Nr. 43 Seit* 4

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Offenbarter Tageblatt

Dienstag, 11. August 1950

Missa-Aufführung nach 200 Jahren

Der Kirchenchor von Heilig-Kreuz sang ein Werk des südbarocken Meisters

Meinrad Spieß

ZEITGESCHEHEN

Ostertage - ein wenig verregnet

Die Ostertage sind vorüber. Es kam alles anders, als es der Wettermann vorausgesagt hatte und als es optimistische Leute, die auf die Wetterregel im VolksmundFreitagswet­ter Sonntagswetter schwören, meinten. Der April ist nun einmal ein wetterwendischer Monat, wie wir es noch in unserer Osterspitze feststellten. Er hat seine Daunen und macht mit ihnen auch nicht vor Ostern halt. Wenn wanderlustige Leute mit hochfliegenden Wan­derplänen am frühen Ostersonntag noch mit einem Blick zum Himmel zuversichtlich sein mochten, so waren sie schon bald eines ande­ren belehrt. Der schöne Freitag, und der nicht minder schöne Samstag mit dem trügerischen Abendrot, hatten entschieden zuviel verspro­chen. Eine niedere Wolkendecke zog heran. Es fieselte, es rieselte, es tröpfelte, es regnete in schrägen Regenschauern, die der Nordwind gegen Süden trieb. Zwischendurch hellte es sich einmal auf. Die Sonne blitzte zwischen Blütenträumen. Aber nur kurze Zeit.

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Waren sie uns darum verdorben? Nun, der Osterhase wurde von den Kindern deswegen trotzdem mit hellen Mienengejagt. Und wie! Die Schokolädengeschäfte konnten noch am Karsamstag davon ein Lied singen, in wel­chen Mengen der gebefreudig beflissene Oster­hase einkaufte! Eier wurden auf dem Früh­markt in rauhen Mengen verkauft. Für 19 Dpf. das Stück. An den Ständen ging es- vielfach wie vor Jahren zu, als die Eier noch seltener zu bekommen waren. Es erwies sich aber, daß sie deswegen in der Stadt längst nicht ausver­kauft waren. Abends konnte man sie in man­chen Läden noch billiger haben, als auf dem Markt, insgesamt dürften auch etliche Men­gen Ostereierfarbe aus den Geschäften unter die Leute gekommen sein. Es gab auch eine neuartige Kleisterfarbe in diesem Jahr, von der der Ostertage-Chronist ein Lied singen kann. Bei jeder zweiten Begegnung mit einem Bekannten wird er von der Frage überrascht, wie er zu diesen marmorierten Händen gekom- ^men sei. Natürlich, man war der Gehilfe des Osterhasen! Ganz ohne Zweifel, die Farbe Ist echt und dauerhaft und eignet sich ausgezeich­net für Ostereier, leider aber nicht für Hän­de..

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Wenn die Kleinsten ihren stattlichen Hasen tagten und ihn stolz herum zeigen konnten,

, dieGroßen konnten dies leider wegen des mißmutigen Wetters nicht. Wir meinen hier dieOsterüberraschungen in Form von hüb­schen kecken Frühlingshütchen, eleganten Frühjahrsmänteln, duftigen Frühlingskleidem, mit denen die Damen in der Regel die reprä­sentative Osterparade bestreiten. Wie wir hö­ren, war das diesbezügliche Ostergeschäft nicht schlecht. Vor allem war ein guter Schuhver­kauf vor den Festtagen zu verzeichnen. Wenn man nun alle diese schönen Sachen wegen des Wetters leider nicht so ausgiebig zeigen konn­te, zu einer kleinen Osterparade reichte es im­mer noch. Es war eine recht stattliche Zahl von Offenburgem, die sich zu dem schönen Standkonzert der Stadtkapelle in den Räeanla- gen eingefunden hatten. Sportbegeisterte Da­men konnten ihre Frühlingsüberraschungen für kurze Zeit auch auf der Stegermatt präsen­tieren. Aber wer hätte hier ein sonderliches Auge für solche' Dinge gehabt, wo es vor allem für die Herren der Schöpfung um weit wich­tigere Dinge ging. Das Wesentliche für sie war, daß Offenburg gewonnen hat.

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Es waren mehr oder weniger richtige Pen- del-Ostertage, die wir hinter uns haben. Wenn es sich aufhellte, pendelten wir ein wenig ins Freie, immer ein wenig mit dem Blick auf Deckung. Die fand sich für manchen in einer der gemütlichen Gaststätten, in denen man ge­mächlich sein Glas Wein oder Bier trank. Na­türlich kam die Frage nach dem Wetter aufs Tapet. Sachlich, ironisch oder auch lakonisch stellte man fest: Ostertage ein wenig ver­regnet ....! Theobald.

Sdion wieder ein Einbruch

In der Nackt vom Ostersonntag auf Oster­montag brachen unbekannte Täter in die Park- und Stadthalle-Lichtspiele ein, ohne je­doch irgendwelche besondere Werte zu er­beuten. Die Täter waren von den Stadthalle- Lichtspielen über den an der Rüdefront be­findlichen Balkon in das Büro eingedrungen, nachdem sie sachgemäß die Scheibe der Türe ausgehoben hatten. Sie erbrachen Schränke, Regale und Schreibtische, versuchten auch das Safe im Privatbüro der Besitzerin der Licht­spiele zu erbrechen, was ihnen aber miß­lang. Wie der Geschäftführer der Lichtspiele erklärte, vermutet man, daß die Einbrecher sich nach der letzten Vorstellung am Sonn­tag einsckließen ließen Die Ermittlungen sind im Gange.

Was das Kino bringt

Das Heilige Jahr I. Teil: Porta Santa Öffne Dich. Dieser Film gibt Gelegenheit, we­nigstens auf der Leinwand wichtige Stadien des Heiligen Jahres mitzuerleben. Er wird in verschiedenen Sondervorstellungen nur Mitt­woch und Donnerstag jeweils um 15.30, 18 und 20.30 Uhr im Park vorgeführt.La Haba­nera. In den Stadthalle nur Mittwoch 18 und 20.30 und Donnerstag nur 18 Uhr »La Haba­nera mit Zarah Leander .

Am Ostersonntag führte Josef M. Fasben­der mit seinem Kirchenchor von Heilig Kreuz die Missa brevis in e-moll des Süd­barock-Meisters Meinrad Spieß auf. Das Werk galt, wie wir bereits in unserer Ankün­digung mitteilten, bis noch vor kurzer Zeit als verschollen. Es ist eine Ausgrabung des Musik­wissenschaftlers Alfred Goldmann, der an einer Biographie von Meinrad Spieß arbeitet und im Münchener Hauptstaatsarchiv eine Reihe bisher unbekannter Dokumente über den Komponisten gefunden hat. Wenn bisherige Aufführungen von einzelnen Werken am Rundfunk Stuttgart und München als günstiges Vorzeichen gewer­tet werden können, so steht eine Renaissance des Komponisten bevor, die unseres Erachtens zwar nicht der Neuentdeckung einer musik- scköpferiscken Erscheinung wie sie etwa die Zeitgenossen Joh Seb. Bach oder Händel dar­stellen, entspricht, die aber doch auch eine in­teressante Bereicherung unseres Musiklebens aus der Stilepoche des Barocks bedeutet.

Wer war Meinrad Spieß ? In einem gewöhn­licken Lexikon sucht man vergeblich nach sei­nem Namen. Spieß wurde 1683 in Honsolgen im Allgäu als Sohn eines Lehrers und Orga­nisten geboren und starb im Jahre 1761. Er war also zwei Jahre älter als Händel und achtzehn Jahre jünger als Bach. Nach Mitteilungen des Musik-Lexikons von Riemann wurde Spieß 1702 in das Benediktinerstift Vrsee aufgenom­men. Der musikliebende Abt erkannte die mu­sikalische Begabung von Meinrad Spieß und ließ ihm bei dem Münchener Hofkapellmeister Bernabei eine gründliche Ausbildung zuteil werden. 1712 wurde er zum Musikdirektor des Freien Reihsstiftes berufen. Er bekleidete die­ses Amt bis zum Jahre 1750. Vom Jahre 1713 an entstanden Kompositionen von Messen, Psal­men und Motetten und andere geistlicke Chor­werke. Er schrieb auch zwölf Triosonaten für Violinen, Cello und Orgel. Mit 24 seiner be­rühmtesten Zeitgenossen durfte er die Aus­zeichnung teilen, als Mitglied derCorrespon- dierenden Societät der musikalischen Wissen­schaften in Deutschland anzugehören. Hier fand er Gelegenheit zu fruchtbarem Gedanken­austausch u. a. mit Leopold Mozart , dem Vater von Wolfgang Amadeus Mozart . Sein Name wurde zu seiner Zeit durch den 174? erschie­nenenTraktatus musicus, einem Lehrbuck der Komposition, bekannt. Soweit das Biogra­phische.

Wie es schon die Bezeichnung Missa brevis dartut, handelt es sich bei dem Spießscken Werk, das der Kirchenchor von Heilig Kreuz aufführte, um einekurze Messe. Es gibt keine breit gebauten, umfangreichen Sätze. Ihre An­lage weist vielmehr auf eine liturgisch-prak­tische Bestimmung, auf die Gebrauchsmesse hin. Hier nmg der Priester im Komponisten mitbestimmr haben, der den Fortgang der hei­ligen Handlung nicht durch allzu intensive künstlerische Aufenthalte beeinträchtigt sehen möchte. Bei den meisten und vor allem den späteren Messen anderer Meister liegen musi­kalisch-gedankliche Schwergewichte auf dem Gloria und beim Credo. Bei Spieß verschieben sich diese gleichsam. So wird bei ihm beispiels­weise das Sanctus zu einer Art Credo. Das Gloria ist mit seinem dreimaligen flehenden Misere fast ein vorausgenommenes Agnus dei, während dies, wenigstens anfänglich, nahezu hymnisch wirkt. Die musikalische Sprache der

Trotz des Osterfeiertags waren 3500 Zuschauer erschienen, um den Kampf zu erleben, den die Mannschaft der OSV gegen ein Mitglied der 1. schweizerischen Division, den BC Zürich, ausfocht. Nachdem der 2. Vorsitzende der OSV, Bitter, die Gäste begrüßt und im Namen des Vereins ein Blumengebinde überreicht hatte, dankte der Ka­pitän der Züricher Mannschaft für die freundliche Aufnahme und überreichte ein Gegengeschenk.

Nun begann unter Leitung von Schiedsrichter Kempf-Zunsweier das Spiel, das durch den äußerst fairen Kampf beider Mannschaften kaum Gelegen­heit zum Pfeifen gab. Die sympathischen Gäste aus der Schweiz fanden sich rascher und zeigten flüssige, schöne Kombinationen. Bald kam jedoch auch Offenburg auf, und es entwickelte sich nun ein herrlicher Kampf mit rasch wechselnden Si­tuationen. Kaum hatte der schweizerische Halb­rechte mit einem scharfen Schuß, den Vogel präch­tig hielt, einen Angriff abgeschlossen, als Müller ln der 12. Minute mit, einem Saftschuß nur die Latte treffen konnte. Aber drei Minuten später gelang es Willimowski, der wieder hervorragend aufgelegt war, den Ball zum ersten Tor einzu­schieben. Auch im weiteren Verlauf des Spieles kamen die begeisterten Zuschauer voll auf ihre Kosten, denn kaum hatte der wie selten schön kombinierende Sturm einen Angriff abgeschlos­sen, da lief wieder der Ball von Mann zu Mann der schweizerischen Mannschaft, und nur der volle Einsatz def Offenburger Abwehr, die wieder ihre große Klasse zeigte, verhinderte einen Gegentref, fer. Es wäre ungerecht, einen einzelnen hervor­heben zu wollen. Denn angefangen mit Vogel im Tor, über Merz und Babold bis zu Pfeiffer zeig­ten alle eine hervorragende Abwehrleistung. Kurz vor Halbzeit erzielte Willimowski mit einer sei­ner typischen fußballartistischen Zwischenejnlagen ein weiteres Tor, das jedoch wegen Abseitsstel­lung nicht anerkannt wurde. Nach Wiederanpfiff konnte Müller bald nach einer schönen Herein­gabe von Herold zum zweiten Tor eind rücken. Die Gäste gaben sich jedoch noch nicht geschla­gen. Gleich darauf konnte Vogel prachtvoll einen Kopfball des Schweizer Mittelstürmers halten. Der Offenburgdr Sturm, durch Bittner erheblich ver­stärkt, lief nun auf vollen Touren. Während Arm- bruster und KHngert in der Läuferreihe zerstör­ten, abwehrten und aufbauten, kombinierte und schoß der Sturm, daß alle Zuschauerherzen höher schlugen. Und die Schweizer Abwehr war be­stimmt nicht schlecht. Besonders der rechte Ver­teidiger machte Herold schwer zu schaffen. Ganz hervorragend war auch der Mittelläufer der Gä­ste, und besonders auch ihr Torwart, der an kei­nem der Tore Schuld trug und durch einige sehr schöne Paraden seine große Klasse unter Beweis stellte.

Der Offenburger Sturm war jedoch nicht zu

Messe ist zwar nicht ohne Ansprüche, aber doch in ihrem Grundcharakter schlicht und unkom­pliziert. Es ist interessant, wie sich in ihr eine Mischung von barockem und zugleich späterem klassischem, von polyphonem und homophonem Ausdruck feststellen läßt. Der motettische Über­schwang, ein Zeitkind jener Tage, ist auf ein begrenztes Maß beschnitten, das einem zeit­geschichtlich späteren Empfinden entgegen kommt So schlicht auch nun diese Aussage ist, sie ist zugleich in vielem von einer frommen Innigkeit und Gefühlstiefe. Wenn auch der Ge- samteindruck des Werkes nicht als überwälti­gend stark bezeichnet weiuoa kann, so wird das Werk in seiner Wirkung durch sie noch in eine echte Erlebnisnähe gerückt.

Die Aufführung bleibt ungeachtet aller Ein­wände ein Verdienst von Josef M. Fasbender. Das mutige Eintreten für einen Komponisten, für ein Werk, das seit über zweihundert Jah­ren nicht mehr erklang, das durchaus'originale Tendenzen aufweist und so vielen musikali­schen Messen von kleineren Komponisten, wie sie in den verschiedensten Gotteshäusern im­mer wieder aufgeführt werden, weit überlegen ist, rechtfertigte unsere .Ankündigung, von einem kirchenmusikalischen Ereignis für Of­ fenburg zu sprechen. Man muß zwar Spieß nur einen Zeitgenossen der Bach und Händel nen­nen, aber immerhin als einen ihrer begab­testen. Daß nun aber die Messe am Ostersonn­tag zu einem nachhaltigen Erlebnis wurde, das noch lange in uns nachklingen wird und mit Recht nach den Worten von Stadtpfarrer Hugle in seiner so gedankentiefen Predigt als einer­hebendes Ostergeschenk bezeichnet werden konnte, das verdankten alle die vielen Besucher des Gottesdienstes dem Kirchenchor von Heilig Kreuz, der sich unter der Leitung von Josef M. Fasbender, in Begleitung durch ein' aus Kräften des Orchestervereins zusam­mengestelltes Streichorchester und mit Maria Hugle an der Orgel, für eine vorbildliche Wie­dergabe einzusetzen wußte. Diese Messe war, man spürte das, in allen ihren Teilen sorgsam und liebevoll durchgearbeitet. Sie gab Zeugnis von der gepflegten Gesangskultur des Chors, sowohl des reinen, klaren Soprans, der klang­schönen Tenöre als auch der vollen tieferen Stimmen. Es ist mit ein Reiz der Messe, daß sie gleichsam jeder Stimmlage besondere Par­tien zuweist, um sie wirkungsvoll zur Geltung kommen zu lassen. Es gab hier in allem Lei­stungen, die nicht leicht übertroffen werden können. Meinrad Spieß , der Benediktiner -Kom­ponist, müßte wohl seine Verwunderung und seine Freude darüber ausgedrückt haben, wenn er unter den vielen Kirchenbesuchern geweilt hätte, die in dieser Kirche schon einen Händel, einen Haydn, einen Mozart, einen Beethoven , einen Bruckner in soviel anderen, in so ver­schiedenen Klängen vernommen haben. K. G.

Klassische Kirchenmusik

in St. Dreifaltigkeit

In diesem Jahre war fast die gesamte Kir­chenmusik von Karfreitag bis den Oster- tagep in der Dreifaltigkeitskirche auf den streng klassischen, palestrinensischen Stil aus­gerichtet. Dies gilt auch für die diesjährige OsterfestmesseEcce nunc benedicite von Orlando di Lasso. Es war kein ge­ringes Wagnis, diese 6-stimmige Messe einzu­

halten. Die Mitte, der rechte wie der linke Flügel, waren gleich gut, und besonders der rechte Flü­gel leistete an technischem Können und spieleri­schem Einsatz Hervorragendes. Müller und Höfler waren gleich gut und verstanden sich ausgezeich­net. Wunderbar war wieder Willimowski in der Mitte. Seine Uneigennützigkeit ist vorbildlick für die ganze Mannschaft, und selten sah man ihn so schießen wie bei diesem Spiel. Besonders sein Prachtschuß aus etwa 15 Meter Entfernung in der Mitte der 2. Halbzeit ln die linke obere Ecke war nicht von Pappe. Bittner auf halblinks hatte zu diesem Treffen Spielerlaubnis erhalten und zeigte mit seinen zwei Toren, daß er der ge­eignete Mann für diesen Posten wäre. Sein Tor in der 18. Minute der zweiten Halbzeit war bei­spielhaft. Offenburg gelang es nun immer mehr, dag Spiel an sich zu reißen. In der 75. Minute lenkte der linke Verteidiger der Gäste einen Schuß Bittners ins eigene Tor. Kaum 5 Minuten später gelang es dann Bittner aus nächster Nähe, aus einer Drangperiode heraus zum 5:0 einzuschie­ßen. Die Schweizer Gäste ließen nun merklich nach. Trotzdem gelang es in der 85. Minute ihrem Halbrechten noch, den wohlverdienten Ehrentref­fer zu erzielen. In einem kleinen Wolkenbruch ging dann der Schlußpfiff des Schiedsrichters un­ter. Beide Mannschaften hatten sich einen schönen, fairen Freundschaftskampf geliefert, und Otten­burgs Fußballfreunde werden sich gerne der Zü­ richer Gäste erinnern.

Boxern

Harte Begegnung erbrachte OSV-Sieg

Offenburger,». reinigung Lahr 8:7

Am Ostersamstag konnte die Box-Abteilung der OSV ihre Anhänger wiederum auf das angenehmste überraschen. Gelang es ihr doch, die kampfstarke Staffel Blau-Weiß Lahr nach erbitterten Kämpfen mit 0:7 zu schlagen. Nach der Begrüßungsansprache durch den Vereinsvorsitzenden, Herrn Kahles, gab Ringrichter Dreher (Freiburg ) den Bing frei.

Im Fliegengewicht traf Kiefer (OSV) auf Schnei­der (Lahr ). Nach zwei ausgeglichenen Runden konnte er sich in der dritten Bunde einen Punkt­vorsprung erkämpfen, der ihm den knappen, aber verdienten Sieg brachte. Aeußerst hart war die Begegnung im Bantamgewicht. Bodins Gegner war der südbadische Bantamgewichtsmeister Wiegert (Lahr ). Beide Kämpfer zeichneten sich durch ge­waltige Härte im Nehmen und Geben aus. Bodin konnte sich in den ersten Runden schön durchset­zen und es gelang Ihm sogar, seinen Gegner bis 8 auf die Bretter zu schlagen. Doch dem ungeheuren Angriffswillen des Lahrers war es zu verdanken.

studieren. Eine gewisse Vorschulung hatte der Chor bereits durch eine zu Weihnachten 1948 durchgearbeitete Palestrina -Messe (ad fugam). Studienrat Braunstein brachte nun die Messe von Orlando di Lasso im österlichen Hochamt in wirklich ausgefeilter und wür­diger Weise zur Aufführung. Bei der klanglich so warmen und polyphon doch fein aufgeglie­derten Wiedergabe vergaß man, daß dieses bei aller kirchlichen Strenge doch so lebendige Werk des großen Niederländers bereits über 400 Jahre alt ist. Ja, wir Menschen unserer leidgeprüften Zeit haben sogar zu dieser stren­gen Musik wesentlich tiefere seelische Bezie­hungen als etwa zu manchen geistlichen Schöpfungen eines Haydn oder Mozart . Die im Amte nach eingefügten Chöre von Palestrina und Prätorius paßten stilvoll recht gut zu der Messe und wurden ebenfalls in vortrefflicher Ausarbeitung dargeboten. -n.

Unser kritischer Filmbericht:

Figaros Hochzeit " im Film

Der Musikfilm nimmt in der Filmproduk­tion einen gewichtigen Platz ein. Neben der bevorzugten Operette wird auch die Oper ver­filmt. Selbst die sinfonische Musik, wie das zuletzt noch der österreichische Beethovenfilm zeigte, wird filmisch verwertet. Es mag zu diesen Versuchen einmal der Mangel an guten Drehbüchern, dann der Ehrgeiz darstellerischer Entfaltung an erprobten Stoffen, nicht zuletzt aber das Interesse des Publikums auch an be­rühmter Musik beitragen.

Ueber die Ostertage wurde in den Park­lichtspielen der Defa-FilmFigaros Hock­zelt" gezeigt. Die berühmte Oper Mozarts ist in ihm weitgehendst in ihrem Original­zustande belassen, so -daß man hier mit eini­gem Recht von einer verfilmten Oper spre­chen kann. Aber gibt es nun das? Seltsamer Weise empfindet man immer wieder gerade auch bei diesem Film trotz.noch so interessan­ter Illusionssteigerungen, wie sehr doch die eigentliche Welt der klassischen Oper der Bühne zugehörig ist. Der Regisseur Georg Wildhagen vermochte wohl die Schauplätze weiträumiger zu gestalten, aber ihre örtliche Gebundenheit nicht aufzuheben.

Wildhagen inszenierte auf dieRevolutions­oper hin, welche Mozarts Gegner schon in dem Werk witterten. Es kann dazu allerding» gerade nur Andeutungen hergeben. Diese An­deutungen werden von Wildhagen am Schopf* gefaßt. Der verliebte Cherubin soll das Küs­sen und Kosen aufgeben und Soldat werden. Das Soldatwerden wird für ihn zu einer er­schreckenden Vision des Schlachtenlärms. Die Szene wird so zu einer wirksamen Anti- Kriegs-Demonstration. Den nächtlichen. Sze­nen der zum Zuschlägen bereiten Bauern im Park konnte man allerdings nur das übliche drohende Moment mitgeben. Wie. schade für unsere Zeit, daß da Ponte schon zu Mozart » Zeit allegefährlichen Stellen aus dem Auf­führungsbuch strich! Künstlerisch bedeutete es ein Manko, daß die verschiedensten Rollen gleichsamdoppelt besetzt werden mußten. Die agierenden Personen sind vielfach keine Sänger und es mußte eineSynchronisation stättfinden. Einzig Willy Domgraf-Faßbender und Mathieu Ahlersmeyer (Figaro bezw. Al­ma viva) sind auch nach dieser Seite hin echt. Darstellerisch, gesanglich als auch musikalisch zeigt der Film hervorragende Leistungen. Aber der Eindruck läßt sich nicht verwischen: wir sahen keine Oper, auch keinen eigentlichen Film. Besser wäre es vielleicht gewesen, man hätte, wie vielfach üblich, einen Film um eine Oper gedreht. -S;

daß sich Bodin mit einem Unentschieden begnügen mußte. Ein unglückliches Ergebnis hatte der Federgewichtskampl zur Folge. Bodin H, der sei­nen ersten Kampf absolvierte, wich seinem erfah­renen Gegner Hanger (Lahr ) gut aus und konnte dessen ungestüme und blitzschnelle Angriffe mit aller Ruhe und mit seiner guten Linken stoppen, mußte aber schließlich seinem Gegner den k.o.-Sieg überlassen. In Lott (OSV) und Eichner (Lahr ) standen sich im Leichtgewicht zwei Nahkämpfer gegenüber, <Jie sich nichts schenkten. Nach den ausgeglichenen ersten beiden Runden kam Lott in der dritten immer besser durch und bei öfterem Gebrauch seiner guten Linken hätte der Punktsieg für den Offenburger weit höher ausfallen können.

Den zweiten Leichtgewichtskampf bestritten Benz (OSV) und dei Fabro (Lahr ). Hier konnte Benz bei weitem nicht so überzeugen wie in den letzten Kämpfen, dock verdaute er die dicksten Brocken und gab den Kampf erst nach einer Handverlet­zung auf. Sieger durch techn. k.o. dei Fabro (Lahr ).

Zwei ungleiche Gegner trafen sich im Welter­gewicht. Link (OSV) begegnete in seinem ersten Kampf dem zweiten südbadischen Meister SChillin- ger (Lahr ) ohne jeden Respekt, doch machte stck seine mangelhafte Technik nachteilig bemerkbar. Punktsieger: Schillinger (Lahr ). Im Mittelgewicht stand Singrin (Lahr ) gegen Kucharezyk (OSV) auf verlassenem Posten. Der Offenburger pendelte sei­nen Gegner regelrecht aus, wobei ihm seine Rechts­auslage noch zunutze kam. Der Punktsieg des Of­fenburgers stand nie in Frage. Der Hauptkampf des Abends und zugleich der schönste war die Be­gegnung des Mittelgewichtlers Bieser (OSV) und des ehemaligen polnischen Schwergewichtsmeisters Orschinsky. Was Bieser an diesem Abend zeigte, war große Klasse. Durch seine ausgefeilte Technik machte er die wilden Angriffe Orschinskys zu­nichte. Bieser -ließ sich nicht einschüchtern und ließ Ihn dank seiner ausgzetchneten Beinarbeit häufig leerlaufenJ Mit glasharten Linken und Rech­ten setzte er Ihm hart zu und sein Punktsieg war verdient.

Der erste Schritt

Wer Ist der schnellste Radfahrer von Offenbare und Umgebung?

Am t3. April um 14 Uhr wird auf der Strecke 100 Meter unterhalb der Kinzigbrücke* Ziegel- scheuer Goldscheuer Marlen und zurückDer erste Schritt 4 des unbekannten Radfahrers durch den Radsportverein Offenburg durchgeftihrt. Start- berechtigt ist jeder Radfahrer Südbadfnä, der noch an keinem öffentlichen Radrennen teilgenom­men hat. Gefahreif wird in zwei Klassen, und zwar Klasse B für Jugendliche von 1416 Jahren mit Tourenrädern und Rennmaschinen nach Gold­scheuer und zurück (20 km). Klasse A. Jugend­liche von 1618 Jahren mit Tourenrädern und Rennmaschinen' nach Marlen und zurück (SO km).

Der erste Schritt wird in ganz Südbaden an diesem Tage durchgeführt und hat den Zweck, den Nachwuchs zu fördern und künftigeGiganten* der Landstraße zu entdecken. An alle jugend­lichen Radfahrer ergeht heute schon die Bitte, diesen Tag der schnellen Radfahrer vorzumerken.

Sport in der Heimat

Osterfußball mit Schweizer Gästen

SV Ofienburg besiegt BC Zürich 5:1

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