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Dienstag, 18. März 1952

Bald ist alles startklar zur DFB -Meisterschaft

Auch die Ostzone möchte an der Deutschen Fußballmeisterschaft teilnehmen

Der Spielausschuß des Deutschen Fußball-Bunde« hat die Zusammensetzung der beiden Gruppen vor­genommen, die mit Beginn am 27. April die End­runden kämpfe zur Deutschen Meisterschaft be­streiten sollen. Diese Entscheidung wurde getrof­fen, ehe sich der DFB -Beirat mit dieser Frage be­schäftigte, die der Zuständigkeit des Spielausschus- ses unterliegt. Bleibt es nun bei dieser Regelung? Die Ostzone hat ihre Bereitschaft erklärt, eben­falls Mannschaften für eine gesamtdeutsche Fuß­ballmeisterschaft abzustellen. Die Schwierigkeit be­steht darin, daß Ostdeutschland mit seinen Punkte­spielen nicht rechtzeitig fertig wird. Werden ein oder mehrere Mannschaften „bestimmt“, als ost- deutache Vertreter an der Meiaterschaft teilzuneh- m«f»? Bei einer Ausweitung der Zahl der teilneh­menden Vereine erhofft sich vor allem Stldwest, daß wenigstens noch der 1. FC Kaiserslautem ei­nen Platz in dem Teilnehmerfeld erhält.

Bis da* endgültig letzte Wort über die Besetzung des Teilnehmerfeides zur DFB -Meisterschaft fällt, Jst es schon interessant, die Zusammensetzung der beiden Gruppen zu studieren. In diesem Jahr wur­den die Meister von Süd und West gepaart, wäh­rend der Nordmeister diesmal mit Südwest als stärksten Rivalen zu rechnen hat. Dieses Auseinan­derbringen von Nord und Süd hat vor allem in Hamburg Beifall gefunden, weil der ewige Nord- rneiste| HSV gegen den erwarteten süddeutschen Meister 1- FC. Nürnberg offensichtliche Hemmun­gen.. tu haben scheint. Aber noch ist gar nicht ent­schieden. wer die Meister und wer die Zweiten im Süden und Westen sein werden. Die Besetzung der Gruppen, drei Wochen vor Ende der Oberltga- Punktekampfe, sieht wie folgt aus:

Gruppe I: Nord I: Hamburger SV ; Südwest: 1. FC. Saarbrücken: Süd II: VfB Stuttgart (?); West U: Rotweiß Essen (?); Süd I: I. FC Nürn­ berg

(?): West I: Schalke 04 (?): Nord EC: VfL Osnabrück : Berlin : Te-Be oder Union 06.

Es geht also nur noch darum, die Rangfolge Im Westen und Süden zu ermitteln; kaum eine der vorgenannten Mannschaften dürfte noch durch dritte Mannschaften in den Ligen verdrängt wer­den.

Fußball-Lehrfilm mit Barufka

Sportlehrer Toni Nett , Dip lvSport leih rer Grind- ler und Verbands-Sportlehrer Herbert Pahlke ha­

ben im Aufträge des Württembergischen Fußball- verbandes zwei Fußball-Lehrfilme „Fußball-Tech­nik“, und „Fußball-Kondition“ fertiggestellt, die in erster Linie dafür gedacht sind, die Übungsleiter auf dem Lande bei ihrer Schulungsarbeit zu unter­stützen. Die beiden Stummfilme, die je 400 m lang sind, zeigen in eindrucksvoller Welse, besser als jedes geschriebene Wort, das „ABC“ der modernen Fußballtechnik. Man sieht die Spieler des VfB- Stuttgart Barufka , Leo Kronenbitter und Otterbach wie sie mit Fuß und Kopf den Ball beherrschen und kann den früheren VfB -Torhüter „Gummi“- Schmtd im Spezialtraining mit Georg Wurzer be­wundern. Ausschnitte aus dem Länderkampf Öster­reich — Deutschland in Wien vervollständigen das verfilmte Fußballtraining. Die beiden Filmstreifen werden vom Landessportlaund Württemberg ver­liehen.

Unsere Sbimödel distanzierten Andrea Mead

„Annemirl" und „Hildesuse ” fuhren in Chamonix im 65 km-Tempo

Mit einem Doppelerfolg der deutschen Skiläuferin­nen über die Olympiasiegerin Andrea Mead-Law rence (USA ) endete der Abfahrtalauf bei dem in' ternationalen Arlberg-Kandahar-Hennen in Chamo­ nix . Annemarie Büchner-Fischer, die bei den Olym­ pischen Winterspielen im Abfahrtslauf die silberne Medaille gewann, fegte die 2200 m lange, mit 15 Toren abgesteckte strecke (625 m Höhenunterschied) in der -neuen Rekordzeit von 2:15,6 Min. hinunter. Sie wurde Erste vor der deutschen Alpinen Mei­sterin Dr. Hildesuse Gärtner (Freiburg ), die mit 2:15,8 nur knapp hinter „Mlrl“ blieb. Andrea Mead- Lawrence mußte sich zusammen mit der Französin Narysette Agnel und der Kanadierin Mary Hennl- son mit dem dritten Platz begnügen. Auf dem ln vorzüglicher Verfassung befindlichen Rennkurs wurden teilweise Geschwindigkeiten, von «4 km/std erreicht.

Grundgesetz und Sportjagend

Sportjugendwarte wurden in Scbludisee geschult

Di« Verbands-, feau- und Bezirkslugendleiter der Fachverbänd« im Badischen Sportbund waren am 8. und 9. März im Haus für internationale Begeg­nungen in Schluchsee zusammengekommen, um in überfachlichen Fragen geschult zu werden. Der Ju­gendwart des BSB, Zorn -Freiburg (Fußball) gab bei der Begrüßung seiner Freude Ausdruck, daß fast alle Sportarten anwesend waren. Dr. F i s ch e r- Gernsbach (Turnen) eröffnete die Vortragsreihe mit dem Thema: „Feiergestaltung mit der Jugend“. Er stellte den Unterschied zwischen Fest und Feier klar heraus und brachte Beispiele für die Gestaltung Jügendfeiern. Die anschließende Aussprache forderte vor allem die baldige Schaffung von Ju­gendheimen in allen Gemeinden, die den Angehöri­ge aller Jugendorganisationen offen stehen sollen. Dr. Mahr-Freiburg (Fechten), orientierte die Teil­nehmer über ärztliche Grundfragen beim Sport. Seme Ausführungen endeten mit wertvollen Hin­weisen für die 1. Hilfe, „Unsere Bundesrepublik und ihr Grundgesetz“ war das Referat, das Dr. Rlt « e 1 r “ Lahr (Hockey) darbot. Der Redner zeigte am Beispiel der Weimarer Republik , wie notwendig die richtige Beziehung des Staatsbürgers, vor allem des Jugendlichen, zum Staat ist und forderte eine lebensnahe Schulung und Orientierung über das Grundgesetz- Sodann sprach Direktor Kru m<- Offenburg (Rudern) Über „Jugendleiter und Berufs­findung, Jugendleiter und Arbeitsfreude“. Seine

Ausführungen beleuchteten ein sehr wichtiges Auf­gabengebiet des Jugendsportwartes. das vor allem in der heutigen Zeit besondere Beachtung verdiene. Berufsart, aber auch die sozialen Verhältnisse wür­den eine individuelle Sportbetätigung erfordern. Jupp V 1 a 11 e n-Freiburg (Landesjugendring) refe­rierte über „Grundsätzliches vom Laienspiel“ und stellte das Erlebnis dieses Spiels in den Vorder­grund.

Gut besetztes Osterturnier des VfB Mühlburg und des KFV

Das von den beiden Karlsruher Vereinen VfB Mühlburg und KFV gemeinsam zu Ostern 1952 fest- gelegte „internationale Osterjugendturnier“ wird hervorragend besetzt sein. In der B-Jugendklasse naben bisher die Vereine Bayern München , Ham­ burger Sportverein , VfB Stuttgart , FC Basel , Racing Club Straßburg und die SpVgg Fürth zugesagt. In der A-Jugendklasse werden der 1 . FC Nürnberg , SV Waldhof , der Hamburger Snortverein und die SpVgg Fürth neben den gastgebenden Vereinen sp At le ?w <i€r VfB Mühlburg am Donnerstag

mdtteilte, sind mit den Vereinen Kickers Offenbach , Schalke , Austria und Vienna Wien sowie dem FC Mailand noch Verhandlungen lm Gange.

Ascari siegte - Hans Stuck gab auf

Die Ergebnisse: 1. Annemarie Büchner-Fischer (Deutschland ) 2:15,6 Min. 2. Dr. Hildesuse Gärtner (Deutschland ) 2:15,8. 3. Andrea Mead-Lawrence (USA ) Narysette Agnel (Frankreich ) und Mary Hennison (Kanada ) alle je 2:18,6. 6. Suzanne TheoHere (Frank­ reich ) 2:16,8. 7. Trude Klecker (Oesterreich ) 2:17,44.

8. Lia Leismüller (Deutschland ) und Erika Mahrin- ger (Oesterreich ) 2:17,6. 12. Hannelore Franke (D)

2:21,2. 13. Evi Lanig (D).

Erika Mahringer siegt im Kandahar-Rennen

Das Kandahar-Rennen in Chamonix , das von Deutschland mit dem Abfahrtssieg von Mirl Büch­ner-Fischer vor Hildesuse Gärtner und Andrea Mead (USA ) so verheißungsvoll begonnen hatte, en­dete mt einem Kombinationassieg von Erika Mah­ ringer vor Mead (USA ), Agnel (Frankreich ), Klecker (Oesterreich ) und Dr. Gärtner (Deutschland ). Erika Mahringer hatte den Slalom gewonnen vor Mead , Klecker , Agnel, Dr. Gärtner. Mirl Büchner-Fischer kam im Torlauf nur auf den 9. Platz.

Bei den Herren holte sich der erst 17jährige Öster­reicher Fritz Huber den Kombinationssieg vor sei­nen drei Landsleuten Pravda, O. Schneider und Molterer, Sangglard (Frankreich ) belegte den fünf­ten Platz vor Sänger (Oesterreich ) u. Rubi (Schweiz ). Willi Klein als bester Deutscher kam auf den 27. Rang. In der Abfahrt war Huber, im Torlauf Gros­jean (Schweiz ) am schnellsten.

Heinz Schneider dreifacher Meister

Heinz Schneider (Mülhausen), der bei den deut­ schen Tischtennismeisterschaften bereits im Män­nerdoppel und im gemischten Doppel erfolgreich gewesen war, holte sich den dritten Titel im Finale des Männereinzels durch pausenlosen An­griff mit einem 3:0-Sieg (26:24, 21:17 ; 21:17); über den Stuttgarter Linkshänder Kurt Pfiff. Nachdem Schneider trotz eines 16:l9-Rückstandes den ersten Satz noch 26:24 gewonnen hatte, steigerte er sich und war in den nächsten beiden Sätzen nicht mehr ernsthaft gefährdet

*

Ilse Donath deutsche Tischtennismeisterin

Deutsche Tlsch.teninismejstövifi wurdle die 28- jährlge Frankfurterin Ilse Donath durch einen 3:1- Sieg (21:17; 21:13; 19:21; 22:2«) über die Berliner Meisterin Ursula von Putkammer Nachdem Ilse Donath 2:0 geführt hatte, konnte dte Berlinerin durch geschickte Verteidigung einen Satz aufholen. Im vierten Satz gab es eine längere Unterbrechung als der Schiedsrichter bei beiden die Aufgaben beanstandete. Frau von Putkammer stand vor dem Satzausgleich, als ihre Gegnerin mit einem Netz­ball auf 20:20 herankommen konnte und ln der Verlängerung mit 22:20 das Mctch für »Ich ent­schied.

Die Toto-Quoten

We.st-Süd-Block Vorläufige Totoquoten

Zwölferwette: 1 . Rang: 37 Gewinner je 15 214,00. DM. 2 . Rang: 998 Gewinner Je 564,10 rjf, 3. Rang: UtH Gewinner je 47,6# DM. — Zehner­wette: l. Rang: 218 Gewinner Je 1587,0# DM. 2. Rang: 5603 Gewinner Je 61,6« DM. 3. Rang: 54 «81 Gewinner Je 6,40 DM.

Nord-Süd-Block

Elferwette: l. Rang: 481 Gewinner mit Je 1062.— DM. 2. Rang: 10 584 Gewinner mit Je 48,20 DM. 3. Rang: 76 580 Gewinner mit je 6,6# DM. — Draizehner wette: 1 . Rang: 34 Gewinner mit je 1908.— DM. 2. Rang: 775 Gewinner mit je - 83.— DM. 3. Rang: 6031 Gewinner mit je 10,78 DM.

„Sugar" behielt den Titel

Der Mittelgewichts-Weltmeister Ray Robinson (USA ) verteidigte seinen Titel erfolgreich in einem 15-Runden-Kampf, den er am Donnerstag in San Franzisko gegen Carl Bodo Olson nach Punkten ge» wann „Sugar“, wie der 32jährige Negerboxer volle»« tümlich genannt *drd, galt als Favorit, doch konnte er seine sonst so gerühmte große Schlagkraft nicht an den Mann bringen. Die Entscheidung des Punkt» gerichts war einstimmig. Bei • ausverkauftem Haus boxte der alte und neue Weltmeister für einen ein­zigen Dollar, da er den übrigen und nicht geringen Teil seiner Börse für wohltätige Zwecke zur Ver­fügung gestellt hatte.

Kleinwächter zwang Henne zur Aufgabe

Bei einer Berufsboxveranstaltung in Gelsen­ kirchen zwang Herbert Kleinwächter (Buer ) den Düsseldorfer Winfried Henne in einer Aus­scheidung im Halbschwergewicht zur Aufgabe. Der schwer angeschlagene Henne steckte in der Pause zur siebenten Runde auf ärztlichen Rat wegen einer stark blutenden Augenbrauen­verletzung den Kampf auf.

Sie wollten unbedingt Fritz Walter sehen

Zwei türkische Generale wohnten neben Bunde », trainer Sepp Herberger am Sonntag dem Südwest- Fußballpunktespiel 1. FC Kaiserslautern gegen TUS Neuendorf bei. Die Türken wollten unbedingt Fritz Walter noch einmal sehen, den sie in Istan­ bul in der deutschen Länderelf bereit» kennen, lernten und bewunderten.

TTC Offenburg und Lahr im Finale

Der TTC Offenburg errang mit seinen letzten beiden Spielen am Sonntag in Lichtental und Ba­ den-Baden die Meisterschaft der südbadischen TT- Landesliga, Gruppe Nord. Die Mannschaft de6 TV Lichtental wurde trotz einer Niederlage von Dr. Marsowsky gegen Seith mit 14:2 besiegt. Die Of­ fenburger erzielten in blendender Form beim SC Baden-Baden einen unerwarteten ll:5-Sieg. Der SC Baden-Baden hat sich mit dieser Niederlage die Möglichkeit verscherzt, auch in diesem Jahr» am Endspiel um die südbadische TT-Meisterschaft teilzunehmen. Die Gruppe Nord wird beim End­spiel am 29. und 30. März ln Freiburg daher vom TTC Offenburg und vom TV Lahr vertreten.

Liebscher verteidigte seinen Titel erfolgreich

Bel den deutschen Fechtmeisterschaften in Han­ nover traten die 12 besten deutschen Fechter zur Endrunde an, die vor über 500 Zuschauern span­nenden Klingenwechsel mit Überraschungen brachte Der siebenmaligle deutsche Säbel-Meister mußte sein ganzes Können aufbieten, um sich gegen das Vordringen der Jugend zu verteidigen.

Automobil-Saison 1952 mit dem „Großen Preis von Syrakus " eingeleitet

Vom 7 »«ch verfolgt war der bekannte deutsd Rennfahrer Han» Stuck am Sonntag beim „Groß« **22* cterc* die Automobil-Ren:

Saison 1952 offiziell eingeleitet wurde. Er muß mit sednem Zweiliter-AFM nach der fünften Run< aufgeben, nachdem er von der Strecke abkam ur m einem Ölbaumhain landete. Stuck hatte a Samstag beim Training die 22,264 Klometer lam Rennstrecke mit einem Durchschnitt von 122.2 km/std. zurückgelegt. Mit den fünf ersten Plätz« wurde das Rennen für Ferrari zu einem groß« Erfolg. Auf dem Zweiliter-Kompressorwagen sieg deir vorjährige Weltmeisterschafts -Zweite Albert Ascani (Italien ) mit 142,510 km/std vor »ein« Landsleuten Piero Taruffi , Dr. Nino Farina sow dem Schweizer Rudolf Fischer und dem England- Peter Whitehead.

„Großer Preis von Deutschland "

Der Weltmeisterschaftslauf für Motorräder, der „Große - Preis von Deutschland “ am 20. Juli auf der Solitude-Rennstrecke bei Stuttgart , ist end­gültig gesichert. Die Strecke muß bis zum 8 . Juni durch Graf Durani, Vizepräsident der FIM, abge- nommen sein. Vom 2#. Mai an müssen laut FIM auch in- und ausländische Fahrer "’rainingsmöglich- keiten auf der Solitude haben. Der für eine Dauer­lösung in Aussicht genommene Streckenausbau ist bis zum 20. Mai nicht möglich. Daher werden Start und Ziel noch am Glemseck verbleiben, jedoch aus der „Todeskurve“ herausgenommen und 400

Meter zurück auf die Gerade verlegt. Alle anderen Vorbereitungen können rechtzeitig abgeschlossen werden. Generalbevollmächtigter des Weltmeister- schaftslaufes ist der ADAC -Gaupräsident von Würt­ temberg , Hans Schumann. Der Gau erhielt bereits Meldungen von Norton und AJS, die mit je acht Werksmaschinen starten wollen. Insgesamt wird mit 11 ausländischen Fabrikmannschaften gerechnet.

Sechs Läufe in der Sandbahn-Meisterschaft

Die deutsche Sandbahn-Motorradmeisterschaft 1952 für Solomaschinen der 250-, 350-, 500 ccm-Klasse

und Gespanne der 500- und 750 ccm-Klasse wird in sechs. Läufen ausgetragen, für die folgende Termine festgesetzt wurden: 8. Juni: für sämtliche Klassen in München . 6. Juli: für Solomaschinen in München 27. Juli: für Beiwagen-Maschinen in M-Gladbach. 31. August: ln Herxheim ; 7. September: in München , 21, September ln Landshut und der Endlauf am 5. Oktober in Plattling (für sämtliche Klassen).

Verbrennungen an beiden Armen und Beinen erlitt Frankreichs bekannter AutotnobilrennfahTer Louis Chiron . Chirons Wagen fing beim Training zum „Großen Preis von Syrakus “ plötzlich Feuer. Er konnte nur mit Mühe aus dem brennenden Wagen geborgen werden.

Kommt Handball-Spielfeld-Halbierung?

Systemwechsel tut not — Allen deutschen Handballtern ins Stammbuch

Der Verlauf der Spiele um die Deutsche Hallen- Handball-Meisterschaft in der Dortmunder West­falenhalle könnte das Signal zu einer spieltechni­schen Revolution sein — vorausgesetzt, daß man bei unseren Vereinen nicht den Kopf (weiter) in den Sand steckt. Der Unterschied zwischen, dem gerade von unseren Spitzenklubs fast ausnahmslos gepflegten und einem (darob zuerst in Resignation, dann Jedoch in unwilliges Murren und schließlich wütende Pfeifproteste verfallenden) Publikum ge­botenen „safty-first-Spiel“ und den draufgängeri­schen Offensiv-Aktionen eines RSV Mülheim und eines TV Hassee-Winterbek (Kiel ) fiel so kraß ins Auge, daß das Abwägen von Nach- und Vorteilen beider Systeme wirklich kein besonderes Kunststück mehr darstellt.

Die führenden Männer des Deutschen Handball- Bundes hatten den beiden genannten Mannschaften für ihr Spiel um den dritten Platz ln Turnier die von Mülheims Experten Paul Kosmalla schon seit Ewigkeit verfochtene (und beim RSV seit Jahren in die Praris umgesetzte) Theorie der „offenen Manndeckung" zur Anwendung empfohlen — aus der Erkenntnis heraus, daß ((gewiß sachdienliche) Zweckmäßigkeit und Nüchternheit die Zuschauer in Rage, aber nie und nimmer in Begeisterung zu

versetzen vermag. Es war ein „Propagandatrick*. zur rechten Minute angewandt, der im Handum­drehen die gewünschte Wirkung zeitigte.

Die Spritzigkeit dieser Partie stach so wohltuend von den nachgerade langwelligen und jegliche Stimmung tötenden Sicherheitssystem der den Schweden -Riegel und das skandinavische „Rollen“ — alle Mann vor, alle zurück, den angreifenden Geg­ner in der eigenen Hälfte zu blocken — bevor­zugenden Vereine ab, daß der Ruf nach einem schnellstmöglichen Wechsel in der Spielart nicht laut genug erhoben werden kann. „So geht ea nicht mehr weiter“, „Auf diese Weise stirbt der Handball* — war die einhellige Aeußerung maßgeblicher Per­sönlichkeiten aus der DHB -Führung.

Die Diskussion um den Systemwechsel wird also erneut in Gang kommen müssen. Siegfried Perrey , der Spielwart des Handball-Bundes, sprach von der Möglichkeit einer Spielfeld-Halbierung dergestallt, daß jeweils nur eine bestimmte Anzahl Spieler in der eigenen Hälfte (zur Verteidigung) und in der des Gegners (zum Angriff) sein dürfen.' Es wird eingehender Erörterung und Prüfung aller Varia­tionen bedürfen, um endlich das Heilmittel gegen die „Schlafkrankheit“ im Handball zu finden.

'Daniela 6uclyt da6 Glück

Roman von Gert Rothb»rg I Presserechte im Meister-Verlag Rosenheim

45. Fortsetzung

Annemarie hatte für nichts mehr Sinn. Sie wollte so schnell als möglich in den mondänen Kurort Flüchtig verabschiedete sie sich von ihrem Kinde. Heute beleidigte sie es nicht ein­mal, daß Hans-Dieter den Kopf wegwandte. Sie lachte nur und versetzte ihm einen Klaps.

Doktor Körner interessierte sie auch sehr. Aber auf ihre Frage, ob er nicht auch ein paar Wochen nach Sankt Moritz wolle, gab er zur Antwort, er werde hier notwendig gebraucht. Er habe ja doch keine Ruhe, denn gerade jetzt wo er verschiedene Neueinrichtungen getroffen hätte, könne er die Leitung nicht aus der Hand geben.

Annemarie zuckte die Schultern. Waren denn alle Männer bloß noch für ihre Arbeit, ihren Beruf da? Hatten denn die Frauen gar keine Rechte auf Ritterlichkeit und Rücksichtnahme mehr?

Nun, in Sankt Moritz würde es schon noch Kavaliere geben! Die Männer, die sie dort treffen würde, waren bestimmt nicht solche schrecklichen Arbeitstiere, wie sie hier herum­liefen. Dort herrschte die internationale Lebe­welt und winkte das Abenteuer, nach dem sie sich sehnte.

Annemarie war sicher, daß sie dort Erfolg, oder was sie so nannte, haben würde.

Nach vierzehn Tagen trat Doktor Körner an einem Frühmorgen auf Schwester Dani zu, die gerade in den Kindersaal wollte, um Klein- Lori zu holen, die die liebste Spielgefährtin des kleinen Hans-Dieter geworden war.

„Schwester Dani, Frau Doktor Hofer ist in Sankt Moritz beim Skifahren tödlich verun­glückt. Sie keim mit ihrem Gefährten, einem Amerikaner, in einen Sturm. Beide stürzten an einer hohen Schneewand ab. Schade um die schöne lebenslustige Frau. Dem Kleinen braucht man es nicht zu sagen. Vorläufig we­nigstens nicht. Höchstens dann, wenn er nach der Mutter fragen sollte- Aber er fragt ja nicht. Er fragt höchstens nach seinem Vater. Aber Sie liebt er sehr, Schwester Dani. Da macht er die allgemeine Mode, die hier im Sanatorium herrscht, tapfer mit.“

Doktor Körner sah die Schwester ernst und fragend an:

Dani zitterte so heftig, daß er schon schüt­zend die Arme ausstreckte, doch da faßte sie sich. Aber ihr Gesicht war erschreckend blaß. Und dann sagte sie hastig:

„Wie furchtbar das ist. Solch ein Ende! Und Frau Doktor Hofer freute sich doch so sehr auf diese Reise. Aber jetzt muß ich gehen. Hans-Dieter wartet.“

Sie ging rasch in ihr Zimmer zurück. Sie hatte ganz vergessen, daß sie Klein-Lori hatte holen wollen.

Doktor Körner sah ihr sinnend nach. Dabei dachte er:

„Sonderbar, fast möchte ich denken, daß zwischen dem stattlichen ernsten Doktor Ho­fer und der kleinen Dani ein Geheimnis be­steht. Das ist natürlich Unsinn. Aber wenn man eifersüchtig ist. dann wittert man j^ hin­

ter allem etwas. Ich will Dani sobald als möglich fragen, ob sie meine Frau werden will, ynd wie glücklich will ich sein, wenn sie mir ihr Jawort gibt.“

♦

Dani saß bei dem Jungen. Sie war noch immer tief erschüttert. Aber sie wollte dem Kleinen auch keine Tränen zeigen. Er war sehr feinfühlig und Tränen wirkten ungünstig auf ihn. Er wurde dann traurig. So nahm Dani sich zusammen, plauderte und spielte mit dem Jungen. Dessen große klare Augen wur­den von Tag zu Tag leuchtender. Sie schau­ten bereits in eine bessere Welt. Der erfah­rene Arzt wußte längst und hatte es Schwe­ster Daniela bereits gesagt, daß es das beste sei, wenn das Kind recht bald erlöst würde.

Freilich, dem Vater, der jetzt schon Schwe­res genug durchzumachen hatte, bedeutete das Kind alles. Ihn würde der Verlust des un­glücklichen Knaben tief treffen.

Furchtbar, daß einen solchen reichen, sym­pathischen Menschen solches Unglück treffen mußte. Freilich, auch den Armen traf ein derartiges Unglück - schwer. Aber meist wa­ren doch solche arme Menschen dann froh, wenn das Kind Erlösung fand, während hier alles bezahlt werden konnte, wenn man nur das schwache Lebensflämmchen noch ein Weil­chen vor dem Erlöschen bewahrte.

Dani hatte früher gern gemalt. Sie hatte auch Zeichenstunden gehabt, sie hatte eine ziemliche Begabung. Nun kam ihr in diesen Tagen plötzlich ein seltsamer Gedanke. Wenn sie Hans-Dieter malen würde?

Sie beschaffte sich alles, was sie brauchte, und malte den Kleinen. Ganz ernsthaft saß ihr der Junge.

„Machst du auch Flügel?“

„Nein, Flügel kann nur der liebe Gott wach­sen lassen. Hans-Dieter.“

Immer und immer wieder sagte das Kind,

daß es fliegen wolle. Daß es ein Engel sein wolle.

Wochen vergingen.

Doktor Hofer kam nicht. Er hatte nur ge­schrieben, daß er im Mai kommen werde.

Das Bild würde fertig. Ganz ähnlich war es geworden. Und Doktor Körner war von Danis Können ehrlich begeistert.

„Aber Schwester Daniela. Sie sind ja eine große Künstlerin. Haben Sie nie daran ge­dacht, Ihr Talent einmal zu verwerten?“

„Vielleicht habe ich einmal daran gedacht. Aber jetzt habe ich meinen Beruf so liebge­wonnen, daß ich ihn nicht mehr aufgeben möchte.“

Er hätte sie nun gern jetzt gleich gefragt, ob sie ihm gehören wolle. Aber er wagte es nicht Daniela sah so jung, so ernst, so — leuchtend aus in ihrer Reinheit und Süße, daß ihm kein Wort passend erschien, um es ihr jetzt zu sagen.

Er betrachtete sie nur still.

Dann bemerkte er irgend etwas Gleichgül­tiges. Belangloses, was er ebenso gut auch hät­te ein andermal sagen können, und ging.

♦

„Das bin ich!“

Hans-Dieter wies ganz stolz auf das von Dani gemalte Bild hin. als sein Vater im Mal bei ihm saß.

„Willst du mit mir nach Hause kommen?“

Aengstlich duckte sich das Kind.

„Papa, ich — will hierbleiben. Die Kinder — die Lori — die ist gut. Und meine Mami ist auch gut. Da kommt Mami."

Dani kam!

„Dani. ich danke dir!“

(Fortsetzung .folgt).