Montag, X). Dezember 1952

Klare Verlegung der Zonengrenze

Aufruf des Berliner Senats an die Bevölkerung — Gemeinsame Untersuchung

des Zwisdienfalls in Frohnau ?

überhaupt nur schrittweise, da« tot seine Pa­role.

Sdiichtzeitverkürzung, das ist aber nur eine der Aufgaben des Ruhrgebietes im neuen Jahr, wenn auch eine Aufgabe an den Wurzeln einer Urproduktion. Viele weitere erwarten die neue Mannschaft, die antreten wird, und die heute noch niemand im einzelnen genau kennt. Es sind Aufgaben der Technik, der Wirtschafts­und Sozialpolitik wie die Probezeit für die Mit­bestimmung, die Entgiftung der Abwässer, den Hauptschuldigen für die Ausbreitung der Kin­derlähmung, die Steigerung der Gasproduktion und der Speicheranlagen für Ferngas, die Be­wältigung der Verkehrsunfälle im Land mit der höchsten Unfallziffer und, wie nunmehr seit acht Jahren, noch eine neue Anstrengung im Wohnungsbau, damit die Menschen im Ruhr­ gebiet nicht bloß Arbeitsplätze, sondern end­lich auch ein menschenwürdiges Zuhause fin­den. Hier, im Wohnungsbau, findet sich noch immer die schwächste Stelle der sonst durchaus stattlichen Neujahrsbilanz des Ruhrreviers.

, Verdiente Landwirte mit dem Adolf-Münzinger -Preis ausgezeichnet

Stuttgart . Für den- am besten geführten bäuerlichen Familienbetrieb innerhalb ihres Landkreises oder für besondere Verdienste um die Landwirtschaft wurden in diesem Jahr im Gebiet des ehemaligen Landes Württemberg- Baden 29 Bauern mit dem Adolf-Münzinger - Preis ausgezeichnet. Wie alljährlich wurden die Preisträger im Jahre 1952 durch den Ver­waltungsrat der Adolf-Münzinger -Stiftung ausgewählt. Den. Münzinger-Preis erhielten in Baden : Emil Joseph Brecht, Rheinheim , Kreis Bruchsal ; August Beuchert, Wettersdorf , Kreis Buchen; Friedrich Wilhelm Fischer, Rauen­ berg , Kreis Heidelberg ; Wilhelm Burgstahler, Linkenheim , Kreis Karlsruhe ; Adam Schaab, Balzenbach, Kreis Mannheim ; Emil Drollinger, Ellmendingen, Kreis Pforzheim ; Wolfgang Kresz, Babstadt , Kreis Sinsheim und Hugo Viemeisel, Lauda, Kreis Tauberbischofsheim .

Dr. Wilhelm Mattes f

Ueberlingen . Der erste Vorsitzende des Zen­tralverbandes der Fliegergeschädigten, Eva­kuierten und Währungsgeschädigten, Staats­minister a. D. Dr. Wilhelm Mattes aus Stockach ist am Samstag plötzlich und uner­wartet in Ueberlingen gestorben. Dr. Mattes war vor 1933 badischer Finanzminister und nach 1945 der erste hessische Finanzminister. In letzter Zeit war er besonders in der Aus­einandersetzung um das .Lastenausgleichsge­setz als der Vertreter der Kriegssachgeschä- digten und Evakuierten hervorgetreten.

Berlin . Der Berliner Senat beschloß am Sams­tag in einer außerordentlichen Sitzung, den in der Nacht zum ersteh Feiertag von Sowjets erschossenen Polizeioberwachtmeister Herbert Bauer in feierlicher Form beizusetzen. Am Tage der Beisetzung werden alle öffentlichen Gebäude der Stadt halbmast flaggen.

Der Senat erklärte in einem Aufruf an die Bevölkerung, daß sowjetische Soldaten in kla­rer Verletzung der Grenze versucht hätten, aus dem frei«) Berlin mit Gewalt Menschen zu verschleppen. Sie hätten herbeigerufene Ber­ liner Polizeibeamte, die diesen Gewaltakt ver­hinderten, beschossen. Polizeioberwachtmeister Herbert Bauer sei dabei in Erfüllung seiner Pflicht aus dem Hinterhalt getötet worden. Er habe sein Leben gegeben, um die Freiheit und das Leben anderer zu schützen. Unsere gerechte Empörung über diese im freien Ber­ lin vollbrachte blutige Tat klagt nicht nur die Täter an, sondern vor allem diejenigen, deren System der Gewalt, der Unmenschlichkeit und der Unterdrückung die Verantwortung für das trägt. Was am Weihnachtsmorgen geschah, heißt es in dem Aufruf, die widernatürliche Zerreißung Berlins . Die Errichtung von Schlag­bäumen an den Grenzen in einem seit Jahr­hunderten zusammengewachsenen Gebiet seien die wahren Ursachen dieses blutigen Gesche­hens.

Zwischen französischen und sowjetischen Dienststellen in Berlin werden Anfang dieser Woche Verhandlungen über die Möglichkeit einer gemeinsamen französisch-sowjetischen Untersuchung des Zwischenfalls von Frohnau beginnen. Wie von französischer Seite verlau­tet, haben die Sowjets einen Vorschlag der französischen Militärregierung in Berlin zu gemeinsamen Verhandlungen grundsätzlich an­genommen.

Caro'et bat Vertrauen in die Zukunft Berlins Berlin

. Der scheidende Kommandant des französischen Sektors in Berlin , General Pierre Carolet, gab am Samstag seinem absoluten Vertrauen in die Zukunft Berlins Ausdruck. Der französische General, der zwei Jahre in Berlin war, sagte die Lage Berlins ist ein­malig in der Weit. Alle Wechselfälle in den Be­ziehungen zwischen Ost und West finden hier eine sofortige und oftmals dramatische Reak­tion. Die Berliner Bevölkerung hat stets Ruhe und Disziplin bewiesen und ihren Lebens- und

Schaffenswillen gezeigt. Diese Tatsache wird zweifellos am stärksten in meinem Gedächtnis haften bleiben. Dieser Eindruck aus meiner Tätigkeit in Berlin vermittelt mir ein abso­lutes Vertrauen in die Zukunft!

FDJ - Zentralrat maßregelt Funktionäre

Berlin . Zahlreiche Funktionäre der kommu­ nistischen FDJ in der Sowjetzonenrepublik, denen Verfehlungen in ihrer Arbeit vorge­worfen werden, sollen jetzt ausgemerzt wer­den. Der FDJ -Zentralrat hat strengste Maß­nahmen gegen Mitglieder angekündigt, die, wie es heißt, „sich mit Betrügereien befassen oder die Durchführung der Beschlüsse der übergeordneten Leitungen der FDJ nicht si­chern“. Kürzlich war bereits ein Umtausch der FDJ -Mitgliedsbücher angekündigt worden. Dabei sollen" die FDJ -Mitglieder überprüft werden, ob sie den politischen Voraussetzun­gen und den organisatorischen Erfordernissen gewachsen sind. Von den Ergebnissen dieser Ueberprüfung wird es abhängen, so heißt es in der Erklärung der FDJ -Leitung, wie viele „schlechte, rückständige und gewissenlose Funktionäre“ ihrer Posten enthoben und durch' gute Funktionäre und Aktivisten der FDJ er­setzt werden müssen. Der Zentralrat müsse zugeben, daß in den Leitungen der FDJ eine „Reihe von amoralischen und feindlichen Ele­menten ihr Unwesen getrieben haben“.

österreichische Polizei im Sowjetsektor .entwaffnet”

Wien . Zwei österreichische Polizisten wurden am Weihnachtsabend aus dem Sowjetsektor ausgewiesen, weil sie sich weigerten, ihre Gum­miknüppel den Sowjets zu übergeben. Wäh­rend der Weihnachtstage hatten die Sowjets in ihrer Zone in Oesterreich eine „Entwaffnungs­kampagne" durchgeführt, bei der den öster­reichischen Polizisten ihre Gummiknüppel ab­genommen wurden. Bewaffnete sowjetische Of­fiziere wurden in die Polizeiwachen geschickt, wo sie die Gummiknüppel einzusammeln hät­ten. ' Bei dienstfreien Polizisten erschienen schwerbewaffnete Sowjetsoldaten in den Woh­nungen und störten die Weihnachtsfeiern mit ihrer Suche nach Gummiknüppeln. Fast alle österreichischen Polizisten leisteten passiven Widerstand und überreichten die Knüppel nicht, so daß die Sowjets sie ihnen aus ihren Gürteln ziehen mußten. In politischen Kreisen Wiens wird angenommen, daß der Schritt der Sowjets auf ein Ersuchen der österreichischen Kommunisten zurückgeht, die im nächsten Wahlkampf die Polizei lieber ohne Gummi- ’-nüppel sehen möchten.

nvevi Hl MIR

Die aus den westlichen Stadtkommandanten geen­dete Berliner alliierte Kommandantur hat in einem Schreiben an den Westberliner Senat fegen die Uebemahme des Gesetzes über das Bundesverfas­sungsgericht durch Berlin Einspruch erhoben.

Die drei Besatzungsmächte beschäftigten Mitte 195* zusammen rund 431 #W Deutsche bei ihren Dienst­stellen im Bundesgebiet. Dies ist nach dem Tätig­keitsbericht der Bundesregierung beinahe soviel wie der gesamte Steinkohlenbergbau, der SIS OM Men­schen beschäftigt, und sehr viel mehr, als die Bun­despost, die 301 OSO Menschen Lohn und Brot gibt.

Die Bundesführung des BP.J teilte am Samstag in Frankfurt mit, daß die Mitgliedschaft des verhafte­ten BDJ - Landesführers in Nordrhein-Westfalen . Alfred Heise, auf Beschluß des Vorstandes ruhe, bis das Gericht ein Urteil gefällt habe.

Papst Pius XII. ernannte am Hl. Abend den Syeyrer Domkapitular Dr. Isidor Emanuel zum neuen Bischof der Diözese Speyer . Dr. Emanuel ist 47 Jahre alt und gebürtiger Pfälzer .

Der zum Kardinal bestimmte Patriarch von Vene­ dig , Carlo Agostinl, starb ln der Nacht zum Sonntag in Venedig im Alter von 64 Jahren. Agostini war unter den 24 Erzbischöfen, die am 29. November von Papst Pins zn künftigen Kardinälen bestimmt wor­den waren.

Der Geschäftsträger der apostolischen Nuntiatur in Belgrad , Monsignore Silvio Oddi , und sein Sekretär. Monsignore Cesare Zacchi, haben Belgrad am Sams­tagabend verlassen. Damit hat nach dem von der jugoslawischen Regierung am 17. Dezember verkün­deten Abbruch der Beziehungen zum Vatikan die diplomatische Vertretung des Heiligen Stuhles in Jugoslawien aufgehört zn bestehen.

Mit anhaltender Wirtschaftskonjunktur in den Ver­ einigten Staaten im Jahr 1953 rechnet das US -Hän- delsministerium in einem soeben veröffentlichten Be­richt. Das Handelsministerium glaubt, daß die Ge­samtproduktion der Vereinigten Staaten bis 1955 noch­mals um acht bis neun Prozent auf die Rekordhöhe von 365 Milliarden Dollar steigt. Die Verteidigungs- äusgaben werden für 1953/54 mit jährlich 55 bis 69 Mil­liarden Dollar, und für 1955 mit fünf Milliarden Dol­lar weniger beziffert. Von da an werden die jähr­lichen Verteidigungslasten auf 49 bis 59 Milliarden Dollar veranschlagt.

Im Februar werden 53 Mo amerikanische Rekruten für die Armee zur Ausbildung einberufen. Das ist seit zwei Jahren die größte Zahl von Einberufungen innerhalb eines Monats. Beamte des Verteidigungs­ministeriums begründeten dies damit, daß die Dienst­zeit vieler in Korea kämpfender Soldaten in Kürze ablaufe, und deshalb ausreichend Ersatz ausgebildet werden müßte.

Das Oberkommando der syrischen Armee gab am Sonntag die Verhaftung einer Reihe jüngerer Offi­ziere bekannt. Ihnen wird vorgeworfen, sich mit ex­tremen Mitgliedern politischer Parteien gegen die Interessen des Landes verschworen zu haben.

Der albanische Generalstabschef, Generalmajor Bo- kir Baluk, Mitglied des Politbüros der Kommunisti­schen Partei Albaniens . Ist nach einer Meldung der Belgrader Zeitung „Politika “ vom Samstag „liqui­diert* worden. Seine Familienangehörigen sollen sich in Haft befinden. Zum Nachfolger wurde General Petrit Dume ernannt.

tn Neu Delhi wurde die zweite WeltkonMrene für moralische Aufrüstung in Asien eröffnet.

Truman : Weltfriede ist möglich

Sowjetunion hat bis jetjt Abkommen auf Abkommen gebrochen

■ Washington. Präsident Truman betonte in Einem INS-Interview, es werde so lange keinen "Frieden geben, wie die Sowjetunion ihre ge­genwärtige Eroberungspolitik fortsetzt. Er habe (Sieben. Jahre lang versucht, die sowjetischen Führer davon zu überzeugen, daß der Friede im .ureigensten Interesse der Sowjetunion liege, und daß die Sowjetunion den gleichen Wohl­stand wie die Vereinigten Staaten haben könn­te, wenn sie alle für Rüstungszwecke aufge­wendeten Gelder und Mittel zur Erschließung Ihrer Bodenschätze verwenden würde. Er habe der Sowjetunion das großzügigste Angebot unterbreitet, das jemals ein Land einem ande­ren gemacht habe und einen Abrüstungsplan vorgeschlagen, der die Produktion schwerer Waffen einschränkt und den Weltfrieden durch ein internationales Kontrollsystem garantiert. Er habe ferner zu einer Zeit, als nur die Ver­ einigten Staaten die Atombombe besaßen, an- geboten, diese unter internationale Kontrolle zu stellen, um auf diese Weise zu gewährleisten, daß diese furchtbarste aller Erfindungen aus­schließlich für friedliche Zwecke zum Wohle der gesamten Menschheit verwendet werde. Die Sowjets hätten aber alle diese Angebote abgelehnt und erklärt, daß sie eine Kontrolle

ihrer Rüstungsfabriken und Atomenergiean lagen njemals zulassen würden..

Truman wies darauf hin, daß die Sowjet­ union Abkommen auf Abkommen gebrochen habe, daß sich aber die Haltung der Sowjets vielleicht allmählich ändern werde, wenn die freie Welt stärker werde. „Wenn die freie Welt sich selbst so stark macht, daß die Sowjets wis­sen, sie können einen Krieg nicht gewinnen, so werden sie sich wahrscheinlich nicht in einen Krieg einlassen. Die freie Welt muß daher so lange stark bleiben, wie die Gefahr einer Aggression besteht.“

Die wichtigste Tatsache dieses Jahrhunderts sei, daß sich die freien Nationen in ihrem Stre­ben nach Freiheit und in ihren gemeinsamen Verteidigungsbemühungen einig seien. So lange diese Einigkeit bestehe, könne kein Aggressor die Oberhand gewinnen und die Sowjets be­gännen diese Tatsache allmählich zu verstehen. Die große Gefahr für die freie Welt liege in der Schwäche ihrer Verteidigung durch Miß­verständnisse und kleinliche Streitereien, die vermieden werden müßten. „Die freien Na­tionen werden jedoch von Tag zu Tag stärker, so daß wir weiterhin Frieden haben werden.“

Überfall auf Fußballmannschaft

In den Hinterhalt von Vietminh-Truppen geraten — Neuer Ausfall aus Nasam

Saigon. Hundert Kilometer südlich von Sai­ gon fiel eine vietnamesische Fußballmann­schaft, die auf einem Lastwagen fuhr, in einen Hinterhalt von Vietminh-Truppen. Fünf Fuß­ballspieler wurden getötet und vier schwer verletzt.

Ein starker französisch - vietnamesischer Truppenverband hat am zweiten Weihnachts­feiertag einen neuen Ausfall aus der seit Wöchen von den Vietminh-Aufständisdien be­lagerten Festung Nasam im Thai-Gebiet un­ternommen und sich Samstag früh im Ab­schnitt von Konnhoi, einem Straßenknoten­punkt an der von Nasam nach Hoabinh füh­renden Straße und der Kolonialstraße Nr. 17, mit einem Fallschirmjägerverband vereinigt, der von Hanoi aus abgesetzt worden war. Es ist der dritte Ausfall, den die belagerten Truppen in den letzten Tagen machten. Das französische Oberkommando in Indochina teilte mit, der Ausfall sei ein gewaltsamer Aufklärungsvorstoß mit dem Ziel, die Ini­tiative im Thai-Gebiet zurückzugewinnen. Auf den zwei Kolonialstraßen und mehreren ande­ren kleinen Straßen, die sich in Konnhoi kreuzen, befördern die Vietminh-Aufständi- schen Nachschub.

10 Tote bei Überfall ln Malaya

Singapur. Im malayischen Staat Johore wurden bei dem blutigsten Terroristenüber­fall der letzten Monate zehn Menschen ge­tötet. Unter ihnen sechs malayische Polizisten und ein Kind. Die Opfer fuhren in einem

gepanzerten Kraftwagen, der auf eine Mine geriet, aber noch etwa 100 Meter weiter fuhr, bis er durch eine Straßensperre aufgehalten wurde. Da explodierte eine zweite Mine un­ter dem Wagen und riß ihn in -zwei Teile. Dreißig Aufständische beschossen die überle­benden Insassen mit Gewehren und Maschi­nenpistolen. Nur zwei der 14 Insassen blieben unverletzt.

Franzosen mit auf der Anklagebank.

Elsässer verlangen getrennte Anklage-Erhebung im Oradour -Prozeß

Mülhausen . Die Stadträte von Mülhausenl brecherkönig wurde in Paris nach seinem acht» und Golmar sowie-eine Reihe von elsässjschen I zehnten Zuchthausausbruch erneut gefaßt.

Veteranen- und Kriegsopferorganisationen ha ben gegen die Anklageerhebung gegen 12 El­sässer im Zusammenhang mit dem Oradour - Prozeß protestiert. Die 12 Elsässer waren An­gehörige der SS-Einheit, der die Zerstörung der französischen Gemeinde Oradour-Sur-Gla- ne vorgeworfen wird. Die Gerichtsverhand­lungen sollen am 12. Januar in Bordeaux be­ginnen.

In den verschiedenen Protestresolutionen wird geltend gemacht, daß keiner der 12 El­sässer freiwillig in die SS eingetreten sei. Der Stadtrat von Colmar wendet sich scharf gegen die Tatsache, daß man Franzosen auf die gleiche Anklagebank mit den deutschen SS -Angehörigen setze und verlangt die Ab­trennung ihres Falles. In der Entschließung des Stadtparlamentes von Mülhausen. heißt es; „In Anbetracht der Erregung der öffentlichen Mei­nung über die Anklageerhebung gegen 12 aus dem Elsaß stammenden Franzosen gemeinsam mit deutschen SS-Männern Im Oradourprozeß, verlangt der Gemeinderat von Mülhausen ein­mütig und mit großem Nachdruck, daß der Verteidigungsminister die nötigen Maßnah­men ergreifen möge, damit die Strafverfol­gung gegen Franzosen von der Verfolgung ge­gen ihre eigenen Henker getrennt werde.“ Eine elsässische Veteranen-Organisation rügt den Mangel an Weitsicht, den die in dieser Sache in Frage kommenden französischen Ministerien an den Tag gelegt haben.*

Frankreichs Ausbrecherkönig gefaßt

Pari*. Claudius Logier, Frankreichs Aus­

200 Bomber auf Pjöngjang

Der schwerste Luftangriff auf Nordkorea seit August

Tokio. Am Sonntag flogen 200 Bomber mitt­lerer Bauart und Kampfflugzeuge den schwer­sten Luftangriff auf militärische Ziele in Nordkorea seit August. Kasernen und mili­tärische Befehlsstellen südwestlich der Haupt­stadt Pjöngjang wurden bombardiert. Schwere Brände wurden entfacht, so daß eine genaue Beobachtung der Ergebnisse des Angriffs nicht möglich war. Doch sollen mindestens 70 Ge­bäude zerstört worden sein. Düsenjäger, die den Angriffsverband begleiteten, stießen auf keine Luftabwehr.

14 Tote bei Flugzeugabsturz

Tokio. Das zweite griechische Militärflug­zeug innerhalb einer Woche stürzte am Sams­tag über Südkorea ab. Vierzehn Insassen ka­men dabei ums Leben. Das Unglück ereignete

sich unmittelbar schine.

nach dem Start der Ma

Nach 27 jähriger Miss'onsarbeit ausgewiesen Hongkong . Nur mit einem alten Sweater und ein paar zerrissenen Hosen bekleidet, wurde der weißbärtige amerikanische Missio­nar Joseph P.' McGinn von chinesischen kom munistischen Soldaten über die Grenze nach Hongkong abgeschoben. Der alte Missionar war in einem Gefängnis in Kwantung gewe­sen. Nachdem er schuldig befunden wurde, „Verbrechen gegen die Peiping -Regierung begangen zu haben. Während seiner 27 Jahre Missionsarbeit hatte er in China ein Hospital für arme chinesische Familien geleitet.

Eine Bar auf dem Montmartre wurde ihm zum Verhängnis, weil die Glutaugen der Bardame „Titi“ offensichtlich seine Reaktionsfähigkeit gelähmt hatten. Sein letzter Ausbruch gelang ihm aus der Strafanstalt Reims mit einer fünf Meter langen Latte, zu der er seinen Zellentisch verarbeitet hatte. In Reim saß er, weil er einen großen Teil des Kathedralschatzes gestohlen hatte.

SOS vom Atlantik

Hamburg . Der in Monrovia (Liberia ) behei­matete Dampfer „ Archimede“ hat nach Mit­teilung des Schiffsmeldedienstes Hamburg SOS- Rufe ausgesandt. Das 7157, BRT große Schiff der Reederei „Cia de Navigacion Bayano S A hat vermutlich die Schraube verloren. Sem Standort wird auf 36 Grad Nord und 35 Grad West im Atlantik angenommen.

Den eigenen Mann erstochen

Balingen . In Meßstetten (Kreis Balingen ) wurde der 39 Jahre alte Arbeitslose Gustav Spitz von seiner 34 Jahre alten Frau durch mehrere Stiche mit einem Taschenmesser ge­tötet. Zwischen dem Mann, der betrunken nach Hause kam. und seiner Frau war es vorher schon zu tätlichen Auseinandersetzungen ge­kommen. Sofort nach der Tat stellte sich du» Frau der Polizei. Die sieben Kinder des Ehe­paares im Alter zwischen acht Monaten und dreizehn Jahren wurden von Verwandten auf­genommen.

Zugspik-Sutbaktion noch Immer erfolglos

Garmisch . 97 erfahrene Berg- und Lawinen- Experten haben auch den Sonntag über bis zum Einbruch der Dunkelheit in dem Lawinen­unglücksgebiet am Südhang der Zugspitze m Gruppen eingeteilt, systematisch Meter um Meter nach den fünf vor mehr als einer Wok* Verschütteten gegraben, gesondet und gesucht, ohne sie zu finden.

Wetterbericht

Das ausgedehnte Tiefdrucksystem üb«“ und Mitteleuropa verlagert sich in südlicher Richtung. Gleichzeitig Druckanstieg über Groß­ britannien , erzeugt über Mitteleuropa eine Ostströmung, in der vor allem in den unteren Schichten kältere Luftmassen nach SUdwesr- deutschland gelangen.

Aussichten bis Dienstagabend: In den Mor­genstunden verbreitet neblig, sonst uneinheitli­che Bewölkung, teilweise heiter, nur geringfügige Schneefälle. Temperaturen in den Niederungen tagsübei* um null Grad, nachts zunehmender Frost. Winde auf Ost bis Nordost drehend und langsam auffrischend.