Sonntag, 17. Dez. von 12 bis 18 Uhr gestattet. Am Samstag, 23. Dez., wird eine Verlängerung der Laden zeit bis 20 Uhr zugelassen. Am Sonntag, 24. Dez., da­gegen bleiben sämtliche Verkaufsstellen ein­schließlich des ambulanten Gewerbes geschlos­sen. Ausnahmen bestehen lediglich für Apo­theken, das Friseurgewerbe, das von 8 bis 13 Uhr offen hat, und den Handel mit Weih­nachtsbäumen, der bis 17 Uhr gestattet ist. Besonders aufmerksam gemacht wird auf nachstehende Bestimungen: Jugendliche dür­fen nur an 6 Sonntagen im Jahr beschäftigt werden. Die Bezahlung der Sonntagsarbeit richtet sich nach den gesetzlichen und tarif­lichen Vorschriften, wie sie im Erlaß des Arbeitsministeriums vom 27. Juni ds. Js. ent­halten sind.

VfB Bruchsal. Am Mittwoch, 6. Dezember, 20 Uhr, findet die Monatsversammlung im „Merkur“ statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. als wichtigster Punkt die Weihnachts­feier des Vereins am zweiten Weihnachtsfeier- tag t 2fe Dez., J.m Saale der Europa -Lichtspiele. Zvl '3er'Versammlung sind'sämtliche'' Mitglie­der herzldchst eingeladen. Um zahlreiches Er­scheinen wird gebeten.

Wochenmarkt am Samstag. Trotz der un­günstigen Witterung war der Wochenmarkt gut besucht. Einen besonders schönen Anblick boten die zahlreichen, geschmackvoll gearbei­teten Adventskränze, die ungeschmückt 1,— bis 1,50 DM kosteten, während die dekorierten Kränze in den angebotenen Größen 2,— bis 2,50 DM kosteten. Zum Marktschluß waren die Kränze und zahlreiche andere Advents­artikel ausverkauft. — Auf dem Gemüsemarkt waren der Kopfsalat. Endivien und Blumen­kohl knapp, Ackersalat in guter Qualität konnte schnell verkauft werden. Spinat war diesmal weniger gesucht. Auf dem Obstmarkt waren die mundreifen Birnen (30 Pfg. je Pfd.) ausgesprochen knapp, während das Angebot in Aepfeln wie gewohnt, sehr reichhaltig war (15—25 Pfg. je Pfd.). Nüsse wurden bei Prei­sen von 75—80 Pfg. je Pfd. nur mäßig umge­setzt. Schlachtgeflügel, vor allem Hühner, wurden sehr gut verkauft.

Wo H. Mozarts „Requiem ”

Aufführung in der Bruchsaler St. Peterskirche

Morgen, am 5. Dezember, sind 159 Jahre zerflossen., seit Mozart 35 -jährig starb. — Ob Bit Absicht oder zufällig — es war ein» Ge­dächtnisfeier von schöner Würde und großer Innerlichkeit, als am gestrigen Sonntag der Mozartchor Bruchsal , freundschaftlich unter­stützt vom Symphonischen Orchester der Stadt Speyer , von Solisten und Sängergästen* Mozarts " letztes Werk, das „Requiem “, zur Auf­führung brachte. Diese Seelen- und Toten­messe, auf dem Krankenlager unter Schmer­zen geschrieben und nicht vollendet, enthält den ganzen Mozart und die letzte Verklärung seines Künstlertums: Musik reichsten melodi­schen Inhalts, Musik vollendeter Form und Musik tiefer, christlicher Frömmigkeit.

Aus der spielerisch-höfischen Musikkultur seiner Epoche heraus ist der Hochbegabte aus­gebrochen in die Welt des modernen, ringen­den Menschen, der sich in strebender Be­mühung mit den Weltkräften auseinandersetzt. Und nur indem er diesen Schritt seiner .Zeit voraustat, hat er alle Gattungen der Musik — vom Konzert zur Smphonie und zur Kammer­musik, von der Oper bis zum abschließenden Requiem — vertiefen, vollenden und zur klas­sischen Reinheit führen können. So Hegt zwischen den an ein Naturwunder grenzenden Anfängen des Wuraderknafoen Mozart und dem Requiem, dem Schafifensende des Mannes, die gleiche weltweite Spannung wie zwischen den Bonner Anfängen und den letzten Tönen Beet­ hovens .

Die Aufführung des Mozartchors Bruchsal im großen Rahmen der schönen Kirche war ein feieriiches und tiefes Erlebnis im einzelnen und im ganzen. Was hier an Können, Ernst, Arbeit und allerbestem Willen sichtbar wurde, verdient Anerkennung und spontan darge­brachtes Lob an den Dirigenten, Kapellmeister Fritz Barth, wie an die Solisten, an die Lei­tung des Mozartchors bis hinab zu jedem ein­zelnen Sänger. Der geistliche Charakter, die

fromme, dem Gebet nahe Feierlichkeit des Mo- zarischen Requiems wurde dank der vorzüg­lichen Auffassung des Dirigenten, der auf Effekte verzichten konnte, vom Introitus „re- quiem aetemam dona eis“ bis zur herrlichen Gommuedo“ et lux perpetua luceat eis cum sanctis teils in aetemum“ gleichmäßig durch— gehalten. Der Chor ließ sieh willig führen: und zeigte eine so vollkommene Vertrautheit und Verbundenheit mit dem Kunstwerk, wie sie selten im Gemeinschaftssingen sichtbar werden. Wie ausdrucksvoll und rein war der Ausklang des Kyrie hochgeführt, wie gut die Steigerung in „confutatis maledictis“, wie mo- zartisch echt das „lacrimosa dies illa“. Das Sanctus war triumphierend und doch gehalten vorgetragen, und das Agnus Del klang wie eine sanfte, bitlende und elegische Klage aus.

Die Solisten — Anneliese Gehring (So­pran), Martha Wey mann (Alt), Wilhelm Purrmann (Tenor), Ludwig Fischer (Baß) — gaben ihr Bestes, saubere, runde und dem Chor eingepaßte Gesangsleistungen, die angenehm, beglückend und überzeugend waren. Auch sie blieben bescheiden wie der Chor wertvolle, treue Dien«- des Ganzen. Wie schön abgestimmt und getragen das gemein­same „recordare, Jesu pie“ und das „benedic- tus, qui venit in nomine Domini“! Voll Aus­druck und Innerlichkeit die Soli durch das ganze Requiem hindurch, rein, weich und na­türlich, besonders die des Sopran und des Tenors.

Das gute Orchester untermalte dezent und zurückhaltend, führend zuweilen auch und hochreißend, wenn das Kunstwerk es ver­langte. Auffallend schön und der Erinnerung sich einprägend war die so ganz mozartisch empfundene Einleitung des Benedictus.

Das überaus zahlreiche Publikum, das die große Kirche kaum zu fassen vermochte, ver­dankt nun dem Mozartohor eine beglückende

Feierstunde mehr. Wir haben begriffen, daß Mozart für unsere Zeit nicht nur der Künstler ist, der mit „holder Kunst uns in eine bessere Welt entrückt“, in der sieh leicht und mühe­los leben läßt; wir haben gespürt, daß er einer der Unsrigen ist und ein moderner, kämpfen­der Mensch, der die Reinheit seiner hohen Kunst sich mühevoll abgerungen hat. Daß sein unsterbliches Requiem, das wir erleben durften, das letzte Werk des Meisters sein mußte, erscheint uns als etwas Tröstliches und Versöhnendes — wie die gottgewollte, letzte Rundung und Vollendung, die letzte Gnade seines kurzen, aber überreichen Künst­lerlebens. Dr. H. M.

Treibstoffausgäbe für Dezember. Die Aus­gabe der Treibstoffmarken erfolgt für die Fahr­zeughalter der Stadt Bruchsal bis einschließ­lich 9. Dezember. Montags bis freitags von 7.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr, samstags von 7.30 bis 11 Uhr. In den Landorten werden die Marken in den Rathäusern während der gleichen Tage ausgegeben.

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Rheinwasserstände

Konstanz 340 (unv.), Rheinfelden 328 (—23), Breisach 323 (—26), Straßburg '412 (—36), Karls­ ruhe 677 (—9), Mannheim 628 (—17), Mainz 520 (+4), Bingen 416 (+«), Caub 512 (+11).

Mitarbeit - keine Opposition

Die „Freie Wählergemeinschaft Bruchsaler Vereine“ stellte ihre Kandidaten auf

Die Nominierung der Kandidaten für die Gemeinderats-Ergänzungswahl am 28. Januar stand in der gestrigen Sitzung der „Arbeits­gemeinschaft Bruchsaler Vereine“ als erster Punkt auf der Tagesordnung. Wie in den vor­angegangenen Zusammenkünften wurde auch’ gestern hervorgehoben, daß es den Bruch­ saler Vereinen femliegt, eine neue Partei zu gründen, deren Vertreter darüber hinaus als Oppositionsgruppe in den Stadrat einziehen sollen. Es geht ihnen lediglich darum, im Stadt­rat Persönlichkeiten zu wissen, die den Ver­einen nahestehen und deren Arbeit und Ideale im Rahmen des Möglichen fördern. Das Ver­hältnis Stadtverwaltung — Vereine soll da­mit mehr als bisher eine ersprießliche Zusam­menarbeit gewährleisten. Es ist der Wunsch der „Freien Wählergemeinschaft“, daß in ihren Kandidaten keine „Vereinspolitiker“ gesehen werden, sondern Männer, denen es in erster Linie um das Wohl der Allgemeinheit geht.

Als Kandidaten wurden aufgestellt: Karl Gierig (Vorstand des MIGV Lyra), Emst Ham- minger (Oberturnwart der TSG), Georg Kürz (Arbeitsgemeinschaft Bruchs. Vereine), Paul Oehler (Vorstand des ASV) und ein jjpch zu

nennender Kandidat, den die Fußballvereine stellen.

Mit nahezu 300 Unterschriften (bis heute) haben sich Bruchsaler VereinsmitgHeder hin­ter die „Freie Wählergemeinschaft“ gestellt und ihr somit auch eine gewisse moralische Berechtigung gegeben, die an sich schon vor­handen ist, wenn man bedenkt, daß in den Bruchsaler Vereinen etwa 3000 Leute organi­siert sind.

Als zweiter Punkt der Tagesordnung kam die Mitarbeit der Vereine bei der Bruchsaler Fastnacht zur Sprache. Der hierzu eingeladene stellvertr. Präsident der „Karnevalistischen Gesellschaft“, Hans Weigl, umriß in kurzen Zügen das Vorhaben der Gesellschaft, die dieses Jahr ihre seit 1900 bestehende Tradition auf­leben lassen will. Den Vereinen soll damit keine Beschränkung auferlegt werden, in? Gegenteil, die Gesellschaft legt größten Weri auf ihre Mitarbeit. Um eine Häufung vor Veranstaltungen zu vermeiden, legt man ii. Kürze die „Fastnachtstermine“ fest und um die Jahreswende soll ein großer Plakatanschlag die „Brusler“ und Auswärtigen orientieren „wo ebbes los isch!“ q j£.