Freitag, 19, Dezember 1952
SPORTSEITE
Nummer 295 / Seite f
Dr. Paul Laven;
Warum ich Schwaizmann wählte . . .
Viele Namen kreisen durch den Kopf, wenn die Rundfrage nach dem „Sportsmann des Jahres“ kommt. Viele gleichwertig. Wirklich? Worauf kommt es an? So verschiedenartig ist das Bild der Leistung, der hervorragenden, der Spitzenklasse. Aber auf die Hintergründe, auf den gesunden Wachstumsboden, auf die überzeugende Kraft, die von der Persönlichkeit ausgeht, von einem wirklichen Sportsmann, kommt es an, wenn einer an die Spitze gestellt werden soll.
Warum ich Alfred Schwarzmann wählte? Die lange Laufbahn spricht mit, die heute noch so großartige Athletenform des 41jährigen, daß er e s fertigbrachte, im Gedächtnisjahr Jahn gerade vom Geiste des Turnvaters der Jugend so viel zu übermitteln. Aber Einiges mehr kommt hinzu. Kein Wort hier zur Debatte, die um die Kennzeichnung der ßportsituation geht, um den Platz des Sportsmannes im Leben, um den sinnfälligen Standort. Wem steht nicht der Erfolg des prachtvollen Karl Kling vor- Augen, des bewährten, großen Spitzenmanns der deutschen Rennfahrer von heute? Wer würde nicht Neuhaus', des Boxgladiatoren Stellung achten, wer nicht — ach es geht nicht so sehr darum ob Amateur oder Profi oder um die „Zwischentypen“, über deren „Einordnung“ wir so viel nach- denken.
Wir stellen die Frage nach dem Sportsmann mit der größten Ausstrahlungskraft in seiner Leistung, nicht so, daß wir den Mann auf der Titelseite meinen, den oft vom oberflächlichen Sensationswirbel überstürzte „headlines“ heraussteilen. Die Persönlichkeit, die wir meinen, muß etwas von der Substanz der Pioniere bis in unsere heutige Zeit hineingetragen haben und in jhram Wesen verkörpern. Als ich Alfred Schwarzmann in Helsinki in der Messehalle ans Reck treten und seine Leistung vollbringen sah, der selbst der große Russe Tschukarin, der Zwölfkampfsieger, deutlichen Beifall zollte, da ging mir jene echte Rührung durchs Herz, die sich immer einstellt, wenn etwas ganz Besonderes, menschlich Bewegendes geschieht. Da s war nicht nur der Turner Schwarzmann, dem eine von allen nicht erwartete erneute Bewährung im olympischen Kampf gelang. Seine ganze Entwicklung, mehr noch, seine „Schicksalsfahrt“ sprechen mit.
Alfred Schwarzmann , dieser Pionier der alten Tumgeneration, Zwölfkampfsieger von 1936 beim Berliner Olympia, Goldmedaille dort, dazu im Pferd, Brohcene am Reck und am Barren, Soldat dann, schwer verwundet und aus der unbeirrbaren Folgerichtigkeit eines echten Tumercharakters wieder „aufgebaut“, der ist es, der dort im Wettbewerb alle Kennzeichen einer geschlossenen Turnerfigur repräsentierte. Der hagere Kopf, das schüttere Haar! Der starke Mann meisterte das Gerät inmitten der Nervenspannung innerhalb der viel jüngeren Weltklasse, die ihn umgab. Unerschütterlicher Turners- mann, Ausdruck der unbrechbaren Lebenskraft eines Volkes, das nach sauberer Ordnung und menschlicher Bewährung strebt.
Neben ihm auf dem zweiten Platz der Schweizer Recke Stalder, auch er ein Veteran, auch er ein Mann von einem Turnergeist, dessen Wurzelkraft so unersetzbar ist. Der jüngere Eidgenosse Guent- hardt aber steht auf dem Siegerpodest. Unser Auge aber richtete sich auf diese Beiden auf dem zweiten Platz, auf den Deutschen Alfred Schwarzmanri und den Schweizer Josef Stalder.
Schwarzmann war nach dem bewährten Finnen Dr. Savolainen der älteste Turner, der „bejahrteste“ mit einer Einzelmedaille. Er sagte, als er die fabelhaften japanischen Studenten in ihren Erfolgen beim Pferdsprung und im Bodenturnen sah, man müsse noch einmal beginnen, neu anfangen, wie sei alles in fruchtbarer Entwicklung. |
Alfred Schwarzmann lebt als Beispiel der Jugend unter uns, tätig, leistungsfroh, ein nach schwerem Schicksalsschlag in Zucht und Ordnung wiedergeborener Turner vdn weitreichendem Rang, der Jugend ein Vorbild.
Deutschlands Fußballer gegen Olympia -Zweiten
Jugoslawien ist am Sonntag in Ludwigshafen der Gegner im 210. Fufibali-Länderspiel
Für die deutschen Fußballer bedeuten die beiden Länderspiele vor und nach Weihnachten den spielerischen Höhepunkt des Jahres, wenn nicht der Nachkriegszeit überhaupt. Noch niemals nach dem Krieg hatte der deutsche Fußballsport eine so schwere Aufgabe zu lösen, wie sie die Länderspiele Nummer 210 gegen Jugoslawien und Nummer 211 gegen Spanien darstellen. Hierbei gilt es zu beweisen, daß das schwache Spiel von Paris eine einmalige Ausnahme war. Nach dem zahlenmäßig und spielerisch klaren Erfolg über die Schweiz haben unsere Fußballer ibr Meisterstück zu bestehen.
Der jugoslawische Fußball hat einen enormen Aufstieg genommen. Erst seit 1920 nehmen die Jugoslawen am internationalen Spielverkehr teil. Seitdem haben sie 160 Länderspiele bestritten: 74 Siege, 23 Unentschieden und 63 Niederlagen. Die wirkliche Stärke Jugoslawiens dokumentiert die Nachkriegsbilanz: Von 50 Spielen wurden 34 gewonnen, 6 endeten unentschieden und nur 10 gingen verloren. Im Jahre 1952 wurden in 9 Länderspielen 8 Siege gefeiert und nur eine Niederlage wurde verzeichnet: das Endspiel im Olympia-Fußballtumier mit 0:2 gegen Ungarn . Diese Erfolgsserie kann sich sehen lassen und mit Recht zählen die Jugoslawen zu den besten kontinentalen Fußballern. Ihr wohl größter Triumph war beim Olympiaturnier der Erfolg über die Sowjetunion , der man die Rolle eines Geheimfavoriten in Helsinki eingeräumt hatte. Die hohe Meinung über die Leistungsfähigkeit des jugoslawischen Fußballs wird vor allem durch das gute Abschneiden seiner Clubmannschaften unterstrichen, die in allen fünf Erdteilen ihre Klasse demonstrierten. Auch in Deutschland sind die Mannschaften Partizan, Hajduk Split und Roter Sterp wegen ihrer hohen Spielkultur berühmt und sehr zugkräftig.
Wer den Gegner kennt, weiß auch, wie die Hebel anzusetzen sind, um ehrenvoll zu bestehen. Nun hatte Deutschland in Helsinki ausreichend Gelegenheit, das Spiel der Jugoslawen zu studieren. Bundestrai- ner Herberger kann daher seine Schachzüge genau bestimmen. Unsere Amateure spielten ja bereits gegen Jugoslawien und die 1:3-Niederlage läßt den Schluß zu, daß es die erste Garnitur Deutschlands noch besser machen kann. Allerdings darf man annehmen, daß die Jugoslawen seinerzeit auf finnischem Boden in der Vorschlußrunde gegen Deutsch land mit Rücksicht auf das bevorstehende Finale gegen Ungarn nur mit „verhaltener Kraft“ spielten.
Jedenfalls setzten sie sich damals nicht mehr ein, als zum Siege unbedingt notwendig war. In Ludwigs hafen am kommenden Sonntag werden die Voraussetzungen also ganz anders sein. Nach Abwägen aller Momente darf man sagen, daß die Aussichten für die deutsche Elf keineswegs am Gefrierpunkt liegen. Dabei darf man hoffen, daß die gute Leistung von Augs burg wiederholt werden kann, selbst unter Berücksichtigung der alten Fußballweisheit, daß jede Mannschaft eben nur so gut spielt, wie es der Gegner zuläßt. Es ist wohl nicht anzunehmen, daß die deutsche Mannschaft noch einmal wie in Paris , unter der Direktive angesetzt wird: „Wir können doch nicht gewinnen, Hauptsache wir vermelden eine klare Niederlage!“
Bobek und Fritz Walter als „Stars“
Nun sind die Namen der Spieler bekannt, die in Ludwigshafen von beiden Ländern eingesetzt werden sollen. Die deutsche Mannschaft hat einen Altersdurchschnitt von 27,3 Jahren, die Jugoslawen sind genau 25 im Durchschnitt. Der Verteidiger Stankovic (31), der berühmte Läufer Cajkovski (29) und der Halblinke Bobek (28) sind die ältesten Leute der Jugoslawen. Auch der Torhüter Beara ist mit von der Partie, nachdem seine vereinsinterne Sperre aufgehoben wurde. Rekordinternationaler bei den Jugoslawen ist Bobek mit 48 Länderspielen (vor Cajkovski 43 und Stankovic 39), bei den Deutschen Fritz Walter mit 32 Länderspielen.
Jugoslawien : Beara; Stankovic, Belin; Cajkovski ,
Horvat, Boskov ; Hercec, Ognjanov, Vukas , Bobek,
Zebec . Reserve: Stojanovic, Tasic, Crnkovic, Rajkov,
Lipusinovic und Jocic.
Deutschland : Turek; Retter, Kohlmeyer; Eckel,
Moore entthronte Weltmeister Maxim
Boxerische Ueberlegenheit des Herausforderers trotz mehrmaliger Ermahnungen
Vor 13 000 Zuschauern schlug der 36 Jahre farbige Archie Moore (St. Louis ) a mMittwoch in seiner Vaterstadt den sechs Jahre jüngeren Cleveländer Titelhalter Joey Maxim (USA ) nach Punkten und gewann, damit die Boxweltmeisterschaft im Halbschwergewicht. Trotz seiner 16jährigen Ringpraxis und des eindrucksvollen Rekords von 105 Erfolgen (darunter 73 durch ko) in 129 Kämpfen bewarb sich Moore zum ersten Male um die Weltmeisterschaft.
. Schon in der ersten Runde griff der Herausforderer Moore seinen Gegner energisch an und landete trotz beidhändiger Abwehr einige Kopf- tfnd Körpertreffer. Der lebhafte Schlagwechsel setzte sich' auch in der zweiten Runde fort. In der vierten Runde verlegte sich Moore überraschend- auf Verteidigung, so daß ihn der Ringrichter zum kämpfen ermahnen mußte. Die nächsten Runden verliefen ohne große Ereignisse. Während Moore beide Fäuste sehr gut einzusetzen verstand und die ersten Wirkungen bei Maxim erzielte, war der Meister wiederholt mit der Linken sehr aktiv. Sobald Moore ernstlich angegriffen wurde, versteifte er sich auf seine eigenartige Verteidigungsmethode, die. ihm erneut eine Verwarnung des Ringrichters einbrachte. Von der neunten Runde an befand sich Maxim auf dem Rückzuge. Moore wurde bedeutend aggressiver und kam wiederholt mit Aufwärtshaken durch. Besonders stark kam der Herausforderer in der 15. und letzten Runde heraus, in der Maxim völlig an den Seilen festgenagelt wurde. Trotz dieser boxerischen Ueberlegenheit gewann Moore nur mit 76:74 Punkten, da ihm die Verwarnungen abgezogen werden mußten.
Turpin verzichtet out Titel
Der Europameister und britische Titelhalter im Mittelgewicht, Randolph Turpin (England), verzichtete am Mittwoch auf seinen Titel als Britischer Halbschwergewichtsmeister. Turpin bleibt aber weiterhin Empire-Meister im Halbschwergewicht. Er mußte auf Grund der Regeln des Britischen Boxverbandes, nach denen ein Boxer keine zwei Titel in verschiedenen Gewichtsklassen auf sich vereinigen kann, auf eine 'Meisterschaft verzichten. Er wählte, mit Rücksicht auf den zu erwartenden Weltmeisterschaftskampf im Mittelgewicht gegen Robinson (USA ), den britischen Halbschwergewichtstitel.
Fürst Metternich aus Mexiko zurück
Der Porschefahrer Fürst Metternich kehrte am Mittwoch von Mexiko kommend nach Deutschland zurück.. Fürst Metternich , der für seinen 7. Platz im Gesamtklassement und seinen Sieg in der 1,5 Liter- Klasse der „Carrera Panamericana“ in Mexiko einen wertvollen Pokal des Präsidenten von Mexiko erhielt, erzählte bei seiner Landung auf dem Rhein- Main-Flughafen
über seine Erlebnisse vor und während dieses großen Automobilrennens.
Zur'gleichen Zeit, als Fürst Metternich eintraf, verabschiedete sich auf dem Flughafen die letzte Gruppe der Aegyptenexpedition des süddeutschen Fußball- Hereins Eintracht Frankfurt.
> Künftig kein 18 km-Langlauf mehr
Dr. Fredy Stöber, der Sportwart des Deutschen Skiverbandes , bestätigte auf einer Skitagung in Hin terzarten , daß künftig der 18 km-Langlauf gemäß den internationalen Bestimmungen nicht mehr ausgetragen wird. Dafür wird künftig ein 15 km-Langlauf und ein 30 km Dauerlauf ausgetragen. Dr. Stöber empfahl allen Langläufern, die das 24. Lebensjahr überschritten haben, sich rechtzeitig auf den 30 km Dauerlauf umzustellen, da auf dieser Strecke die Siegesaussichten größer seien.
Homickel bleibt Voisitzender des VSS
Bei der Generalversammlung des Vereins Stutt garter Sportpresse, in dem alle Sportjournalisten von Württemberg zusammengeschlossen sind, wurde am Mittwochabend der Herausgeber der „Sport-Illustrierten“, Emst Homickel, Stuttgart , zum ersten Vorsitzenden wiedergewählt. Zweiter Vorsitzender blieb Reinhold Appel (Stuttgarter Zeitung ).
„Augsburger Elf“ nur auf den Flügeln ab. Herberger hat wieder auf seine beiden Essener Rotweißen Termath und Rahn zurückgegriffen. Dieser Entschluß wurde dadurch erleichtert, daß Ber Kölner Schäfer selbst darum gebeten hatte, nicht aufgestellt zu werden. Schäfer fühlt sich nicht auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit, da ihm eine alte Verletzung zu schaffen macht. Er spielt zwar für seinen Club, bedarf aber dauernder Spezialbehandlung und konnte es vor sich selbst nicht verantworten, unter diesen Umständen auf einen Platz in der Nationalelf zu bestehen.
Deutsche Fu6ball-EU schon in Ludwigshafen
Die für das .Fußball-Länderspiel vorgesesehenen deutschen Nationalspieler hatten sich bereits am Donnerstag in Ludwigshafen versammelt, um vom Bundestrainer Sepp Herberger die letzten Anweisungen entgegenzunehmen. Die Spieler, die sich alle in bester körperlicher Verfassung befinden, sind bei einem bekannten Sportler in der Nähe Ludv. isha- fens untergebracht. An dem letzten Vorbereitungstraining vor dem Länderspiel nehmen die Gebrüder Walter, Eckel, Kohlmeyer (alle 1. FC Kaiserslautern ), Rahn, Termath (Rotweiß Essen ), Morlock (1. FC Nürnberg),' Schanko (Borussia Dortmund ), Retter (VfB Stuttgart ), Posipal (Hamburger SV ), Turek (Fortuna Düssesdorf) sowie die Ersatzspieler Böge- lein (VfB Stuttgart ), Bauer (Bayern München ), Metz- ner (KSV Hessen Kassel ), Schäfer (Siegen) und Kloth (Schalke 04 ) teil.
Außerordentlicher DFB-Bundestag einberufen ,
Der Deutsche Fußballbund (DFB ) hat auf Anträge des Westdeutschen Fußballverbandes und des Fußballverbandes Rheinland/Pfalz hin für den 24. Januar einen außerordentlichen Bundestag des DFB nach Frankfurt a. M. einberufen. Ueber zwei wichti
ge Probleme haben die Vertreter des deutschen Fuß« ballsports zu beraten. Der westdeutsche Verband be* antragt, das Vertragsspielerstatut den derzeitigen Verhältnissen anzupassen. Hierzu wird vorgeschla- gen, die periodische Vorlage der Vereinsbilanzen zwingend zu machen, die Vertragsspielerabteihmgen rechtlich und wirtschaftlich aus den Hauptvereinen auszugliedern und durch Amateure leiten und kontrollieren zu lassen. Der FV Rheinland/Pfalz stellt erneut seinen Antrag auf Einbeziehung eifies zweiten Vertreters in die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft durch eine Entscheidungsrunde. Es wird aber freigestellt, den achten Teilnehmer an den Endspielen durch ein Entscheidungsspiel zwischen den beiden Zweiten der Verbandsmeisterschaften von Rh'einland/Pfalz und Norddeutschland zu ermitteln. '
Die Favoriten ringen auswärts
Im Kampf um die Nordbadische Mannschaftsmeisterschaft im Ringen stehen folgende Paarungen aift dem Plan: SV Ketsch — SV Brötzingen; KSV Wiesental — RSC Viernheim; Germania Bruchsal — KSV Kirrlach; Germania Karlsruhe — ASV Feudenheim und ASV Heidelberg — Eiche Sandhofen . Die Tabellenführer, Sandhofen , Brötzingen und Viernheim ringen also auswärts und haben dazu noch in Hei delberg , Ketsch und Wiesental starke Gegner. Ketsch und Brötzingen trennten sich im Vorkampf 4:4. Wenn auch die Brötzinger Mannschaft an Kampfstärke zugenommen hat, so wird sie doch froh sein müssen, wenigstens mit einem Punkt nach Pforzheim zurückzukehren. Wiesental verlor den Vorkampf gegen Viernheim 'mit 2:6 Siegen. Die Viernheimer gelten auch im Rückkampf leicht als Favoriten, es ist aber aueh sehr leicht eine Punkteteilung möglich. 4:4 trennten sich im Vorkampf Kirrlach und Bruchasl. Auf eigener Matte, am Samstagabend in der Bruch- saler ASV-Sporthalle, wird mit einem knappen Bruchsaler Sieg gerechnet. Germania Karlsruhe ringt am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) auf dem Germa nia -Sportplatz gegen den Vorjahrsmeister Feuden heim . Die Karlsruher Staffel verlor den Vorkampf in Feudenheim 1:7. Erstmalig wird Karlsruhe komplett antreten, wahrscheinlich mit Hoffmann, Schäfer, Schenk, Häberer, Schweikert, Martus, Suchanek und Göttler, so daß es hier evtl, eine Ueberraschung geben kann.
„Club" fährt mit Aufwind nach Regensburg
Schwaben Augsburg — ASV Feudenheim; FC Freiburg — VfL Neckarau; SV Dannstadt — Bayern Hof; ASV Cham — 1. FC Bamberg ; Jahn Regensburg — 1. FC Pforzheim ; ASV Durlach — SSV Reutlingen; FC Singen 04 — Hessen Kassel ; Union Böck Ingen — TSV Straubing; SV Wiesbaden — KFV.
Süddeutschlands zweite Liga geht mit Riesenschritten der Halbzeit entgegen. Noch ist die Frage nach dem Halbzeitmeister völlig offen. Hessen Kassel oder Jahn Regensburg ist die große Frage, während man Bayern Hof nur noch Außenseiterchancen einräumt. Am kommenden Sonntag sieht es fast so aus, als ob Jahn Regensburg wieder die Tabellenführung erstürmen könnte. Die Regensburger treten zu Hause gegen den 1. FC Pforzheim an und sollten dabei, durch den Punktverlust gegen Böckingen gewarnt, zu einem doppelten Punktgewinn kommen. Doch auch der Pforzheimer „Club“ fährt mit viel Aufwind in den Regensburger Strudel. Da Hessen Kassel seinen Spieler Metzner als Ersatzmann für die Natio nalelf abstellen muß, haben die Kasselaner einen Antrag auf Absetzung des Spieles gestellt. Ob ihm stattgegeben wird, steht noch nicht fest. Sollte Kas sel spielen, steht den Nordhessen in Singen ein schweres Spiel bevor. Der Tabellendritte Bayern Hof tritt in Darmstadt an und hat dort gewisse Aussichten, beide Punkte zu holen, um damit die Anwartschaft auf die Herbstmeisterschaft zu wahren. Der SV Wiesbaden empfängt' zu Hause den KFV. Beide Mannschaften werden dabei versuchen, sich durch einen Erfolg eiif gutes Sprungbrett für die Rückrunde zu verschaffen. Auf Grund des Platzvorteils dürfen allerdings die Wiesbadener favorisiert wer den.
Reutlingen hat durch seine 5:0-Niederlage in Hof einen schweren Dämpfer bekommen, den es jetzt wieder auszubügeln gilt. Ob dies allerdings in Dur lach möglich ist, erscheint fraglich, da die Durlacher im Siegesfalle sogar den SSV Reutlingen überflügeln können. Erbittert wird wieder im Unterhaus der zweiten Liga Süd gerungen werden, der VfL Neckarau, der jetzt wieder das Tabellenende ziert, steht beim Freiburger FC vor, einer fast unlösbaren Aufgabe und hat wenig Aussichten, seinen Platz durch einen Erfolg zu verbessern. Der ASV Cham , bei dem die Arbeit von Diplomsportlehrer Schmid bereits ihre Früchte trägt, empfängt zu Hause den FC Bamberg. Noch vor 14 Tagen hätte man die Gäste favorisieren müssen. Heute aber haben sich die Platzherren wieder das Rückgrat gesteift und gehen mit besten Aussichten in dieses Treffen. Die Böckin- ger. Union kann nach ihrem überraschenden Punktgewinn in Regensburg ihren Tabellenplatz weiter verbessern, wenn es ihr gelingt, zu Hause den TSV Straubing zu schlagen. Auch Schwaben Augsburg hofft auf einen neuerlichen Erfolg im Heimspiel gegen den ASV Feudenheim.
DFB -Bundesgericht sprach Ulm frei
Der süddeutsche Fußballverein TSG Ulm 46, der am 15. August vom Verb andsgerieht des Wiirttem- bergischen Fußball-Verbandes zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, weil er zur Hebung seiner Spielstärke in einer Sportzeitung Spieler gesucht hatte, wurde in der Berufungsverhandlung vom Bundesgericht des Deutschen Fußballbundes freigesprochen. Das württembergische Verbandsgericht hatte seinerzeit die Auffassung vertreten, daß diese Art der Spielersuche mit dem sportlichen Amateurgedanken nicht vereinbar sei. In der Begründung
Die dieser Tage in Herrenberg abgehaltene Zucht- viehversteigerung stand unter ungünstigen Voraussetzungen. Die allgemein schlechte Futterversorgung in diesem Jahr, die bis vor kurzem ungünstige Seuchenlage und eine verkehrsbehinderte Glatteisbildung am Morgen des Versteigerungstages dürften manchen Käufer vom Besuch der Veranstaltung abgehalten haben. Zur Sonderkörung waren 110 Bullen aufgetrieben worden, von denen 20 nicht gekört wurden. Weitere 20 Bullen kamen in Zuchtwertklasse II und 70 in Zuchtwertklasse III. Da die Versteigerung um vier Wochen hatte verlegt werden müssen, handelte es sich durchweg um schwere, rumpfige Tiere, die allerdings zum Teil in mäßigem Futterzustand vorgestellt wurden. Auffallend waren die guten Milchleistungen der Vorfahren, so daß 87 Prozent der Bullen Leistungsnote' I und II und nur 13 Prozent Leistungsnote III hatten. Von 20 Bullen war die Mutter im Deutschen Rinderleistungsbuch eingetragen. Der Spitzenbulle wurde um 4750 Mark von der Gemeinde Bleichstetten, Kreis Reutlingen , erworben. Die Bullen der Zuchtwertklasse II wechselten zum Durchschnittspreis von 2630 Mark den Besitzer. Gefragt waren auch die Bullen der Zucht- wertklaese III mit Leistungsnote I, die im Durchschnitt noch zu 1570 Mark verkauft wurden, wäh
rend der Versteigerungsgang bei den übrigen Bullen der Zuchtwertklasse III sehr schleppend vor sich ging. 24 Bullen blieben unverkauft. Erfreulich war die ausgeglichene, gute Qualität der aufgetriebenen 24 Zuchtkalbinnen. Auch die Nachfrage und der Durchschnittspreis von 1547 Mark waren in Anbetracht der angespannten Futterverhältnisse als gut 2 U bezeichnen. Der Gang der Versteigerung zeigte wiederum, daß die Züchter künftig wirklich gute Bullenkälber mit sehr guten Vorfahrenleistungen ■aufziehen, dafür aber mehr Kuhkälber anstellen und als Kalbinnen auf die Versteigerungen bringen sollten. Am 15. und 16. Januar findet die nächste Zuchtviehversteigerung in Herrenberg statt, zu der 140 Bullen und 60 Kalbinnen angemeldet sind.
Seelsoigedienst für Bundesgrenzschutz
Die evangelische Kirche bereitet einen Seelsorgedienst für den Bundesgrenzschutz vor. Gegenwärtig sei enbereits elf evangelische Pfarrer hauptamtlich für die deutschen Diensteinheiten bei den amerikani schen Truppen tätig, während ein ähnlicher Seelsorgedienst für die Diensteinheiten der britischen Besatzungsmacht vorbereitet werde.
weist das Bundesgericht darauf hin, daß man es nach dem bestehenden Rechtszustand den Vertrags- spielermannschaften nicht verargen könne, wenn sie durch mündliche, briefliche oder Annoncenwerbung Spieler suchten. Nur wenn den Spielern in den Anzeigen Zuwendungen oder Leistungen versprochen würden, die nicht mit dem Vertragsspielerstatut zu vereinbaren seien, könne ein Verein bestraft werden. Das treffe im Falle Ulm nicht zu. Abschließend weist das Bundesgericht darauf hin, daß es durch den Beschluß des DFB -Bundestags vom 15. November 1952 in Zukunft allen Vereinen und auch Spielern untersagt sei, ähnliche Inserate in Zeitung«! und Zeitschriften aufzugeben.
Nur zwei Spiele in Nordbaden
KSC Mühlburg/Phönix — Viernheim ; FC Birken feld — DSC Heidelberg.
Zwei Nachholspiele stehen auf dem Wochenendprogramm der nordbadischen Fußball-Amateurliga. Dabei sollte bereits am Samstag Mühlburg/Phönix zu einem sicheren Heimsieg gegen Viernheim kommen. Im zweiten Treffen muß sich DSC Heidelberg schon von der besten Seite zeigen, wenn die Punkte in Birkenfeld gewonnen werden sollen.
2. Amateurliga, Staffel II: Rußheim — Durlach- Aue; Wiesental — Weingarten; Blankenloch - Karls dorf ; Söllingen— Eggenstein.
Die Staffel I hat die Vorrunde beendet und ist spielfrei.
Vorentscheidung im Davispokal
In Sydney fällt seit gestern bis zum 20. Dezember die Vorentscheidung des diesjährigen Davispokals mit dem zweiten Interzonenfinale zwischen Italien und den USA . Der Sieger bestreitet die Herausforderungsrunde gegen Australien vom 29.—31. Dezember in Adelaide . Italien hatte im ersten Interzonenfinale erhebliche Mühe mit Indien , ehe der 3:2-Sieg sichergestellt wurde. Dies lag allerdings in erster Linie an den hervorragenden Leistungen des Inders Sumant Misra. Gegen die USA dürfte es für Gardini, Cucelli und die Gebrüder del Bello jedoch kaum zum Erfolg reichen, da die Amerikaner mit Seixas, Trabert, Richardson und Clark nicht nur über die größere Erfahrung verfügen, sondern in Seixas auch einen* Spieler von Weltklasseformat in ihren Reihen haben, der kürzlich sogar den Weltranglisten-Ersten Sedgman schlug. Die Herausforderungsrunde USA — Australien ist damit erneuty die als sicher zu erwartende Lösung. Jn Helsinki Wird die Vorschlußrunde urfi den Königspokal (Halle ) zwischen Finnland und Schweden ausgetragen. Die Gastgeber, die an gleicher Stätte Deutschland mit 3:2 ausschalteten, haben hier gegen die Schweden mit Bergelin, Johansson und Da- vidsson keine Chance. In der zweiten Begegnung der Vorschlußrunde dieses Wettbewerbs kämpft Frank reich vom 26.—28. Dezember in Paris gegen Däne mark .
Seixas gewann den ersten Punkt
Auf den White-City-Plätzen in Sydney begann am Donnerstag das zweite Interzonenflnale um den Davispokal zwischen den USA und Italien mit dem Kampf der beiden Spitzenspieler. Der Amerikaner Vic Seixas hatte dabei erhebliche Mühe, den jungen Italienischen Meister Fausto Gardini in fünf Sätzen zu besiegen und damit die USA mit 1:0 in Führung zu bringen. Seixas siegte schließlich mit 5:7, 3:6, 6:3, 8:6, 6:3. Im vierten Satz hing der Sieg des Amerikaners mehrfach an dem berühmten seidenen Faden.
Trabert gewann glatt
Im zweiten Einzel gewann der Amerikaner Toni Trabert über den Italiener Gianni Cucelli glatt 6:3, 6:1, 6:3 und holte den zweiten Punkt für' die USA . Damit schufen sich die Amerikaner erwartungsgemäß bereits am ersten Tage einen spielentscheidenden Vorsprung, so daß ihr Gesamtsieg kaum mehr in Frage steht.
/erlockendes Profiangebot für Sedgman
Der Uebertritt des Wimbledonsiegers und Weltranglisten-Ersten Frank Sedgman (Australien ) zum Berufssport, über den bereits seit längerer Zeit die verschiedensten Gerüchte umlaufen, nimmt nach einer Verlautbarung des Tennis-Promoters Jach Kramer (USA ), ebenfalls früherer Wimbledonsieger, nunmehr greifbare Formen an. Kramer hat erklärt, daß er Sedgman nach dem Endspiel um den Davispokal ein Angebot unterbreiten werde, das er kaum ab- ’ lehnen könne. Diese Nachricht, die Sedgman vor Pressevertretern bestätigte, hat in Australien beträchtliches Aufsehen erregt.