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60 Fahrer starten in Hannover

Am Samstag beginnt die Deutschland-Rundfahrt

(ISK) „Diesmal mache ich nicht wieder den tradi­tionellen zweiten in der Deutschland-Rundfahrt', erklärte' uns Straßen- und Stehermeister Erich Bautz (Dortmund ), als wir ihn als As von Patria-WKC. beim Straßentraining erwischen. „Meine Form ist gut, ich werde mich nicht unter Wert verkaufen!” Bekanntlich war Bautz 1947 Im „Grünen Band vom Rhein “ Erster von Diederichs, 1948 Zweiter hinter Hilbert-Frankenthal und 1949 wieder Zweiter hinter Harry Saager-Bad Reichenhall . Erich Bautz fehlt nur noch ein großer Rundfahrtsieg in seiner „Ehren­liste“. Ob es ihm nun 1950 unter SO Fahrern glücken tollte, ausgerechnet wo zum ersten Male wieder in­ternationale Könner aus Belgien , Frankreich , Italien , Holland und der Schweiz teilnehmen?

3800 km über 1300-m-Berge sind schwer Weit über fünf Millionen werden es wieder sein, die Deutschlands Straßen auf der Rundfahrt Tag für Tag vom 12. zum 31. August (mit Start und Ziel von Hannover aus) umsäumen. Nur sekundenschnell wird eine bunte 60-Fahrer-Kette vorüberhuschen. Aber das ganze Fluidum solch einer „Deutschland- Tour“ mit Troß und Industriemesse muß ma n doch erlebt haben. Mit 17 Etappen und 3800 km stellt das diesjährige Rennen die zweitlängste Rundfahrt dar.

Ein gutes Omen für den Kampf der 44 deutschen Fahrer gegen die 18 Ausländer war der zweite Platz, der Müller-Schwenningen ln seinem letzten Probegalopp, beim Profikriterium in Oftringen (Schweiz ) hinter dem Schweizer Kamber errang. Bel Höhenunterschieden von 200 auf 700 Meter zwi­schen zwei Orten und Bergen von 1284 m wie der „Schauinsland“ und 1232 m wie der Feldberg können die deutschen Fahrer nun zeigen, was sie bei der Schweizer Tour gelernt haben. Eines wissen sie: die Trauben hängen hoch in der Konkurrenz mit den Fahrern anderer Nationen. Vor allem auf Harry Saager, den Vorjahressieger, werden alle ein wach­sames Auge haben.

Nur drei Ruhetage In 20 Tagen Es wird getreten und immer wieder getreten, krumm der Buchei, wirbelnd die Beine, rundum um Deutschland nach folgenden Etappen: 12. 8. Start Hannover nach Bielefeld : 13. 8.: Bielefeld —Bocholt

215.8 km; 14. 8.: Bocholt -Aachen 214,7 km; 15. 8.: Aachen —Gießen 276,8 km; 18. 8. Ruhetag in Gießen ; 17. 8.: Gießen—Zweibrüchen 248,5 km; 18. 8.: Zwei­ brücken —Stuttgart 200,5 km; 19. 8.: Stuttgart —Karls- ruhe-Durlach 213,1 km; 20. 8. Karlsruhe —Waldshut über Schauinsland und Feldberg 242,2 km; 21. 8.: Ruhetag in Waldshut ; 22. 8.: Waldshut —Konstanz

181.8 km; 23. 8. Konstanz —Augsburg , ein Teil der Strecke Trajektschiff über den Bodensee 269,9 km;

24. 8 .: Augsburg —Bad Reichenhall 293,3 km; 29. 8.: Bad Reichenball—Regensburg 217,4 km; 26. 8. Re­ gensburg —Nürnberg (zweiter Teil mit Einzelstarts) 103,4 km; 27. 8 .: Nürnberg —Schweinfurt 221,8 km; 28 . 8 .: Ruhetag in Schweinfurt ; 28 . 8.: Schweinfurt —Kassel 216,8 km; 30. 8.: Kassel —Einbeck 228 km; 31. 8.: Schluß: 17. Etappe Einbeck —Hannover 163,7 km. Wieviel von 60 werden nach 3800 km das Ziel am Maschsee in Hannover erreichen?

Bodensee -Segelregatta abgeschlossen

Die Bodensee -Segelregatta, bei der sich Deutsche , Franzosen, Oesterreicher , Schweizer und Dänen 14 Tage lang auf dem „Drei-Länder-Meer“ einen fried­lichen Wettstreit geliefert hatten, wurde am Montag tag abgeschlossen. Die erfolgreichsten Teilnehmer waren der Konstanzer Franz Hitzel mit seiner 6 m- R-Yacht „Esther“, der beinahe alle fünf Rennen seiner Klasse gewonnen hätte, Dr. Curry-München, mit ,„Aera IH“, der nur durch Vorsegeln um alle

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und O. Alcham-Chiemsee, mit ,.Kehrwieder“, 10-qm- Pirat-Jollen, mit vier ersten Plätzen die Hauptbeute verzeiehnete.

Internationales Reitturnier

Ein französisches Komitee veranstaltet am 2. und 3. Sepetmber in Baden-Baden unter Leitung der französischen militärischen Behörde, die für den Pferdesport in der französischen Zone zuständig ist, ein internationales Turnier. Zu diesem sind außer den Reitern der drei Besatzungsmächte Rei­ter aus der Schweiz , Oesterreich, Italien , Holland und Deutschland eingeladen. Es gelangen vier inter­nationale Jagdspringen zur Entscheidung. Je Nation können sechs Reiter teilnehmen. Die Teilnahme der deutschen Reiter wird durch das Deutsche Olym­piade-Komitee für Reiterei in Verbindung mit dem Deutschen Reiter- und Fahrerverband geregelt.

Einigung über das Geschäft

Vertreter des Süddeutschen Fußballverbandes (SFV) und der süddeutschen Toto-Gesellschaften tra­fen sich am Montag in München , um sich über die Heberlassung der Terminlisten der ersten und zwei­ten Liga zu einigen. Nach mehrstündigen Verhand­lungen erklärten sich die Toto-Gesellschaften be­reit, den SFV für die Heberlassung der Termin­listen mit 0,66 Prozent des Gesamtumsatzes zu be­teiligen. Die Verträge werden ln den nächsten Ta­gen unterzeichnet. In Kreisen der Oberliga rechnet man damit, daß die Terminlisten nach Unterzeich­nung der Verträge Anfang nächster Woche freige­geben werden können.

Nürburgring erwartet Rekordbesuch

Vorbereitungen xum „Grand prlx“ auf dem Höhepunkt

„Schade, daß der Tag nur 24 Stunden hat”, denn die Arbelf ist kaum zu bewältigen, meinte der Ge­schäftführer der Nürburgring-GmbH., Koll, dieser Tage. Kaum zwei Wochen noch, und das größte Sportprogramm, das Je auf dem Nürburgring ge­startet worden ist, rollt ab. Der vom ADAC veran­staltete „Große Preis von Deutschland »:“ verspricht das motorsportliche Ereignis des Tages zu werden.

So vieles konnte seit dem „Eifelpokal“ geschaffen werden. Der Ring p-äsentiert' sich inmitten der hochsommerlichen läfrMLanjdsihaft in einef vor­bildlichen Pracht. Heber 150 000 DM wurden benö. tlgt, um das Start- und Zielhaus so aufzustocken, daß es den gesteigerten Anforderungen gerecht wird, um die neue Tribüne mit ihren 1200 Plätzen über dem Eingang zur Hauptkasse zu errichten und schließlich noch die restlichen 10 Kilometer Strek- kenumzäunung herzustellen.

5 Wochen vor dem „Grand Prix“ war die große Haupttribüne bereits ausverkauft — und immer noch häufen sich die Nachfragen aus allen Kreisen der Bevölkerung. Vom Ausland sind die Beneluxstaaten, Frankreich und die Schweiz besonders interessiert. Vor allem, nachdem viele namhafte Fahrer aus die­sen Ländern ihre Startzusage gegeben haben.

Kaum war die Kunde von dem Bau der zweiten Tribüne — die rund 2300 Sitze umfaßt — in die

Um Regenbogentrikots ohne Deutschtand

in Belgien gebt es um acht Rad-Weltmeisterschaften

Zum fünften Male in der Nachkriegszeit werden die regenbogenfarbenen Weltmeistertrikots der Rad­fahrer vergeben, ohne daß Deutschland dabei sein kann. Diese Haltung des UCI-Direktoriums ist nur schwer verständlich, zumal Deutschland inzwischen wieder in den Weltverband aufgenommen wurde. Auf Bahn und Straße wird vom 12. bis 20 . August In Belgien um acht Weltmeistertitel gekänH>ft.

Die Bahnwettbewerbe finden in Rocour bei Lüt­ tich , die Straßenrennen in Moorsiede statt. Am 13. August fallen zuerst die Entscheidungen ln den Fliegenrennen, am 15. August sind die Verfolgungs- fähfer an' der Reihe, und gleichzeitig werden die Eijdkämpfe im Radball ausgetragen. Am 16. August steigt der Steher-Endlauf, und den Abschluß bilden am 19. und 20. August die Straßenrennen. Hier ge­hört bei den Berufsfahrern der Schweizer Kühler, der Sieger der 37. Tour de France , zu den Favori­ten. „Ferdi National“ konnte im Vorjahr bereits den zweiten Platz belegen. In der Verfolgungs-Mei­sterschaft der Profis kann Fausto Coppi-Itallen sei­nen Titel nicht verteidigen, weil er von seinen Sturzverletzungen noch nicht wiederhergestellt ist.

In der Gesamtbilanz der Weltmeisterschaften von 1893 bis 1949 steht Frankreich mit 44 Titeln auf dem ersten Platz vor Holland 26, England 25, Belgienz4, Italien 22, Deutschland 18, Dänemark 13, USA 12 und Schweiz 9. Erfolgreichste Weltmeisterschaftsfahrer waren Jeff Scherens-Belgien und Meredlth-England, die es beide zu je sieben Titel, brachten. Im Zweier- Radball kommt die 15. Weltmeisterschaft zum Aus­trag. Deutschland holte sich in den Vorkriegstumie- ren von 1929 bis 1938 alle zehn Titel, während in der Nachkriegszeit dreimal die Schweiz und einmal die Tschechoslowakei zum Zuge kam.

Der Sieger der 37. Tour de France

l&iantast, Nervenbündel, Fahrer ohne Ausdauer und Moral — so hatten viele Experten den Schwei­ zer Ferdinand Kühler vor seinem großen Rennen ln der „Tour de France “ bezeichnet. Und

nicht ganz zu Unrecht! Denn der 31jährige Adlls- wieler, einer der kühnsten Bergabfahrer der Welt, war früher nie ein Mann der Beständigkeit. 1947 mußte er ln der „Tour" nach der siebten Etappe eliminiert werden und 1949 steckte er auf der 18. Etappe von selbst auf. Dieses Jahr aber lernte die Welt einen ganz anderen Kübler kennen. Er schien alle Untugenden abgelegt zu haben. Er fuhr tak­tisch so klug und beherrscht, daß ihm aus Tausen­den von Telegrammen und Briefen die Sympathien der Radsportfans entgegenschlugen. So gewann er in souveräner Weise die 37. Tour vor dem 30jährigen Belgier Ockers und dem 25jährigen Franzosen Bobet.

Zehntausend« im Pariser Prinzenpark umjubelten Ferdi, nachdem sie zuerst den Etappensieg ihres Landsmannes Baffaert auf der 314 km langen Schluß- Strecke von Dijon nach Paris in 9:3612 Std. gefeiert hatten. Während Bobet, der I^iebling Frankreichs , von seiner Jungen Frau stürmisch umarmt wurde, sprach Kübler seine ersten freudigen Worte über das Rundfunkmikrophon an seine Frau und sein Kind. „Ich bin riesig glücklich. Ich hab’s geschafft.“

Endergebnis: Kübler-Schweiz in 145 Std. 36 Min. 35 Sek. für 4832 km. 2. Ockers-Belgien 9:30 Min. zu­rück; 3. Bobet-Frankreich 23:19 zurück; 4. Geminiani - Frankreich 31:14 zurück, 5. Klrchen-Luxemburg 24:21 zurück.

Die Mannschaftswertung gewann Belgien (Ockers, Impanis, Laipbrecht) mit 436:54:21 Stunden vor Frankreich (Bobet, Geminlanl, Giguet) mit 439:32:26, und Luxemburg mit 439:35:26 stunden.

Sowjetische Leichtathleten nehmen teil

Die Sowjetunion hat dem belgischen Leichtath­letikverband telegrafisch mitgeteilt, daß sie vier­zig Sportler und Sportlerinnen zu den Leichtath­letik-Europameisterschaften, die am 23. August in Brüssel beginnen, entsenden wird. Durch diese Zu­sage bestehen erstmalig Vergleichsmöglichkeiten mit den als sehr stark geltenden sowjetischen Leicht­athleten.

Oeffentlichkelt gedrungen, als schon die Bestellungen telefonisch, telegrafisch und per Eilboten in solcher Zahl eingingen, daß zur Zeit nur noch 300 Plätze zur Verfügung stehen und das 14 Tage vor der Ver­anstaltung.

Nachdem nun auch unsere Wetterpropheten ab IS. August sehr gutes Wetter vorausgesagt haben — auf sieben Regenjahre folgen scheinbar Jetzt für den Nürburgring 7 Sonnenjahre —, steht nichts mehr im Wege, die letzten Vorbereitungen für den Besuch des „Großen Preises“ zu treffen.

Den Besucher wird es interessieren, daß 150 Laut­sprecher für die Streckenreportage zur Verfügung stehen, so daß eine gute Unterrichtung über den Rennverlauf sichergestellt ist. Am Mikrophon steht der Frankfurter Dr. Paul Laven. Damit aber auch die hunderttausende Rennbegeisterter, die nicht da­bei sein können, ein naturgetreues Bild von den Ereignissen während des achtstündigen Rennens be­kommen, sind die Sprechstellen für die Staffel reportage von 4 auf 6 erweitert worden. 'Erstmalig nach dem Kriege hat die Nürburgring-Verwaltung auf der Quiddelbacher Höhe, am Karussell, am Schwalbenschwanz und im Wehrseifen offizielle Zeltlagerplätze eingerichtet.

Am 5. und I. Aug. wurden die deutschen Leicht­athletikmeisterschaften in Stuttgart ausgetragen. Bei dem 800-m-Lauf der Männer gewann überraschend der Koblenzer Steines von Rot-Weiß mit 1:50,9 Min. vor Cleve, BSV Preußen-Krefeld (Mitte), und dem Titelverteidiger Utzheimer, Eintracht Frankfurt (links). Steines entthronte damit Heinz Utzheimer, der seit 1946 ununterbrochener Deutscher Meister über diese Strecke war.

SPORT ln KÜRZE

Die Vereine der beiden badischen Amateurligen halten in dieser Woche, wichtige Tagungen ab, bei denen die Staffeleinteilung im Vordergrund steht.

Trainer Paul Oswald wird auch in der kommen­den Spielzeit dem deutschen Fußball-Vizemeister, Offenbacher Kickers , zur Verfügung stehen.

Den Leichtathleten von Rot-Weiß Koblenz, die am vergangenen Wochenende bei den deutschen Mei­sterschaften in Stuttgart sechs Titel errangen, wurde bei ihrer Rückkehr durch die Bevölkerung ein be­geisternder Empfang bereitet.

Der in Tokio ausgetragene dreitägige Schwimm­wettkampf endete mit einem klaren 46:17-Punktsieg der Amerikaner.

Der Junge französische Schwimmer Jean Boiteux, der bei den französischen Schwimm-Meisterschaften den 400-m-Kraul-Weltrekordler Alex Jany schlug, gewann auch die 1506-m-Kraul in 2t:l3,4 Minuten.

Der bekannte Zehnkämpfer Heine Lipp stellte am Sonntag im Moskauer Dynamostadion mit 16,93 m einen neuen sowjetischen Rekord im Kugelstoßen auf. *

Die 31jährige Stenotypistin Florence Chadwick ans San Diego (Kalifornien ) durchschwamm am Dienstag den Kanal von Cap Gris Nez nach Dover 1 in 13:23 Stunden: Damit ist der bisherige Frauenrekord, aufgestellt von Gertrud Ederle (USA — früher Deutschland ) von 14:32 Stunden aus dem Jahre 1928 unterboten worden.

Po^eeheim Amateur-Fliegermeister

Der Hamburger Potzemheim sicherte sich bei den Amateurbahnmeisterschaften im Radfahren in Mün­ chen die Fliegermeistersehaft gegen Titelverteidiger Trost (Köln ).

Im Endkampf hatten die vier Qualifizierten Fah­rer Jeder gegen Jeden anzutreten. Seinen Lauf ge­gen Trost gewann Potzemheim mit doppelter Rei­fenstärke und sicherte sich zum ersten Male den Titel. Endstand: Potzerheim 8 Punkte, Trost (Köln ) 5 Punkte, Scheitle. (Stuttgart ) 4 Punkte.

Die Verfolgungsmeisterschaft 1m Einzelfahren holte sich Intrak (Frankfurt ) in 5:10,0 Minuten ge­gen den Berliner Schliebener in 5:26,4 Minuten. Ex­preß Herpersdorf verteidigte im Mannschaftsverfol­gungsfahren seinen Titel mit Erfolg. Die Mannschaft siegte in 4:50,0 Minuten vor Berlin/Luisenstadt (5:01,8).

Deutsche Amateurboxmeisterschaften

In Anwesenheit von Ministerpräsident Arnold Bo­wle von 20 000 Zuschauern wurden am Sonntag die deutschen Amateurboxmeisterschaften abgeschlossen. Nur in drei Fällen vermochten sich die Vorjahres­meister erneut durchzusetzen. Der Süden und der Westen teilten sich mit Je vier Erfolgen die Titel,

Die neuen Meister: Fliegengewicht: Paffrath, Düs­ seldorf ; Bantamgewicht: Slojewski, Hamborn : Feder­gewicht: Hoog, Hagen ; Leichtgewicht: Keiwaß, Wei­ den ; Weltergewicht: Biehler, Stuttgart ; Mittelgewicht! Sladky, Dorsten ; Halbschwergewicht: Pflrrmann, Weinhelm; Schwergewicht: Saalfeld , Stuttgart .

Freistilmeister im Ringen

In Ebersbsch bei Göppingen wurden am Wochen­ende die Deutschen Meister Im Freistilringen vier Gewichtsklassen ermittelt. Neben den Vertre­tern der Sowjetzone fehlten auch namhafte west­deutsche Ringer. Folgende Meister wurden im nordischen Turnier (jeder gegen jeden) ermittelt; Fliegengewicht: Weber (Göppingen ); Federgewicht: Schmitz (Köln ); Weltergewicht; Nettesheim (Köln ); Halbschwergewicht; Ferber (Schifferstadt ).

Internat, deutsche Tennismeisterschaften

Die Vorjahiessiegerin Mary Weiß (Argentinien ) eröffnete am Dienstag auf dem großen Medenplatz die diesjährigen internationalen deutschen Tennis­meisterschaften in Hamburg . Die Titelkämpfe haben eine Besetzung gefunden, wie sie nach dem Kriege in Deutschland noch nicht zu verzeichnen war.

Der erste Tag galt hauptsächlich den beiden Einzel in denen jeweils die letzten Sechzehn ermittelt wurden, wobei es vor allem bei den Herren bereits einige erbitterte Kämpfe gab und vier Begegnun­gen erst nach der vollen Distanz von fünf Sätzen gewonnen wurden. Als in schlechtem Zustand er­wiesen sich vor allem die Meisterschaftsplätze.

Ein Opfer des schlechten Platzes wurde Saß (Göt­ tingen ) gegen Harper (Australien ). Auch der deut­ sche Spitzenspieler Gottfried von Gramm hatte mit dem sehr gut aufschlagenden, wieselflink laufenden und frisch spielenden 26jährigen Schweden Cavalli einige Mühe. Erst im letzten Satz zeigte von Cramm seine beste Form. Hughes und R. Menzel mußten gegen Buchholz bzw. Hermann der Jugend den Tri­but zollen und unterlagen Jeweils in drei Sätzen. Der Favorit Drobny brauchte nur wenig zu zeigen* um klarer Sieger über Gerstel zu bleiben. Auch die Australier Quist und Sidwell sowie Murphy, Spit­zer und Bose konnten sich nur schlecht mit den weichen Plätzen abfinden und gewannen nur ln vier bzw. fünf Sätzen. Nach seinem Sieg über Cavalli erklärte von Gramm: Unter den letzten Sechzehn im Herren-Einzel sind nur noch fünf Deutsche ver­treten. . ,

Bis auf die Niederlagen der Berliner Meisterin von Falkenhayn gegen Eberstein und Fuchs gegen Vollmer ging es bei den Damen ebenfalls plan­mäßig zu. Nachhaltigen Eindruck hinterließen hier [die Amerikanerinnen Head und Anderson sowie die ! Titelverteidigerin Weiß.

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Pressedrucksrechte beim Allgemeinen Feuilletondienst, Neustadt/Haardt .

13. Fortsetzung

VIERTES KAPITEL

Zwei Tage später lief die Montezuma ln die La Plata -Mündung ein. Der Hafen von Buenos Aires kam in Sicht. Als der Ozeanriese am Pier festgemacht hatte, begann eine rege Be­triebsamkeit. Es war ein ununterbrochenes Kommen und Gehen, Rennen und Laufen, ein Tohuwabohu der verschiedensten Sprachen, ein tolles Gemisch von Gerüchen aller Art, der fremdartigsten, exotischen Gestalten. Die Vertreter der Zollbehörden kamen an Bord, der Gesundheitspolizei, der Konsulats- und Auswandererbehörden. Allein die Verhand­lungen Dal Montes und Larsens mit den Re­präsentanten all dieser städtischen und staat­licher! Einrichtungen zogen sich fast den gan­zen Vormittag hin.

Inzwischen hatte auch die Ausschiffung des Zirkus begonnen. Der Betrieb im Hafen, wo Pferde, Kamele und Elefanten an schweren Lastkränen wie vom Himmel herab auf den Kai hemiederschwebten, lockte eine Menge Neugieriger herbei, welche die verschieden­artigsten Vorgänge mit der Lebhaftigkeit süd­lichen Temperaments begleiten. Man konnte es den Tieren anmerken, daß der Umstand,

der wochenlangen Gefangenschaft ln der Schwüle des Schiffsinnem endlich entronnen zu sein, das äußerste Wohlgefallen in ihnen auslöste. Besonders die Elefanten zeigten recht auffallend ihre Freude. Neela machte es an­scheinend diabolischen Spaß, aus einer großen Tonne bereit gehaltenen Wassers gefährliche Strahlen in seine Umgebung zu spritzen, was unter den herumlungemden Erscheinungen kaum zu charakterisierender Menschen typen jedesmal ein lautes Gelächter hervorrief.

Dita stand an der 1 Reeling und schaute von dort aus dem bunten Treiben mit sichtlichem Vergnügen zu. Ein Offizier der Schiffsbesat­zung, mit dem sie sich während der Reise etwas angefreundet hatte, leistete ihr Gesell­schaft.

„Sehen Sie nur, Wie Neela sich patzig macht!“ rief sie.

„Der ist anscheinend genau so froh wie ich, wieder Land unter die Füße zu kriegen.“ „Neela? Ist das der große Dickhäuter da unten?“ *

„Neela? Neela ist unser bester und klügster Elefant, Herr!" ,

„O, entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht kränken.“

„Das ist nicht so schlimm. Sie können Ja nicht wissen, daß Neela unser aller Liebling ist.“

„So! Ist er!? Leider nur etwas zu groß, um ihn auf den Schoß zu nehmen.“ ’■

Dita lachte und er stimmte in ihr fröhliches Gelächter ein.

„Seien Sie bloß froh, daß Neela Sie nicht auf den Rüssel nimmt. Sie würden sonst re­spektvoller von Ihm reden.“

„Sagen Sie, Fräulein Dita, Ist es wahr, daß Elefanten bis zu hundert Jahre alt werden?

„Das kann ich Ihnen nicht sagen! Jedenfalls bin ich bei einer Geburtstagsfeier Neelas noch nicht dabei gewesen.“

„Schade. Ich denke es mir zu reizvoll, wenn die kleinen Elefantenbabys zu ihrem Groß­vater kämen, um ihm einen Blumenstrauß zum Geburtstag zu überreichen.“

Dita wieherte vor Lachen.

Ein reizendes Geschöpf, dachte der Offizier im stillen.

Als Dita sich wieder beruhigt hatte, fragtf sie: „Kennen Sie eigentlich Buenos Aires näher?“

„Ja! Warum?“

Er merkte, daß sie nicht mit der Sprache herauswollte.

„Nun?“

„Ich habe gehört, daß es hier Mädchenhänd­ler geben soll.“

„Allerdings. Als ich vor zwei Jahren hier war, wurde gerade ein solches Nest aufgestö­bert. Die Zentrale befand sich in Rio de Ja­ neiro .“

„So ist es gefährlich, hier allein auszugehen?“

„Für eine junge Dame jedenfalls. Sie dürfen das unter keinen Umständen tun. Wenn Sie es

wünschen, stelle ich mich Ihnen gerne ^zur Ver­fügung und begleite Sie in die Stadt.“

„Danke. Im Notfälle werde ich davon Ge­brauch machen.“ _

Ein Nothaken ist schließlich auch was wert, dachte er.

„Und was geschieht dann mit den Mädchen, die da verhandelt werden?“ begann Dita von neuem.

„Was mit ihnen geschieht?“

Der Offizier merkte, daß er rot anlief. Er befand sich in peinlichster Verlegenheit.

„Hm! Es ist natürlich besser mit Kürbissen zu handeln. Entschuldigen Sie mich bitte für einen Augenblick.“

Fort war er.

„Alberne Antwort“, murmelte Dita entrüstet. Als sie kurz darauf die Kabine aufsuchte, die sie gemeinsam mit ihrer Mutter innehatte, traf sie diese zum Ausgang bereit an.

„Ich habe auf dich gewartet, Kind. Wir fah­ren zur Stadt. Hier, nimm deinen Hut!

„In die Stadt? Das ist ja herrlich. Mammi. Endlich fort von diesem alten Schiffskasten. Die Mutter lächelte nachsichtig.

„Deine Ausdrücke sind reichlich burschikos. Wir hätten besser daran getan, dich für ein Jahr in ein Pensionat zu stecken, als dich auf diese Tournee mitzunehmen.“

„Pensionat? So etwas ist mir viel zu lang­weilig.“

„Und was langweilig ist, ist nach deinen Be­griffen auch nicht notwendig. Ich finde, wir haben dich furchtbar verzogen. Aber morgen beginnt der Ernst" des Lebens wieder für dich. Na, komm schon!“ .

Dita setzte ihren Strohhut auf und warf einen prüfenden Blick in den SpiegeL „Bin ich gut so, Mammi?“

Diese nickte.

Fortsetzung folgt.