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Sanwtag, I. Aprfl IMS

auch Zuschauer und Unentschlossene nicht ge­feit.

Das ganze deutsche Volk steht hinter der Forderung des Sozialdemokraten Wehner, daß die Bundesregierung alle Chancen nützen muß, die Einheit Deutschlands wiederherzustellen. In der Lage, in der sich die Bundesrepublik befindet, heißt das Rezept aber nicht Einheit oder europäische Gemeinschaft, sondern ein wiedervereintes Deutschland und ein geeintes Europa . Aus dieser Ueberzeugung heraus hat wohl der Demokrat Dr. Reif an die beiden Seiten des Hauses appelliert, das Gemeinsame herauszustellen, indem die Regierungsparteien für den sozialdemokratischen Antrag über die Bedeutung der Einheit Deutschlands und die Sozialdemokraten für den Antrag der Regie­rungsparteien stimmen. Dem Antrag der Koalitionsparteien hat denn auch ein Teil der SPD zugestimmt, während erstere wiederum dem sozialdemokratischen Antrag zur An­nahme verhallen, daß ohne ein geeintes Deutschland in Europa eine dauerhafte Frie­densordnung nicht möglich ist. Es ist also doch so etwas wie eine Einheitsfront zustandege­kommen. Und noch eine zweite erfreuliche Feststellung ergab die Bundestagsdebatte: der Bundeskanzler ist entgegen früheren pessi­mistischen Ausführungen nun auch der Ueber­zeugung, daß es nicht zum „heißen Krieg“ kommen wird. Das deckt sich mit der Fest­stellung in Eisenhowers NATO -Bericht, der Frieden könne auf Generationen gesichert werden, wenn man nur wolle, mit kürzlichen gleichlautenden Aeußerungen Trumans und Stalins Botschaft' an amerikanische Zeitungs­leute, ein dritter Weltkrieg sei gegenwärtig nicht näher als vor zwei oder drei Jahren.

Ordentlicher Sängertag des DSB in Coburg Coburg

. Zum ordentlichen Sängertag des Deutschen Sängerbundes (DSB) vom 4. bis 6. April 1952 in Coburg trafen am Freitag 120 Delegierte aus 14 Landesverbänden aus dem Bundesgebiet in Coburg ein. Der Sängertag des Deutschen Sängerbundes , der zur Zeit 570 000 Mitglieder hat, ist in diesem Jahr nach Coburg gelegt worden, weil vor 90 Jahren der DSB In Coburg gegründet wurde.

Die Staatsgewalt im Bundesland

Gute Arbeit im Veriassungsaussdiuß — Landsmannsdiaftlicbe Zusammen- sehung der Regierung seibstverständlidi

Stuttgart . Der Verfassungsausschuß der Ver fassunggebenden Landesversammlung Süd­ westdeutschlands hat am Freitag in seiner er­sten Arbeitssitzung die von den Fraktionen der CDU , der SPD und der DVP/FDP einge- brachten Initiativgesetzentwürfe über die vor­läufige Ausübung der Staatsgewalt im neuen südwestdeutschen Bundesland — Ueberlei- tungsgesetz — beraten. In erster Lesung sind vom Ausschuß eine Reihe von Abschnitten verabschiedet worden, bei denen in den Ent­würfen der drei Parteien in vielen Punkten Uebereinstlmmung besteht.

Nach der ln erster Lesung beschlossenen Fassung erhält das neue Bundesland den Na­men „Baden-Württemberg “. Die Landesver­sammlung nimmt der Fassung dieses Abschnit­tes zufolge die Aufgaben eines Landtages wahr. Die Regierungen und die Landtage der bisherigen Länder sollen mit der Bildung des neuen Bundeslandes zu bestehen aufhören.

Die vorläufige Regierung

Die vorläufige Regierung des neuen Bun­deslandes besteht nach der vom Ausschuß be­schlossenen Fassung- aus dem Mlnlsterpräsi-1 denten und den Ministem. Staatssekretäre!

können ernannt werden; sie sind Mitglieder der vorläufigen Regierung, haben aber kein Stimmrecht. Die Bestimmung des CDU -Ent- wurfes, daß die Zusammensetzung der Regie­rung landsmannschaftlich ausgeglichen sein soll, wurde ln die neue Fassung nicht auf genommen. Die Ausschußmitglieder erklärten, daß eine landsmannschaftlich ausgeglichene Zusammensetzung der Regierung selbstver­ständlich sei. Die vorläufige Regierung be­schließt mit Stimmenmehrheit; bei Stimmen­gleichheit entscheidet die Stimme des Minister­präsidenten, Stimmenthaltung eines Mit­gliedes der Regierung ist möglich. Nach dem CDU -Entwurf sollte sich kein Mitglied der Stimme enthalten dürfen. In dem Abschnitt sind ferner die Wahl des Ministerpräsidenten und der Zuständigkeitsbereich der vorläufigen Regierung geregelt.

Reinhold Maier reist in die Schweis Der württemborgisch-badische Ministerprä­sident Dr. Reinhold Maler wird am Sonntag einen zehntägigen Urlaub antreten, den er in Arosa in der Schweiz verbringen wird. Am Dienstag nach Ostern wird Dr. Malor seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen.

Außenpolitischer Kurs festgelegt

Kabinett zieht Fazit aus der außenpolitischen Debatte im Bundestag

Bonn . Auf der letzten Sitzung des Bundes­kabinetts vor der Osterpause wurden in einer Grundsatzdebätte die nächsten außen politischen Schritte der Bundesrepublik fest gelegt. Unter Vorsitz des Bundeskanzlers und im Beisein der Vorsitzenden der Koalition* Parteien wurde das Fazit aus der außen­politischen Debatte im Bundestag gezogen. Es wurde dabei festgestellt, daß die Bundes­regierung bei den Westmächten alles unter­nehmen wird, um über Viermächteverhand

Wirtschaftskonferenz eröffnet

Großbritannien , China und Tschechoslowakei führen Handelsbesprechungen

Moskau . Im Säulensaal des Gewerkschafts­hauses in Moskau wurde am Dönnerstagnach- mittag die internationale Wirtschaftskonferenz eröffnet. Bei der Eröffnungsfeier begrüßte der Sekretär des Einberufungsauschusses, Robert Chambeiron , rund 500 Geschäftsleute und Wirt­schaftsführer aus Ländern zu beiden Seiten des Eisernen Vorhanges . Als Hauptzweck der inter­nationalen Wirtschaftskohferenz bezeichnete er, die Ausweitung des Ost-West-Handels in der Welt. - - - . • -f“

Noch vor der Eröffnung trafen sich Delegierte aus Großbritannien und der chinesischen Volks­republik zu Handelsbesprechungen. Der Führer der chinesischen Delegation und Direktor der Volksbank von China , Nan Han Chen, betonte dabei, daß Chinas Bedarf an Konsum- und Kapitalgütem ungeheuer sei. China befinde sich ln einem umfassenden Prozeß der Industriali­sierung. Die britischen Vertreter, die an langfri­stigen Kontakten interessiert sind, wolieh Oel- saaten, Getreide, Futtermittel und Eier und da­für Chemikalien, pharmazeutische Erzeugnisse, Farbstoffe und Textilien liefern. Auf die Frage der Briten, ob China in der Lage sei, sofort Konsumgüter zu importieren, erwiderte Nan

Han Chen zustimmend. Die britischen und chi nesischen Teilnehmer an der Moskauer Kon­ferenz werden ihre Handelsbesprechungen am Samstag fortsetzen. Die Engländer planen eben­solche Fühlungnahmen mit sowjetischen, pol­nischen, tschechischen und japanischen Vertre­tern. ,

Der Direktor der tschechoslowakischen Staats­bank, Ottokar Pol, erklärte am Freitag, daß der Handel zwischen dem Westen und der Tschechoslowakei auf eine Milliarde Dollar jährlich erhöht werden könne. Die Tschecho­slowakei sei in der Lage, vollständige Fabriken und technische Anfangshilfe für deren Inbe­triebnahme in die unterentwickelten Gebiete Asiens und Lateinamerikas zu entsenden. China soll am Freitag von England ein Angebot über 100 Lokomotiven eingefordert haben.

Vier britische Parlamentsmitglieder schilder­ten am Freitag ihre ersten Eindrücke: „Wir sind zufrieden, daß diese Konferenz ein ernst­hafter und realistischer Versuch zur Ausdeh­nung des Welthandels ist. Es wird keine Pro­paganda oder Politik dabei getrieben. Es ist bedauerlich, daß nicht noch mehr führende bri­ tische Industrielle daran teilnehmen.“

Unruhe über Tunesien und Franco

Nervosität in der französischen Öffentlichkeit

Drahtbericht unseres P ariser Korrespondenten

rl. Paris . Nach amtlicher Darstellung bedeu­tet die vorzeitige Abreise des Bey von Tunis in seine Sommerresidenz keine Verschlimme­rung der politischen Situation^ doch neigen die Beobachter zu einer anderen Annahme. Sie weisen darauf hin, daß im gegenwärtigen Augenblick starker Spannungen der Bey, der sich der Bedeutung auch der geringfügigsten seiner Gesten bewußt sein müsse, diesen Schritt bestimmt nicht ohne ganz fest umrissene Ab­sicht unternommen habe. Von verschiedenen Seiten wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Nationalisten sowohl in Tunesien wie in Marokko und Algerien eine beunruhigende Stille bewahren und daß eine gemeinschaft­liche Aktion der nordafrikanischen Nationali­sten durchaus nicht ausgeschlossen sei. Auf französischer Seite beginnt man an der Zu­verlässigkeit des tunesischen Premierministers Baccusch starke Zweifel zu hegen und sein Zögern bei der Regierungsbildung verdächtig zu

finden. Die Nervosität der französischen Oef- fentlichkeit wird durch die Reise des spani­schen Außenministers Artago in die arabischen Hauptstädte erhöht. Die immer herzlicher wer­denden Beziehungen Francos zur mohammeda­nischen Welt bilden den Gegenstand vieler mißtrauischer Kommentare. Es wird darauf hingewiesen, daß Artago von einem marokka­nischen Divisionsgeneral der spanischen Ar­mee begleitet werde, und die Absicht General Francos , im Mai nach Marokko zu reisen, wird stark diskutiert „Le Monde “ weist indessen beruhigend auf die sehr korrekte Haltung der spanischen Behörden hin, die nicht nur den Durchmarsch französischer Truppenverstär­kungen von Marokko nach Tunesien durch spanisches Hoheitsgebiet zugelassen, sondern ihre eigenen Streitkräfte zusammen mit den französischen bei der Wiederherstellung der Ordnung in Tanger eingesetzt haben.

Neue Proteste gegen Italien

Die britisdi-anierikanisrh-italienischen Triest -Verhandlungen in London

Belgrad . In Laibach protestierten am Don­nerstag Zehntausende von Demonstranten ge­gen die Londoner Verhandlungen über Triest . Auch in Serbien und Südjugoslawien fanden Massendemonstrationen gegen die „antijugo­slawische Kampagne in Italien “ statt. Die slowenischen politischen Parteien in der anglo- amerikanischen Zone von Triest erließen am Freitag eine Proklamation an alle in Triest lebenden Slowenen, ihre Kräfte im Kampf gegen die »Gelüste des italienischen Imperia­lismus“ zu vereinen.

Die britisch-amerikanisch-italienischen Triest - Verhandlungen in London wurden am Freitag­vormittag fortgesetzt. Das Foreign Office gab

nach der Sitzung bekannt, daß sich die Dele­gierten weiterhin mit der Frage der „Organi­sation der alliierten Regierung“ in der Zone A befaßten. Die nächste Vollsitzung findet wahr­scheinlich erst wieder Montag statt. Eine für Samstag vorgesehene Zusammenkunft wurde von einem Sprecher des Foreign Office als Arbeitssitzung bezeichnet An den Bespre­chungen am Freitag nahm der italienische Delegationsführer Botschafter Brosio nicht teil. Er wurde von Marchese Theodoli ver­treten. Die amerikanische Delegation ist noch nicht vollständig. Man erwartet die Ankunft des Sachverständigen für Triestfragen im State Departement, Greene.

lungen zur Wiederherstellung der deutschen Einheit zu gelangen. Auf der anderen Seite will aber die Bundesregierung ihre Be­mühungen fortsetzen, Deutschland durch Ver­träge mit dem Westen zu verbinden. Der Bundeskanzler berichtete in diesem Zusam­menhang über den Stand der Bonner Ver­tragsverhandlungen.

Dr. Frohne Vorsitzender des Bundesbahn vor Standes

Bonn . Das Bundeskabinett hat am Freitag der Ernennung des Staatssekretärs im Bundes­verkehrsministeriums, Professor Dr. Edmund Frohne, zum Vorsitzenden des Vorstandes der Deutschen Bundesbahnen zugestimmt. Der Ver­waltungsrat der Deutschen Bundesbahn hatte ihn am Mittwoch einstimmig für diesen Posten vorgeschlagen. Das Kabinett bat den Bundes­ präsidenten , die Ernennung beschleunigt zu vollziehen, da der neue Vorstand der Bundes­bahn bereits am 9. April unter Vorsitz Frohnes zum ersten Male zusammentreten soll. Das Kabinett bestimmte außerdem den früheren Reichskanzler Dr. Hans Luther zum Vorsitzen­den der. Sachverständigen-Kommisslon der Bundesbahn und Staatsminister a. D. Dr. Adolf Süsterhenn zu seinem Stellvertreter. Ueber einen neuen Staatssekretär im Bundesver­kehrsministerium wurde noch nicht entschieden.

Neues in Kürze

Der Bundespräsident hat dem am 1. April in den Buhestand getretenen Präsidenten des Bundeskriml- nalamtes, Dr. Max Hasemann, daa Sroße Verdienst' kreuz verliehen.

Ministerialdirigent Dr. Roland Risse und Regie­rungsdirektor Eberhard Günther vom Bundeswlrt- ichaftsmlnliterium sind aus der Haft entlassen worden.

Das Bundesverkehrsministerium plant, nach Rück­gewinnung der deutschen Lufthoheit mehrere Luft­fahrtgesetze vorzulegen. Es sollen dies ein Gesetz über die Einrichtung einer Bundesanstalt für Flug­sicherung, ein Abkommen über die Klärung der Rechtsverhältnisse ln Luftfahrtsfragen zwischen Bund und Ländern und eine Novelle zum Luftver­kehrsgesetz nnd zur Luftverkehrsordnung sein.

Die Berliner Regierungskrise ist beendet. Die groüe Koalition in der alten Reichshauptstadt bleibt bestehen. Mit SS gegen St Stimmen bei 14 Enthal­tungen wurde die neue Regierungserklärung des Senats gebilligt.

In einem Festakt im SchBneberger Rathaus erüff- nete Bundeswirtschaftsminister Prof. Ludwig Erhard das Bundesaufsichtsamt für Versicherungswirtschaft und Bausparwesen als erste Bundesoberbehürde in Berlin .

Nach Ablauf ihrer Strafzeit unter Gewährung eines Straferlasses für gute Führung wurden Helmut Schlierbach und Gottfried Drossen ans der' Strafan- slalt Werl entlassen. Schlierbach war wegen Betei­ligung an der Ermordung alliierter Luftiandesoldaten zu IS Jahren Gefängnis, Drossen wegen Beteiligung an der MiBhandlung und Ermordung alliierter Staats- angehBriger zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wor­den.

Die britischen BehBrdea haben sich entschlossen, den BundesbehBrden alle Sportbüchsen nnd Sport- gewebre deutschen und Bsterreichlscben Fabrikats zurückzugeben, die noch in ihren Händen sind.

Die deutsche Kriegsmarine Hat im zweiten Welt- Krieg «4M Einheiten, darunter Ober *5* Untersee­boote, verloren.

Den schnellen Abschluß eines Friedensvertrages mit Deutschland und freie, geheime, gesamtdeutsche Wahlen unter Internationaler Kontrolle fordert der Internationale ftnnd freier Gewerkschaften ln sei­nem Anfraf zum 1. Mal 195*.

Der Sowletzonenministernräsident nnd SFD-Vor- sitzende oefn Grotewohl hat vorübergehend seine DIenstgesrhäfte niedergelegt und einen außerplan­mäßigen Erholungsurlaub angetreten.

Dr. Hermann Kesser , der bekannte Dichter nnd Publizist, ist In der Naebt mm Freitag ln Hasel 1m Alter von 12 Jahren gestorben. Kesser , der ans Deutschland stammte, war vor dem ersten Welt­krieg Professor am Zürcher Konservatorium und Mitarbeiter führender deutscher Zeitungen.

Das schwedische KBnigspaar wird vom *4. bis zum 2 $. Mai zu einem Staatsbesuch nach Finnland reisen.

Auslieferung Kroupas beantragt

Bonn . Das Bundesjustizroinisterium hat über die alliierte Hohe Kommission bei der französischen Regierung die Auslieferung des Tschechoslowaken Franttsek Kroupa bean­tragt, der vor kurzem nach Frankreich ge­flohen war und dort Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat. Der Haftbefehl gegen Kroupa wurde von bayerischen Justizbehörden erlas­sen. Kroupa, der unter dem Namen j,Henker von Joachimsthal “ bekannt wurde, wird be­schuldigt, bei der Ausweisung der ..sudeten­deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowa­ kei Morde und schwere Mißhandlungen. be­gangen *u haben. .

Mit Draht gefesselt im Massengrab

Hohe Zuchthausstrafen im Dortmunder Romberg-Park-Prozeß

Dortmund . Im Dortmunder Romberg-Park- Prozeß wurden am Freitag 13 ehemalige Be­amte und Angestellte der Gestapo wegen Bei­hilfe zum Totschlag oder Mißhandlung von Gestapohäftlingen zu Zuchthaus - und Gefäng­nisstrafen von sechs Monaten bis zu 10 Jahren verurteilt. 15 Angeklagte wurden freigespro­chen. Die Angeklagten waren beschuldigt wor­den, als Mitglieder der Gestapo -Leitstelle Dortmund-Hörde kurz vor Kriegsende im Dortmunder Romberg-Park an der Erschießung von rund 270 Gestapohäftlingen mitgewirkt zu haben.

Die höchste Strafe von 10 Jahren Zuchthaus erhielt der 49jährige Polstergeselle und ehe­malige KP-Funktionär Heinrich Muth aus Wup­ pertal wegen Beihilfe zu schwerer Freiheits­beraubung in 44 Fällen, davon in 28 Fällen mit Todesfolge. Muth. ein langjähriger KZ-Insasse. wurde für schuldig befunden, 1944 und 1945 als Spitzel die Mitglieder der Dortmunder kommunistischen Widerstandsbewegung an die

Gestapo verraten zu haben. Der 43jährige frü­here Kriminalassisterit Otto Stomberg wurde wegen Beihilfe zum Totschlag zu sechs Jahren Zuchthaus und der 42jährige ehemalige 'Kri­minalangestellte Max Litzmann wegen dessel­ben Delikts zu fünf Jahren Zuchthaus ver­urteilt. Zehn Angeklagte erhielten Freiheitü- strafen von sechs Monaten Gefängnis bis tu drei Jahren und sechs Monaten und sechs Mo­naten Zuchthaus.

Unmittelbar nach dem Einmarsch der alliier­ten Truppen in Dortmund waren in neun Bom­bentrichtern des Romberg-Parks die Leichen von 270 teils ausländischen Häftlingen und Kriegsgefangenen aufgefunden worden; Alle hatten Genickschüsse und waren mit Draht ge­fesselt. Die für die Erschießung verantwort­lichen Leiter der Gestapostelle Hörde, Ober- regierungsrat Dr. Erich Roth ‘und Kriminalrat Karl Söchting sind 1947 in Jugoslawien hin­gerichtet worden.

Pulverbunker in die Luft geflogen

Oehringen. In der Pulverfabrik Adolz- furt im Kreis Oehringen explodierte am Frei- tagnaehmitta? ein mit Pulver gefüllter Bun­ker. Dabei wurde ein 24jähriger Arbeiter ge­tötet. Eine Frau erlitt leichtere Verletzungen. Der etwa 25 Quadratmeter große Bunker wur­de vollkommen zerstört. Die Explosion, die in einem Umkreis von vier Kilometer zu hören war, hatte eine solche Wucht, daß die Stein­brocken des Bunkers etwa einen Kilometer weit geschleudert wurden. Dabei wurden meh­rere Telefonleitungen zerrissen. Die Ursache der Explosion ist noch nicht bekannt. In der Fabrik in Adolzfurt wird hauptsächlich Schwarzpulver für Feuerwerkskörper herge- stellt. Bereits vor zwei Jahren hatte sich in diesem Werk eine Explosion ereignet.

Lokomotive fuhr auf Mine

Jülich . Auf der Eisenbahnstrecke Jülich— München-Gladbach fuhr am Freitagmorgen etwa 100 Meter vor dem Bahnhof Ameln (Kreis Jülich) die Lokomotive eines Arbeiter­zuges auf eine Mine. Durch die Explosion wurden die Lok. schwer beschädigt. Eisen­bahnschwellen zerrissen und die Gleise ver­bogen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Nach polizeilichen Ermittlungen hatten Bahn­arbeiter vor dem ynglüek an der Unfallstelle

Gleisarbeiten ausgeführt. Dadurch ist vermut­lich die seit dem Kriege dort liegende Kasten­mine verlagert worden. An der Stelle war im Kriege ein Minenfeld.

Die Fünflinge gestorben Rio de Janeiro . Die in dem entlegenen bra­silianischen Dorf Batalha geborenen Fünflinge sind bereits einen Tag nach ihrer Geburt ge­storben. Den Fünflingen fehlte es in der ab­gelegenen Gegend an der notwendigen ärzt­lichen Fürsorge.

Wetterbericht

Das über Mitteleuropa entstandene Zwischen­hoch hat sich noch etwas gekräftigt und wird nun durch Druckfall von Westeuropa langsam nach Osten abgedrängt. Sein Einfluß auf unser Wetter bleibt zunächst noch vorherrschend, doch werden die nördlich vorbeiziehenden Atlantikstörungen zeitweilig weiter nach Süden ausgreifen und auch bei uns leichte Unbestän­digkeit auslösen.

Aussichten bis Sonntagabend: Am Samstag heiter bis leicht wolkig und trocken. Am Sonn­tag vorübergehend stärker bewölkt und strich­weise etwas Regen. Milder als bisher. Mittags­temperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Nachts frostfrei.

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