Otto Göller zum Gedächtnis /
Von Balthasar Mooser
Bb ungemein sympathischer Mann brach mit Otto Göller ln das bessere Land auf. Er gehörte zu den schlichten, bewußt einfachen, bescheidenen Naturen, die allen Grund hätten, zu glänzen und zu prunken, weil sie besten Willens voll sind und ln ihnen ein geschlossenes Weltbild zur Reife kam....
Vor dem Skribent liegt ein Brief des Heimgegangenen vom .Stephanstag 1950“. Die gepflegte Schrift ist nicht mehr ganz so sicher und ebenmäßig, wie sie es ehedem war. Der Schreibende berichtet, daß. „zu den vielen Plagegeistern, die an seiner Körperkraft zehrten, noch eine Augenentzündung getreten sei“. Schon ein Besuch Mitte Dezember in der stillen Gelehrtenstube des kenntnisreichen Geschichtsforschers zeitigte den Eindruck, Otto Göller könne nur schwer noch gegen den Zerfall ankämpfen, der von ihm Besitz zu ergreifen begonnen hatte. Indessen ließ die Unterhaltung mit ihm erkennen, daß sein Geist ungetrübt war, daß er an allen Aufgaben der Heimatpflege und der Heimatforschung wie nur je teilnahm. Er ließ sich ausführlich von der Jahresversammlung des „Histo rischen Vereins für Mittelbaden “ in Ettenheim erzählen und fragte nach vielen Dingen, wie sie den mit Landschaft und Geschichte der Ortenau Verbundenen bewegten. Nach wie vor galt seine Liebe vor allem der Hansjakob-Forschung. Er sprach sein Bedauern darüber aus, daß es dem verewigtön Geistlichen Rat Trunz nicht mehr möglich gewesen sei, die geplante Biographie des großen Volksmannes und Volksschriftstellers zu vollenden. Otto Göller hatte in Erfahrung gebracht, daß ein junger holländischer Germanist über Heinrich Hansjakob eine Doktorarbeit verfaßt habe, in der recht abfällige Urteile über seine Werke enthalten sein sollen. Versuche, die Dissertation zu erhalten, sind bis jetzt ohne Ergebnis geblieben. Schon um dem leidenden Otto, Göller noch einen Dienst zu erweisen, hat sich der Skribent darum bemüht, die erwähnte
Doktorarbeit zu erhalten — es war nicht mehr möglich, den Wunsch des nunmehr Entschlafenen zu erfüllen.
In der Zeitschrift „Die Ortenau “, aber auch in der „Zeit schrift für die Geschichte des Oberrheins “, in vielen Heimatblättern, auch noch im neuen „Offenburger Tageblatt“, hat Otto Göller zahlreiche, zumeist auf eigenen Quellenstudien fußende Abhandlungen veröffentlicht. Er gehörte zu jenen Heimatforschern, die sich nichts schenkten, von denen der Gengenbacher Geschichtsschreiber und Geistliche Rat Augustin Käst, der im vergangenen Jahr das Zeitliche segnete, einmal sagte, sie müßten wie Steinbrucharbeiter Felsen sprengen und tief graben und schürfen, um zu unantastbaren Ergebnissen zu gelangen.
Mit Sachkenntnis und lauterster Hingabe hat Otto Göller auch das Heinrich Hansjakob -Museum betreut. Es ist recht seine Schöpfung. Freilich wird der Besucher der anziehenden Sammlung kaum zu ermessen vermögen, wieviel Arbeit aufgewendet werden mußte, um alle die vielen Erinnerungsstücke, vor allem aber auch die Zeichnungen und Bilder des Malers Sandhaas zusammenzubringen, die man verständnisvoll und anschaulich geordnet in Haslach vorfindet. Aufschlußreiche Beschriftungen tun das ihre, den Gast in die Welt ' einrich Hansjakobs einzuführen und gerade sie bezeugen die vorbildliche heimatpflegerische Haltung und Bedeutung Otto Göllers.
Im Heinrich Hansjakob -Museum dürfte auch die gegebene Stätte sein, auf einer Gedenktafel an Otto Göller zu erinnern, damit das Gedächtnis an ihn sich forterbe. In einer so schnelllebigen Zeit wie in der unseren ist es doppelt notwendig, dafür zu sorgen, daß die Erinnerung an treue Geister heimatlichen Bewußtseins wach erhalten bleibe.
Als im Jahre 1315 Erzherzog Leopold von Oesterreich gegen die Eidgenossen ins Feld zog, hielt er vorher mit seinen Obersten einen Kriegsrat • ab. Er hatte einen kurzweiligen Narren namens Hans Kuony von Stocken, der stets um ihn war und diesen fragte der Fürst scherzweise: „Kuony wie gefällt Dir die Sach?“ worauf dieser antwortete: „Es gfallt mir nit, Ihr hant alle geraten, wie Ihr wöllent ins Land kommen, aber keiner hat geraten, wie Ihr wieder daraus wöllent!“ Am 16. November 1315 kam es dann bei Morgarten in der Schweiz zur Schlacht, in der der Erzherzog schwer geschlagen wurde und es nur seinem guten Pferd zu verdanken hatte, daß er nicht in Gefangenschaft geriet. Er erinnerte sich dann des weisen Rates seines Hofnarren und versprach ihm eine Belohnung. Hans Kuony erbat sich das Privilegium zur Haltung eines Narrengerichtes in seiner Vaterstadt Stockach . 1351 erteilt dann Leopolds Bruder, Albrecht, der Stadt Stockach den Narrenbrief, demzufolge das Narrengericht aus dem Gerichtsnarrenvater, dem Narrenschreiber, dem Narrenbüttel und einer Anzahl Gerichtsnarren besteht. Alle anderen sind Laufnarren und unterstehen dem Laufnarrenvater.
Die Aufnahme in die fürstlich privilegierte Narrenzunft Stockach stellt eine Art feierlichen Aktes dar. Bei brennenden Kerzen leistet das neue Mitglied folgenden Narrenschwur: „Ich verspreche, so wahr Hans Kuony ein großer Narr gewesen und bei meiner Narrenehre, daß ich, so lange mir Bier, Wein, Schnaps und Schinken schmecken, als wirklicher Vollblutnarr bis an mein seliges Ende bleiben und verharren will, damit ich würdig werde meiner Vorfahren närrischen Adelslebens. Ebenso gelobe ich, die Satzungen und Ordnung eines
grobgünstigen Narrengerichts treu und fest zu halten, auch die Interessen der Narrenzunft nach Kräften zu fördern, den Narrensamen gehörig zu mehren, damit das Institut der Narretei stets in Floribus sei. Amen!" Nun verneigt sich der Aufzunehmende vor dem Bildnis Hans Kuonys und erhält dann einen kräftigen Schlag mit der Narrenpritsche des Stammvaters aller Narren. Dann trägt er sich ins Narrenbuch ein und erhält gegen Zahlung einer beliebigen Summe eine feierliche Urkunde über seine Aufnahme. Um die Stockacher Fastnacht besonders verdiente Männer erhalten den Hans Kuony- Orden.
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Am sogenannten „Schmutzigen Dunnerstig“ wird der Narrenbaum durch die Zimmermannszunft gesetzt, eine hohe bis zum Wipfel entastete Tanne, die von Buben, dem „Narrensamen“ in die Stadt gezogen wird und wobei die Zimmerleute allerlei Unfug und Kurzweil treiben und von den Bewohnern bewirtet werden. Am Fastnachtmontag wird für die Verstorbenen in der katholischen Pfarrkirche eine Messe gelesen und am Fastnachtdienstag startet dann der große Festzug, dem alljährlich ein änderer einheitlicher Gedanke zugrunde liegt. Und wenn dann am Aschermittwoch der Alkoholteufel ausgespielt hat, wird unter Heulen und Zähneklappem dreimal der Narrenbaum umschritten und die diesjährige Fastnacht begraben. Aber die Trauer dauert nicht lange: denn anschließend marschiert der Zug ins neue Narrenwirtshaus, unter Vorantragung der Narrenlade. Das Narrenwirtshaus wird jedes Jahr gewechselt. Am Sonntag Lätare fällt dann die Zimmermannszunf* in aller Frühe den Narrenbaum.
200 Jahre sind vergangen, seit man bei Biberach die erste Brücke über die Kinzig baute. Zuvor führte nur ein Steg von einem Ufer zum andern. An besagtem Steg ließ der „Ehraambe Rat“ der Reichsstadt Zell anno 1708 einen Zollstock errichten. Denn dort stießen Geroldsecker und Zeller Gebiet zusammen und dort erhoben die Reichsstädter nach altem Fug und Recht den Zoll.
Kaum stand der Zollstock recht im Boden, so rückten früh morgens 40 Hohengeroldsecker Untertanen heimlich heran, rissen ihn aus dem Boden und warfen ihn in die Kinzig, wobei «ie als Siegeszeichen noch einige Schüsse aus ihren Musketen abgaben.
Die Biberacher, den Zellern nahe verbunden, läuteten alsbald Sturm, griffen zu ihren Waffen und eilten an den Steg, um die angetane Schmach zu rächen. Bei ihrem Anblick re
tirierten sich die Geroldsecker , schwenkten das Zeller Wappen und pfiffen und trommelten nach Herzenslust.
Das war nun doch zuviel! Der Zeller Reichsschultheiß Abraham Goll war durchaus nicht der Mann, der so mit sich spielen ließ. Unter seinem Vorsitz beriet der Rat die zu erfordernden Gegenmaßnahmen. Tags darauf begaben sich drei Dutzend Untertanen über die Kinzig und jagten dort, um den Geroldseckern zu zeigen, wie weit der Zeller Macht und Recht gehe. Mit Halli und Hallo streiften sie durch die Flur. Das Wild machte sich rechtzeitig aus dem Staube. Außer einem Rehbock, der sich aber „salvieret“, bekamen die Waidmänner nichts zu sehen noch zu hören. Alsbald veranstalteten sie in einem Gasthaus den letzten Trieb, wobei es gegen die Gerolds ecker an Verschwörungen nur so hagelte.
Doch damit war dem Gesetze noch nicht Genüge getan. Erst
mußte wieder ein neuer Zollstock feierlichst gestellt werden. Hierüber meldet der Chronist: „Und zwar sind zu diesem Akte Untertanen aus sämtlichen Stäben vor dem Rathaus erschienen, sodann mit Trommlen und Pfeifen nacher Biberach g.-zogen, haben den parat gewesten Zollstock aufgeladen und mit Rührung Trommlen und Pfeifen über den Steg begleitet. Vier Mann hat man zum Aufrichten dabei gelassen; die übrige Mannschaft ist bis an die Bannscheide hohengercldseckischer und hiesiger Herrschaft marschiert, hat sich daselbst in Ordnung gestehet und so lange diese Vier an dem Zollstock wieder eingegraben und aufgerichtet, Trummei und Pfeifen gerühret, auch eine Salve über die andere abgegeben und ist dann wieder in schönster Ordnung zurückmarschiert.“ Die Geroldsecker freuten sich an dem friedlichen Schauspiel, erschienen tags darauf in Stärke von 200 Mann und warfen auch diesen Zollstock wieder ins Wasser.
Nun brachten die Zeller die Sache vor den Reichshofrat in Wien . Der hatte Zeit genug, sich damit zu befassen und gebot 1709 dem Grafen von der Leyen , als Inhaber der Herr
schaft Hohengeroldseck, „bei Vermeidung kaiserlicher Ungnade“, den alten Zustand wieder herzustellen und alle Gewalttaten zu unterlassen.
Doch Graf von der Leyen, ein Ritter ohne Furcht und Tadel, kümmerte sich um das Urteil nicht. Er bestritt die Zuständigkeit des Reichshofrates und wandte sich an die Erzhaus- Oesterreichische Hofkanzlei. Die hatte noch mehr Zeit; denn 1803, als Zell seine Reichsfreiheit verlor, also nach 94 Jahren, war der Streit noch nicht entschieden!
Glückselige Zeit, in der man noch Zeit zum Verschwenden hatte, in der man bewaffnet an die Grenze zog und Salven abschoß ohne einen Menschen zu verwunden oder gar zu töten! Alles verlief in Ordnung, alles ward in gesetzter Form ausgetragen. Wenn es mal ganz übel herging, dann wurde einer der Mannen gefangen genommen, eine Nacht und einen Tag in den Turm gesetzt und hierbei noch gut mit Speise und Trank versehen. Wir Modernen haben es in der Hinsicht bestimmt nicht weiter gebracht
Geschichten vom Kudererbauer / von r. Hanson
Der Tierarzt hatte sich das Tal hochgequält und war froh, «ich beim Kudererbauer, wohin er wegen eines kranken Viehs gerufen worden war, etwas verschnaufen zu können. Die alte Bäuerin rumorte gerade ih der Küche, beide Arme im Teigtrog. „Grüß Gott, Bäuerin, ist Ihr Mann daheim?“ „Nai, was soll es denn?“ „Ich wollte nur mal nachsehen, wie's dem Ochsen geht?“ „Der . . . der isch widderemol in dr Schdadt, Herr Doktor. Des Rheima plogt ’ne so!“ „Nein, liebe Frau, ich mein’ Ihren Ochsen im Stall, man hat mir telephoniert.“ „Ach so, dr „Max“ meine Se — ha, dem geht’s gut — der frißt Widder!“
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Mit dem „Ochen in der Stadt“, dem Kuderer-Sepp nämlich, Stand s nicht so gut. Nachdem er zween Stunden im „überbeizten“ Warteraum geschnattert hatte, guckte ihm der Medizinalrat in die Pupille und auf sein, in blauroten Farben erglänzendes Riechorgan. „Herr Kuderer, leiden Sie an chronischem Durst?“ „Awer geh’, Herr Doktor, sowit loß’ i’s doch nit kumme.“ „Kudererbauer in allem Emst, Sie müssen mit dem Saufen aufhören. — Wenn ich Sie so aus dem Wirtshaus herauswanken seh’, dann möchte ich Ihnen stets zurufen: Halt
ein, Freund! Du bist auf dem falschen Weg! Kehr’ um!“-
„Und welche Beschwerden haben Sie jetzt?“, setzt er seine Konsultation fort? „Wisse Se, Herr Doktor, die Arm’ krieg i kum iwer de Kopf, un mit de Bain isch es genau so.“ „Ja, Kuderer, das bring’ ich auch nit fertig. Aber hier schreib’ ich Ihnen eine bewährte Medizin gegen Rheuma auf.“ Bedächtig füllt er sein Rezeptformular aus, da platzt der Kuderer-Sepp plötzlich dazwischen: „Ihr sin’ awer noch arg rickschtändig in dr Schtadt. Bi uns im Gebirg schribt kai Mensch meh’ mit Tinte, — mir Buure hen’ jetzt alli Kugelschriewer.
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In der Apotheke wird seine Medizin erst hergerichtet, und der Provisor läßt ihn in zwei Stunden wiederkommen. — Was machen? Zuerst schaut er sich die Schaufenster an und da denkt er für sich: „Halt, in’s Kino könntsch au emol gehn. Awer wo isch’s Kino?“ An der Ecke steht ein Schutzmann und nimmt vorbeifahrende Autos unter die Lupe. „Herr Wacht- meischder, sind Se doch so freindlich und täten mir sage’, wo dr Kino ischt?“ „Geradeaus!“ Meint der Bauer: „Dunderkei- tel, isch mr emol in dr Schtadt un will in’s Kino, dann isch's gerade aus. So e Pech muß mr hen’!“
Daheim stellt der Altbauer seine Medizinflasche und die
Er weiß schon was ’r duet
Von Eugen Falk
E Schtemli schtoht am Himmel,
E Wunderdipfli klais,
Zmol fallt’s us sellm Gwimmel,
Uf was denn fir e Ghais —?
E Klais vo seile alle,
Het gnomme e andre Weg,
Der, wo sie hebt, laßt falle,
Er kennt au Weg un Schteg.
Mr sehtune un mr denke,
Mit me bresili Vrschtand,
Der, wo dia Schterne duet lenke Mueß ha e schtarki Hand.
Kai Schtemli fallt vom Himmelszelt.
Si sin in gueter Huet,
Un’s gschiht au nint uf dere Welt,
Er waiß scho was’r duet-!
(Aus „Hallig Wort un Bild“
Tabletten auf den Küchentisch und sagt zur Bäuerin: „So AM. des isch jetzt gege s’Rheima, un dann soll ich viel in’s Wirts- hus hocke.“ „Oh mei, was het dr Doktor gsait: Du sollsch viel in’s Wirtshus hocke? Ja, du bisch jo sowieso meh’ drunte im Durbach un in Ohlsbach in de Wirtschaften, als do owe! Geh' Sepp, des het’r doch nit gsait?“ „Doch doch, er het wortwörtll gsait, — i soll meh’ uf’s Suffe höre. Obwohl? Höre’, — des verschieb' i nit so recht! Ebbs zum Suffe sufft mr doch un hörts doch nit .... awer die Gschtudierte, die hen’ jo immer so komische Usdrick. Ja, un do het’r noch gsait, wenn i us dr Wirtschaft ruskumm, dann soll i sofort Widder umkehre. — Ja, so het’r gsait.“ „So, so, — het’r gsait. Waisch’ was? I sag in Zukunft kai Wort meh’. Vun mir us kannsch dr d’Gurgel vollends absuffe. Bi Dir kamm’r numme sage, daß der de Däubschte isch, wo nit höre will!“
Wie andere Reichsstädte unterhielt auch jede der drei in der Ortenau, Offenburg, . Gengenbach und Zell ihre eigene „Militärmacht“. Daß sie nur aus einigen wenigen Mann Infanterie und noch weniger Berittenen bestand, tat dem „Militarismus “ keinen Abtrag. Nun gab es freilich Fälle, in denen man sich Gedanken darüber machte, wie das militärische Ansehen so einer Reichsstadt einigermaßen imponierend sich Geltung verschaffen könne Zu Ueberlegungen dieser Art hatte man auch in Offenburg im Juli 1766 wieder einmal Anlaß. Um was es sich drehte erhellt aus einem Promemoria, das Schultheiß, Meister und Rat der kaiserlichen Reichsstadt Offenburg an den Rat der befreundeten nachbarlichen Reichsstadt Gengenbach richtete:
Da wir auf den Abend die Höhe Gegenwart des Erbprinzen von Braunschweig , Hochfürstliche Durchlaucht, inner unseren Mauern zu gewärtigen haben, Höchstdieselben auch allhie da» Nachtquartier nemipen, und sich morgen vormittag vermuthlich allhie verweilen werden, so folglich die unterthänigste Schuldigkeit erheischen will, diesen Printzen als zumahlingen Schwager und respektiven Vettern des Königs von Preyssen und Engelland Majestät allerdenkliche und besondere Militärhonneurs zu erweisen: als ersuchen Wir Eure Hochwohl geboren anmit ge- horsamst, sowohl Ihre Contingent zu Fuß, als auch einen Reu- them uns anhero abzuschicken, damit die nötige Parade und Wacht mit Ehren bestritten werden könne.
Diese Leute werden ohnmasgäblich und damit sie gut adjustiert erscheinen können, ihre newe Uniform, Gamaschen und Lederwerk bey gegenwärtigem Regenwetter besonders verwahren und einpacken; sofort, damit sie längstens bis 4,Uhr nachmittags allhie zugegen seyn möchten, etwa auf einem Wagen auf unsere Kosten anhero geführt werden müssen, warummen wir nochmalen freundnachbarlich bitten und mit besonderer Hochachtung geharren
Ewer Hochwohlgeboren
dienstergebenste
Schultheiß, Meister und Rath der kaiserlichen Reichsstadt Offenburg
“
So fuhren denn.einige Gengenbacher Soldaten talab und waren begleitet noch von zwei, drei Berittenen, um das ihre dazu beizutragen, die „Hohe Gegenwart des Erbprinzen von Braun schweig , Hochfürstlicher Durchlaucht“ gebührend zu ehren.
Ja, ja, man hatte früher seine militärischen Sorgen. Im übrigen bereitete die „Militärmacht" jeder der drei Reichsstädte mancherlei Nöte. Hatte man einen schmucken, schneidigen Kriegsmann angeworben, schon vergaffte sich eine Schöne in ihn, und er kam darum ein, entlassen zu werden.
Lambert R e b h o 1 z.