Samstag, 13. Dezember 1952
/Oeiknackl nutet blühenden Kizschnfveißen
Winterruhe IfiBt sich wesentlich verkürzen - Der chloroformierte Flieder - Auch die Buche grünt nicht nur zur Sommerzeit
Zahlreiche Chroniken und Legenden wissen von wunderbaren, leuchtenden Bäumen zu berichten, die mitten im Winter, in der Heiligen Nacht , zu neuem Leben erwachen. Immergrüne Pflanzen gelten seit jeher als Symbol der Wiedererstehung der Natur. Schon die alten Römer schmückten daher ihr Heim zur Jahreswende mit blühenden Zweigen, aus deren Blütenpracht sie die Fruchtbarkeit des neues Jahres erkennen wollten.
So bestehen zwischen dem Weihnachtsfest und immergrünen Pflanzen, dem „Christbaum“, der Mistel, der Stechpalme und Christrose, heute noch enge Beziehungen; auch die alte Sitte, Zweige von Laubbäumen ins Zimmer zu stellen, damit sie um die Weihnachtszeit blühen, ist ebenfalls ein Ausdruck der Sehnsucht nach dem Lenz. Wer die Geheimnisse des Pflanzenlebens kennt, kann sich mitten im Winter sogar an blühenden Kirsch-, Flieder-, Kastanien- und Haselnußzweigen erfreuen.
Nach Ansicht der Wissenschaft dauert nämlich die notwendige Winterruhe unserer heimischen Laubhölzer viel kürzere Zeit, als der jahreszeitliche Rhythmus dies erkennen läßt. Während die Kirsche in der Natur erst Ende April wieder zu neuem Leben erwacht, erschließen sich ihre Zweige unter menschlicher Obhut und unter günstigen Bedingungen bereits zum Weihnachtsfest. Linde und Buche dagegen bedürfen eines langen Winterschlafes. Die Kätzchen der Haselnuß beenden ihre Ruhepause bereits im November, wogegen ihre Blattknospen selbst bei behutsamer PSege erst im März zur Entfaltung kommen.
Mandelröschen bereits im Oktober
Auf diesen nunmehr auch wissenschaftlich fundierten Tatsachen beruht der Brauch, die Ruhezeit bei verschiedenen Pflanzen zu verkürzen. Luftwärme allein tut es allerdings nicht. Doch gibt es zahlreiche Hilfsmittel, diesen Vorgang zu beschleunigen. Ein solches Mittel ist in erster Linde der Aether, dessen Wunderwirkung noch längst nicht genügend bekannt ist. Ein gängiges Rezept lautet zum Beispiel: Man bringe Flieder oder andere Zweige im Spätherbst für zwei Tage in einen gut schließenden Kasten, umgebe die Töpfe mit trockenem Sand und lasse dann bei Zimmertemperatur in den Kästen etwa Aether verdunsten (auf 100 Liter Luft etwa 30 bis 40 Gramm). Darauf gieße man die Pflanzen tüchtig, spritze sie gut ab und stelle sie in einem warmen Zimmer ans Fenster. Das Mandelröschen vergilt diese Behandlung, wenn sie etwa Ende November erfolgt, bereits. vierzehn Tage später mit lieblichen Blüten. Bei späterer Anwendung der „Aethermethode“ erschließt es sich in entsprechend kürzerer Zeit und beweist damit, daß es bereits Mitte Dezember seinen Winterschlaf in Wirklichkeit' beendet hat.
Weißer Flieder aus dem Wasserbad
An Stelle von Aether lassen sich auf Chloroform, Blausäure, Formaldehyd und Azetylen in ähnlicher Weise verwenden. Ja, selbst Papier -, Sägespäneoder Tabakrauch vermögen das Wunder der vorzeitigen Erschließung der Knospen zu vollbringen. Noch einfacher ist aber das Verfahren, das der Wie ner Pflanzenphysiologe Hans Molisch dem Naturfreund empfiehlt. Man lege abgeschnittene Zweige der Süßkirsche, Haselnuß oder des Flieders etwa neun bis zwölf Stunden in lauwarmes Wasser von dreißig bis fünfundreißig Grad und stelle sie anschließend in eine wassergefüllte Vase in die Nähe des Fensters. Die ,gebadeten“ Zweige kommen .innerhalb weniger Tage zur vollen Entfaltung, während die anderen wesentlich mehr Zeit dazu brauchen. Beim Flieder unterbleibt bei dieser Behandlung allerdings die Entwicklung der Farbe, er blüht j
immer nur weiß. Neue Experimente haben erwiesen, daß wärmeres Wasser die Badezeit wesentlich verkürzt. Bei rund fünfzig Grad darf sie nur noch Sekunden dauern.
Selbst die Buche, die sich mit den üblichen Mitteln nicht treiben läßt, kann auf diese Weise und unter Anwendung einiger Stunden zusätzlicher Beleuchtung zum Blühen gebracht werden. Ein wel-
Alexander aus Mezedonien kam einst in eine entlegene goldreiche Provinz von Afrika . Die Einwohner gingen ihm entgegen und brachten ihm Schalen dar voll goldener Früchte. „Esset ihr diese Früchte bei euch!“ sprach Alexander; „ich bin nicht gekommen, eure Reichtümer zu sehen, sondern von euren Sitten zu lernen.“ Da führten sie ihn auf den Markt, wo ihr König Gericht hielt.
Eben trat ein Bürger vor und sprach; „Ich kaufte, o König, von diesem Mann einen Sack voll Spreu und habe einen ansehnlichen Schatz in ihm gefunden. Die Spreu ist mein, aber nicht das Gold; und dieser Mann will es nicht wieder nehmen. Sprich ihm zu, o König ; denn es ist das Seine.“
Und sein Gegner, auch ein Bürger des Ortes, antwortete: „Du fürchtest dich, etwas Unrechtes zu behalten; und ich sollte mich nicht fürchten, ein solches von dir zu nehmen? Ich habe dir den Sack verkauft nebst allem, was drinnen ist; behalte das Deine. Sprich ihm zu, o König.“
Der König fragte den ersten, ob er einen Sohn 'habe. Er antwortete: „Ja.“ Er fragte den andern, ob er eine Tochter habe, und bekam „ja“ zur Antwort. „Wohlari!“ sprach der König, „ihr seid beide rechtschaffene Leute; verheiratet eure Kinder untereinander und ’ gebet ihnen den gefundenen Schatz zur Hochzeitsgabe — das ist meine Entscheidung.“ Alexander erstaunte, da er diesen Ausspruch hörte. „Habe ich unrecht gerichtet“, sprach der König, „daß du also erstaunest?“ — „Mit nichten“, antwortete
teres Mittel zum Abkürzen des Winterschlafs ist eine Warmwasserinjektion in die Basis der Knospe. Allerdings erfordert diese Methode Uebung und Geschick.
Wer die Natur liebt, dem bieten sich also genügend Möglichkeiten, sein Heim auch im Winter, insbesondere zur Christnacht, mit blühenden Zweigen zu schmücken.
Alexander, „aber in unserm Lande würde man anders richten.“ — „Und wie denn?“, fragte der afrikanische König. „Beide Streitende“, sprach Alexander, „verlören die Häupter, und der Schatz käme in die Hände des Königs.“
Da schlug der König die Hände zusammen und sprach: „Scheint denn bei euch auch die Sonne, und läßt der Himmel noch auf euch regnen? Alexander antwortete: „Ja.!“ — „So muß es“, fuhr der König fort, „der unschuldigen Tiere wegen sein, die in eurem Lande leben; denn über solche Menschen sollte keine Sonne scheinen, kein Himmel regnen!“
Eine Handvoll arabischer Sprichwörter
Wir haben noch niemandem Gutes getan — wie kommt es, daß wir so viel Schlechtigkeit erdulden müssen?
Mißtraue dem Pferd, das sich von jedermann satteln läßt, und der Braut, die den Vorbeigehenden zulächelt.
Lasse keinen Baum fällen, der dir Schatten spendet.
Man fragt eine alte Frau: „Was hast du lieber, einen Mann oder einen Topf mit Honig?“ Sie antwortet: „Ach, ich habe keine Zähne mehr zum Beißen!“
Es gibt kein schlimmeres Unglück als das, was einem gerade widerfahren ist.
Man fragte ihn: Wann geht die Welt unter? Er antwortete: An dem Tage, an dem ich sterben werde.
W,'.
immm
", *w/
iL*V*V'
Der „Bettler-König “ von Hamburg , August Goerigk, ist in dar Hansestadt auf offener Straße einem Herzschlag erlegen. Der aus Ostpreußen stammende Sattlermeister hinterläßt ein Sparkassenkonto mit rund 10 000 Mark zusammengebettelten Geldern . — Das mittlere Bild zeigt seltsame Küchenlampen, die aus Streckmetall bestehen, das ursprünglich zum Festhalten des Decken- und Wandputzes verwendet werden sollte . In einer Düsseldorfer Ausstellung sind diese „Dinger M von ornamentalem Reiz zu sehen. München hat seine Faschingsprinzessin: Prinz Paul II. hat die 19jährige Inge Neidler auserkoren. Zusammen zeigen sie sich auf. dem Bild noch recht bürgerlich, während der HofTnarschall der „Narhalla
bereits den „närrischen Anstands-Wauwau u spielt.
_ Nummer 290 / Seite ^
Abendkleid - einmal auf altgriechisdi
- ji
Ein Abendkleid in altgriechischem Stil schlägt ein Düsseldorfer Salon für die Wintersaison vor. Es ist aus rotbraunem Samt gearbeitet und wird auf dem Rücken mit Goldkordeln gehalten. Die dazu gehörige Stola ist abknöpfbar.
Schneebälle und Eiskristalle
Heiteres zur ernsten Winterzeit
Nun fällt der Schnee in dichten. Flocken, das Thermometer stürzt mit Schwung.
Wir schlüpfen in die warmen Socken und schimpfen auf die Witterung.
Es sinkt der Stimmungspegel auch, es steigt allein der Rumverbrauch.
Fliegende Blätter
*
Große Freude herrschte gestern auf der Neustraße, wo drei Frauen sich so lange Neuigkeiten erzählt hatten, bis sie auf dem Bürgersteig angefroren waren. Die Nachbarn liefen mit Töpfen voll heißen Wassers herbei, wobei es viel Gelächter gab.
Düsseldorfer Lokalnotiz aus dem Jahre 1879 *" ’
Der Winter ist ein rechter Mann, kernfest und auf die Dauer; sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an ■ und scheut nicht süß noch sauer.
Unter den Ueppigkeiten hiesiger Jugend ist sonderlich das Schlittenfahren in Mißbrauch geraten: Da nicht nur die Knaben, sondern auch die Töchter mit ihnen bis zur späten Nacht in der Stadt herumgefahren sind. Daher werde hiermit den Frauenzimmern das Schlittenfahren verboten.
Heute, Kinder, woll'n wir's wagen, heute wird das Eis wohl tragen, darum los, wer laufen kann,
Mütze atif und Schlittschuh an.
Schleppkleider beim Schlittschuhlauf sind zu vermeiden, weü die Schleppe durch die rasche Bewegung in höchst unästhetische Schwingungen versetzt wird.
Aus einem Anstandsbüchlein (1885)
jBöcftei füc den lüeifutachistisch
Die Eroberung des Weltalls / von Bonesteii-Ley
Ein sensationelles Buch über die Weltraumforschung in der Franckh'schen Verlagsbuchhandlung W. Keller & Co., Stuttgart -O. (Preis DM 12.80.) — Nach einem sensationellen Erfolg der -amerikanischen Originalausgabe erscheint dieses Werk nun auch in England, Finnland , Holland , Japan , Italien , Schweden und in der deutschen Ausgabe. Das Au- genzeitalter der Himmelskunde, das der Kenntnis und der Beschreibung der sichtbaren Bewegungen der Himmelskörper gewidmet war, mußten viele Probleme ungelöst bleiben. Die zweite Epoche der Astronomie, die eingeleitet und gekennzeichnet ist durch den Gebrauch des Fernrohrs, brachte mit vielen neuen Erkenntnissen ebenso viele neue Fragen, vor allem über die Oberflächenerscheinungen der Planeten — Fragen, an deren Beantwortung wir he- rangehen können, wenn wir in der dritten Epoche der Astronomie stehen, deren Beginn wir jetzt erlebt haben, nachdem die ersten Versuchsraketen — V 2, und ihre Nachfolger — Höhen erreicht haben, die zu erzielen bisher der Traum aller Weltraumforscher gewesen ist Welten jenseits unserer irdischen Welt zu erkennen und aus solcher Erkenntnis Rückschlüsse zu ziehen auf die Gesetze, welche die Geschichte der Erde und ihre Stellung im Universum bestimmen — das ist eine Aufgabe, die in greifbare Nähe gerückt ist, nachdem die technischen Voraussetzungen für die Weltraumfahrt geschaffen sind, wie dieses Buch mit eindringlicher Anschaulichkeit zu schildern weiß.
schuldig zu werden. Auch Kräfte der Läuterung steigen auf und führen zu einem überzeugenden Ende der erregenden Abenteuer dieses Romans, der in den schönsten Landschaften und Städten spielt, an der Adria, in Wien , Paris , Mexiko und der Schweiz .
Ludwig E. Wolff:
, DIE SPIELER
Roman aus der letzten Glanzzeit des deutschen Kaiserreichs. Süd-Verlag, Konstanz . (Preis DM 6.80.) Mit einer ungeheuren Spannung setzt von der ersten Zeile an dieser Roman ein, und er erweist von neuem, welch großes schriftstellerisches Können die ungewöhnlichen Erfolge von Ludwig E. Wolff begründete. Es ist die Geschichte eines Mannes mit heißem Herzen, der an der gesellschaftlichen Ordnung rüttelt, des Rittmeisters Albrecht von Löcknitz. Von der Familie verstoßen, geliebt von vielen Frauen, scheitert er als Offizier, muß die Uniform ausziehen und gründet einen Spielclub. Salons und Spielclubs, Kutscherkneipen und Rennplätze, Vergnügungs-Etablissements und stille Landhäuser im kaiserlichen Berlin und seiner Umgebug sind die Schauplätze der Handlung. Gesellschaft und Halbwelt jener glanzvoll-eigenartigen Epoche geben sich ein fesselndes Stelldichein. Vermögen wachsen empor und schwinden dahin, volles brausendes Leben strahlt noch alle Kraft aus in dieser Zeit und für ihre Menschen. Aber in dem lebendigen Panorama der schon überreifen Zeit wird zugleich auch die
Brüchigkeit der Epoche sichtbar, aus der die Katastrophen der folgenden Jahre geboren whirden.
C. G. Florestan:
HORTENSIANA ODER GÄRTNEREI AUS LIEBE
Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart . (Preis DM 10.80) Dies ist ein Gartenbuch, welches wir uns unterhaltsamer und liebenswürdiger kaum denken können. Aber obwohl aus Berufung geschrieben, ist es wohlverstanden kein „Berufsbuch“ im eigentlichen Sinne, sondern dient jedem, dem die Beschäftigung mit den Pflanzen eine wirkliche Herzensangelegenheit ist, ob er sich nun Besitzer eines großen Gartens nennt, ein bescheidenes Hausgärtchen betreut, oder nur ein Blumenfenster pflegt. Was nicht alles an Wissenswertem vermag der Verfasser dem Gartenfreund auf knapp 230 Seiten mitzuteilen, und welche Anregungen kann sich der „ausgepichelte“ Fachmann daraus entnehmen. So ist hier ein reizvolles Geschenkbuch entstanden, das durch die feinen Zeichnungen des Meisters Willy Widmann bereichert, in die Hand aller gehört, die die „Gärtnerei aus Liebe“ pflegen.
Eva Marianne Gowenius:
KRISTINE
Katzmann-Verlag, Tübingen . (Preis DM 7.80.) — Von dies« begabten Schriftstellerin liegt nun ihr drittes Buch „Kristina“ vor, in dem sie mit fraulichem Einfühlungsvermögen und guter Beobachtungsgabe den Lebensweg der blonden Kapitänstochter Kristina schildert. Ein junges Mädchen, schön, klug und voll starken Willens verläßt, um der Armut und dem. Verlust ihres Vaterhauses zu entgehen, ihren
Weg und schließt die Ehe mit einem ungeliebten Männe. Sie meistert diese Ehe nicht. Schuld erwächst aus Schuld und das einst so erwartungsfroh dem Leben entgegengehende Menschenkind verhärtet mehr und mehr, bis der Tod die selbstgeschmiedete Fessel löst und eine Zeit des Glückes mit dem für sie bestimmten Manne folgt. Aber Gott führt seltsame Wege und das Glück endet jäh, da eine tückische Krankheit ihr auch den geliebten Mann nimmt. Kristina muß durch die Nacht tiefster Verzweiflung und erst nach Jahren erkennt sie den Sinn des Weges, den sie geführt wurde.
ICH MACHE MODE
88 Seiten mit mehr als 100 Abbildungen. Halbleinen DM 4.85. Thiemann‘sche Verlagsbuchhandlung, Wiesbaden . — Der bekannte Pariser Modeschöpfer Christian Dior plaudert üben sein Leben und seine Arbeit. Diese Selbstbiographie erschien unter dem Titel „Jes suis Couturier“ in dem Pariser Verlag du Conquistador. Christian Dior schildert in einem charmanten Plauderton seine Arbeit als Maler und als Modezeichner für führende Pariser Modehäuser bis zur Eröffnung seines eigenen Modehauses in Pa ris im Jahre 1949. Von seiner ersten Modevorführung an stellte sich Christian Dior durch sein ausgezeichnetes Fingerspitzengefühl für die modische Entwicklung an die Spitze der bekannten Pariser Modehäuser. Das Buch ist reich illustriert und zeigt mehr als 100 Abbildungen aus den Dior-Kollektionen. Es ein Buch, das nicht für Fachleute geschrieben ist,# sondern für jede Frau, die Freude an modischen Dingen hat..
Maria von Kirchbach:
DREIGESPANN
Roman einer Ehe. Süd-Verlag, Konstanz . (Preis DM 6.80.) — Diese Dichterin hat ihre Erfolge mit einer großen Zahl vielgelesener Romane errungen. Sie ist eine Meisterin in der Behandlung auch der gewagtest« Stoffe. In dem Roman „Dreigespann“ versteht Maria von Kirchbach es wieder, das fast Unsagbare mit aller Ehrlichkeit eines klugen .Verstandes und eines warmen Herzens diskret uiid doch klar auszusprechen. Ein Kind von einem andern Mann in einer Ehe, die glücklich scheint — davon handelt der neue Roman „Dreigespann“ der weitbekannten Erzählerin Maria von Kirchbach. Der berühmte Dirigent Lamoral verlangt leidenschaftlich nach einem Sohn, doch er vermag nicht, das Leben eines Kindes zu erwecken. Seine Ehe droht daran zu zerbrechen, und seine glanzvolle Laufbahn als Musiker ist schwer gef ährdet durch die Enttäuschungen seines privaten Lebens. Mit einem verzweifelten Schritt sucht Ginette Lamoral ihrer Ehe und ihrem Mann zu helfen, ein Kind wird geboren, aber Ginette vermag nun nicht mehr, mit dem ihr angetrauten Gatten eine echte Ehe zu führen. Drei Menschen durch Liebe und Schuld aneinandergebunden sind in Gefahr, sich ganz in der Verwirrung ihrer Gefühle zu verlieren. Doch aus den dunklen Urgründen des Daseins erwuchs ihnen nicht nur der Zwang,
„Das große
von Erna Zietzschmann. Großformat. 496 Seiten. Dazu 64 teüs vierfarbige Tafeln und 145 Zeichnungen. Abwaschbarer Einband. Preis DM 29.—. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh.
Mit dem Rezensionsexemplar des Verlages flatterte uns folgendes lustige Gedicht über dieses prächtig ausgestattete kurzweilige Standardwerk moderner Koch- und Küchenkunst auf den Redaktionstisch. Wir möchten es unseren Lesern nicht vorenthalten, um ihnen die Lektüre unseres eigenen zustimmenden Urteües „schmackhaft“ zu machen:
Wenn bei des Morgens Küchenplagen / nicht alles klappt, wie‘s klappen soll, / mußt du das große Kochbuch fragen, / denn das ist guten Rates voll. / Es tröstet dich mit Wilhelm Busch / und zeigt dir, wie man‘s machen muß. / Es tut in vielen hundert Bildern / genüßlich dir „was Leckres“ schildern. / Je nach Geschmack und Wirtschaftsgeld / Rezepte sind zur Wahl gestellt, / Damit des Kochens edle Ku»st / nicht bleibe — angebrannter Dunst!
Der Küchenzettel ist und bleibt ja das Stimmungsbarometer der häuslichen Gemütlichkeit. Um ihn der Familie auch bei knapp bemessenem Wirtschaftsgeld möglichst abwechslungsreich zu gestalten, hat eine koch- und küchenkundige Hausfrau und anerkannte
Kochbuch"
Autorität auf ihrem Gebiete im großen Kochbuch mit seinen über 2 % Tausend Stichwörtern 1300 neuzeitliche Rezepte für jeden Geschmack und Geldbeutel leicht verständlich zusammengestellt. Vor altern ist auch die Diätküche behandelt. In diesem wirklich praktischen Ratgeber findet die moderne Hausfrau alles, was man über Küchenfragen wissen mpB (u. a. Ratschläge und Tabellen für die elektrische Küche). So enthält das Buch 22 Kapitel über allgemeine Gerichte — 14 Kapitel über das Backen — CKapitel über Getränke — 13 Kapitel über das Ein- machen — 10 Kapitel über Küchen- und Haushaltsfragen. Die Ausstattung mit vielen Kunstdrucktafeln, die zur Hälfte vierfarbig sind, und mit der großen Zahl erläuternder Zeichnungen ist mustergültig. Ansprechend sind auch die einfallsreichen Illustrationen des Buchkünstlers; eingestreut heitere Weisheiten in Sprichwort und Vers, um die Arbeit der Hausfrau schon des Morgens mit Humor, Lust und Liebe zu würzen. Der abwaschbare Einband ist für den täglichen Gebrauch besonders praktisch.
Man sollte „Das große Kochbuch“ als repräsentatives Geschenk für die Familie, von dem alle profitieren, für den Weihnachtswunschzettel schon jetzt vormerken.
AN DER WEISSEN GRENZE
Dieser im Universitas-Verlag, Berlin -W 30, verlegte Roman, einer der besten Jack London's , erschien bisher nur 1933 in einer bald darauf beschlagnahmten Auflage. Er ist also bei uns noch kaum bekannt. In diesem Buch steht im Mittelpunkt des Geschehens ein Mädchen, die mutterlose Tochter eines Pioniers aus der Goldgräberzeit. London schildert in seiner packenden Art den Kampf der Männer um dieses ursprüngliche Naturkind, das ihnen an Ge- wandheit und Unerschrockenheit nichts nachgibt.
LITERAZZIA
Ein Streifzug durchs Dickicht der Bücher. 320 Seiten. (Preis DM 3.30.) Verlag Pohl & Co., München 13. Dieser eigenwillige, erstmalige, zeitgemäße, ebenso freche wie gründliche Beitrag zur heutigen Literaturgeschichte wurde vom Verlag in der Art eines Taschenbuches aufgemacht. Die Literazzia bespricht rund ein halbes Tausend für‘s Sortiment wichtige Bücher (Neuerscheinungen), eingerahmt durch amüsante, zum Thema gehörende Abhandlungen (T. E. Lawrence, Karl Kraus, Emst Jünger, Bert Brecht , Karl May usw.) Ein prachtvolles, abscheuliches, großartiges Buch.